APPETIT FOR GUNS N' ROSES? - ABER SICHER
19.02.2006 (24.03.2009)
Pro:
einfach alles . . .
Kontra:
nichts
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 fresswahn
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:50
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GUNS N' ROSES haben uns ja letzes Jahr - endlich - mit einem neuen Album beglückt. Ich muß gestehen, ein solch gelungenes Comeback hätte ich nicht erwartet. CHINESE DEMOCRACY spielt sich doch glatt auf Position 2 meiner persönlichen Guns N' Roses Best Of. Doch die unangefochtene Nummer 1 bleibt APPETITE FOR DESTRUCTION. Liebe ciao-Mitglieder und -Besucher!
Wieder möchte ich Euch ein Album meiner Musiksammlung vorstellen. Heute habe ich mir GUNS N' ROSES offizielles Debüt APPETITE FOR DESTRUCTION vorgenommen.
# Die Band #
W. AXL ROSE (Gesang, Background, Synthesizer), IZZY STRADLIN (Gitarre - Lead and Rhythm, Background), SLASH (Gitarre - Lead, Rhythm and Acoustic), DUFF ``ROSE´´ McKAGAN (Bass, Background) und STEVEN ADLER (Schlagzeug)
tingelten 1985 durch diverse Clubs in Los Angeles. Unbeirrt von anfänglichem Desinteresse gingen sie ihren Weg weiter, es dauerte nicht lange und GUNS N' ROSES waren der Geheimtipp in L.A. Es folgte natürlich ein Plattenvertrag und 1987 erschien ihr Debütalbum APPETITE FOR DESTRUCTION. Zuvor brachten aber die Boys von Guns n' Roses schon ein selbstproduziertes Minialbum raus, welches hauptsächlich während ihrer Konzerte vertrieben wurde. Somit ist APPETITE FOR DESTRUCTION ihr offizielles Debüt. Was für Musik machen denn GUNS N' ROSES? Für alle an denen diese Band vorbeigegangen ist und die noch keinen Song gehört haben - räusper - und die sich bei den Instrumenten oben nichts denken, Karl Moik hätte seine wahre Freude an den Jungs und im Musikantenstadel würden sie mit offenen Armen empfangen. Moment, Moment bitte, wie jetzt, falscher Bericht, falsches Album, falsche Band??? Irgendetwas stimmt hier nicht, ach, natürlich die Musikrichtung. GUNS N' ROSES haben sich nämlich der Rockmusik verschrieben, ja, mit Leib und Seele. Ließen kein Klischee aus. Sex, Drugs, Alcohol and Rock and Drugs and Sex and so on. Also, glaube ich den Berichten in der einschlägigen Presse über Deutschlands liebstes Stadel (Drogen- und Alkoholexzesse), dann kann ich meine Aussage im Großen und Ganzen so stehen lassen, nur mit einer Gesangseinlage der `Gunners´ hätten die Gäste und die Zielgruppe von Mr. Moik & Co. so ihre Probleme. Aber keine Angst, ich glaube nicht alles, was ich in der Presse lese, pha, Vertreter der Volksmusik und `Sex, Drugs and Alcohol´, wo gibt es denn so was ... ;-)
Spaß beiseite, GUNS N' ROSES machen einen Mix aus Hardrock und Heavy, würde ich mal sagen, ein gewisser Punktouch ist auch nicht zu verleugnen. Die Fachwelt verpasste dieser Art Musik, welche sich Mitte der 80er Jahre hervortat, natürlich einen Namen, GLAM- bzw. SLEAZEMETAL. Dieser Name kam nicht von ungefähr, zeichneten sich diverse Bands dieser Richtung durch ein übertriebenes Styling aus. Es wurde sich tonnenweise Make-up ins Gesicht `geschmiert´, lange Haare bekamen eine Dauerwelle verpaßt, für die Haargel- und -sprayindustrie herrschte Hochkonjunktur. Auch die Klamotten sahen extravagant aus und jede Travestie-Show wäre begeistert. Als Beispiele seien vielleicht Bands wie POISON oder CINDERELLA genannt. Doch GUNS N' ROSES gingen einen Schritt weiter, klangen die bisherigen Bands doch zumeist recht lieb und waren nett anzuschauen, knallten sie dir mit einer völlig neuen Attitüde ihre Songs vor den Latz. Ihre Lieder und der ganze Sound klang `rotziger´, frecher und auch schneller bzw. härter. Wie wurde ich auf dieses Album aufmerksam? Oh, viel später als es veröffentlicht wurde. Denn 1991 haben GUNS N' ROSES mit ihren Song YOU COULD BE MINE den Haupttitel für den Soundtrack zu TERMINATOR 2 beigesteuert. Der Song gefiel mir so gut, daß ich mir gleich das Album dazu holen wollte. Ich erfuhr im Plattenladen, daß GUNS N' ROSES demnächst zwei Alben veröffentlichen, USE YOUR ILLUSION I + II, wobei der von mir gewünschte Titel auf Nr. II zu finden sei. Doch clever wie ein Verkäufer sein sollte, zauberte er mir die CD APPETITE FOR DESTRUCTION auf den Tisch, schob sie in den Player, gab mir die Kopfhörer und wünschte mir viel Spaß beim Reinhören. Ja, lange Rede kurzer Sinn, seit dem Tag gehört dieses Album zu meiner Musiksammlung.
