Acoustic Soul - India. Arie

Erfahrungsbericht über

Acoustic Soul - India. Arie

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Zutaten: Strength, Courage and Wisdom

5 18. Jan 2004

Pro:
sehr schön, harmonisch, ruhig .  .  .

Kontra:
"Part of my life"

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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mary-p

Über sich: bookstore-lover // NEUE EBAY-AUKTIONEN (Bücher, Schuhe, etc)

Mitglied seit:15.04.2003

Erfahrungsberichte:501

Vertrauende:35

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 32 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Es gibt CDs, die kauft man sich, weil man von nur einem Lied verzaubert ist! So war es auch bei dieser. Einmal „Video“ im Fernsehen gesehen und schon war’s um mich geschehen! Das Mediamarkt die CD dann auch noch im Angebot hatte, naja, schaue mer mal rein!

India.Arie Simpson wurde 1976 in Denver, Colorado, geboren und zwar am selben Tag wie Mahatma Ghandi, weshalb ihre Mutter sie "India" nannte. "Arie" erfand ihre Mutter dazu, aber später erfuhr die Tochter, dass es Löwe heiße.
India beginnt früh alle möglichen Instrumente zu spielen wie Saxophon, Klarinette, Flügelhorn und Trompete, aber erst das Gitarrespielen verzauberte sie wirklich, denn man konnte gleichzeitig singen und so geschah es, dass sie mit der Zeit zum Sonwriting kam, wobei sie auch sehr von ihrer Mutter beeinflusst wurde, denn diese wuchs in Detroit auf und lehrte ihre Tochter alles über Singen und Songwriting, wie India sagt.
Im Mai 2001 kam dann die erste Single "Video" auf den Markt, die in Deutschland natürlich nicht wirklich gespielt wurde, obwohl sie absolut ansteckend ist. Ein Monat später präsentiert die Gute dann ihr Debütalbum "Acoustic Soul", dass sie beim Label Motown veröffentlicht, welches schon immer ein Markenzeichen für guten Soul war. Es stieg sofort in die TopTen der Billboardcharts und war auch in Deutschland wundersamerweise in den Top100 vertreten. Mittlerweile hat sich das Ding über 2,5 Millionen mal verkauft, besitzt Doppelplatin und verhalf India zu sieben Grammynominierungen. Nicht wenig!
Ende Oktober 2002 erschien das der Nachfolger "Voyage to India", dessen Titel sich auf ein Lied von Stevie Wonder bezieht, dass sie im Alter von 18 Jahren zu Tränen gerührt hat. Der Name ist Programm, denn stand der Erstling ziemlich unter dem Zeichen ihrer Idole (Wir erinnern uns an "Wonderful" und an das schöne "Always in my head"), so ist diese CD die Suche einer Frau zu sich selber "and the voyage CONTINUES...".


India hat alle Songs mitgeschrieben, manchmal auch alleine, bis auf einen, sie hat alle Songs mitproduziert und auf fast allen Gitarre gespielt. Teilweise hat sie auch arrangiert.Klingt gut!

1. INTRO: Ein paar spärlich gestreute Gitarrentöne, dazu spricht sie melodiös. Ist halt ein Intro, stört aber nicht, sondern läutet die ruhige Grundstimmung des Albums ein. Ist, soweit ich höre, ihren alten, musikalischen Helden gewidmet.

2. VIDEO: handelt davon, dass sie ganz anders ist, als sie im Fernsehen rüberkommt und dass sie sich von all den Leuten dort unterscheidet. „Keep your cristal and your pistol... Don’t need your silicone, I prefer my own.”
War, wie gesagt, ne Singleauskopplung, dessen Clip man aber, mit etwas Glück, höchstens auf den viel zu spärlichen (und zu spät angesiedelten) Blackmusicsendungen sehen konnte. Glück gehabt, vorbeigeschaut! Fängt mit was glöckchenartigem, einer fröhlichen Akkustikgitarren und Schlagzeugakzenten an. Dann volles Schlagzeug und ihre dunkle, angenehme, warme Stimme, die uns flott und voller Lebensfreude nahebringt, dass sie nicht das Durchschnittsmädchen aus dem Video ist. Ein deutlicher Bass ist noch zu hören. Der Refrain mit Backgroundchor und zweiter Gesangsspur ist schön entspannt, aber trotzdem schwungvoll. Ihre dunkle, eher tiefer angesiedelte Stimme lässt das ganze wirklich zum Genuss werden!

