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Erfahrungsbericht

für All's Well That Ends Well - Steve Lukather
5 Sterne SO KLINGT ROCK MUSIK 2010 Bericht mit Bildern
124 von 124 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Kompositionen, Gitarre und Gesang, Herausragende Band, gute Produktion

Kontra etwas kurz geraten

Detailbewertung

Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
Kaufanreiz:
Gelegenheit: Richtig Zuhören
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Der Autor

Juke Seit 29 Jul 2000

BRILLI No.2 mit 86% BH - fantastisch!! "SH & LG" ist für mich die größte Provokation auf Ciao... mehr

110 Mitglieder vertrauen mir
Ciao!

Immer wieder, wenn man mit dem Auto zur Arbeit fährt, oder noch besser, von der Arbeit nach Hause und man gelangweilt an der Ampel im Regen steht, strömt aus dem Radio eine dieser alten Melodien, die man mitsummt, mitsingt und mit dem Kopf nickt, obwohl man eigentlich noch in Gedanken in irgendwelchen langweiligen Meetings oder Projekten steckt. Erst nach einigen Momenten wird man sich der Tatsache bewusst, dass man da singt "I guess the rain's down in aaaaafrica!" Ein ganz klares Signal für einen echten Klassiker, einen Evergreen. In diesem Fall geschrieben und 1982 geschrieben und zum Hit gemacht durch die legendäre Band Toto rund um Gitarristen Legende und Rock Veteran Steve Lukather. Das ist mittlerweile 28 Jahre her und Toto haben sich vom trendigen Rock Pop Act zu einem lebenden Meilenstein des Rock entwickelt und haben sich leider leider 2008 getrennt. (2010 gab es eine grandiose aber einmalige Re-Union Tour). Aus dem jungen wilden Rocker Lukather ist längst ein erwachsener Mann geworden. Mehr noch, Luke ist heute 52 und hat alle Höhen und Tiefen des Rockstar Lebens durchlebt wie kaum ein zweiter. Immer wieder neue Alben mit Toto, seit 1989 auch mehrere Solo Alben. Dabei, am Wegesrand vieles mitgenommen, vielleicht zu wenig ausgelassen. Dennoch war und ist Luke ein treuer Familienmensch. Umso heftiger holte ihn die Realität dieses Jahr 2010 ein, in dem er nicht nur das Scheitern seiner Ehe und die Scheidung schlucken musste, sondern in dem er auch noch seine geliebte Mutter verlor. Auf seiner Facebook Seite schreibt Luke stolz, dass er seit einem Jahr komplett ohne Zigaretten und Alkohol lebt, und dass er sich körperlich gut fühlt wie nie zuvor.

Es ist offensichtlich, jetzt mit 52 Jahren ist Steve Lukather zum zweiten Mal erwachsen geworden und hat die wilden Turbulenzen seines Lebens erneut auf die beste mögliche Weise katalysiert. Durch seine Musik. Letzten Monat erschien nach schier endloser Zeit sein neuestes Solo Album "All's well that ends well". Wie der Künstler selber sagt ein extrem autobiographischer Titel für ein nicht minder persönliches Rock Kunstwerk.

STEVE LUKATHER - ALL's WELL THAT ENDS WELL

Erschienen ist das bis dato 5te Studioalbum des US-Amerikaners auf dem Label "Mascot Records". Mit 9 Tracks und rund 53 Minuten Spieldauer ist die neue LP eher knapp ausgefallen. Ich kann jedoch vorwegnehmen: Diese neun Lieder haben mehr Gehalt und Nährwert als so manche Doppel-CD.

Unterstützt wurde Steve Lukather wie schon immer von ausgesprochen versierten Session Musikern, die ihm halfen, seinen unverkennbaren Vibe auf die Platte zu bannen. Wichtigster Mitstreiter im Studio wie auch bei der aktuell laufenden Tournee auf der Bühne: Keyboarder, Arrangeur und Freund Steve Weingart.

