Erfahrungsbericht über

Aura - The Mission

Gesamtbewertung (3): Gesamtbewertung Aura - The Mission

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GEBT MIR MEINE MISSION WIEDER!

3  30.08.2003

Pro:
einige gute Ansätze

Kontra:
nichts zuende gedacht, grauenhaft abgemischt

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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billigautos.de

Über sich: Mensch - war ich lange weg....

Mitglied seit:22.03.2001

Erfahrungsberichte:212

Vertrauende:39

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 35 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Damals in der guten alten Zeit, als CURE, MISSION und SISTERS noch Massen in Stadien bewegen konnten und ein paar der entspanntesten Konzerte meiner Jugend veranstalteten – da war Mission für mich fraglos die beste Band der Welt.

Songs wie BUTTERFLY ON A WHEEL, TOWER OF STRENGTH, GRAPES OF WRATH und natürlich DELIVERANCE waren einfach unschlagbar schön.
Speziell die späteren Alben der späten 80er / frühen 90er zeigte ganz einfach eine seht ausgefeilte Rockband mit ein paar Gothic-Zügen: wunderschöne poetische Bilder, keinen sinnlosen Krach an den falschen Stellen – einfach schön.
Man musste keine schwarz gefärbten Haare haben, nicht bleich geschminkt und akut selbstmordgefährdet sein, um diese Band zu mögen.

Tja, damals.
Dann zerbrach Mission, wurde offiziell aufgelöst, fand aber, wie bei Bands üblich, nach Jahren wieder zusammen, vermutlich, weil Ihnen das Geld ausgegangen war….

Leider scharten sich dann zu diesem Zeitpunkt ein paar Gesichtslose Musiker um den Kopf Wayne Hussey.

Die CD AURA ist nach der BLUE ein weiterer schauderhafter Beweis dafür, dass das noch lange keine Band macht.
Ohne Frage: Hussey ist hier wieder einmal sehr ambitioniert herangegangen, wie er das eigentlich immer getan hat – er ist einer dieser typischen Selbstverschleißer.

Die CD zeigt, bisweilen klarer als die Mission-Alben – seine Handschrift.
Leider auch nur seine, möchte man vermuten, denn die CD hat keine Substanz. Der erste Song, EVANGELINE, fetzt sehr gut, hat etwas von Stil von DELIVERANCE oder auch der gitarrenlastigeren Fassung von AMELIA, einem Song aus der besten Zeit der Band.

Dann leider folgt ein müdes Werk aus sehr sehr ähnlichen Songs, die es sich kau lohnt, einzeln zu erwähnen, da ihre Ähnlichkeit zum Teil wirklich frappierend ist – nicht, dass sich die Songs im klassischen Sinne gleichen. Sie WIRKEN einfach alle gleich – und wenn man nicht sehr genau drauf achtet, dann ist die Platte plötzlich zuende und man hat das Gefühl, einen sehr langen Song gehört zu haben.
Na, sagen wir mal 2 Songs, denn EVANGELINE ist wirklich cool, auch wenn die Gitarren mir ein wenig zu sehr im Vordergrund stehen.

Erst, wenn man die CD mehrfach hört, erkennt man ein paar coolere Stücke.
THE LIGHT THAT POURS FROM YOU ist beispielsweise ziemlich cool, basiert auf sexuellen Motiven,Beziehungsthemen und einer sehr guten Gitarre, der sehr präsenten Stimmevon Wayne Hussey und eben dieser dunkelromantische Grundstimmung, die Mission immer sehr schön zu kreieren wussten.
BURLESQUE hat auch einen gewissen Reiz, klingt wie eine Weiterentwicklung früherer Mission-Songs auf modernere Motive hin – jedoch gilt auch hier mal wieder: die Gitarren sind zum Teil so sehr in den Vordergrund gemischt, dass de den Hörer schon beleidigt. Cool an diesem Song: der Song enthält die Simulation eines Hundebellens, die man erst bei 3. Hören als solche wahrnimmt – dese wurde auf der Original-Maschine von den Sisters of Mercy erzeugt, was nur eine Rand-Memoarbel für echte Fans und Kaffeesatzleser der Pop-Musik ist, aber für die eben witzig.

