Progressive Pop
18.03.2005
Pro:
schöne Musik
Kontra:
- - -
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 logan
Über sich:
ROSE KEMP 'Flawless', TORI AMOS 'Raining Blood', LED ZEPPELIN 'Dazed And Confused', MOTÖRHEAD 'Back ...
Mitglied seit:21.02.2000
Erfahrungsberichte:805
Vertrauende:116
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 50 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mit "Aja" zelebrierten STEELY DAN im Jahre 1977 ihre ganz besondere Art von Populärmusik.
Anleihen aus Jazz, Funk, discofähiger Synthesizermusik, Klassik, karibischen Rhythmen, Weltmusik und Blues machten zusammen mit dem ruhigen, klaren, träumerischen Gesang und dem dezent eingesetzten weiblichen Hintergrundchor diese einzigartige Melange aus. Wer Greatful Dead und die frühen Genesis, Pink Floyd und die Soloalben von Donald Fagen mag, dem könnte auch gefallen, was letzterer hier gemeinsam mit seinem musikalischen Partner Walter Becker sowie einer Reihe hochrangiger Sessionmusiker auf die Beine gestellt hat: Einen erfrischend anderen, gleitenden und doch groovigen, flirrenden und doch entspannten, vor allem aber einen durchweg homogenen Sound, in dem man sich wunderbar treiben lassen kann.
Die A-SEITE bereits nimmt den Hörer mit auf eine entspannte Reise:
'Black Cow' beginnt gediegen unter dem schummrigen Zeichen des Funk, herkommend vom Jazz, doch in den Pop mündend. Im Vordergrund stehen Steel Guitar und Tom Scotts Saxophon, am elektrischen Piano ist Victor Feldman zu hören.
(5:07 Minuten) 'Aja'
als Titelstück ist deutlich progressiver; das Klavier findet sich nunmehr unter den tragenden Instrumenten, welche sich perfekt ergänzen; in stetem Wechsel driften einige musikalische Themen immer wieder ineinander und werden dabei ständig variiert. Einiges deutet hier schon auf einen später für die achtziger Jahre typischen Sound voraus, doch auch rhythmische Spielereien fehlen nicht, und das Saxophon im großen Finale kann sich wirklich hören lassen; gespielt wird es übrigens von Wayne Shorter, einem Meister des Jazz. (7:56 Minuten)
'Deacon Blues' gleitet als beruhigendes und tröstliches Stück so richtig schmooove dahin, getragen von einem ruhigen, stetigen Rhythmus und butterweichen Bläsern; sein Gesang wirkt auf mich etwas melancholisch aber durchaus hoffnungsvoll. Die nächtliche Melodie und das sehnsüchtig intensive Saxophonsolo im Mittelteil ergänzen sich vorzüglich, tröpfelnde Percussion mischt sich in den sanften Groove, und die Gitarre bringt stellenweise gar ein wenig Countryflair mit ein.
(7:26 Minuten)
Widmen wir uns nun der B-SEITE, die etwas lebhafter ausfällt:
'Peg' ist flott, poppig und leichtfüßig funky. Zugrunde liegt dem Stück ein dreizehntaktiger Blues mit Chorus, was sich im flirrend sehnsüchtelnden E-Gitarrenspiel des tanzbaren Stückes auch wiederfinden lässt.
(3:58 Minuten) 'Home at last'
kommt über einen extrem groovigen, bodenständigen RNB-Rhythmus aus Schlagzeug und Klavier sehr flüssig und elegant, ja fast schon ätherisch, daher. (5:31 Minuten)
'I got the news' ist rhythmisch vertrackt, während seine komplexe Melodie das Klavier trotz seiner verjazzten Honkytonkanleihen chillig perlen lässt, sowie die Steel Guitar djangoesk singen und flirren, den Bass pumpen, und den Gesang zum ruhenden Pol werden.
(5:03 Minuten) 'Josie'
hat fast schon einen Skarhythmus, wiegt sich jedoch einmal mehr gediegen in der Hüfte; schlussendlich kommen auch Funk, Rhythm and Blues wieder nicht zu kurz. Das ist jazziger Stilcrossover vom Feinsten! (4:30 Minuten)
Die TEXTE können durchaus mithalten, ein paar Auszüge werde ich daher kurz vorstellen:
In 'Black Cow' geht es um den Rauswurf der Partnerin, die ständig stoned ist: 'Aja' drückt die Zuflucht in Liebe und Musik aus: >> Up on the hill They think I'm okay Or so they say Chinese music always sets me free Angular banjoes Sound good to me Aja When all my dime dancin' is through I run to you <<
'Deacon Blues' ist ein filmreifer Streifzug durch Filth, Funk, Jazz und Blues: >> I crawl like a viper Through these suburban streets Make love to these women Languid and bittersweet I'll rise when the sun goes down Cover every game in town A world of my own I'll make it my home sweet home This is the night of the expanding man I take one last drag As I approach the stand I cried when I wrote this song Sue me if I play too long This brother is free I'll be what I want to be << 'Peg' behandelt auf hintergründige Weise die Doppelbödigkeit der Glamourwelt: >> I got your pin shot I keep it with your letter Done up in blueprint blue It sure looks good on you So won't you smile for the camera I know I'll love you better Peg It will come back to you Peg It will come back to you Then the shutter falls You see it all in 3-D It's your favorite foreign movie <<
'Home at last' beschreibt mit einigen Anklängen an Odysseus die Zweifel eines zwischen Bequemlichkeit und Sehnsucht hin und her gerissenen Mannes: >> She serves the smooth retsina She keeps me safe and warm It's just the calm before the storm Call in my reservation So long hey thanks my friend I guess I'll try my luck again Well the danger on the rocks is surely past Still I remain tied to the mast Could it be that I have found my home at last Home at last << 'I got the news' schlägt alle Warnungen in den Wind und wagt einen vertrauensvollen Neubeginn: >> Broadway Duchess Darling if you only knew Half as much as Everybody thinks you do What I hear May be true I would still be proud To know you <<
'Josie' platzt fast vor unbändiger Leidenschaft und freudiger Erwartung: >> When Josie comes home So bad She's the best friend we ever had She's the raw flame The live wire She prays like a Roman With her eyes on fire <<
FAZIT: Für Genießer von leichtem Funk, weichem Jazz, progressivem Pop, usw. uneingeschränkt empfehlenswert.
REFERENZEN:
DONALD FAGEN - "KAMAKIRIAD" The Greatful Dead - "Blues For Allah"
(Wayne Shorter - "Speak No Evil")
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Aja - Steely Dan
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04.06.2006 01:44
toller Bericht! Auch ich liebe die CD! Es gibt unter dem gleichen Namen auch eine DVD über das Album - für Fans wirklich sehr empfehlenswert, man erfährt die Storys hinter den einzelnen Songs und auch einiges interessantes über Fagen und Becker. Ich hab allerdings keine Ahnung, ob es die DVD auch auf Deutsch gibt, ich hab die amerikanische... lg, red_mini_one
30.03.2005 15:59
die hören sich ja nett an.. tiLL
29.03.2005 01:31
kannte ich noch nicht, würde ich aber gerne mal hören...