Hier die Liste aller Musiker, die offiziell als Beteiligte zu diesem Album zählen:

Steve Lukather - all guitars, lead & bg vocals
CJ Vanston - keyboards, atmospheres
Steve Weingart - keyboards and atmospheres
Carlitos Del Puerto - bass
Eric Valentine - drums
Lenny Castro - percussion
Joseph Williams, Phil Collen (3) (4), CJ Vanston (3) - background voacals
Trev Lukather - power guitar (4)
Tina Lukather - background vocals (1)
Fee Waybill - background vocals (5) (7)
Bernard Fowler - background vocals (1)
Jory Steinberg - background vocals (1) (2) (8)
DAS ALBUM - TRACK by TRACK
1. DARKNESS IN MY WORLD

Mysteriöse, sphärische Layer Sounds läuten den ersten Song ein. Klänge, die wie sanfte Nebelbänke über die Hügel ziehen, sanft, fast verführerisch. Aber ich will ja nicht direkt in der ersten Zeile der Rezension so abschweifen. Denn bald schon durchtrennt Lukather's markante raue Stimme das musikalische Idyll mit der eingängigen Phrase "Don't forget me when I'm gone, find the strength and carry on".

Direkt diese ersten Worte lassen tief blicken und erlauben einen ersten Vorgeschmack auf ein Epos, das zu großen Teilen auch persönliche Lebensaufarbeitung darstellt. Mit einem Streichercrescendo (Sound wird kontinuierlich steigend lauter bis hin zu einem großen "rumms"). Geht das Intro in die finster rockende Nummer über, geprägt von einem kernigen Gitarren Riff Luakther's, das nur von einem etwas positiven Brücken Teil in heitereren tonalen Sphären kurz unterbrochen wird, um im Refrain wieder auf die finstere Seite überzugehen. Man möge mich aber nicht falsch verstehen, das ist keine extrem harte Nummer, sondern nur ein Kopf nickender Rock Song in Moll. Mit seinem Gitarrensolo zu Ende des Songs lässt Luke zum ersten Mal auch diejenigen auf ihre Kosten kommen, die wegen den Saiten Fertigkeiten des Virtuosen zu diesem Album gegriffen haben. Als wolle er ein Ausrufezeichen setzen stellt Lukather seine agilen Finger und sein ungemein komplexes Solo Writing Potential zur Schau… nicht zum letzten Mal!

7/10

2. ON MY WAY HOME

Das ist eine typische Lukather Nummer. Ein schnellerer Beat, untermalt von einer funky Gitarren und Bass Line mit einem cool dissonanten Einschuss am Ende jedes vierten Taktes. Klingt schrägt, aber hört selbst. Dazu kommt Luke's Gesang ruhig und entspannt, trotzdem energiegeladen. Diese Nummer ist für mich ein bisschen wie der Soundtrack zu einem Roadtrip. Ruhig und konzentriert auf diese funkygen Rock Elemente, aber trotzdem nicht langweilig. Wer dieses Lied hört, wird zum ersten Mal auch die ganz typischen Lukather Musik Stempel an allen Ecken finden. Wer es bislang nicht gehört hat, der hört es jetzt: So klingt ein erwachsen gewordener Kopf und Motor von TOTO! Das Solo am Ende ist wie immer ausgesprochen kreativ und soulig. Für mich ist Lukather's größte Stärke an der Gitarre allgemein, dass das was er spielt immer Hand und Fuß hat und jeder Ton sich in den Gesamtkontext bettet, als gäbe es gar keine andere Möglichkeit. Das ist für mich echte Virtuosität!

7/10
3. YOU CAN'T LOOK BACK

Hier kommen wir zu einem meiner Lieblingsmomente auf diesem Album. Von Anfang an versprüht dieser Song Energie. Das Intro kommt noch ruhig und celestial daher, bis Luke's Stimme wieder mal rockiges ankündigt. Dann geht diese Uptempo Nummer richtig los und fetzt angenehm groovend vor sich hin. Teilweise erinnert mich das rhythmische Geflecht ein wenig an die späten Genesis. Dann im Refrain entwickelt sich der Song endgültig zu energetischem Vollgas Rock. Wiedermal nicht zu heavy, sondern angenehm rock poppig instrumentiert, aber mit einem enormen Antrieb, sodass man schon wieder mit dem Kopf oder irgendetwas anderem Wippen muss. Nach zwei, drei mal hören singt jeder unweigerlich mit. Wie bei jedem Song auf dem Album lässt sich Luke auch hier ein großartiges Solo nicht nehmen und beeindruckt diesmal mit raffiniert, schwindel-erregenden Solo Passagen.

