Liebe Leserinnen, liebe Leser,
heute gibt es einen Bericht über Musik, die ich schon einige Jahre kenne. Es handelt sich um das Album „A New World Record“ des Electric Light Orchestras (ELO), das 1976 als Langspielplatte erschien und im Jahre 2006 in einer Neuauflage als CD-Album mit sechs (bisher unveröffentlichten) Bonustracks neu aufgelegt wurde.
Warum wurde dieses Album neu aufgelegt – vor allem mit sechs – bis dato unveröffentlichten - Bonus-Tracks? Jeff Lynne, der Chef des Electric Light Orchestras, wollte mit dieser CD den 30. Geburtstag dieses Albums entsprechend würdigen.
Wer ist das „Electric Light Orchestra“ (ELO)?
1970 wurde diese britische Band aus Birmingham gegründet. Gründungsmitglieder waren damals die Musiker Roy Wood, Jeff Lynne und Bev Bevan. Roy Wood hatte jedoch bald keine Lust mehr, bei ELO mitzuspielen – stieg 1972 aus und gründete die Band „The Wizzard“. Diese Band hatte einige Hits – unter anderem „See My Baby Jive“, löste sich aber circa 1976 auf.
Jeff Lynne und Bev Bevan führten das Electric Light Orchestra (ELO) weiter und hatten in den 1970er- und 1980er-Jahren viele Hits. Markenzeichen der Musik von ELO war die Kombination von Pop und Rock mit klassischen Streichern. Nach vielen Hits und einigen Alben löste Jeff Lynne 1987 die Band auf.
Die Langspielplatte „A New World Record“ folgte dem sehr erfolgreichen Album „Face The Music“, das Platinstatus erreicht hatte (sich also einige Millionen Male verkauft hatte). „A New World Record“ sollte „Face The Music“ noch überflügeln – so dachte es sich Jeff Lynne. Ein hoch gestecktes Ziel – oder doch nicht?
Jeff Lynnes Erwartungen an „A New World Record“ wurden übertroffen – fünf Millionen Langspielplatten wurden davon weltweit verkauft.
Folgende Musiker wirkten bei diesem Album mit:
Jeff Lynne – Gesang, Gitarre, Background-Gesang
Bev Bevan – Schlagzeug und Percussion, Background-Gesang
Richard Tandy – Klavier, „Moog“, Gitarre, Klarinette
Kelly Groucutt – Gesang, Bassgitarre, Percussion, Background-Gesang
Mik Kaminski – Geige, Keyboard
Hugh McDowell – Cello, Bassgitarre
Melvyn Gale - Cello
Dieses Album wurde in den Musicland-Studios in München, Deutschland, produziert.
Über das Album „A New World Record“ der Gruppe Electric Light Orchestra (ELO)
Erscheinungsdatum der LP mit 9 Titeln in Deutschland von Jet-Records: 1976
1991 erschienen alle 9 Songs der LP auf CD.
Erscheinungsdatum der CD, „digitally
remastered“ mit allen 9 Titeln der LP und sechs Bonus-Tracks (die bisher noch nicht veröffentlicht worden waren), in Deutschland: 15. September 2006
Diese CD, über die ich heute schreibe, hat also insgesamt 15 Titel.
Alle Titel wurden von Jeff Lynne geschrieben und komponiert.
Laufzeit der CD insgesamt: 59 Minuten und 12 Sekunden
Plattenfirma: EPC (Sony Music)
Folgende Titel sind auf der CD „A New World Record“ (digitally remastered) enthalten
1. Tightrope
2. Telephone Line
3. Rockaria!
4. Mission (A New World Record)
5. So Fine
6. Livin’ Thing
7. Above The Clouds
8. Do Ya
9. Shangri-La
Bonustracks (bisher unveröffentlicht):
10. Telephone Line (Different Vocal)
11. Surrender
12. Tightrope (
Instrumental
Bilder von A New World Record - Electric Light Orchestra
Early Rough Mix)
13. Above The Clouds (Instrumental Rough Mix)
14. So Fine (Instrumental Early Rough Mix)
15. Telephone Line (Instrumental)
Meine Höreindrücke/Meinung zu den einzelnen Songs
Titel 1 – Tightrope
Auf meiner Langspielplatte (die ich übrigens immer noch habe) knackte und rauschte der Song schon immer – besonders am Anfang. Dies trübte den Hörgenuss ein bisschen – jedoch nie so, dass ich die Nadel des Plattenspielers genervt auf den zweiten Song setzte.
