Erfahrungsbericht über

A Rush of Blood to the Head - Coldplay

Gesamtbewertung (23): Gesamtbewertung A Rush of Blood to the Head - Coldplay

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Lass dich in meine Arme fallen

4  15.09.2003

Pro:
Musik, Stimme, Ideenreichtum

Kontra:
Eigentlich nur, dass man sie nicht zu oft hören sollte, jedoch eigentlich gezwungen wird, weils so schön ist

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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Struggle

Über sich:

Mitglied seit:12.11.2001

Erfahrungsberichte:53

Vertrauende:14

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 118 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Coldplay – A rush of blood to the head

Ja, zum Schulgebinn bring ich noch einen Bericht über das neueste(Stand 15.September 2003) Album von Coldplay heraus. Ich habe eigentlich schon immer ein Ohr für die Lieder von Coldplay gehabt, aber nie eine Platte gekauft. Das hat mir meine Schwester nun abgenommen und ich höre mir gerne die „A rush of blood to the head an“ an.
Vorab sei zu sagen, dass sich die Band, bestehend aus Guy Berryman, Jon Buckland, Will Champion, Chris Martin und Phil Harvey, wirklich Mühe gegeben hat und nicht nur ein Album voller Musik gemacht hat, sondern auch ein Album mit Aussage. Ich sage, dass sie sich Mühe gegeben haben, da mir natürlich in erster Linie die Musik gefällt, aber auch weil die Platte als „Best British Album“, „Best Alternatives Album“, die Band als „Best British Group“ und „Best Rock Performance“ betitelt wurde. Zurecht möchte ich noch mal nachdrücklich sagen.

Wenn ich die Musik als solche in kurzen Zügen beschreibe, dann sage ich euch, dass man eine gefühlsvolle und bedachte Musik entgegentritt, die sowohl dazu ausgelegt ist genau hinzuhören, als auch dabei einfach glückliche, erinnerungswürdige Momente wieder aufleben zulassen um dann darin zu schwelgen, wie während des schönen Moments. Und wem das gefällt, für den ist ein Reinhören ein muss.

Da hier aber „nur“ geschrieben wird, gebe ich euch nun einen theoretischen Einblick in die Lieder und mögliche Gefühle, die mit den Liedern erweckt werden. Los geht’s


Die Trackliste
--------------
1. Politik
2. In my place
3. God put a smile upon your face
4. The scientist
5. Clocks
6. Daylight
7. Green eyes
8. Warning Sign
9. A whisper
10. A rush of blood to the head
11. Amsterdam

Elf lange Songs kompakt verteilt. Sie ergeben eine Gesamtspielzeit von rund 54 Minuten, die zu kurz sind, man möchte einfach mehr von dieser sehr guten Musik hören. Aber man muss sagen, dass man gefühlvolle Lieder auch nicht zwei oder drei mal hintereinander anhört und wohl auch nicht länger durchhält. Mir ist es hierbei lieber die Platte seltener aufzulegen, dann jedoch umso intensiver zuzuhören. Ist schöner so ;)

Lieder
------
1. Politik – Direkt einer meiner Lieblingssongs zu Beginn. Er wird durch ein hervorstechendes Schlagzeug eingeleitet und von der weichen, hier jedoch veränderten Stimme abgelöst. Man hört leichte Klaviertöne. Mit dem Wiedereintreten des Schlagzeuges bekommt auch Chris Martins Stimme mehr Festigkeit. Diese wechselt nun im Lied sehr oft. In diesem Lied sind sehr viele Details versteckt und man mag es gerne hören, weil es nicht langweilig wird. Man wird dazu eingeladen die Augen zu öffnen („Open up your eyes“) und das sehr energisch. Ich finde dieses Lied überaus interessant, weil sich Schlagzeug und die Stimme Martins immer abwechseln und dadurch zwei besondere Stimmungen hervorgerufen werden: Aufgewühltheit und Bedächtigkeit. Sehr schön! Unbedingt reinhören.

