Jaulende Gitarren und pumpende Bässe...
27.12.2005
Pro:
Ruhige, besinnliche Musik
Kontra:
Mal wieder !
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 manwah
Über sich:
Keine Lust mehr auf Ciao. Im Moment blogge ich lieber:
http://blometrik.blogspot.co m
- Wer Lus...
Mitglied seit:26.10.2004
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 69 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
...wird man auch auf dem neuen Album von Enya vergebens suchen. Eithne Ní Bhraonáin, wie Enya im wirklichen Leben heißt, hat auch auf diesem Album komplett auf verträumte Melodien, sanften Gesang und leise gälisch/irische Folklore gesetzt.
Wie bisher jedes Enya Album versucht auch dieses die Rezeptur des vorherigen aufzugreifen und zu verbessern ohne grundlegendes zu verändern. Die Produktion hat sich Enya mit ihren Freunden, dem Ehepaar Nicky und Roma Ryan, geteilt. Roma Ryan steuerte wie immer die Texte bei, Enya schrieb die Musik, spielte alle Intsrumente und Nicky Ryan saß an den Reglern. Das Instrumentarium besteht natürlich wieder aus einer Menge von Synthesizern, dass einem Augen tränen. Daneben die üblichen Verdächtigen wie Fiddle, Gitarren (Akustische natürlich), Harfen, Engelschöre - ansonsten Synthies. Im Vordergrund steht jedoch immer Enya weiche, warme Stimme, die auf "Amarantine" noch ein Stückchen präsenter in den Vordergrund gemischt wurde. Das Ganze wird in einer Multitrackorgie aufgenommen. Vermutlich wird Enya und Co jede einzelne Tonspur mehrfach belegen, damit man zu einem solch satten Sound kommt. Das Enya niemals live auftritt, liegt sicher auch darin begründet, dass sie den vollen Sound auf einer Bühne niemals reproduzieren könnte.
Wenn ich das hier so profan schreibe, komme ich mir beinahe schon so vor, als hätte ich den Meuchelmord an dieser CD bereits begangen. Solche nüchternen Betrachtungen sollte man tunlichst beiseite schieben, wenn man sich in Versuchung fühlt eine Enya-CD einzulegen (egal welche). Enyas Musik ist romantisch und verträumt, stets im Fluß, schon mal energischer, aber niemals laut oder störend.
Tracklist ~~~~~~~* 1. Less than a pearl 2. Amarantine 3. It's in the rain 4. If I could be where you are 5. The river sings 6. Long long journey 7. Sumiregusa 8. Someone said goodbye 9. A moment lost 10. Drifting 11. Amid the falling snow 12. Water shows the hidden heart Wobei eine Trracklist bei einem Enyaalbum relativ überflüssig ist, klingen die Lieder doch immer wie aus einem Guß. Man legt die CD ein und lehnt sich gut 45 Minuten zurück. Beim ersten Ton von "Less Than A Pearl" versinkt man in die Traumwelt von Enya. Das Album beginnt so geheimnisvoll wie ein Wald voller Elben aus dem Herrn der Ringe. Durchaus kraftvoll, dennoch sanft singt sie einen beinahe undefinierbaren Text, unterstützt von ihrem vielstimmigen Multitrackchor (alle Stimmen sind von Enya) Diese ersten knapp vier Minuten braucht es um die Welt um sich herum auszuknipsen und statt dessen Enyas Ersatzwelt aufzusuchen.
Der Titelsong "Amarantine" (ein Fuchsschwanzgewächs) wird eine Spur langsamer, die, synthetischen, Geigen werden gezupft, der Gesang erreicht schier unglaubliche Höhen. Wenn man aber schon ein anderes Enya Album kennt, wird man sich etwasverwundert die Ohren reiben. Das klingt wie viele andere Enya Songs zuvor. Sogar die Titel sind stets ähnlich. Besang Enya beim Vorgängeralbum noch "A Day Without Rain" ist es hier "It's In The Rain". Wobei gerade dieser Song wirklich aussergewöhnlich schön geworden ist - vor allem die klare, dunkle Stimme Enyas kommt hier schön zur Geltung. Der gut vier Minuten dauert durch viele instrumentale Intermezzi aber dann doch gefühlte 20 Minuten.