# Das Album #
1) WELCOME TO THE JUNGLE (4:31)
Eine Gitarre eröffnet, dazu gesellen sich Drums, Leadgitarre und Bass. Ein sehr kurzes Intro, wenn man so will. Dann setzt auch schon der Gesang ein, er klingt hoch und zum Teil kratzig, sehr typische für Axl Rose. Hm, das wird wohl nicht bei jedem ankommen,
Bilder von Appetite for Destruction - Guns N' Roses
waren damals so meine ersten Gedanken. Ich fand es sehr interessant, weil anders, nicht vergleichbar mit den Sängern anderer Bands. Der Sound von WELCOME TO THE JUNGLE bleibt gleich im Gehör (wer will, kann mitsingen, grölen oder dergleichen), ist sehr eingängig und macht hungrig nach mehr. Das Tempo ist relativ konstant und mit hervorragenden Instrumentalpassagen versehen, Slashs Gitarrensolo, während Izzy sich weiter den Rhythmus widmet oder Steves kleine Trommeleinlagen, die wunderbar mit Duffs Bass untermauert sind, als Beispiel. Der Opener ist genial, gibt auch gleich die Richtung für das Album vor. Ich freue mich, mich durch den `JUNGLE´ von GUNS N' ROSES zu hören. 2) IT'S SO EASY (3:21)
Der Bass eröffnet kurz, dann kommen die Gitarren und Drums hinzu. Und schon setzt auch der Gesang ein, tiefer als im Vorgänger und, wenn mich mein Gehör nicht trügt, auch mehrstimmig. Es kommt hier zu herrlichen Gitarrensoli, die Schlagzeugklänge erfreuen mich ebenfalls sehr. Ja, da will ich mal das überzeugende Bassspiel nicht vergessen, tolle Leistung von Duff. Aber irgendwie klingt hier gesanglich alles anders, wer singt hier? Ist das Axl? Und ganz ehrlich, selbst bei Liveauftritten, die ich erleben durfte (hatte ja nicht jeder das Glück, trotz Karte und eigener Anwesenheit auch die Band zu erleben :-( ), kam ich ins Grübeln, da haben doch alle ihren Anteil dran gehabt. Klar, bei den höheren Passagen wußte ich, daß ist Axl. Nun, leider ist aus dem Booklet nichts weiter zu entnehmen, außer der kleinen Bemerkung ``All Lead Vocals´´ hinter Axls Namen. Na, dann ist es wohl er, der hier singt. Jedenfalls R O C K T der Song.
3) NIGHTRAIN (4:26)
Hier geben die Drums den Takt und das Tempo vor, schon ist auch Izzy dabei und verpaßt dem Song mit seiner Gitarre eine Melodie. Jetzt setzt der Gesang ein, ich bin beeindruckt. Toll, wie es den Jungs gelingt eine unvergleichliche Einheit zwischen dem überheblich wirkenden aber jederzeit cool klingenden Gesang von Axl und ihren Instrumenten zu zaubern, was aufgrund Axls Stimmlage nicht gerade einfach erscheint. Beim Refrain zieht Axls Stimme dann wieder an, wird höher, jaaaa, DAS ist typisch GUNS N' ROSES, eines ihrer Markenzeichen. Daneben lassen sich natürlich Slash und Steve nicht lumpen, und bieten klasse Soli. Wirklich schön anzuhören. Die geballte Gitarrenpower macht mir Spaß, da gibt's ein tolles Gitarrenspiel von Izzy und nebenher knallt mal schnell Slash noch ein Solo rein, als wär es das Selbstverständlichste von der Welt. Das macht mich irre, ich will mehr . Mir wird hier klar, eine große Rockband ist am Werk.