3. PROMISES: Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen! Das lernen wir, während India ein bisschen Storytelling über Versprechen vorführt.
Beginnt mit Gitarren (akkustische und akzentesetzende elektrische), dann Percussion dazu und ihr Gesang. Das Schlagzeug hält sich eher zurück und gibt wenig Takt vor, schaltet sich dann aber beim Refrain ein, der eingängig ist und nicht nach 0815-Refrain klingt. War die erste Strophe noch aus ihrer Sicht gesungen, erzählt sie in der zweiten und dritten eine Geschichte, ruhig vorgetragen um dann in den schwungvolleren Refrain zu münden. Irgendwie hat die Frau nicht nur was souliges, sondern auch was von den alten Helden meines Vaters, wenn ich so der Mucke lausche (Eric Clapton, ätc.). Liegt vielleicht an der netten Gitarrenmusik! Wirklich ein schöner Song, der zum Träumen einlädt.

4. BROWN SKIN: Ein Liebeslied. „Everytime you come around something magnetic pulls me and I can’t get out”.
War glaub ich als zweites ausgekoppelt, wovon man in Deutschland nichts mitbekommen hat! Stimmungsaufbauende Gitarrenklänge, Break und dann schleppende Beats, begleitet von Schlagzeug, Gitarre und Bass. Sie singt dunkel und angenehm den Refrain, der etwas gänsehautverursachendes hat, und passend durch tiefe Backgroundeinsätze angereichert ist. Sehr gefühlvoll singt sie die Strophe. Das Lied ist etwas gewöhnungsbedürftig wg der hiphopmäßigen Beats, aber das gibt sich. Der Mittelteil wird etwas höher gesungen und passt gut rein. Das Ende wird von einer emotionalen Gitarre getragen, was ein schöner Ausklang ist. Es ist wirklich schön, diesem Lied zu lauschen, weil es ruhig und entspannt, gleichzeitig aber auch gefühlvoll ist und von innen zu kommen scheint.

5. STRENGTH; COURAGE & WISDOM: Einer meiner Lieblinge. Textlich singt sie sehr weise, wie man mit oben genannten Zutaten sein Leben rund bekommt. Sehr persönlich, sehr schön.
Fängt mit Schlagzeug an, dann der Rest. Auch wieder ein ruhigeres Lied, das aber einen gewissen Schwung birgt. Die Strophen werde nicht besonders gesungen, wenn man von ihrer schönen, eingängigen Stimme absieht. Der Refrain fällt da schon eher auf! Mit wesentlich mehr Schlagzeug als der Rest und einem wohlklingenden Background geht er wunderschön ins Ohr. Absolut schön und eingängig! Der Mittelteil wird muckemäßig zurückgenommen und nur von Gitarren und Fingerschnipsen begleitet, was prima klingt. Danach kommt noch ein schön gesungener Teil mit viel Background, der mit India um die Wette eifert. Der nächste Refrain scheint stimmlich noch kraftvoller.

6. NATURE: Ein weiterer, absoluter Liebling und textlich ein Liebeslied, dass zum Ausruhen bewegen will, anstatt die ganze Zeit hektisch zu sein. „Maybe we should just let nature run the show”.
Fängt ruhig mit Gitarre und Gesumme an, dann ein unauffälliger Beat und Schlagzeug. Sie singt sehr ruhig, tief und sehr gefühlvoll, fast schon inbrünstig. Der Refrain ist vielleicht nicht gerade eingängig, aber wunderschön. Sehr ruhig und gelassen, aber mit dem gewissen etwas. Die klimpernde Gitarre und der Beat laden zum Bewegen ein, obwohl nicht flott. In der zweiten Strophe melden sich im Hintergrund ein paar ruhig gespielte Streicher, die da bleiben und wie heiße Sommerluft über einer Stadt schwirren. Man hört sie kaum, aber sie helfen, die Atmosphäre noch schöner zu gestalten. Am Schluss, wo die Mucke langsam versiegt, ihre Stimme aber bleibt, hört man ein paar Töne noch etwas wie eine Flöte, die irgendwie dazu passt. Wunderschön entspannt, lädt zum träumen ein.

