Als ich vor einigen Wochen den Sänger
Jonathan Jeremiah
mit seinem Song „Happiness“ in der TV-Show „TV Total“ (diese TV-Show läuft montags bis donnerstags auf Pro 7 und wird moderiert von Stefan Raab) hörte und sah, war ich begeistert. Wow – was für eine Musik, was für ein Song! Den Song musste ich haben!
Im Internet wurde ich schnell fündig. Bei Amazon.de fand ich das Album „A Solitary Man“ von Jonathan Jeremiah, entschied nach der Begutachtung der dort eingestellten Hörproben, dass das Album mir gefallen könnte und bestellte bald:
A Solitary Man
Interpret: Jonathan Jeremiah
Plattenfirma: Island (Universal)
Erscheinungsdatum in Deutschland: 12. August 2011
Gesamtspielzeit: 37 Minuten (11 Songs)
Musikgenre: Pop
Ich habe für das Album 13,95 Euro bezahlt.
Über den Sänger Jonathan Jeremiah
Jonathan Jeremiah ist ein 30-jähriger britischer Musiker. Mit zehn Jahren klaute er an seiner Schule eine – mit E.T.-Aufklebern übersäte – Gitarre und begann, damit heimlich auf dem Dachboden seines Elternhauses zu spielen und Songs zu komponieren.
Während eines mehrmonatigen USA-Aufenthalt durchquerte er das Land mit so genannten „Greyhound“-Bussen und schrieb alle 11 Songs, die auf seinem ersten Album „A Solitary Man“ enthalten sind.
Zurück in Großbritannien (er war damals 20 Jahre alt) arbeitete er während der Nacht in einer Sicherheitsfirma, um die Aufnahmen dem Album „A Solitary Man“ finanzieren zu können.
Die Musiker, die die Blasinstrumente bei einigen seiner Songs spielen, haben bereits mit dem Musiker James Brown gespielt. Als Anerkennung für ihr Spiel versprach ihnen Jonathan Jeremiah Fischstäbchen – denn Geld hatte er damals keines (Quellen: Wikipedia.de – und die Zeitschrift „Brigitte“, Ausgabe 19/2011).
Am 29.12.2011 trat Jonathan Jeremia wieder im deutschen Fernsehen auf (nach seinem Auftritt in TV Total vom Oktober) – diesmal im ZDF-Morgenmagazin. Dort erzählte er, dass zwei seiner Songs auch schon in deutschen Filmproduktionen verwendet wurden. Welche Songs das genau sind und in welchen Filmen sie vorkommen, habe ich nicht mitbekommen (wer von
Bilder von A Solitary Man - Jonathan Jeremiah
den Lesern aber etwas darüber weiß, darf mir das gerne ins Gästebuch schreiben).
Folgende Titel sind auf der CD „A Solitary Man“ enthalten:
1. If You Only
2. Heart Of Stone
3. Happiness
4. Lost
5. The Same Old Line
6. How Half-heartedly We Behave
7. See (It Doesn’t Bother Me)
8. A Solitary Man
9. Never Gonna
10. Justified
11. All The Man I’ll Ever Be
Die einzelnen Songs und meine Meinung dazu
Wie ich schon oben erwähnt habe, hat Jonathan Jeremiah alle Songs auf dem Album getextet und komponiert. Seine Songs handeln vorwiegend von Beziehungen – Liebe, Gedanken zu Liebe, Gedanken zu sich selbst.
Titel 1 – If You Only
Ein langsamer Song ist das – sehr dramatisch durch die vielen Streicher. Ansonsten wird Jonathan Jeremiah nur von Gitarren begleitet. Ein Schlagzeug fehlt hier gänzlich. Irgendwie erinnert mich der Song an einige Lieder von Gordon Lightfoot (Gordon Lightfoot ist ein Sänger, der besonders in den 1970er-Jahren einige Hits hatte – auch in Deutschland).
Ich mag den Song – finde ihn aber nicht spektakulär.