8/10

4. DON'T SAY IT'S OVER

Ich bilde mir ein, nach Jahren des Musik Machens und intensiv Hörens ein Ohr dafür zu haben, welche Stimmung den Musiker geprägt hat, wenn er ein Stück Musik zu Gehöhr gebracht hat. Im Falle des epochalen Bombast Rockers "don't say it's over" ist es ganz klar eins: das Gefühl von Verlorenheit und Einsamkeit. Mit melancholischen Streicher Akkorden beginnt dieser Song, die surreal in einander verschwimmen. Es handelt sich hier nicht um Standard Moll Töne, wie sie auf den ersten drei Seiten einer handelsüblichen Harmonielehre nachzulesen und aneinander zu stückeln sind. Diese Klänge passen erst aufs zweite Hören traurig gut zusammen. Im weiteren Verlauf entwickelt sich das Stück zu einem sentimentalen Abschiedssong, in dem Luke das schmerzhafte Ende seiner Beziehung verarbeitet. Getragene Sounds in der Strophe stehen einem, wie erwähnt, bombastischen Hymnenhaften Refrain gegenüber, bevor dieses Lied abermals in einem grandiosen Gitarrensolo gipfelt, in dem Lukather sein Instrument einfühlsam singen und heulen lässt.

7/10

5. A FLASH IN THE PAN

Dieser Song fetzt direkt richtig los. Mit einem an Stevie Ray Vaughan erinnernden Gitarrensound schmettert dieser Blues Rock Kracher daher und gibt von der ersten Minute an Vollgas. Luke singt und spielt cool und grooved unnachahmlich. Mit diesem Song rechnet Luke mit der Schicht von Leuten ab, die sich selber für zu ernst nehmen oder gar für Stars halten. "Just a flash in the pan" … nur ein aufspritzen in der Pfanne… eine coole Botschaft für einen coolen Song. Das wohl positivste und rockigste Stück auf dem kompletten Album und ein absolutes Highlight. Für die coolen "Hey" Chöre im Break des Songs versammelte Luke übrigens seine Studio Crew, inklusive Sohn Trev Lukather ums Mikrophon, um für einen spontanen, fülligen Männer Chor zu sorgen.

8/10

6. WATCHING THE WORLD

Es ist nun wieder Zeit für ruhigere Töne, nachdem das letzte Stück ja fürs ausflippen prädestiniert ist. Mit "Watching the world" setzt Lukather abermals eher nachdenkliche Stimmungen um. Das ganze Lied ist eher getragen und gedämpft, sanft und gefühlvoll interpretiert. Erst im Refrain schlagen die Messgeräte wieder spürbar aus. Sehr melodiös und eingängig singt Luke "Sitting here and watching the world fall apart". Der Song lädt zum nachdenken und Träumen ein, obwohl von der Thematik her eher resigniert, kommt bei mir doch eher positives Feeling an. Auch der Gitarrist in mir kommt noch auf seine Kosten (Ich weiß, diese Passage könnte ich auch aus allen anderen Songbeschreibungen ausschneiden und hier einfügen…) denn Lukather bringt auch hier ein prägnantes Gitarrensolo unter, dass wie so oft bei ihm ohne unnötiges "Gefrickel" auskommt und doch beeindruckt.

6/10

7. YOU'LL REMEMBER

Track 7 geht wieder in die progressive Richtung, der Lukather und Toto nur zu gerne frönten. So sind die Akkorde teilweise komplex kombiniert und nicht auf das erste Hören für die Otto Normal Ohren gemacht. Dennoch ist diese Nummer nicht nur ausgesprochen funky, da rhythmisch sehr stark sondern durchaus auch eingängig und poppig, vor allem in Refrain. Abermals vermitteln das musikalische Material einfach gute Laune und eine gute Grundstimmung. Natürlich trägt dazu auch das brillante Können aller Akteure, nämlich der hyper professionellen und doch nicht trockenen Band und die nicht minder erstklassige Produktion des kompletten Albums bei. Lukather selbst hat dazu gesagt, dass er, im Gegensatz zu manch anderen Rock Größen, ein Album nicht danach konzipiert, wie es sich live umsetzen lassen wird, sondern er liebt großartige Produktionen, die beeindrucken und mitreißen. So eine hätten wir dann wohl hier vor uns. Fazit zum Song in einem Wort: COOL!