7. BACK TO THE MIDDLE: handelt davon, dass man ab und zu wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen muss, um zu verhindern, dass man abhebt.
Fingt mit etwas schwungvollerer Gitarre, unterstrichen von Schlagzeug an, dann volle Instrumentierung und ihre ruhige, dunkle Stimme. In den ersten beiden Strophen erzählt sie mal wieder eine Geschichte, wenn ich das richtig verstehe, über Schwarze, die abheben und halt „back to the middle“ sollen. Der Refrain, oder viel mehr die Refrains, da sie sich textlich unterscheiden, unterscheidet sich kaum vom Rest, ist aber schön ruhig und passt. Später gibt es noch eine Art Ratschlag an ihre Schwester und Brüdern in Bezug auf den Songtitel. Der Song ist eher unauffällig und sticht nicht besonders hervor, klingt aber schön.

8. READY FOR LOVE: Eigentlich auch ein Liebling und der Titel sagt vermutlich aus, worum es im Text geht.
Fängt mit fast dramatischer Gitarre an, die gezupft wird. Ihre ruhige Stimme dazu und das war’s! Sehr ruhig und sehr schön, dank ihrer wohlklingenden Stimme. Na gut, gelogen. Ab und zu sind auch ein paar Pianoklänge zu hören, die laut Booklet vom Keyboard stammen. Etwas später klinkt sich noch ein Cello ein, dass eine gewisse Hoffnungsstimmung aufkommen lässt. Auch ihr Gesang steigert sich. Die Textzeile „I’m ready for love“ wird dann sehr sehr inbrünstig und voll instrumentiert gesungen. Schlagzeug taucht keines auf! Die nächste Strophe wird etwas flotter gespielt, mit dem Cello im Hintergrund und ein paar vereinzelten, passenden Pianoklängen. Das ganze gipfelt wieder in eine stimmgewaltige Textzeile, um dann kurz instrumental weiterzumachen, zu verebnen und dann leise und ruhig fortzusetzen, um sich dann später aber doch wieder zu steigern. Diese Steigerungen sollen wohl als Refrain agieren, denn diesen gibt es im herkömmlichen Sinne nicht, aber diese Steigerungen ersetzen ihn mehr als bestens! Ein wunderschön ruhiges Lied, dass sehr gefühlvoll vorgetragen wird.

9. INTERLUDE: Wieder nur Gitarre, ähnelt dem Intro und ist glaub ich wieder ein paar alten musikalischen Helden gewidmet. Nichts besonderes, stört aber die Chemie des Albums nicht.

10. ALWAYS IN MY HEAD: Anscheinend liegt es ihr sehr an der „Verehrung“ alter Helden, denn hier bringt sie ihnen wieder eine Lobpreisung dar. Soweit sich das ganze in diesem musikalischen Rahmen aufhält, kann sie es gerne noch öfter tun! Fängt mit Gesang, Percussiongeräuschen an, bis sich dann Schlagzeug und Gitarren rauskristallieren und sie den eingängigen Refrain kurz ansingt. Die Strophen wie immer schön, ruhig und mit Gefühl vorgetragen, allerdings ist dies ein etwas beschwingterer Song. Ab und zu werden von Streichern Akzente gesetzt. Den Refrain kann man fast imposant nennen, denn so bricht er über einen rein, sehr satt instrumentiert und durch Backgroundchor unterstützt. Die Streicher machen nicht die Fliege, sondern bleiben immer da, was prima klingt. Sehr schöner, imposanter Song mit einer vollen Instrumentierung, die gut arrangiert ist.

11. I SEE GOD IN YOU: Ein Liebling (noch einer?) und der einzige Song, wo sie nicht Gitarre spielt. Fängt melodisch mit Schlagzeug und einer schnurrenden Gitarre (Bluesgitarre?) an, die sich dann aber während der Strophe etwas zurücknimmt. Die Strophe ist eher spärlich instrumentiert und man hört fast nur Schlagzeug, von ein paar Gitarrenakzenten abgesehen. Im Refrain kommt diese wundervoll melodische Gitarre aber wieder und zaubert noch mehr Eingängigkeit in den sowieso schon sehr eingängigen Refrain. Sehr gefühlvoll vorgetragen, von einer schönen Gitarre unterstützt ergibt beste Ohrwurmqualität!

12. SIMPLE: Sie singt davon, dass die einfachste Art jemandem zu sagen, dass man ihn mag, immer noch „I love you“ ist. „What more can I say?“
Klingt auch etwas komisch am Anfang, etwas eckig. Ah! Da ist ja auch ein hiphopangehauchter Beat. Das Lied erinnert ein bisschen an „Brown Skin“. Der eckige Beat bleibt da, drüber ihre Stimme. Der Refrain ist sehr tief gesungen, mit zweiter drübersingender Gesangsspur. Allerdings kann man ihm eine gewisse Eingängigkeit nicht absprechen, trotzdem bleibt er gewöhnungsbedürftig. Man kann nicht unbedingt sagen, dass der Track schwach oder schlecht ist, eher befremdlich durch den Beat, aber man kann ihn anhören.

