Psycho-Grusel ... nix für schwache Nerven
28.04.2012
Pro:
geht unter die Haut, durchweg spannend
Kontra:
Blitzauflösung mit schneller Erklärung, Altersfreigabe zu niedrig
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Langzeithörspaß:
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 Yamuchi
Über sich:
BH = BH
Mitglied seit:21.04.2000
Erfahrungsberichte:255
Vertrauende:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 51 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Die Handlung:
Etwas Unerklärliches geschieht im Haus in der William-Prescott-Road. Jay will und kann es nicht glauben, aber seine Mutter scheint wahrhaftig von einer dämonischen Spukgestalt besessen zu sein. Zudem geht ein plötzlicher Verehrer bei ihnen ein und aus, dessen gefährlichem Charme die verängstigte Mrs Lawrence immer mehr verfällt. Ist besagter Maurice Micklewhite gar schuldig am tragischen Unfall einer jungen Frau in der Nachbarschaft? Tom und Derek setzen alles daran, zu helfen, aber die Zeit rinnt ihnen davon. Auf der Spur der verschwundenen Toten wird auch Jay zum Opfer des teuflischen Nachtmahrs ... (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Was für eine Achterbahnfahrt! Es fängt an mit einer wichtigen Zeugin in einem großen Prozess, die (offenbar nicht ganz) zufällig direkt vor ihrer Aussage einem Verkehrsunfall zum Opfer fällt. Dann hat Jays Mutter Alpträume und sieht in wachem Zustand einen Nachtmahr mit glühenden Augen. Und als ob das noch nicht verwirrend und offenbar zusammenhanglos genug wäre, scheint es so, als ob Jays Mutter einen dem Jungen unsympathischen alten Knacker datet. Was hier seltsam anmutet, wird von Minute zu Minute immer mehr zum Psycho-Thriller ... obwohl man aufgrund des Covers ja eher von einer Gruselfolge ausgehen konnte. Aber die Schreie von Jays Mutter gehen dem Hörer gewaltig durchs Mark und spätestens, nachdem auch Jay in die Sache reingezogen wird, kann man es schon mit der Angst zu tun bekommen. Die Altersempfehlung ab 6 Jahren würde ich locker auf mindestens 12 hochschrauben. Diese Folge könnte den einen oder anderen jungen Hörer sonst verstören. Für die ältere Hörerschaft ist das absolut positiv gemeint.
Dass der Autor sich wiedermal ein cleveres Konstrukt ausgedacht hat, das hinter allem steht, und dass am Ende alle Fäden und Personen zusammengeführt und aufgeklärt werden, das bekommt der Hörer leider erst am Ende erzählt. Genau ... erzählt ... denn in dieser Folge wird sehr viel Wert auf die Psycho-Effekte und Schauerstimmung gelegt und darauf, den Hörer und die Jungs möglichst lange am Grübeln und Gruseln zu halten. Da war dann am Ende einfach kein Platz mehr auf der Silberscheibe, um die Ermittlungen zu Ende zu bringen. Stattdessen erzählen die drei Jungs von dem Sender, der heißt wie die Stadt, in einem Radiobeitrag alles und klären auf. Das fand ich ein wenig schade und ging ein mir wenig schnell. Erst dachte ich, ich hätte ein paar Tracks übersprungen, aber nein. Tom und Derek ermitteln klassisch und Jay bekommt den Psycho-Teil dieser Folge zu spüren wie auch seine Mutter. Und wer was mit wem und warum getan hat ... das gibts dann halt am Ende direkt in einem Zug erzählt. Das fühlte sich dann am Schluss an, als hätte der Hörer eine knappe Stunde lang einen packenden Psycho-Thriller im Kopfkino gesehen und kurz vor dem Abspann wird schnell noch erzählt, wer eigentlich der Mörder war.
Das kann man unbefriedigend finden, aber, besser so, als wenn man zu früh gewusst hätte, worum es geht. Also, bei dieser Folge hat man als mitratender Hörer keine Chance, weil das nicht vorgesehen ist. Stattdessen sollte man sich hier eine Psycho-Folge lang unterhalten und fesseln lassen, denn das tut diese Folge auf jeden Fall, um am Ende selbst auf Jays Kosten den Abschlusslacher auszustoßen. Ach so, wir lernen übrigens auch etwas, so ist es ja nicht ... nämlich, woher der Ausdruck "vom Teufel geritten" stammt ... und das am praktischen Beispiel.
Die Sprecher und ihre Rollen: Erzähler - Jürg Löw Jay Lawrence - Sven Plate Tom Cole - Kim Hasper Derek Ashby - Gerrit Schmidt-Foss Charles Laughton - Ulrich Voß Mrs Lawrence - Karin Buchholz Maurice Micklewhite - Bert Stevens Dr. Linus - Liane Rudolph Gallagher - Frank Schaff Conor O’Reilly - Dietel Memel weitere: Claus-Dieter Clausnitzer, Ghadha al-Akel
Technik-Credits: Idee & Konzeption: Volker Sassenberg Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg Musik: Matthias Günthert und Volker Sassenberg, Markus Segschneider und Manuel Rösler Tontechnik und Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander Illustration & Cover Design: Ingo Masjoshusmann Verlegt durch ROBIL BOR Music Aufgenommen und gemischt unter Finians Regenbogen Produziert von Volker Sassenberg
Die Ausstattung:
Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Bildergalerie der 35 weiteren erschienen Folgen. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.
Mein Fazit:
Eine anfangs verwirrende und nach und nach zum Psycho-Thriller mutierende Folge, die nicht immer etwas für schwache Nerven ist. Jay und seine Mutter bekommen den Psycho-Teil am eigenen Leib zu spüren und auch beim Hörer steigt das Unbehagen von Minute zu Minute weiter an. Hinter allem steckt ein cleveres Konstrukt der Autoren, die sich wiedermal richtig was einfallen ließen. Das ist aber für nur eine Stunde des Hörens zu komplex und so mag die schnell erzählte Auflösung am Ende den einen oder anderen Hörer ein wenig enttäuschen. Nichtsdestotrotz gibts von mir die volle Punktzahl für diesen Fall, weil er wirklich schnell zu fesseln weiß, die ganze Zeit über die Spannung hochhält und intelligent aufgebaut ist.
1 Audio-CD Spieldauer: 56 Minuten Tracks: 10 EAN: 886919739022 Vom Verlag empfohlen ab 6 Jahren www.point-whitmark.de
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36/Geschöpf der Bösen Träume - Point Whitmark
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07.05.2012 19:15
Das neue Ciao-Designe ist manchmal voll nervig! Ich hoffe das meine Bewertung angekommen ist=)
29.04.2012 13:20
klasse berichtet! viele grüße! =)
28.04.2012 22:17
Leute mit schwachen Nerven werden schon vom Titel abgeschreckt