Jenseits von gut und böse
23. Okt 2000
Pro:
genial, anspruchsvoll
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 Stanley_Kubrick
Über sich:
Ich bin ein Exzentriker. Selbst habe ich mich noch nicht gefunden, doch in meinem Bekantenkreis gibt...
Mitglied seit:20.08.2000
Erfahrungsberichte:65
Vertrauende:8
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 6 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Dieses ist aus vielerlei Gründen für mich mit Abstand das beste Beatles Album. Mit "Abbey Road" nämlich haben sie eine Platte auf den Markt gebracht, die, obwohl sich die Musik jenseits aller Standards der Band und der Popmusik überhaupt befindet, an Anspruch nicht zu übertreffen ist, und die beim Anhören einfach riesigen Spaß macht. Genau gesagt wollten sie mit ihrem letzten Album noch einmal alles bisher da gewesene übertreffen. Dieser Vorsatz erfüllte sich zwar, leider aber kam danach noch der misslungene Soundtrack zu "Let it be" auf den Markt. Im großen und ganzen muss man das Album streng zwischen seiner A- und seiner B-Seite trennen: Auf der A-Seite befinden sich die Tracks, die dem Publikum weitestgehend als Beatles-Klassiker bekannt sind. So zum Beispiel "Octopusse's Garden", der wohl besten und bekanntesten Komposition in der Karriere des Ringo Starr. Auch "Come together", einer der obskursten und besten Songs der gesamten Sechziger ist hier vertreten. Neben diesen und vielen anderen Legenden sind auf der A-Seite aber auch Lieder, die dem breiten Publikum zwar nicht derartig bekannt sind, den Klassikern aber in Anspruch in nichts nachstehen, unter anderem auch "I want you", der Bibel jeder späteren Jazzband oder "Maxwell's Silver Hammer", McCartneys lustigstem Gute-Laune-Song. Die B-Seite von "Abbey Road" nun besteht ausschließlich aus Bruchstücken von Songs, die alle irgendwann in der Geschichte der "Beatles" komponiert wurden, vorher aber aus verschiedensten Gründen nie den Weg auf eine Platte gefunden haben. Sie sind so virtuos zu einem Medley verknüpft worden, dass einem bei genauem hinhören noch einmal die musikalische Entwicklung der Beatles vergnüglich bewusst wird. Die verschiedenartigsten Lieder wurden hier zu einem bunten kurzweiligem Potpourri zusammengestrickt, in dem man förmlich fühlen kann, wieviel Spaß es der Band bei ihrem (leider nicht) letztem Auftritt gemacht hat. Aber nicht nur künstlerisch ist "Abbey Road" der goldene Schlusspunkt einer einmaligen Musikerstory. Auch an ihren Instrumenten haben die Beatles nie zuvor eine so beeindruckende Leistung geliefert. Der wummernde Bass von Paul McCartney ist in jeder einzelnen Sekunde allgegenwärtig. John Lennons Rhythmus- und Akustik-Gittaren hörten sich noch nie und nie wieder so klar und gut an und auch Ringo Starr, der ja nach eigenem bekunden nie der beste war, trommelt, wie er noch nie getrommelt hat. Nur George Harrison bietet eine zwar konstante, aber nicht herausragende Leistung, aber auch er darf sich in "The End" noch einmal so richtig austoben.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
|
|