7/10

8. BRODIE'S

Es gibt nur extrem wenige Alben, die ich durchlaufen lassen kann, ohne zumindest mal einen Song zu haben, der ab dem dritten, vierten Mal übersprungen wird. "Brodie's" stellt diesen Punkt für mich dar, wenn auch nur bedingt. Auch diesen Song habe ich schon unzählige Male gehört und mitgesungen, denn schlecht ist er keinesfalls - aber einen Draht so wie zu den anderen 7 Songs vorher, habe ich dann doch nicht gefunden. Der Song ist eher ein gemäßigter Rocker, in dessen Strophe Lukather ein wenig eintönig, fast Rap artig singt. Das gefällt mir nicht. Dazu hat der Song keinen so einprägsamen und klar definierten Refrain wie die übrigen Bestandteile zu "All's well that ends well". Dennoch kann Steve die Gesamtwertung erneut mit dem retten, was er am besten kann: Gitarre spielen. Denn schon die Klänge des Intros lassen Liebhaber Herzen höher schlagen. Mit einem typischen Hendrix Sound lässt unser Protagonist das Instrument jaulen und heulen, wie kein zweiter. Eine weitere Disziplin in der Lukather immer noch ein absoluter Champion ist und mit der er bei seinen Konzerten für ungebremste Begeisterung in den Mengen sorgt.

Diese mildernde B-Noten Komponente rettet den Song ins gute Mittelfeld. Nicht mehr, nicht weniger…

5/10

9. TUMESCENT

Erst bei Track 9 und doch schon am Ende eines tollen Rock Albums angelangt. Mit "Tumescent" findet zum Ende doch noch ein instrumentales Stück seinen Weg auf Lukather's neues Album. "Tumescent = Schwellend, Wuchernd" lässt als Titel schon etwas Ungewöhnliches erwarten. Zu Recht - Dieser rockige Song gibt direkt Gas. Ein feuriges Gitarrenriff eröffnet den Song und leitet den Hörer in das verspielteste und progressivste Sound-Erlebnis des Albums. Spektakuläre Tonfolgen und Rhythmus Wechsel in feinster Prog Rock Manier prägen das Geschehen. Wer einfach nur traditionellen guten Rock hören will, dem wird das hier eine Spur zu viel des Guten sein. Denn hier hat Lukather seiner experimentellen Ader einfach mal freien Lauf gelassen. Sowas resultiert dann entweder in heillosem Chaos oder in genialem Chaos. Mir gefällt der Song ganz gut, denn verspielte, anspruchsvolle Rock Musik ist eigentlich genau mein Ding. Dennoch - ein Liebling auf dem Album ist Tumescent für mich nicht. Dazu ist mir das Stück nicht eingängig genug.

6/10

FAZIT - SO KLINGT ROCK 2010

Ich bin seit jeher ein großer Fan von Lukather, insbesondere Toto und daher habe ich mich lange auf das Album gefreut. Ich wurde in keinster Weise enttäuscht. Im Gegenteil! Gerade Lukather Solo hat auf seinen Alben oftmals eine Mischung aus Knallern und eher mäßigen Songs gehabt. Viele sagen ihm nach, dass er ohne seine Weggefährten von Toto kein wirklich gutes Album schreiben könne… mit "All's well that ends" well straft Luke diese Kritiker lügen. Seit ich mich mit seiner Musik und seiner Person (besonders dank seiner enormen Fan-Nähe auf Facebook und Co.) intensiver beschäftigt habe, sind mir Luke (und Toto), seine Musik und auch seine Person ans Herz gewachsen. Er verkörpert schwülstig formuliert, den letzten Rock Desperado, der wirklich echt und aufrichtig ist, und das Auf und Ab seines bewegten Lebens in ehrlicher Rock Musik verarbeitet. Die Tatsache, dass er überdies zu den brillantesten Gitarristen der Welt zählt sichert ihm auf sehr lange Zeit einen Ehrenplatz in meiner persönlichen Hall of Fame. Dieses ist für mich mit Abstand Steve Lukather's stärkstes Album. Wer auf der Suche nach einem modernen Rock Album mit guter alter Handwerkskunst, gewürzt mit brillanter Gitarre und unverkennbarem Gesang ist, der MUSS hier zuschlagen.

TOTAL: 7,5 /10

Carpe Diem,
Juke

Bilder

für All's Well That Ends Well - Steve Lukather
Luke - All's Well That Ends Well - Steve Lukather
All's Well That Ends Well - Steve Lukather
von Juke Juke
Luke - All's Well That Ends Well - Steve Lukather

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Kommentare

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  • greantea 16.06.2011 22:22
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh

  • KNALLLBONBON 08.06.2011 18:32
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Einfach toll.

  • christianpirker 07.06.2011 07:58
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • wuzelduzel 29.04.2011 23:35
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • yesup 07.04.2011 05:23
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Klingt für mich unterm Strich aber eher noch Oldstyle, aber ich finde ja oldstyle gut

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