Neo - Funk Deluxe ?
29.09.2001 (15.01.2002)
Pro:
Ruhigere Töne werden auch eingeschlagen . . . funkt und groovt . . .
Kontra:
leider nicht von Anfang bis Ende funky und groovy . . .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 Senilm
Über sich:
Off and On // Burned and Out // Back again
Mitglied seit:09.06.2001
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 65 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich will mich der allgemeinen Meinungsflut über Jamiroquais neues Album "Funk Odyssey" anschliessen. Mal sehen ob es das Album wirklich "verdient" hat von null auf Platz 2 der deutschen Longplayercharts vorzupreschen.
I. DER KÜNSTLER Doch zuerst mal ein kleiner Ausflug in Jamiroquais Welt... Der Bandname selbst soll ein Tribut an die Irokesen darstellen und Sänger Jay Kay, setzt sich ja, wie bereits seit seinem ersten Welthit "Too young to die" bekannt sein dürfte, sehr stark für die Rechte der Indianer ein. Jay Kay hat es zusammen mit seinem Keyboarder Toby Smith in etwa zehn Jahren zum ganz grossen Weltstar geschafft. Anfangs noch in der Londoner Underground Acid Szene vertreten, verhalf ihm sein erstes Majorlabelalbum "Emergency on Planet Earth" zum Durchbruch. 16 Millionen Platten hat Jamiroquai seither mit den drei darauf folgenden Alben verkauft und dafür unzählige Preise und neue Luxusautomobile eingeheimst.
II. DAS ALBUM Doch jetzt mit seinem fünften Album wird sich zeigen ob Jamiroquai diesen Erfolg weiterführen kann...
Das ziemlich spacig gelungene Cover lässt auf eine "Synkronized" Fortsetzung hoffen... Jamiroquai im weissen Outfit steht vor einem Laserlight Background, welches eine leicht grünlich-bläuliche Färbung gibt. Das Booklet ist nett aufgemacht aber bei weitem keine Besonderheit und ist somit schnell durchgeblättert. Doch nun die Tanzschuhe geschnürt, die feschen Hüte aufgesetzt und raus auf die Tanzfläche....
denn mit dem verheissungsvollen Titel "Feels so good" gehts gleich los. Windgeräusche und Keyboardsynthiesound verbreiten spacige Atmosphäre. Dann startet die Rakete und feinster Groove mit Vocoderstimmenuntermalung lässt uns sofort abheben... denn Nachbrenner zündet die funky Gitarre und Jay Kays feiner Gesang. Lasst die Hüften kreisen und "fühlt euch gut" - was bei diesem Song kein Problem darstellt. "Little L" die Singleauskopplung des Albums ist die Nr. 2. Der Titel erinnert mich ganz zu Beginn sehr stark an Michael Jacksons Klassiker "Rock with you". Der Titel hat Groove und funkt richtig tempomachend dahin. Das Händeklatschen sorgt für die Motivation gleich selbst richtig einzusteigen.... und dank dem einprägsamen Refraingesang fühlen wir uns noch immer gut.
"You give me something" lebt von seinem funky Gitarren und den hellen Synthieklängen im Hintergrund. Der etwas langsamere, einfühlsamere Titel setzt auf Jay Kays hier sehr dominant wirkender Stimme. Sein klarer Gesang verbreitet gute Laune, nur der Refrain hätte etwas mehr ausgearbeitet werden können. So und jetzt zieht euch mal kurz die Tanzschuhe aus und begebt euch in die Räucherstäbchenecke... denn mit "Corner of the earth" betritt Jamiroquai ruhiges Terrain. Der Song ist bestimmt vom harmonischen Zusammenspiel der Instrumente mit dem Gesang. Von Sitra, über Akustikgitarre bis hin zu Bongotrommeln ist da so einiges im Einsatz. Besonders schön ist der Part mit den Geigen. Jay Kay in träumerischer Stimmung sinniert von seiner momentanen Gefühlslage. Eine weibliche Stimme begleitet ihn mit Engelsgesang. Obwohl der Titel dem Album den Drive nimmt ist er doch etwas aussergewöhnliches.