4) OUT TA GET ME (4:20)
Das Schlagzeug gibt den Takt vor und schon setzen Gitarren und Bass ein, gefolgt von Axls Gesang. Er kommt mir etwas erregt vor, neee, nicht was ihr schon wieder denkt, wirkt etwas zornig und angesäuert. Auch nehme ich hier eine Mehrstimmigkeit, sprich Background, in bestimmten Passagen wahr. Slash sticht hier wieder hervor, mit seinen fantastischen Gitarrensoli. Besonders gut gefällt mir hier der unterschwellige Bass, herrlich. Aber im Vergleich zu den vorherigen Songs, bleibt der nicht so leicht im Ohr, es ist hier schwer mitzusingen, da er doch sehr nervös ist.
5) MR. BROWNSTONE (3:46)
Drums, Gitarren und Bass geben ein kleines Intro, dann kommt Axl mit einem lässigen Gesang daher. Ein sehr cooler und funkiger Sound. Mir kommt es so vor, als würde der Song vom Bass getragen. Und Slash gibt wieder ein begnadetes Gitarrensolo zum Besten, einfach genial. Hier paßt alles. Ich kann bei diesem Song nicht still sitzen, ne, das geht nicht, bei diesem flotten Grundrhythmus, der konstant gehalten wird und an einzelnen Passagen von diversen Instrumenten oder dem Gesang, in dem Axl öfters die Stimmlage wechselt, kurzzeitig durchbrochen wird. MR. BROWNSTONE ist ein geiler rockiger Song, der sofort im Ohr hängen bleibt und mich zum Mitsingen animiert # zum Glück hört mich keiner #.
6) PARADISE CITY (6:46)
Die Drums und eine Acousticgitarre beginnen diesen Song und verpassen ihm gleich einen eingängigen Grundrhythmus. Ein mehrstimmiger Gesang setzt ein, wobei Axl deutlich die Oberhand hat. Hier nehme ich erstmals bewußt den Synthesizer war, klingt nicht schlecht (bin ja bei Rockmusik nicht unbedingt ein Fan davon). Den bisherigen Verlauf kann ich als Intro verzeichnen, denn nach ca. 1:20 Minuten ertönt eine Trillerpfeife und läutet eine Tempoverschärfung ein. Auch Axls Gesang wird kurz gehalten und somit schneller, jetzt ohne Background, was sich zum Refrain hin wieder ändert. Ein klasse Song, den bestimmt ein Großteil von Euch kennt. Ich bin fasziniert, die Einheit aller Instrumente ist beeindruckend. Es gibt kaum `Ausreißer´, natürlich darf hier die Leadgitarre wieder loslegen. Und PARADISE CITY glänzt dann noch mit einen schnellen Outro, denn nach ca. 4:42 Minuten kommt es noch mal zu einer Tempoerhöhung. Jetzt darf die `Leadgitarre´ noch mal so richtig die Finger zum Glühen bringen, jau, hier wird ordentlich in die Saiten gehauen. Ich ziehe meinen Hut, astreine Leistung.
7) MY MICHELLE (3:39)
Es ist ein ruhiges Gitarrenspiel zu hören, wirkt sehr entspannend und ich denke sofort an eine Ballade. Denkste, denkste, laß es lieber, bringt nichts, GUNS N' ROSES sind am Werk, da weist du nie, was als nächstes passiert. Denn nach ca. 25 Sekunden kommen sie, die Drums und ein aggressives Gitarrenspiel, begleitet von Axls Gesang. Seine Stimme klingt hier wieder hoch und kratzend. Ganz klar ist diese Stimme gewöhnungsbedürftig. Mir gefällt sie richtig gut, dringt ein ins Brain und wirbelt alles durcheinander, will nicht mehr raus. Der Song ist gekennzeichnet von kleineren Rhythmuswechseln, aber eben immer nur kurz, da ja ein flottes Tempo vorgelegt wird, bei dem sich immer mal ein Instrument hervorheben darf. Wieder ein starkes Stück Rockmusik, die Jungs haben es drauf.