Der vielleicht schönste Song der CD wäre COCOON, der wirklich romantisch, dunkel, entspannt ist und zum Träumen anregt, wie die früheren Songs der Band das taten.
Leider gilt auch hier: Gitarren gehören nicht über die Stimme des Sängesr – schon gar nicht über de von Wayne Hussey.

Ein wenig entschädigend wirkt das Cover, das wieder einmal Liebe zum Detail zeigt. Durchgängig werden hier die Texte auf verschwommen mittelalterlichen Hintergründen gezeigt, ohne dabei zu schwarz zu werden – das ganze ist einfach sehr liebevoll und deteilverliebt umrahmt und erinnert auch ein wenig an frühere Alben, auf denen, weil sie als LPs erschienen, sehr viel Platz für solche Detailliebe war, die man heute auf den CDs natürlich nicht erkennen kann.
Ich denke hier beispielsweise an GODS OWN MEDICINE.

Nur ist einem nach dem dritten Hören sehr schnell eines klar: Ob man Gothic nun mag oder nicht oder zu jung ist, um zu wissen, was das eigentlich war und warum es als Trend plötzlich wiederzukommen scheint: eine ausgewogene Platte hat man hier nicht in der Hand.
Und immer wieder nervt dasselbe Syndrom. DRAGONFLY etwa könnte ein liebevoller kleiner Rocksong mit ein paar elektronischen Elementen sein und KÖNNTE sehr schön sein, wenn da nicht diese Gitarre i Vordergrund wären. Melldien nämlich sind hier ganz klar vorhanden, sehr eingängige sogar, ebenso wie in LAY YOUR HANDS ON ME ein paar coole Fragmente der Düsternis zu finden sind, die man vielleicht eher bei FIELDS OF THE NEPHILIN vermuten würde.
Geräusche aus einer Tropfsteinhöhle, elektronisch verfremde, begleiten die Strophen, eine starke Basslinie zieht sich durch den Song – und dann: GITARREN in meinem Ohr, die wieder einmal so ausgesteuert sind, dass es beleidigt.
Und auch hier gilt – hört man den Song nicht wirklich sehr genau, fällt er einem als Song nicht auf – die ihn rahmenden Songs ähneln ihm zu sehr, vermutlich, da der Soundteppich einfach der gleiche ist, dieselben Gitarren den Vordergrund bilden.

So bleibt dann am Ende der Platte der Eindruck übrig, dass Hussey lieber noch ein Bier auf de guten Alten Tage getrunken hätte, in denen der Band haufenweise regelrecht magische Songs gelungen sind.
MESSMERISED ist hier vielleicht der beste Anspieltip. Geht wahnsinnig gut los und versackt dann in einem faden Aufguss langweiliger Gitarren-Elemente, die zu rockig sind – gut gemeint und dann die Intention vergessen, no magic thing….
Auch, wenn diese CD um LÄNGEN besser als das geradezu schauderhafte Vorgänger-Album ist. Die Songs misslingen einfach kontinuierlich – und ich bin wirklich der letzte, der sich nicht das Gegenteil gewünscht hätte. So geht die Platte zwar schon wieder in die richtige Richtung – aber nicht weit genug.

Und ein Mischpult muss man eben auch bedienen können.
Das einzige, was die Platte heute noch wirklich empfehlenswert macht, ist die Tatsache, dass man solche Musik sonst einfach gar nicht mehr bekommt.

Bleibt nur zu hoffen, dass Mission noc einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gehen....

In Trauer um die Achtziger.....


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
G_o_t_h_i_c

G_o_t_h_i_c

11.09.2003 22:05

tja, leider :-((

Zwergfrucht

Zwergfrucht

30.08.2003 10:17

in Trauer um die guten alten Zeiten!!!

anonym_60

anonym_60

30.08.2003 10:14

Cooles Cover!

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Irgendwie traurig, wenn eine Institution wie The Mission vor einer relativ ...

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