2. In my place – Die erste Auskopplung aus dem Album, die nun mittlerweile schon oft im TV lief. Ganz besonderes Merkmal sind diese hohen Gitarrentöne, die in einem angenehmen Rhythmus den Zuhörer zum Schunkeln einladen. Auch wenn ich von vielen gehört habe, dass sie den Song als fröhlich empfinden so ist es bei mir nicht so. Ich höre hier eher ein verstecktes Leiden heraus. Martins Stimme, die gerne mit Tonhöhen spielt, empfinde ich hier nicht als fröhlich. Der Song ist jedoch auch zu empfehlen, da er Nachdenklichkeit hervorruft.

3. God put a smile upon my face – Der zweite „Spitzensong“ auf der Platte. Wenn ich Martin „Where do we go, nobody knows“ singen höre, dann schüttelt’s mich einfach, weil er es sehr schön und einprägend singt. Ein sehr einfach gestricktes Schlagzeug begleitet das Lied. Hervorstechend ist hier jedoch die Leadgitarre, die einen netten Rhythmus mit einem netten Effekt spielt. Die Lyrics werden dreimal wiederholt und es wird nicht eintönig. Hier möchte man sich wiederum dazu bewegen. Insbesondere der Schluss ist erwähnenswert, indem Christ Martin zum dritten mal ansetzt um „Where do we go, nobody knows“ singt. Alle Instrumente laufen leise aus und es entsteht wiederum eine bedächtige Stimmung. Ja, Herr Martin möchte uns einfach etwas auf den Weg geben :) Unbedingt reinhören

4. The scientist –The Scientist soll laut Booklet übrigens Dan sein, den ich jedoch nirgendwo auf der „People“-Seite finde. Nun ja, kommen wir zum Lied. Der langsame Song auf der Platte, der auch mit der gefühlvollen Stimme von Martin gesungen wird. Den Song genießt man am besten im freien, wo man das Gesicht in die Sonne hält. Das ganze Lied über spielt Martin das Klavier und dazu die leichte Stimme. Später setzt noch das Schlagzeug ein, welches dem Lied angepasst auch sehr ruhig bleibt. Wie der Titel schon verrät wird über den Scientist erzählt und über seine „Kreise und Fragen“. Sehr gut gefällt mir der Übergang nachdem „I’m going back to start“ gesungen wird. Wiederum ein Lied zum nachdenklich werden.

5. Clocks – Die zweite Auskopplung aus dem Album. Das Klavier spielt und wird mit einem Echoeffekt verstärkt. Dazu kommt diese etwas entfernte Stimme, die zu einem interessanten Schlagzeugrhythmus einleuchtend singt. Es gefällt mir hier sehr gut, wenn alle Instrumente zusammenkommen und ein Gefühl von Freiheit verbreitet.

6. Daylight – Der Song wird etwas verschwommen eingeleitet, wie als sieht man zum ersten mal nach einer langen Nacht das Tageslicht. Martin singt hier auch etwas verschwommen(ich glaube sogar das seine Stimme verdoppelt wurde). Hier nehme ich zum ersten mal bewusst die Basslinie wahr, die ein interessantes Gegenspiel zum Gesang ist. Das durchgezogen-verschwommene sollte mal jeder gehört haben, interessant. Es wird durch folgendes gebrochen „Slowly breakin’ through the daylight“

7. Green eyes – Der Akustikgitarren-Song. Bei diesen Song stellt man sich gerne vor, dass man an einem Feuer zu abend sitzt und einer diesen Song spielt. Man rückt näher zusammen und schunkelt und singt ein wenig. Der Song handelt von der Liebe zu einer Frau, mit grünen Augen, dementsprechend gefühlvoll ist er geprägt. Interessant.

8. Warning Sign – Dieses Lied fängt verstörend mit verschrobenen Gitarren an, die von riffartigen Klängen abgelöst werden. Dieser Song handelt davon, dass man etwas sehr stark vermissed und es wird deutlich wie stark dieses Vermissen ausgeprägt ist. Man kann etwas mitfühlen, ich würde jedoch sagen, dass in diesem Song zu wenig passiert, außer das einprägende „I miss you“. Leidendes langes Ende.