8) THINK ABOUT YOU (3:50)
Steven gibt den Takt vor, und schon wird ein schneller Song eröffnet (ein wenig schneller als der Vorgänger, hab ich so im Gefühl). Er wirkt auf mich schon leicht punklastig. Steven wirbelt hier ordentlich mit seinen Sticks, auch der Bass ist hier sehr markant und weis mir zu gefallen. Axl singt hier nicht ganz so hoch und abgehackt wie bei MY MICHELLE. Doch zum Refrain hin ändert sich dies, er wird in der Tonlage höher und reizt hier Stellenweise seine Stimme voll aus und verpasst ihr bewußt noch in der Höhe ein Zittern. Klingt schon genial, was er da anstellt. Ich frage mich, wie seine Stimmbänder das nur aushalten? Egal, scheint ihm nichts auszumachen und ich bin beeindruckt, schon wieder. Und mittendrin bekommen wir noch herrliche Gitarrenriffs um die Ohren. Jaaa, mir gefällt, was ich hier höre :-)
9) SWEET CHILD O'MINE (5:55)
Ein herrliches Gitarrensolo eröffnet, dem folgen die Drums und eine Acousticgitarre. Es folgt Axls Gesang, ruhiger als in allen bisherigen Songs des Albums. Während des Singens , ne, eigentlich im gesamten Song über, ertönt der sagenhafte Bass, behält es sich aber vor, im Hintergrund zu bleiben. Wir haben hier eine astreine Ballade. Sehr harmonisch kommt der gesamte Track daher. Mit feinem Instrumentenspiel. Die glasklaren Klänge der Leadgitarre bezaubern mich. Eine Melodie, die sich gleich in Deinen Kopf beißt, nicht mehr raus will. Axls Stimme ist hier sehr klar und doch relativ hoch, was mich ein wenig verwundert, bin ich doch solche Klänge von ihm nicht gewöhnt. Mir bleibt noch festzuhalten, daß wir hier Izzy an der Leadgitarre haben, er glänzt mit einem Hammersolo, ja, er braucht sich weis Gott nicht hinter Slash verstecken. Welcher hier mit der Acoustikgitarre den Sound kräftig unterstützt. Zu `WHERE DO WE GO NOW ...´ setzt nochmal der Background ein. Es paßt einfach alles, ein wunderschöner Song, den bestimmt jeder schon mal im Radio gehört hat.
10) YOU'RE CRAZY (3:25)
Nach der gefühlvollen Ballade, war es nicht anders zu erwarten, es wird wieder schneller. Der Song wird flott durchgezogen, alle Instrumente ziehen mit. Der Gesang liegt wieder etwas höher und ist dabei recht aggressiv. Die Instrumente gönnen sich nach ca. 1:50 Minuten eine kleine Auszeit, es kommt zu einer sehr sehr kurzen Tempoverzögerung. Doch dies nur, um neu Anlauf zu nehmen. Es folgt bei höherem Tempo ein kleines Gitarrensolo. Anschließend geht es im gewohnten Tempo weiter, bis zum Schluß.
11) ANYTHING GOES (3:25)
Ebenfalls ein flottes Lied. Axls Gesang wird im Refrain wieder tatkräftig unterstützt. In diesem Song dürfen sich alle Virtuosen mit ihren Instrumenten ein wenig austoben. Sie haben daran sichtlich hörbar spaß. Zum Ende hin wird hier das Tempo noch ein wenig verschärft. Okay, ist kein schlechter Song, doch mir gefällt er nicht so gut, wirkt mir zu monoton. Na ja, das Album ist fast durch, und bisher nur ein Song, der mich nicht so sehr anspricht. Das ist schon beeindruckend, gelle. So auf zum 12 und letzten Track.
