Nett
16. Mar 2008
Pro:
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Kontra:
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Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 OrangeKnickers
Über sich:
Mitglied seit:16.03.2008
Erfahrungsberichte:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 60 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
A Fine Frenzy, Feist, Amy McDonald, Regina Spektor - die Liste der KlavierAkustikIndiePopAlternative-Songwriter"sensationen" der letzten 12 bis 24 Monate lässt sich sogar noch verlängern. Daneben positioniert sich recht erfolgreich Amy Winehouse - als britisch-rauchiger Soulexport. Deren Nachfolgerinnen stehen schon mehr oder weniger lange in den Startlöchern, ob das jetzt Duffy ist, entdeckt auf Myspace, was noch vor einiger Zeit als Revolution gehandelt wurde, nun schon fast gängige Praxis geworden ist, siehe Lily Allen, siehe Colbie Caillat, siehe etc pepe. Oder eben Adele, deren Vergleiche mit Amy mir doch ziemlich weit hergeholt erscheinen. Adeles Stimme ist kräftig und beeindruckend, aber den so oft gepriesenen Soul, welcher auch für die Verknüpfungen zu Amy verantwortlich ist, kann ich nicht so wirklich mit meinen feinen Gehörgängen erkennen. Die neunzehnjährige Britin legt mit "19" (ein offensichtlich dem Alter angelehnter Titel) ihr Debütalbum vor und viel zu mäkeln gibt es EIGENTLICH nicht. Für ihr Alter überraschend gekonnt hüpft sie überzeugend zwischen smoother Baratmosphäre, gehobenen Popstücken und einfühlsamen Balladen hin und her. Die Instrumentierung bleibt dabei recht dezent im Hintergrund, von einigen Powerstücken wie "CHASING PAVEMENTS" (welcher den meisten Radiohörern schon bekannt sein dürfte) einmal abgesehen, die meisten Tracks werden fast ausschließlich von Adeles Röhre getragen. Diese geschulterte Verantwortung wird für Adele nie zuviel, ihre Stimme ist ausdrucksstark und vermag den Hörer durchaus zu fesseln(leider sind diese Fesseln relativ locker), weil sie den Eindruck vermittelt, schon so einiges erlebt zu haben und zu wissen, wovon sie singt. So wie es auch bei Amy ist. Bei anderen weniger. Insofern sollte ich wohl ein fraglos positives Urteil fällen, mit Respekt gegenüber dem Talent dieser jungen Künstlerin und dem Werk, dass sie zustande gebracht hat. Aber mein Urteil fällt nicht positiv aus, trotz der Stimme, trotz der zumindest zum Teil recht anspruchsvollen Texte und trotz einiger Highlights wie dem schon genannten, wahnsinnig eingängigen Popstück CHASING PAVEMENTS (welches als zugkräftige, erste Single sicherlich vorzüglich ausgewählt wurde und das ganz untypisch mit einer pompösen Instrumentierung aufwartet), dem treibenden COLD SHOULDER, das fast schon an Sharon Jones & The Dap Kings erinnert, oder der wundervoll-zuckersüßen, aber im Unterton herben Ballade HOMETOWN GLORY am Ende der Scheibe. Das sind viele "trotz's", quasi Kontra-Argumente für eine negative Rezension, ich weiß, aber die Begründung fegt sie locker vom Feld. Es wird langweilig. Seit einiger Zeit verstärkt sich die Tendenz, zwei stereotype Arten von Sängerinnen auf dem Markt zu etablieren. Da wären einerseits Feist, A Fine Frenzy oder Regina Spektor, die ruhigeren, dem Pop bewusst abseits stehenden Künstlerinnen, die (versuchen) durch intelligente Prosa in ihren Songs überzeugen. Andererseits die rebellischen, wilden, zwingend souligen Newcomer wie Adele, Amy Winehouse, Duffy und noch einige andere. Am Anfang war beides recht spannend und interessant, doch mittlerweile stellt sich ein desinteressiertes Schulterzucken bei mir ein. Gerade bei A Fine Frenzy und Adele, die nun am Zenit dieser Entwicklung herauskommen, lässt sich eine gewisse Intention des Marktes nicht von der Hand weisen. Die Zielgruppe: Intellektuelle(?), junge(was ist schon jung), alternative(ergofastjeder) Menschen, die sich gerne und bewusst vom Mainstream abgrenzen, für die dieser Begriff eine Beleidigung ist und die stolz darauf sind, solche Perlen zu kennen. Ohne zu bemerken, dass diese Perlen langsam zu billigen Glaskugeln werden. Mir ist letztlich egal, als wie kommerziell eine Platte in der Öffentlichkeit angesehen wird, welchem Genre man sie zuordnen kann, allerdings müssen sich Adele und Konsorten bewusst sein, dass zum Beispiel das letzte Album von Nelly Furtado überraschender und langlebiger (das erfolgreicher unterlasse ich bewusst) war als ihre eigenen Longplayer, trotz Timbaland, trotz HipHop-Schwenk, trotz Mainstreamzugehörigkeit. Wieder dieses "trotz". Die zarten und kräftigen Stimmen, die sich irgendwo zwischen Pop, Soul, Blues, Songwriting und Indie ansiedeln, herzzerreißend über die Liebe, die Lieblosigkeit, Märchenfiguren oder die Politik singen, werden langsam zum monotonen Standard und wenn mich jemand fragt, was da gerade läuft, antworte ich meist irritiert - A Fine Feist Amy Adele Spektor-McDonald. Diesen Vorwurf muss sich Adele gefallen lassen und insofern kann ich ihr auch "nur" drei Sterne geben. Wer die im Text genannten Referenzen (immer noch) mag und als neu empfindet, kann mit einem Kauf sicher nichts falsch machen. Alle anderen sollten sich lieber länger und genauer nach Alternativen umschauen.
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28.09.2008 11:08
mal abgesehen davon, dass ich dieses Album wirklich liebe und nicht finde, dass es langweilig wird, ist mir dein Bericht etwas zu unstrukturiert. Schade finde ich, dass du so garnicht auf die enzelnen Songs eingehst, was ich interessant finden würde....LG Tina
31.03.2008 00:13
über die Struktur kann man diskutieren aber ansonsten ist dies ein sehr guter Erstbericht, sieht man nicht oft hier
30.03.2008 00:29
willkommen bei ciao, sehr schöner erstbericht, klasse weiter so, lg willi