Titel 2 – Heart Of Stone
Dieser Popsong ist wieder sehr dramatisch – einige Blasinstrumente und Schlagzeugsound, die Jonathan Jeremiah begleiten, verleihen dem Song Dramatik.
Mich erinnert der Song an einige Titel aus den 1960er-Jahren – beispielsweise „Downtown“ von Petula Clark und „The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore“ von den Walker Brothers.
Ich mag den Song sehr – er ist mein Favorit Nummer 3 auf dem Album.
Titel 3 – Happiness
Hier höre ich eine langsame Popnummer mit einer wunderschönen Melodie. Schon der Anfang mit Gitarrenzupfen ist gigantisch. Später kommen Bläser hinzu, sie halten sich aber dezent im Hintergrund. Genauso wie das Schlagzeug.
Einige Streicher, die sowohl Jonathan Jeremiah begleiten, als auch solo zu hören sind, machen den Song zu einem ganz besonderen, aber auch entspannenden Hörvergnügen.
Auf jeden Fall ist das meine absolute Lieblingsnummer auf dem Album.
Titel 4 – Lost
Jonathan Jeremiah singt eine Ballade – wie so oft auf dieser CD. Begleitet wird er von Schlagzeug, Gitarren und Keyboard. Auch Bläser sind zu hören. Den Refrain des Titels finde ich besonders schön.
Insgesamt gesehen, ist mir der Song allerdings zu dramatisch.
Titel 5 – That Same Old Line
Hier höre ich einen langsamen Popsong – geprägt von dezentem Schlagzeug und Gitarren. Auch hier treten wieder viele Bläser auf, die dem Popsong ein bisschen Blues-Charakter verleihen. Der Song wird ausgeblendet mit Klavierspiel.
Die Art und Weise, wie Jonathan Jeremiah hier singt, erinnert mich stark an den US-Sänger Gordon Lightfoot (der einigen noch durch seine Hits, wie „Summertime Dream“, aus den 1970er-Jahren bekannt sein dürfte).
Ich mag den Song, er zählt aber nicht zu meinen Favoriten.
Titel 6 – How Half-hearted We Behave
Der Beginn dieses Popsongs mit Gitarrenzupfen erinnert mich sehr an den Song “Streets Of London” von Ralph McTell – einem Hit aus den 1970er-Jahren.
Der Song „How Half-hearted We Behave“ bleibt langsam und dramatisch – ist aber doch wieder zu schnell, um von mir als Ballade bezeichnet werden zu können. Auch hier wird wieder viel Dramatik verliehen durch Streicher und Bläser.
Auch diesen Song empfinde ich als schön – zu meinen Favoriten rechne ich ihn aber nicht.
Titel 7 – See (It Doesn’t Bother Me)
Ein sehr dramatischer, schneller Poptitel mit Soul- und Jazz-Elementen mit vielen Streichern und Bläsern und Schlagzeugbegleitung – in der Tradition einiger Frank-Sinatra-Titel. So zumindest empfinde ich den Song. Immer, wenn ich ihn höre, denke ich an Frank Sinatra – oder auch an Leute, die zu Jazz-Melodien tanzen. Oder auch den legendären Jazz-Titel „Take Five“.
Titel 8 – A Solitary Man
Eine Ballade. Jonathan Jeremiah singt sehr eindringlich. Begleitet wird er nur von Gitarrenzupfen, was den Song verhalten und still macht.
Vielleicht ein Song zum Nachdenken. Jonathan Jeremiah macht sich Gedanken über sich selbst, über sein Dasein, über das, was er ist. Ich finde den Titel schön.
Titel 9 – Never Gonna
Nach einer Ballade wird es wieder schneller. Jonathan Jeremiah wird in diesem flotten Popsong begleitet von Klavier, Streichern, Gitarren und Schlagzeug. Auch Bläser sind zu hören und machen den Song zu einer Pop-Jazz-Nummer.
Toll finde ich die Klavier- und Streicherpassage mitten im Song. Sie machen den Song dramatisch, aber auch jazzig.