Ich hoffe ihr habt eure Tanzschuhe schon wieder angezogen denn bei "Love Foolsophy" könnt ihr die Sohlen wieder wetzen. Der tempomachende extrem groovende Titel mit dem hervorragenden Refrain reisst jeden vom Stuhl. Gitarrenfunk a la Bootsy Collins, poppende Beats und Jay Kays sehr motiviert klingender Gesang lassen das wohlige Gefühl wieder aufkommen ---> "Feels so good" ! "Stop Don't panic" setzt mehr auf die elektronische Musik, vor allem im Bezug auf die Gitarren. Die elektrischen Grooves wirken aber zu sehr in den Hintergrund gestellt und Jay Kay bestimmt zu eindeutig das Geschehen, während der Refrain fast schon peinlich klingt - das wahr wohl zuviel experimentiert.
Die Tanzschuhe könnt ihr jezt mal wegstellen denn bei "Black Crow" gehts ganz ruhig zur Sache. Akustikgitarren schweben langsam im Raum umher und schleichen sich zusammen mit den Percussioninstrumenten den Ohrgang hinauf. Jay Kay zeigt sich erzählerisch während er Kritik ablässt und sich dabei von Geigen und einem sehr emotionalen Frauenchor begleiten lässt.... stimmungsvoll. Groovy... der erste Gedanke der bei "Main Vein" hervorgerufen wird. In Anlehnung an eine ganz bestimmte Actionserie aus den 70ern, nämlich die "Strassen von San Francisco" könnte dieser Titel entstanden sein. Der Soundtrack dazu groovt ähnlich. Hey Leute los die enganliegenden Schlaghosen raus, die Hemden aufgeknöpft die Brusthaartoupets raus und natürlich die Haare schön auf Föhnfrisur legen... beim Hören dieses Songs wird für mich jeder Tag zur "Saturday Night Fever". Da erblasst sogar John Travolta, wenn er die funky Gitarrenakkorde und den extrem in die Hüften gehenden Beat hört.... Jay Kay klingt geradezu so als wäre er mit dem Mikrofon verwachsen... wem "Wolfman Jack" was sagt, der weis was ich meine. Ja Leute "it feels good tonight"...
Vergesst die 70er den bei "2001" werden uns electro Beats um die Ohren gehauen. Jay Kays Vocoderverzerrte und mit einem Halleffekt verzierte Stimme klingt uns metallisch entgegen, während die bouncenden Beats jenseits der 120BPM mit den verstimmtent Synthiesounds zu kämpfen haben... das ganze erinnert am Ende dann irgendwie an die 80er Breakbeat Klassiker a la MARRS. Naja zum Ende des Albums wirds nochmal melancholisch. Mit "Picture of my Life" legt Jamiroquai einen wenig inspiriert wirkenden Titel voller Akustikflair vor. Sein geradezu überglücklich wirkendes Gemüt nervt hier fast schon wenn er sein "da da da da da" ansetzt...
III. Mein Fazit: Ein Album das sich selbst das Tempo nimmt... da stehen die extrem groovenden mit Funkgitarren untermalten Titel im krassen Gegensatz zu den Akustischen Balladen. Etwas verwirrend für alle die die anderen Jamiroquai Alben kennen mag dies schon sein, doch heizt sich das Album auch immer wieder von neuem an. Die elektronischen Spielereien in "2001" wirken unterkühlt und die überzogene Gefühlsdarstellung in "Picture of my Life" wäre nicht nötig gewesen.
Übrigens wer zwei Titel mehr möchte, sollte sich nach der englischen Version umschauen, da sind nämlich mit "Do it like we used to do" und "Little L" im Bob Sinclair Mix, zwei hervorragend tanzbare Stücke mit sehr hohem Funkfaktor vertreten.
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16.01.2002 19:58
dein Bericht ist wirklicht toll.
24.10.2001 16:19
Feschen Hut ab! Eine herovrragende Kritik. Dein letzter Hinweis auf die UK-Version ist sehr hilfreich und wird hoffentlich von allen JayKay-Fanz wahrgenommen. Love, Peace & B Wild P.Nibel
30.09.2001 11:32
Guter Bericht. Ich hab von dem Album bisher nur die erste Single 'Little L' gehört. Find ich gar nicht schlecht. Vielleicht hol ich mir das Album. cu Heiko