Auf dieser „remasterten“ CD habe ich keinerlei Rauschen und Knacken. Ich genieße das. Die Musik, der Sound klingen total gigantisch – und das Lied „Tightrope“ ist der richtige „Opener“ für das Album. Leise beginnt der Song – er erinnert mich an sprudelndes Wasser oder an einen Insektenschwarm (dieser Sound wird mit Keyboard erschaffen) – und man sollte hier nicht den Fehler machen, die Lautstärke zu stark zu stellen. Irgendwann ist der Song dann nämlich so laut, dass man wieder zum CD-Spieler springen muss, um ihn leiser zu drehen….
Streichinstrumente und Background werden ergänzt durch elektrische Gitarren – und herauskommt ein wunderschöner, melodischer Popsong. Jeff Lynnes Stimme ist klar erkennbar. Mir gefällt an dem Song immer wieder der Teil, wenn die E-Gitarren spielen – und auch der Refrain und die Passagen mit den Streichinstrumenten sind klasse. Der Schluss ist leise und verhalten. Für mich mein Favorit Nummer 2 auf dem Album.
Titel 2 – Telephone Line
Dieser Song ist einer der bekannteren von ELO – er wurde auch als Single ausgekoppelt. Mein Favorit war er nie – denn ich fand ihn schon immer ein bisschen weinerlich.
Mit Keyboard und Klavier wird hier die Situation beim Telefonieren musikalisch erzeugt – man hört also den Klang, den ein Telefon verursacht, wenn man eine Nummer gewählt hat und man hört dann, wie es in der Leitung beim Gesprächspartner klingelt.
In dem Song selbst geht es um jemanden, der/die verzweifelt versucht, eine andere Person per Telefon zu erreichen. Aber aus irgendeinem Grund nimmt diese Person nicht ab. Entweder, weil sie zu genervt ist, lange Telefonate mit der anrufenden Person zu führen – oder weil sie nicht da ist. Die Person in dem Song, die verzweifelt versucht, den Gesprächspartner an die Strippe zu bekommen, sinniert herum und jammert, warum das Telefongespräch nicht zustande kommt.
Wie gesagt, Jeff Lynne singt da ein bisschen traurig, fast schon weinerlich. Begleitet wird er von Streichern, Gitarren und Schlagzeug – und auch im Backgroundgesang ist Gejammer hörbar.
Titel 3 – Rockaria!
Die Opernsängerin Mary Thomas bringt hier einige Operneinlagen langsam und bedächtig – und dann wird der Titel auf einmal richtig schnell, man hört E-Gitarren und Schlagzeug, und auch die Streicher scheinen um die Wette zu spielen. Man hört immer wieder ein Klavier. Alles passt gut zu diesem Rock’n’Roll-Titel. Wer also einen guten Rock’n’Roll-Titel für eine Party oder einen Tanzkurs sucht, sollte sich mal „Rockaria!“ anhören. Jeff Lynne singt hier auch richtig „progressiv“ – eben „Rock’n’Roll“-mäßig.
Mein Favorit Nummer 6 auf diesem Album.
Titel 4 – Mission (A World Record)
Dieser Titel ist ruhig und langsam – mir fast schon zu ruhig. Jeff Lynne singt bedächtig, er wird begleitet von einem Keyboard, den Streichern und dem Schlagzeug. Von der Art und Weise der Darbietung könnte der Song aus einem Science Fiction-Film stammen. Zumindest erinnern mich einige Passagen des Songs, in dem das Keyboard deutlich zu hören ist, schon immer ans Weltall…
Titel 5 – So Fine
Mit diesem Song beginnt die Seite 2 der Langspielplatte – man musste die Platte also immer umdrehen…
Bei der CD muss ich nichts umdrehen – einfach laufen lassen. Der Song beginnt mit den Lauten „uu – la – uu – la – uu – la“, und ich meine erst mal, es sei ein Song über den Dschungel. Jedoch entwickelt sich sehr schnell ein melodiöser Rock-Pop-Song daraus – mit vielen Streichern, Schlagzeug, E-Gitarren und Keyboard, bei dem ich den Refrain besonders gut finde. Auch finde ich den Instrumentalteil in der Mitte ganz klasse – hier wurden mittels damaliger Klangtechnik in einem Musikstudio besondere Effekte erzielt, die mich wieder an einen Dschungel erinnern.
Dieser Song ist mein Favorit Nummer 3 auf dem Album. Unmerklich geht der Song über in…
Titel 6 – Livin’ Thing
Dieser Song beginnt langsam und melodisch mit Geigen – dann setzen E-Gitarren und Schlagzeug ein. Es ist mein Lieblingstitel auf dem Album. Mit diesem Song, der zuerst als Single ausgekoppelt wurde, schaffte es ELO 1976 auch in die „Top Ten“ der deutschen Single-Verkaufscharts.