13. PART OF MY LIFE: Wie man erkennen kann, bietet sie sich einer Beziehung an. „Can you be a part of my life?“
Diesen Song mag ich überhaupt nicht! Er ist auch derjenige, den sie nicht geschrieben hat. Fängt irgendwie schon ein bisschen unmelodisch an durch Gesang. Dann Beat, unterstrichen von ein paar Instrumenten. Etwas schwungvollerer Song, der aber sehr an modernen R’n’B erinnert. Der durch Background unterstützte Refrain klingt zwar schon gut, aber irgendwie ...weiß auch nicht genau... er passt nicht so zu ihr! Dem einen oder anderen mag der Song vielleicht gefallen, aber ich mag ihn nicht so!

14. BEAUTIFUL: Fängt mit Gitarre und Percussion an, sehr kraftvoll, aber trotzdem ruhig. Dann ihre Stimme, wohlklingend wie immer. Die spärliche Instrumentierung schafft ihren ganz eigenen Flair. Die Bridge klingt hoffnungsvoll, getragen von ihrer Stimme. Der Refrain ist eingängig und erlangt Fülle durch passenden Backgroundeinsätze. Die Strophen mal wieder sehr gefühlvoll vorgetragen. Eher simpel vom Aufbau und allem, klingt aber trotzdem sehr schön!

15. OUTRO: Wieder nur Gitarre, wie bei dem anderen Zeug auch. Diesmal gewidmet ihren Verwandten und Familie! Stört wie Vorgänger nicht, ist aber auch nichts besonderes.

16. BONUS TRACK: WONDERFUL (Stevie Wonder Dedication): Wer hätte das gedacht? Noch eine Huldigung, die mir aber nicht so gefällt wie „Always in my head“. Fängt mit Pianoklängen und Bass an. Hier war sie übrigens auch noch für die Percussion zuständig. Nach diesem Vorspiel setzt Schlagzeug ein, das Klavier bleibt. Sie fängt an zu singen, so schön wie immer huldigt sie Stevie Wonder. Der Refrain wird gospelartig von Background begleitet, noch recht vorsichtig, aber man kann sich vorstellen, dass es da noch eine Steigerung geben wird. Der Background (in dem auch die Frau singt, die für das Styling bei den Fotos verantwortlich war (aha, auch als Stylistin kann man es noch zu etwas bringen! ;))) bleibt jetzt dauerpräsent und verleiht mehr Fülle. Und wahrlich ist der nächste Refrain gesteigert, etwas mehr und intensiverer Background. So geht das dann fröhlich weiter. Nichts besonderes eigentlich, aber instrumentell schön gestaltet und alleine die Idee ist irgendwie cool. Schreibt mir auch jemand einen Song?

Abschließend kann man sagen, dass India ein wunderschönes Album für die ruhigen Stunden gelungen ist. Es klingt sehr natürlich, da mit echten Instrumenten gearbeitet wurde und nur sehr wenig Hiphopeinfluss, der ja eigentlich fast charakteristisch für das Nu-Soul-Metier ist, vorhanden ist. Auch findet man kein Stückwerk, sondern die Songs fließen geradezu ineinander über ohne aber auf Höhepunkte zu verzichten, denn die gibt es sehr wohl.
An dieser Einheit ist sicher auch ihre Stimme schuld, die sehr kraftvoll und angenehm klingt und nicht versucht, in allen möglichen Tonlagen rumzuquietschen, sondern die Songs mit Gefühl rüberzubringen.
Fünf Sterne für ein natürlich schönes, schnörkelloses Album und eine Empfehlung für jeden Soulfan oder Freunde der ruhigen Gitarrenmusik!
 
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
cskendras

cskendras

31.05.2004 02:45

Werd mir dieses Album demnächst zulegen! Klasse Bericht, wie immer...

diva68

diva68

24.01.2004 11:53

du schreibst wunderbare berichte. über wunderbare musik. i am ready for love (sowieso) und für den v-klick (weil soviel ausdruckskraft und fleiss einfach belohnt werden müssen). keep on writing, mary!

derDosch

derDosch

22.01.2004 17:43

PART OF MY LIFE finde ich gar nicht so übel.

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