Erfahrungsbericht über

Aquarium - Aqua

Gesamtbewertung (18): Gesamtbewertung Aquarium - Aqua

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Barbies tauchen im Aquarium...

2  07.04.2002

Pro:
Dancefloorpop mit netten Ideen .  .  .

Kontra:
die allerdings nur spärlich gesät sind, der Rest ist Durchschnitt  !

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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Senilm

Über sich: FREE Musicjournalism // The world ends on a sunny day // Sympathy for Empathy // Alive and kicking....

Mitglied seit:09.06.2001

Erfahrungsberichte:1039

Vertrauende:132

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 63 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo und Willkommen,

wie bereits gestern erwähnt, dauert die Vollendung meiner Serie über die Alben von Smash-Mouth noch etwas.

Also heute mal etwas für zwischendurch...
eine dänische Band ... namens Aqua !

I. DIE BAND

Die dänische Band, welche erst 1997 ihren großen Durchbruch feierte, besteht schon seit 1989.
Damals arbeiteten Sören und Claus zusammen als Producer für Soundtracks.
Während Ihrer Arbeit lernten Sie den Rapper Rene kennen, welcher Ihnen kurze Zeit später die norwegische Sängerin und seine damalige Freundin Lene vorstellte.
Schnell war man sich einig gemeinsam Musik zu machen, als "Joyspeed" und mit der Single "Itzy Bitzy" feierte man seinen Einstand in der Popwelt - allerdings nur auf den hinteren Chartsrängen, und das auch nur in Schweden.
Nach einer Zeit lang Pause trafen sich die vier wieder um ein neues gemeinsames Projekt zu starten - Aqua !
Die erste Single wurde 1996 auf Universal Music veröffentlicht - "Roses are red" wurde mit Doppelplatin ausgezeichnet.
Mit "My oh my" feierten Sie einen weiteren Hit, welcher in den dänischen Charts einige Rekorde broch !
Mit der dritten Singleauskopplung feierte man dann auch endlich ausserhalb Skandinaviens einen Erfolg - "Barbie Girl" war der Hit, welcher gleichzeitig auch für einen handfesten Skandal sorgte.
Das sich Mattel, die Hersteller der Barbiepuppe über die anzüglichen Texte beschwerten.
Das im September 1997 veröffentlichte Album "Aquarium" wurde zu einem Mega-Seller, dank der Mega-Seller-Single!
Weitere Singles wie "Doctor Jones" stellten den Erfolg vorerst sicher...
doch danach wurde es leise, auf Tournee befindend fand man nur wenig Zeit für neue Studioaufnahmen. So folgte das zweite Album "Aquarius" erst im Jahr 2000 - und konnte keine chartstürmenden Hits mehr aufweisen, bislang kamen immer wieder auch Trennungsgerüchte durch - welche hauptsächlich auf die zerbrochene Beziehung von Lene und Rene zurückzuführen sein dürften.

II. DAS ALBUM

Das Cover ist comicartig gehalten, die vier Bandmitglieder scheinen sich Unterwasser zu befinden, über Ihnen ist das Bandlogo ultragross zu erkennen, der Albumtitel dagegen fällt kaum ins Auge.
Auch das Innere des Booklets fällt mit comicartigen quietschbunten Zeichnungen auf, aber eine Playlist wurde ebenso wenig vergessen wie eine seitenlange Danksagungsliste.

"Happy Boys & Girls" versucht uns dann auch gleich einzustimmen. Lockerflockig bouncende Beats mit Dancefloorcharakter begleiten die leicht näselnd klingende Lene, welcher wiederum die rauhe, tiefe Stimme von Rene gegenübersteht.
Die permanente Befeuerung mit "Sei Happy" Lyrik mag durchaus eine Zeitlang ertragbar sein - unter der "musikalischen" Begleitung verkommt das ganze aber zum typischen Euro-Dancefloor-Pop!

Die sehr erfolgreiche Single "My oh my" folgt als nächstes. Hier wird mit Orgelgeklimper und der weich einsetzenden Stimme von Lene zunächst verwöhnendes für die Ohren geboten. Aber auch hier können Streicher nicht darüber hinwegtäuschen, daß das ganze auf Dancefloormusik zugeschnitten ist - und schon trampeln Sie los die Beats ! Gelungen ist hier allerdings das Zusammenspiel der beiden doch so unterschiedlich klingenden Stimmen von Lene und Rene. Während der eine abgehakt, tiefraunend rappend vorgeht, trällert Lene in höchsten Tönen.

Der Mega-Hit "Barbie Girl" kommt als nächstes und ich will ehrlich sein, auch mir hat dieser Song gefallen, hauptsächlich wegen des durchaus ausgeflippt inszenierten Videos. Die shakenden Beats des Songs sind sehr eingängig und die begleitende Gitarre, geht trotz ihrer Zurückhaltung ins Ohr - die Bongotrommelei lockert das ganze dann noch auf um die beiden Stimmen in den Vordergrund zu stellen. Das Duett dieser Beiden ist wirklich, für Dancefloorpop, hervorragend gelungen. Der augenzwinkernde Humor im Textwerk wird meiner Meinung nach vor allem von Rene sehr gut vermittelt und Lene´s Refraingesang ist dann wirklich der Abschuss in Sachen "Zuckerwattepop" !

"Good Morning Sunshine" will uns dann mit etwas relaxterer Rhytmik zum Zurücklehnen einladen - das begleitende Piano und die zupfende Gitarren könnten dieses Gefühl auch gut vermitteln, wenn im Hintergrund die Beats nicht so elektronisch getrieben stampfen würden. Lene´s Stimme hingegen ist mit ihrer klaren hochtönenden Transparenz dagegen ein wahrer Ohrenschmaus - der Refrain geht ins Ohr... dennoch leider aufgrund fehlender Höhepunkte nur eine der vielen Popballaden.