Eine schöne, schnelle Rock-Popnummer ist das – Jeff Lynne wird immer wieder begleitet von Backgroundsängerinnen, und die Passagen mit den Violinen finde ich besonders gut. Der Refrain hat etwas „Bestimmendes“ – sehr Einprägsames. Fast schon ist der Titel ein Ohrwurm.
Titel 7 – Above The Clouds
Ich höre Geigen – und Jeff Lynne klingt am Anfang, als habe er Beruhigungsmittel genommen… Schlecht ist der Song nicht, die Stimme von Jeff Lynne „bessert“ sich auch rasch, nur fand ich den Song nie besonders gut. Von der Melodie und den Soundeffekten her war er mir zu „blass“ – bot mir also zu wenig Besonderes. In dem Song höre ich viele Streicher und Keyboard und „technische Geräusche“, die mich an Wasserströme erinnern. Interessant finde ich, dass hier wohl (so höre ich es jedenfalls) ab und zu Streichinstrumente gezupft werden.
Titel 8 – Do Ya
Diesen Song dagegen finde ich gigantisch gut. Eine richtig tolle Rocknummer. Sie beginnt schnell mit E-Gitarren, Schlagzeug setzt ein – und der Song bleibt schnell. Auch die Streichinstrumente höre ich zwischendrin – aber so, wie sie spielen, passt es gut in diesen Rocksong. Jeff Lynne singt richtig „stark“ (er schreit fast) – mir gefällt das.
„Do ya“ ist eine Wortspielerei – es soll eigentlich „do you“ heißen – und in dem Song geht es um die Liebe. Ein Mann fragt eine Frau, ob sie überhaupt seine Liebe will.
Das ist mein Favorit Nummer 4 auf dieser CD.
Titel 9 – Shangri-La
Eine ruhige, melodiöse – und entspannende – Rock-Popnummer mit Schlagzeug, Streichern, E-Gitarre und Keyboard. Auch Jeff Lynne singt richtig entspannt und voller Hingabe. Eigentlich ist der Song gerade richtig, um das Album ausklingen zu lassen – und auf der Langspielplatte ist das auch der letzte Song.
Titel 10 – Telephone Line (Different Vocal) – (Bonustrack)
Der Beginn ist hier wie bei Titel 2. Telefongeräusche werden durch ein Keyboard imitiert. Jedoch wird der Einsatz der einzelnen Instrumente in dem Song anders gehandhabt. Jeff Lynne setzt mit seinem Gesang nicht immer dort ein, wie er es im Titel 2 tut – nein, er tut es oft einen Moment später. Auch gibt es andere Backgroundstimmen als in Titel 2.
Titel 11 – Surrender (Bonustrack)
Ein schneller, moderner Titel, in dem die Stimme von Jeff Lynne immer wieder hallt – wie bei einem Echo. Begleitet wird er von E-Gitarren, Keyboard und Schlagzeug. Ich vermute, dass es sich hier um einen Titel handelt, der nach der offiziellen Auflösung von ELO entstand. Dieser Titel bietet einen kleinen „Leckerbissen“ für Fans – ein neuer Titel auf diesem Album, das ist natürlich ein Grund für Fans, das Album zu kaufen.
Ich finde den Titel so gut, dass er mein Favorit Nummer 5 auf dem Album ist.
Titel 12 – Tightrope (Instrumental Early Rough Mix) – (Bonustrack)
Hier hört man den Titel 1 als Instrumentalversion. Nur ab und zu sind Backgroundsänger zu hören. Die einzelnen Instrumente – beispielsweise die Streicher zu Beginn des Songs und auch die Keyboardeinsätze – kommen viel stärker zur Geltung.
Titel 13 – Above The Clouds (Instrumental Rough Mix) – (Bonustrack)
Das ist Titel 7 – allerdings ohne Gesang. Ohne Gesang klingt dieser Song noch trauriger als mit Gesang. Mich erinnert diese Melodie aus Streichinstrumenten und Keyboard an die Hintergrundmusik tragischer Hollywood-Filme aus den 1940er- und 1950er-Jahren. Zum Glück dauert dieses traurige Instrumentalstück gerade mal eine Minute und zehn Sekunden und wird dann abgelöst vom flotten…
Titel 14 – So Fine (Instrumental Early Rough Mix)
Hier höre ich Titel 5 – ohne Leadstimme – und nur als Instrumentalstück gefällt er mir auch ganz gut. Die Streichinstrumente sind hier besonders betont, und in der Mitte höre ich Backgroundgesang. Immer wieder kommen ein Schlagzeug und E-Gitarren zum Einsatz – sowie ein klapperndes Geräusch, das von einem Keyboard stammen könnte.