12) ROCKET QUEEN (6:13)
Ah, was haben wir denn hier für eine Perle zum Schluß. Okay, dann fang ich mal an. Drums und Bass sind hier die Opener. Es beginnt etwas verhalten, dann setzen die Gitarren ein, gefolgt vom Gesang. Hier ist alles etwas ruhiger bzw. gefühlvoller, aber für eine Ballade noch zu schnell. Oder doch nicht? Der Song hat etwas, was mir sofort gefällt, schwer zu sagen, was es ist. Wir haben hier wieder einen sehr einprägsamen Grundrhythmus mit einer schönen Melodie. Axls Stimme wird hier ab und an verzerrt. In einer Instrumentalpassage ist im Hintergrund das Stöhnen und Jauchzen einer Frau zu hören. Hierzu gibt es ja die wildesten Gerüchte, so wird behauptet, daß sie von einem echten Akt der Liebe zwischen Axl (ha ha, der und Liebe, na ja, wer weiß) und einer sogenannten `Barbie´ (natürlich nicht die von Ken, was Ihr schon wieder denkt) stammen. Tja, Gerüchte eben. Der Song hat schon etwas Balladenhaftes, ich kann mich da nicht so recht festlegen. Hört ihn Euch einfach an und entscheidet selbst. Nahezu perfekt ist hier wieder die hervorragende Abstimmung zwischen Instrumentenspiel und Gesang. Gespickt ist das ganze natürlich mit einigen herrlichen Soli. Mir gefällt dieses Lied sehr gut, auch der Gesang von Axl ist hier schön anzuhören, was ja ehr selten der Fall ist (und wenn ich ehrlich bin, auch so sein soll). Das war es, leider ist jetzt Schluß, obwohl ich gerne noch mehr von dieser Band hören würde. Da hilft nur eins, REPEAT.
# CD - Infos #
Titel: APPETITE FOR DESTRUCTION Interpret: GUNS N' ROSES Genre: Hardrock/Heavy/Punk oder Sleaze Laufzeit: 53:50 Minuten (laut meinem Player) Veröffentlichung: Juli 1987 EAN: 72064-24148-28 Label: GEFFEN Produzent: Mike Clink Mixed By: Steve Thompson and Michael Barbiero Derzeitiger Preis bei Amazon: 9,99 Euro Mein Kaufpreis: 17,95 DM
Cover:
Hier finden wir eine Karikatur, die uns die Köpfe der Mitglieder als Totenköpfe mit jeweiliger Haarpracht auf einem Kreuz zeigt. Im Booklet haben wir die Songtexte und in der Mitte eine Karikatur von Robert Williams mit dem Titel ``Appetite For Destruction´´ (wie passend), stammt aber schon aus dem Jahre 1978. Weiterhin haben wir ein stylisches schwarz-weiß Foto und diverse Farbfotos die uns die Gunners in Action zeigen. Auf der Rückseite ist ein weiteres Bandfoto und natürlich sind die einzelnen Tracks zu finden (Reihenfolge, wie oben angegeben!).
Klang:
Der Klang ist auch nach 19 Jahren noch sehr akzeptabel. Natürlich nicht mit heutigen Aufnahmen zu vergleichen. Die Technik wird ja immer feiner, so habe ich auch hier wieder das übliche Lautstärkeproblem , sprich, wenn danach ein aktuelleres Album in den Player geschoben wird, dann sollte man den Lautstärkeregler, zum Schutz der Ohren, vorher zurückdrehen. Wobei hier die Unterschiede nicht so hoch sind wie bei einigen anderen älteren Scheiben, z.B. Faith No More oder RATM.
# Meine Meinung #
Was hier Axl Rose (geb. als William Bailey, am 6. Februar 1962), Slash (geb. als Soul Hudson, am 23. Juli 1965), Izzy Stradlin (geb. als Jeffrey Isbell, am 8. April 1962), Steven Adler (geb. am 22. Januar 1965) und Duff "Rose" McKagan (geb. als Michael McKagan, am 5. Februar 1964) mit ihrem Debüt abliefern ist schlichtweg großartig, wußte und weiß mich zu begeistern. In ihren Songs geht es um `Sex, Drugs and Rock´. Somit schließe ich hier wieder den Kreis, zu meiner kleinen ironischen Anmerkung in Richtung Musikantenstadel in der Einleitung. Sie verarbeiten ihre eigenen Erfahrungen, so auch mit Drogen z.B. im Song MR. BROWNSTONE. Aber auch über diverse Liebesgeschichten oder eben Affären (THINK ABOUT YOU, SWEET CHILD O'MINE, ...) wird gesungen, genauso wie über das alltägliche Leben und der damit verbundenen Kriminalität auf der Straße (WELCOME TO THE JUNGLE, OUT TA GET ME). Dabei ist es ihnen gelungen auch vieles glaubhaft rüberzubringen, obwohl man nicht immer geneigt ist, alles zu glauben was man hört. Genau das ist es, was GUNS N' ROSES für mich ausmachen. Die, ich will mal sagen, mystische Aura, wobei hier natürlich auch viel vom Management zu beigetragen wurde. Aber aufgrund der individuellen Charaktere der Protagonisten durchaus sehr treffend gewählt war. Tja, hier weis man eben nie, was ist jetzt wahr und was wurde erfunden. Hier wird praktisch ein Klischee gelebt. Was wir da alles an diversen Drogenexzessen und vielen gewalttätigen Ausschreitungen miterleben durften, sowie die ständigen Konflikte mit dem Gesetz sind mit kaum einer anderen Band vergleichbar.