Eine weitere erfolgreiche, im Fahrwasser von "Barbie Girl" schwimmende Single war "Doctor Jones". Hier wird von Anfang an mit temporeichem Geklimpere klar gemacht das hier Tanzmusik angesagt ist... und wenig später pumpen die Beats von mehr als 120 Schlägen angefeuert... Lene versucht etwas unglücklich agierend ihren Gesang zu diesem treibenden Musikwirrwarr einzubringen und selbst Rene versucht sich nach anfänglichen Gerappe immer wieder im Hintergrundgesang. Wer die stampfenden Beats vertragen kann wird sich hier wohl wohlfühlen - der Refrain tut dem jedenfalls keinen Abbruch...

"Heat of the Night" ist meiner Meinung nach doch etwas gar lächerlich - spanische Bolerorhytmen werden hier anscheinend im Sangriarausch zelebriert. Elektrisch stampfende Beats vermengt mit romantisch zupfender Gitarrenbegleitung - nein, das kann nicht gut gehen. Die lächerlichen Gesänge von Lene sorgen dann endgültig für den Absturz des Songs in die totale Bedeutungslosigkeit... ein schlechter Witz !

Eine weitere Popballade ist "Be a man". Mithilfe von schmachtender Keyboardbegleitung und sanften Beats wird Lene`s Stimme in den Mittelpunkt gerückt. Diese kann im Strophengesang mit sanfter Stimme durchaus gefallen - beim Refrain allerdings erlaubt Sie sich einige Stimmaussetzer und man merkt wie begrenzt doch ihr Stimmumfang ist... also wieder einer dieser Songs - einmal gehört und vergessen !

"Lollipop ( Candyman)" knallt uns dann wieder Dancefloorbeats im Sekundentakt um die Ohren - da vibriert das Trommelfell - beim dauerhaftem Keyboardgeklimpere wird es dann noch bis zur Schmerzgrenze ausgelastet. Lene näselt sich hochtönend durch die sinnfreien Texte und auch Rene scheint die Lust am rappen von Song zu Song mehr und mehr zu vergehen. Das ganze rotzt sich über dreieinhalb Minuten durch die Bedeutungslosigkeit... selbst der Refrain kann hier nur für wenig Motivation sorgen.

Die erste Single "Roses are red" ist der neunte Song des Albums. Auch hier wird wieder "Euro-Dancefloor-Pop" in Reinform zelebriert... mit welcher Scheisse wir da MItte der 90er überschwemmt wurden, das ist schon arg !
Die sich vor Geschwindigkeit schon fast überschlagenden, pumpenden Beats knallen sinnlos in den Raum - auch der Keyboarder scheint mit wenig Nachdenken zu agieren und klimpert ohne Unterlass auf seinem Gerät umher.
Lene und Rene`s Zusammenspiel ist hier wieder das begeisterndste - und auch der Refrain wird einigermassen eindringlich dargeboten.

Ganz stark auf die Tränendrüse wird bei "Turn back time" gedrückt, welches ebenfalls den Singleauskopplungsstatus erreichte.
Die langsam sphärisch wabernden Synthies stehen hier deutlich im Vordergrund, der tackernde Beat verbringt sein Dasein im Hintergrund. Lene legt ihre von Betroffenheit beschlagene Stimme über die Instrumente und "blüht" zum Refrain mit erhobener Stimme auf, vom Piano begleitet wird hier eindringlich, sanfter Gesang geboten. Durchaus melodisch und stimmig !

Den Abschluss des Albums macht "Calling you". Wieder einer der massig vertretenen Dancefloor-Stücke.
Auch hier pumpt und drückt der Bass im Herzschrittmachertempo durch die Lautsprecher. Lene scheint vollends dem Zuckerschock erlegen zu sein, wenn Sie wirr frohlockend aussteigt... und der Zungenbrecherrefrain ist zwar eingängig...aber mitsingen wird den wohl doch keiner.
Mehr will ich über diesen Durchschnittsstampfer nicht verlieren....


III. MEIN FAZIT

Wie bereits erwähnt... EuroDanceFloorPop war die Plage die uns Mitte der 90er heimsuchte und lange unsere Charts bestimmte !
Im Sog dieses Musikstils kam dann auch dieses Album zustande, dem man dennoch ein paar ganz gelungene Ideen zugestehen muss, vor allem "Barbie Girl" kann durchaus immer noch gefallen. Nur leider verkommt der Rest zur totalen Durchschnittskost - ob das nun die sanfteren Popballaden oder die Tempogetrimmten Dancefloorstampfer sind - wenig auffallendes wird hier geboten !

IV. SONSTIGES

Ich konnte keine Homepage der Band finden... haben Sie sich etwa wirklich schon aufgelöst ?
Wer weis mehr ??
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
bmw-bernd

bmw-bernd

04.11.2007 06:49

Toller Bericht! Gruß, Bernd.

DasistnichtDeinBericht

DasistnichtDeinBericht

04.10.2004 15:14

Da schmückt sich jemand mit Deinen Federn: http://www.dooyoo.de/musik-alben/aquarium-aqua/1006838/

TheRealOCOG

TheRealOCOG

22.07.2003 14:45

Keine Ahnung, ob sich die aufgelöst haben. Kann aber schon sein weil Zucker löst sich ja bekanntlich in Wasser auf. Haha, welch grandioses Wortspiel ;-)

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