punkige DragQueens verrocken Musicals
13.11.2003
Pro:
Spaß pur
Kontra:
etwa kurz geraten
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 barkeeperquark
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:504
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 160 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Bevor sich noch jemand Sorgen um meinen Gemütszustand macht oder geneigte Leser aufgrund meiner herbstlichen Musikbeschreibungen in Depressionen verfallen, habe ich mir für heute mal ein paar lustige Spießgesellen ausgesucht! "Me First And The Gimme Gimmes" klingt ja schon vom Bandnamen her nach Jungs, die man nicht ernst nehmen sollte und wenn man dann noch etwas genauer hinsieht, ist schnell klar, daß hier der Wahnsinn regiert. Fünf Jungs, die in der amerikanischen Punkszene feste Größen sind, rotten sich zusammen, um durch die Jahrzehnte zu ziehen und alte Hits und unbekannte Schätze aufzumischen. Die Legende besagt zwar, daß Sänger Spike schon vor Urzeiten Kopf einer Garagenband mit John Lennon, Paul Simon und Elton John war, die ihm im Anschluß seine Songs klauten, damit groß herauskamen und den armen Spike in tiefer Armut zurückliessen, bis sich endlich FatMike von "NoFX" erbarmte, Spike bei seiner Rache zu helfen, aber diese Geschichte gehört dann wohl doch eher in das Land der modernen urbanen Sagen . Auf jeden Fall treffen wir bei "Me First And The Gimme Gimmes" (MFATGG) neben den beiden oben genannten auch noch auf Dave Raun (Drums) und Joey Cape (Backgroundgesang, Gitarre) von "Lagwagon) und Chris Shiflet.
Das Album "Are A Drag": ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1999 warfen die fünf Amis ein Album auf den Markt, bei dem sie sich 12 mehr oder minder bekannte Musicalhits vornahmen und in bester Funpunktradition aufpolierten. Zum Auftakt knallen sie uns "OVER THE RAINBOW" um die Ohren, auf daß dem Zauberer von Oz die Karnickel vor Freude nur so aus dem Hut hüpfen und der Kopf des Zuhörers hin- und herwippt. Als nächstes dürfen sich alle Gauchos freuen, denn nachdem Madonna ihrer Ikone "Evita" mit "DON`T CRY FOR ME ARGENTINA" huldigte und ein schmieriger Herr Webber daraus ein Musical bastelte, ziehen MFATGG den Song wieder aus dem Sumpf, legen ihn trocken und rocken fein ab. Und bevor Frank`n`Furter Brad & Janet vernascht, schlüpft Spike in sein Dragqueen Outfit und gibt uns das "SCience Fiction Double Feature", bei dem wohl jeder mitgröhlen kann. Es ist zwar Herbst, doch MFATGG tragen die kalifornische Sonne im Herzen und so ist ganzjährig "SUMMMERTIME", was der geschulte Hörer am Anfang noch leicht erkennen kann, dann bei erhöhter Geschwindigkeit jedoch nur noch in Ansätzen entziffern wird. The Sound of Music ist ein eher unbekannteres Musical, aber auch hier haben die Fünf ihren "FAVOURITE SONG" gefunden, der in bester "Bad Religion"-Marnier dargeboten und verschnellert wird. Die "RAINBOW CONNECTION" sagte mir bisher nichts, aber ein einprägsamer Song bleibt es auch nach der FunPunk Umwandlung. Wieder mal muß Andrew Loyd Webber dran glauben und Spike gibt uns das "PHANTOM OF THE OPERA". Damit wird er sich zwar sicher nicht in die Hall of Fame der Musicalstars singen, aber gibt dem Song allemal neue Aspekte und dem Grauen einen neuen Namen *lach* Jeder strebt nach Ruhm (Fame), natürlich auch die Fünf, die uns nach 7 Songs bereits am Herzen liegen. Aber bevor sie sich für eine schlechte Fernsehshow in Deutschland bewerben, nehmen sie doch lieber einen Song aus dem Musical (BODY ELECTRIC) und lassen LeRoy mal richtig rebellieren. Auch in Kalifornien regnet es mal und wenn dies bei einer PromNight geschieht, befinden wir uns in "Grease" und fünf Gestalten, die so gar nicht nach Travolta aussehen hopsen über die Bühne und jaulen sich nen Wolf. Herrlich. Morgen (TOMORROW) dreht sich auch "Annnie" im Grabe herum, weil MFATGG ihr schönes Musical kaputt...ääääh..noch schöner gemacht haben. Sie lieben uns erst morgen, heute spielen sie uns lieber noch ein bißchen eingängigen Punk, der mit einem Klassiker aus "A Chorus Line" fortgesetzt wird. Ja, was man nicht alles für die Liebe tut (WHAT I DID FOR LOVE), da holt man glatt die Jane Fonda Gedächtnisstulpen aus dem Schrank und macht ein bißchen Homestagdiving bevor es zum großen Finale im "CABARET" kommt, wo es dann etwas besinnlicher zugeht - natürlich mit furiosem Ende. DragQuarks Fazit: ~~~~~~~~~~~~~~~~~ "Me First And The Gimme Gimmes" machen einfach nur Spaß und auch den Jungs merkt man an, daß sie bei ihrem Streifzug durch die Welt der Musicals ihre helle Freude haben. Es bleibt zu hoffen, daß A.L.Webber nicht mit einem Punkmusical zurückschlägt *g* Man kennt zwar nicht alle Songs, doch vergißt man alle nicht so schnell und heftiges Kopfmitwippen ist fast immer garantiert, wenn die fünf Punkszenegrößen sich durch die 12 Songs rocken. Die Aufnahmequalität kann als durchaus gut bezeichnet werden ergo haben sie eine gut schallgedämmte Garage mit ordentlichem Equipment gefunden. Was der CD noch fehlt, ist etwas mehr Spielzeit, denn die knapp 30 Minuten sind doch ein bißchen schnell um. Daher vergebe ich insgesamt 4 Sterne, aber natürlich eine klare Empfehlung zu einem fairen Preis.
vielen Dank fürs Lesen, Kommentieren und Bewerten, der HerbstQuark, dem heute mal die Sonne aus dem Allerwertesten scheint
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29.01.2004 15:57
nich nur das album is etwa kurz geraten ... dein ebricht auch , aber letztendlich isses doch noch n s.h. - dein glükk ;->
21.12.2003 08:01
Gut, dass klingt zwar nicht düster, aber ich bezweifel trotzdem das mir die Songs gefallen würden! ;)... LG Martina
23.11.2003 00:59
Kenn ich nicht wirklich, aber kannst es mir ja dann am Stammi mal vorspielen! *knuddelt*