Worte beschreiben nie Unermessliches
10. Mai 2001
Pro:
Einfach schöne Musik
Kontra:
Nichts
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Maedbjda
Über sich:
Wo sind all die alten Schreiberlinge geblieben? War ich so lange fort?
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 19 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Musik dagegen schon. " Jedes Kind kennt die Geschichte von Christopher Columbus...". So fängt der englische Text ( ins Deutsche übersetzt ) an, welchen man in der CD-Hülle des Sountracks 1492 von Vangelis findet.
Anlässlich des 500 Jahrestages der "Entdeckung" Amerikas, wurde in den Kinos so mancher Film über dieses historische Ereignis veröffentlicht. Den besten Film jedoch produzierte Ridley Scott mit einem wahren Epos. 1492 der schlichte Titel eines bewegenden Kinofilmes. Gerard Depardieu als Kolumbus und Sigourney Weaver als Königin Isabell von Spanien, waren eine brillante Besetzung für diesen Film. Noch besser war jedoch die musikalische Untermalung des Films. Vangelis hat da ein Meisterwerk geschaffen. Es ist für mich der beste Soundtrack, den es jemals gab. Zu dem Soundtrack gibt es eine kleine Anekdote. Da es eine amerikanische Produktion war und das Gros der Schauspieler auch nur englisch sprach, der Film aber an Authenzität nicht zu überbieten sein sollte, wurde der Versuch unternommen, die Vocals in den Musikstücken Lateinisch zu intonieren. Dieses schlug jedoch gänzlich fehl. Musik und Gesang passten absolut nicht zusammen. Die Lateiner waren nun einmal nicht auf einen Vangelis eingerichtet. Daher verwendete Vangelis wohlklingende Phantasiewörter und gestaltete so einen "Text". Er war harmonisch anzuhören und wurde auch von einigen Spezialisten vermeintlich übersetzt. Es gab nur nicht zu Übersetzen. "So le lo mi so mi so" ergibt keinen Sinn. Diese Wörter sind zwar melodisch, aber ohne Inhalt. Vangelis soll sich schlapp gelacht haben.
Zu der CD: 12 Stücke sind auf der Sountrack-CD vorhanden. Opening Conquest to Paradise Monastery of la Rabida City of Isabel Light and Shadow Deliverance West across the Ocean Sea Eternity Hispanola Moxica and the Horse Twenty Eight Parallel Pinta, Nina, Santa Maria ( into Eternity )
Wer den Film gesehen hat, wird die einzelnen Musikstücke gut zuordnen können. Wer ihn versäumt hat, kann sich durchaus, erzählt man grob die Handlung, vorstellen, welches Stück zu welchem Abschnitt des Films gehört. Sei es nun der Aufbruch der kleinen Flotte oder die erste Landung uaf Hispaniola. Selbst das Stück -Moxica and the Horse- wird man zwangsläufig mit dem späteren Gegenspieler des Kolumbus in Verbindung bringen. Erinnert sich jemand an die Szene? Moxica landet mit einem schwarzen, feurigen Hengst auf der Insel an und lässt das Tier zwischen den verschreckten Eingeborenen steigen und tänzeln. Ein echt tolles Pferd, tolle Szene und eine tolle Musik. Vangelis arbeitet sehr viel mit dem Synthesizer. Wer aber elektronische Musik, so wie bei Kitaro, erwartet wird enttäuscht sein. Viele Naturlaute und weiche Klänge finden sich in den Stücken Vangelis wieder. Natürlich schwingt auch hier das Hauptthema der CD wieder und wieder durch die einzelnen Stücke durch. Es ist fast wie eine Welle, welche sich erhebt und wieder in den Tiefen der Musikstücke versinkt, um dann erneut hervor zu steigen. Einfach traumhaft.
Mein Fazit: Wer diese Musik nicht mag, hat keinen Sinn für das Schöne und Romantische. Klingt hart, ist aber so. Die Botschaft des Filmes kommt erst über die Musik zur Geltung und wird durch sie erst deutlich. Es muss wirklich ein unermessliches Gefühl für die "Entdecker" gewesen sein, als sie nach über 80 Tagen Land betreten haben. Da Worte dieses nicht beschreiben können, wurde auf Musik zurückgegriffen. Einer Urausdrucksform des Menschen. Vangelis ist das absolut geglückt. Worte beschreiben eben nicht Unermessliches. Musik schon eher. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit und danke an eine ganz bestimmte Person, die mich zu diesem Bericht, durch ihr eigenes Wirken, inspiritert hat. Martin
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17.03.2003 10:54
Eines von Vangelis besten Werken, so gut aber auch die Musik bei gemütlichen Stunden vor der Hi-Fi-Anlage rüberkommt so schlecht paßt sie eigentlich zum Film. Denn diese Musik macht das falsch was Filmmusik niemals machen sollte, sie zieht auf der Leinwand die Aufmerksamkeit zu sehr auf sich. Einige Filmkritiker behaupten sogar das wäre mit ein Grund das dieser Film so gefloppt wäre...für mich sei das dahingestellt. lg Thomas
03.07.2001 12:24
Schöner Bericht, macht Lust auf "mehr"...;)
14.05.2001 02:47
Hallöli...! Na, was macht der Enkel? Mh... ich finde es immer schwierig etwas als "das beste seiner Art aller Zeiten" zu bezeichnen, aber gut, wenn du das empfindest ist das natürlich vollkommen OK. Zu der Anekdote: "So le lo mi so mi so" gibt unter Umständen schon einen Sinn... Do Re Mi Fa So La Si Do - so die Italienischen "Namen" für die Töne C D E F G A H C. Gehen wir davon aus, dass das le ein re ist, und das lo ein do "hieße" es G D C E G E G. Ich kenn das Stück nicht. Singen die vielleicht auch noch diese Töne?? Ansich kenne ich weder Film noch Soundtrack... abgesehen von Henry-Maske's-Einzugs-Lied (das war doch "Conquest of Paradise", ne?). Naja... Ciao, Juki. PS: Würd mich echt interessieren, ob das stimmen könnte mit den Tönen!