Titel 15 – Telephone Line (Instrumental)
Hier höre ich eine Instrumentalversion des Titels 2. Sie wird eingeleitet von Klavier und dezentem Schlagzeug, später setzen Streichinstrumente ein. Diese Instrumentalversion mag ich gerne, und ich bin immer noch am Überlegen: Welche Version von „Telephone Line“ gefällt mir jetzt besser – die bekannte Version, die als Titel 2 zu hören ist, oder diese für mich relativ neue Instrumentalversion? Jedenfalls finde ich es gut, dass ich bei dieser Instrumentalversion keine weinerliche Leadstimme höre…
Zum Booklet
Das Booklet besteht aus 12 Seiten und ist sehr bunt. Wer aber denkt, er bekäme die Texte der Songs, die auf dem Album sind, präsentiert, der irrt. Jeff Lynne hat – so scheint es mir jedenfalls – alle seine Erinnerungen über „A New World Record“ aufgeschrieben – also, wie es überhaupt zu diesem Album kam, welche Erwartungen in das Album gesetzt wurden. Er erzählt auch, welche Songs als Singles ausgekoppelt wurden und welche Chartplatzierungen sie in den Hitparaden (vorwiegend der USA) erreichten, wie erfolgreich das Album dann letztendlich war, wie die Tour, während der vorwiegend Songs aus diesem Album dargeboten wurden, war und so weiter.
Aufgelockert werden all diese Beschreibungen (die übrigens in englischer Sprache sind) durch viele Fotos. Vorwiegend Tourneefotos, aber auch einige der Single-Schallplatten sind abgebildet.
Ich finde dieses Booklet sehr schön und lesenswert, es macht Spaß, es zu lesen und all die Fotos zu betrachten. Ja, das weckt Erinnerungen…
Die Musik klingt auch nach über 30 Jahren noch nicht altmodisch – oder: meine Erfahrungen/meine Meinung zu diesem Album:
Ja, ich bin ein Fan von ELO. Schon lange. Ich habe viele Schallplatten von ihnen – unter anderem die Schallplatten „Time“, „A New World Record“, „Out Of The Blue“. Ich hörte sie schon immer rauf und runter – ich kannte jedes Knistern auf der Schallplatte, ich genoss die meisten Titel, weil mir diese Art von Musik schon lange gefällt.
Als viele Schallplatten auf CD veröffentlicht wurden, war es mir zu teuer, all diese Musik auf CD zu kaufen. Also nahm ich meine Schallplatten auf CD-Rom auf und hörte sie von da an auf CD-Rom – häufig natürlich. Mal mit Konzentration, mal zur Entspannung, mal nebenher während anderer Tätigkeiten.
Im Sommer 2006 hörte ich in einem Radiosender davon, dass einige ELO-CDs/LPs in neuer, besserer Bearbeitung – also „digitally remastered“ – im September 2006 erscheinen sollten. So bestellte ich mir „Face The Music“ (auch darüber gibt es schon einen Bericht hier bei Ciao), „A New World Record“ und eine dritte ELO-CD bei Amazon.de. Der Preis für eine CD betrug 8,99 Euro.
Ich war schon von Anfang an überaus zufrieden mit der neu bearbeiteten Fassung der CD „A New World Record“. Der Klang ist phänomenal, egal, auf welchem CD-Spieler ich diese CD abspielen lasse. Weiterhin sind natürlich die sechs Bonus-Tracks ein absolutes Highlight für mich als Fan. Ich kannte diese vorher noch nicht – und es war und ist immer noch interessant für mich, diese Bonus-Titel, die teilweise andere Versionen bereits auf der LP vorhandener Titel sind, eben mit diesen LP-Titeln zu vergleichen.
Ich finde auch, dass die Musik von „A New World Record“ keineswegs altmodisch klingt, obwohl sie schon 34 Jahre alt ist. Das Electric Light Orchestra (ELO) arbeitete 1976 schon mit aller, in einem Musikstudio zur Verfügung stehenden, Technik, um bestimmte Soundeffekte in Songs zu schaffen – und diese klingen auch auf dieser neu bearbeiteten CD astrein und einfach phänomenal.
Mein Fazit:
„A New World Record“ ist ein phänomenales Album – für mich und für alle, die Rock-/Pop-Musik mit klassischen Einlagen gerne hören.
Von mir gibt es fünf Sterne und eine Hör- und Kaufempfehlung.
Danke fürs Lesen und Bewerten!
09.11.2011 19:58
BH nachgereicht
16.09.2011 07:50
BH
04.06.2011 01:06
Deine CD-Berichte machen mich arm in Sachen BH-Vergabe. ;-))