Titel 10 – Justified
Das ist ein Song, der mich persönlich wieder total mitreißt. Es ist keine schnelle Nummer, nein – aber auch keine Ballade. Hier machen die Melodie und der Einsatz der Streichinstrumente für mich eine absolut hörenswerte Nummer, die für mich persönlich aufregender klingt, als viele der vorhergehenden Songs.
Darüber hinaus gefällt mir noch die Art und Weise, wie Jonathan Jeremiah singt. Nicht zu getragen, nicht mit „schwerwiegender“ dunkler Stimme – sondern heller, „poppiger“. Dennoch bleibt der Song langsam.
Auf jeden Fall ist der Song mein Favorit Nummer 2 auf dem Album.
Titel 11 – All The Man I’ll Ever Be
Ein Song, auf den man Walzer tanzen könnte. Irgendwie hat der Titel einen Schunkelrhythmus. Das liegt wohl an den Bläsern, die gemeinsam mit dem Schlagzeug und Klavier den Sänger begleiten. Mitten im Song ist eine Trompete zu hören, die ich klasse finde.
Jeremiah Jones singt hier mit dunklerer Stimme als im Titel 10 – fast schon zu schwermütig für meinen Geschmack.
Ganz plötzlich ist der Song zu Ende – und auch die CD.
Das Booklet
Wer wissen will, worüber Jonathan Jeremiah genau singt, kann das im 12-seitigen Booklet nachlesen.
Das Booklet ist auf der Vorder- und Rückseite farbig mit einem Landschaftsfoto, auf dem der Sänger zu sehen ist. Blättert man das Booklet aber durch, sieht man Schwarz-Weiß-Fotos (Drei Fotos sind es genau. Eines zeigt den Sänger allein im Studio, umgeben von vielen Instrumenten. Das zweite Foto zeigt den Sänger in Großaufnahme vor einer offenen Balkontüre sitzen. Das dritte Foto zeigt acht Musiker, die Blas- und Streichinstrumente spielen.), die sich mit den Songtexten abwechseln.
Um die Songtexte lesen zu können, brauche ich auf jeden Fall eine Lesebrille. Die Schrift ist mir zu klein.
Es gibt eine Extra-Seite in dem Booklet, auf der zu lesen ist, wer Jonathan Jeremiah bei diesem Album helfend zur Seite stand. Er hat alle Songs selbst getextet und komponiert, er hat bei allen Songs selbst gesungen und sie produziert. Aber es gibt zahlreiche Leute, die Instrumente spielten. Es gibt Leute von der Plattenfirma, vom Studio, in dem das Album aufgenommen wurden – und so weiter. Leute, denen der Sänger danken will und die er lobend erwähnen will – und das tut er auch.
Mein Fazit
Wer Popmusik mag mit Soul-,
Blues- und auch Jazz-Elementen – also eine Mischung aus ein bisschen Frank Sinatra, Gordon Lightfoot und Ralph McTell, gemixt mit neuen, kreativen Ideen, gespielt von Leuten, die noch Instrumente spielen (und ihre Songs nicht mit dem Computer verfremden müssen) -, der sollte in das Album „A Solitary Man“ des britischen Sängers Jonathan Jeremiah hineinhören.
Ich mag das Album. Mir bietet es aber – im Gesamten gesehen – zu wenig Abwechslung in der Musik, um hier alle fünf Sterne vergeben zu können.
Vier Sterne und eine Hör-/Kaufempfehlung kann ich aber mit gutem Gewissen vergeben.
Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten!
30.01.2012 13:19
Noch einmal ein BH für dich, lg Sylvia
11.01.2012 18:25
Super ! ----- "BH" von Maria ---
05.01.2012 11:01
So, jetzt wird er gekauft. Ich war ja schon nach dem Lesen des Berichts interessiert, letztens hab ich den guten Mann aber im Fernsehen gesehen und es gab einige Ausschnitte aus dem Album zu hören. Die haben mich restlos überzeugt :) viele Grüße, Ky