Der reichliche Drogenkonsum brachte dann letztendlich einen Stein ins Rollen und führte zu einem Splitt der Band. Als ersten erwischte es von den Gründungsmitgliedern Steven Adler, er wurde rausgeschmissen wegen seinem Drogen- und Alkoholproblem (klingt schon komisch, ich weis). Izzy verließ freiwillig die Band, nachdem schon für den nächsten großen Schlag USE YOUR ILLUSION I und II fast alle Tracks eingespielt waren. Und später kamen auch Axl und Slash nicht mehr so richtig miteinander klar. Ein Hauptgrund neben den diversen Skandälchen war auch der exzentrische und aggressive Charakter von Axl Rose, der sich immer mehr alleine als GUNS N' ROSES sah und die anderen Mitglieder meist außen vor lies. Tja, dem guten Axl ist der Erfolg und das viele Geld deutlich zu Kopfe gestiegen, schade, denn von einer gemeinschaftlichen Zusammenarbeit aller Ursprungsmitglieder hätte die Musikszene durchaus weiter profitieren können. Doch müßig sich darüber Gedanken zu machen, ich finde diese Entwicklung schade. # Favoriten #
Mir gefällt dieses Album, bis auf eine Ausnahme, durchweg sehr gut. Aber es gibt natürlich ein paar Songs die mein Herz noch ein wenig höher schlagen lassen. Da hätten wir MR. BROWNSTONE, PARADISE CITY, WELCOME TO THE JUNGLE, THINK ABOUT YOU, SWEET CHILD O'MINE, ROCKET QUEEN und IT'S SO EASY. Das wären dann natürlich auch gleich meine Anspieltipps für Interessenten, wobei natürlich der ein oder andere Song wohl jedem bekannt sein dürfte.
# Fazit #
Wie sollte es anders sein, für APPETITE FOR DESTRUCTION gibt es die volle Punktzahl, dieses Album ist für mich das Meisterwerk von GUNS N' ROSES. Es ist eines der erfolgreichsten Debütalben aller Zeiten, welches sich weit über 20 Millionen mal verkaufte. Und das obwohl diese Scheibe ein Spätzünder war. Erst nachdem auf MTv SWEET CHILD O'MINE ständig lief, kam der Durchbruch. Trotz der weitaus erfolgreicheren USE YOUR ILLUSION Alben, trifft das Debüt meinen Geschmack mehr. Hier klingen nicht alle Songs so glatt und auf einen Millionenerfolg ausgerichtet. Weiterhin beeindrucken die Gitarrenriffs, welche hier in jedem Lied zu hören sind, jeden Song bereichern. Alles andere paßt hier ebenfalls. Sehr eingängige Gesangspassagen und starke Melodien. Viele Songs bleiben sofort in deinem Kopf. Selbst nach 19 Jahren hat es nichts an Hörspaß eingebüßt, soeben habe ich auf Eurosport eine kurze Zusammenfassung von einzelnen Olympia-Medaillengewinnern gesehen und das zum Sound von WELCOME TO THE JUNGLE (war ganz überrascht), na, Computerspielfreaks werden diesen Song ebenfalls kennen, den man sich für den Soundtrack des Computerspiels `GTA - SAN ANDREAS´ ausgesucht hat. Für Fans guter Rockmusik ist dieses Album ein MUSS! Viele werden es eh schon in ihrer Sammlung haben. Wenn nicht, dann sollte dies nachgeholt werden. Es lohnt sich. Viel Vergnügen beim Lesen und eventuell Hören wünscht Euch der Nimmersatte fresswahn
Februar 2006
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