9. A whisper – Ein weiterer interessanter Song, der das Zeug zum „Spitzensong“ hat. Eingängige, jedoch nicht langweile Gitarre. Man wird durch das plötzliche Zusammenspiel aller Instrumente etwas überrumpelt und durch das wispern Martins etwas verwirrt. In dem Song steckt viel Energie, die schübeweise freigesetzt wird.
Bei dem Song ergeht es mir wie folgt: Jeder kennt es wenn man ganz abwesend auf einen Punkt starrt um sich herum nichts mehr wahrnimmt und nur noch sehr tief die Musik auf sich einwirken lässt. Ein ganz besonderes Gefühl.

10. A rush of blood to the head – Der Song trägt den Namen des Albums, es ist also ein sehr wichtiges Album für die Band. Zu dem Song wird am meisten Text benutzt, es wird demnach darauf Wert gelegt insbesondere hier etwas zu vermitteln. Die Musik tut ihr eigenes durch entgegentretende Tonwechsel dazu, der Rest macht die Stimme beziehungsweise der Text.
Interessant, aber, meiner Meinung nach, zu lang.

11. Amsterdam – Der letzte Song der Platte, der unter Wasser beginnt und mit eingängigem Klavier weitergeht. Sehr ruhig wird wieder eine kleine Geschichte erzählt. Hier ist einfach leises Lauschen angesagt. Durch dieses ruhige Lied geht die Platte vorsichtig zu Ende.

Booklet
-------
Das Booklet ist hierbei leider sehr unausgeprägt ausgefallen. Ich habe es sehr gerne, wenn auch die Songtexte im Booklet vorhanden sind, damit man die Lieder noch mehr verstehen kann. Dies fehlt, schade. Ansonsten ist das Cover komisch. Dort ist der Kopf eines Menschen von der Seite abgebildet jedoch in einer Sensorabbildung(Computer) und dann noch unterhalb der Nase. Was darunter ist kann ich gar nicht beschreiben. Dort sind weiter diese kleinen Netze gespannt, aber ich weiß nicht was sie darstellen sollen. Schlägt man das Booklet auf, so sieht man zunächst die Trackliste und ein Foto der Bandmitglieder(Hintergrund schwarz/ Fotos Schwarz-Weiß). Blättern wir weiter so können wir den Briten über die Schulter schauen. Sehr nett, wie jeder an seinem Instrument rumwerkelt und dann noch diese besondere Atmosphäre durch das schwarz-weiß Bild. Nun blättern wir noch eine Seite weiter und wir sehen die „People“ die an der Platte beteiligt waren. Interessant wird es auf der rechten Seite(Politik), dort machen Coldplay auf den unfairen Handel aufmerksam, unter dem Entwicklungsländer und arme Länder leiden. Es wird aufgerufen sich darüber zu informieren und etwas dagegen zu tun.

Fazit
-----
Ja, ich habe selten etwas gesagt was das Bild von Coldplay negativ erscheinen lässt und das ist auch berechtigt. Coldplay hat eine Platte gemacht, die mit vorsichtig ausgewählten Song eine wahrlich gute Zusammenstellung von Guter Laune, Trauer, Einsamkeit und Kritik geschaffen hat. Zum Teil sehr offen zum anderen wieder sehr versteckt und raffiniert. Wem englische Musik, alternative Musik und gefühlvolle Musik zusagt und gerne eine schöne Stimme hören möchte, die zusammen ein intelligentes Werk schaffen, für den ist „A rush of blood to the head“ genau das richtige. Ohne Zweifel.

Struggle, bye bye

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
ursand

ursand

09.10.2003 23:00

ich bin durch unseren sohn (27) an coldplay gekommen und mag sie sehr gern hören, guter bericht, gruß uschi

naranja

naranja

03.10.2003 19:39

toller bericht. ich finde das album auch sehr gut. liebe grüße, anne

Jolozu

Jolozu

03.10.2003 01:17

Sh Bericht zu einem Super Album. Und live haben mich "Coldplay" echt sehr gut gefallen! Gruß, Jolozu

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