So könnte man jeden Song entweder bejubeln oder verreissen. Manche Lieder sind so sentimental, dass man den Kleber aus den Lautsprechern kratzen muß, andere vetiefen sich in eine wellenförmiges Rhythmusmuster, dass man Enya beinahe den Minimalisten um Philip Glass zuschlagen möchte Eine Besonderheit stellt das japanisch gesungene "Semiregusa (Wild Violet)" dar, dass aber wiederum gar nicht so aussergewöhnlich ist. Vermutlich ist das der experimentelle Song des Albums. Gab es auf den Vorgängeralben doch auch schon mal Lieder in Latein oder Spanisch. Hier wäre ein richtiger akustischer Gong vielleicht einem synthetischen vorzuziehen gewesen, den der Gong-Effekt versumpft bei diesem Lied leider kläglich.
Wie auf der ganzen CD hat man das Gefühl, echte Instrumente wären manchmal schon hilfreich. Computergestützte Keyboards, mit denen man ja inzwischen nahezu jeden Sound samplen und wieder geben kann sind für Einzelkäpferinnen wie Enya sicher ein Segen. Andererseits klingen richtige Instrumente einfach doch schöner und lebendiger. Sehr schade ist das auch bei den immer gleich klingenden Chören im Hintergrund. Enyas schöne Stimme trägt eben doch nicht für alle Gelegenheiten. Fazit ~~~~* Nicht das ich falsch verstanden werde. Ich schätze Enyas Musik sehr und besitze alle ihre Alben. "Watermark" und "The Memory Of Trees" halte ich für wunderschön gemachte Entspannungspopmusik, die sich immer mal wieder in den CD Player schleichen und in der Regel zu einem kostenlosen, beruhigendem Kurzurlaub in eine Phantasiewelt führen. Enyas Stimme gefällt mir ausnehmend gut. Sie hat einen einzigartigen, warmen Klang und kann sie über mehrere Oktaven spreizen. Enya verkneift sich irgendwelche Kiekser oder Überschläge. Sie singt wunderschön, begleitet sich in allen Stimmlagen mit mehrspurig aufgenommenen Chören selbst. Ihre Alben sind sehr schön produziert (manchmal etwas overdone) und die Texte sind poetisch/romatisch ohne richtig blöd zu sein.
Das alles gilt auch für "Amarantine". Wenn dieses ihr erstes oder zweites Album wäre, würde ich vermutlich jubeln - aber es ist ihr fünftes, dass exakt klingt wie die vier Vorgänger. Zuweilen sind die Selbstplagiate so augenfällig, dass man unversehens nachschaut ob man das falsche Album erwischt hat. Zum Spaß habe ich es ausprobiert und zwischen die neuen Lieder ein älteres, relativ unbekanntes geschummelt und einer Bekannten (die Enya mag, aber sich nicht allzu intensiv mit ihrer Musik beschäftigt hat) gegeben. Sie hat es nicht bemerkt. Enyas Songs klingen seit 1980 immer gleich. Wer Enyas Musik entdecken will, ist mit diesem Album genauso gut bedient wie mit jedem anderen und auch die Funktion (Entspannen) erfüllt dieses Album ebensogut.
Auf jedem anderen Album gab es bisher mindestens einen traumhaften Song, der das Album zu einem besonderen Erlebnis machte ("Orinoco Flow" auf "Watermarks", "Anywhere Is" auf "Memory Of Trees" und "Only Time" auf "Day Without Rain"). Auf diesem Album fehlt dieser Song. Alles plätschert friedlich vor sich hin - nur es berührt mich nicht.
Enya steckt in einer musikalischen Sackgasse. Die sieht schon hübsch aus. Schöne Landschaft, feine Häuser, kein störender Lärm, nette Nachbarn - nur eben auch tödlich öde. Dieses Album ist wie ein langweiliger Sonntagnachmittag. Schade eigentlich!
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Amarantine - Enya
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In der Abgeschiedenheit der Grünen Insel hat ENYA ein neues Album aufgenommen, ...
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06.07.2007 13:46
Sehr treffend beschrieben. Einmal durchgehört, beinahe eingepennt und seitdem nicht mehr eingelegt. Schade eigentlich ....
14.06.2006 15:57
Hab von Enya nur "A Day Without Rain", das mir eigentlich sehr gut gefallen hat. (Only Time ist einfach einmalig!) Da ich's aber trotzdem nur gelegentlich anhöre und man mir schon gesagt hat, dass Amarantine wieder genauso klingt, hab ich darauf verzichtet, ihr neustes Album zu kaufen. Sieht so aus, als hätte ich nichts verpasst... LG Uschi
16.03.2006 20:12
*tröst* dafür sind Deine Berichte immer mal wieder was Neues