Batman Begins (Soundtrack)

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Batman Begins (Soundtrack)

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Soundtrack mit zwei Gesichtern

3  09.09.2008

Pro:
unterstützt den Film sehr gut, folgt den Grundprinzipien des Films

Kontra:
viele Passagen wirken ohne die Bilder nicht

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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matthias-g

Über sich:

Mitglied seit:12.06.2000

Erfahrungsberichte:61

Vertrauende:9

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 30 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Heute will ich euch den Soundtrack "Batman Begins" zum gleichnamigen Film von 2005 vorstellen. Der Film wurde seiner Zeit von Christopher Nolan verfilmt und stellt einen Neustart der Vermarktung der "Batman"-Reihe dar. Der Held Batman/Bruce Wayne wird von keinem geringerem als Christian Bale verkörpert, vielen bekannt aus "American Psycho" und "The Machinist". Sicherlich eine erstklassige Wahl, genauso wie der restliche Schauspielerstab.

Aber zurück zum Soundtrack, dieser wurde von Hans Zimmer und James Newton Howard gemeinsam komponiert. Angeblicher Grund war die Absicht, Bruce Wayne auch musikalisch in zwei Teile zu splitten, ein Playboy und ein schwarzer Ritter.
Der Soundtrack umfasst 12 Tracks:

01. Verspertillo
02. Espesicus
03. Myotis
04. Barbastella
05. Artibeus
06. Tadaria
07. Marcrotus
08. Antrozous
09. Nycteris
10. Molossus
11. Corynorhinus
12. Lasiurus

Alle Tracks tragen angeblich die Bezeichnungen von Fledermausarten, ob das stimmt, weiß ich leider nicht. Was allerdings stimmt, ist, dass die Anfangsbuchstaben der Songs vier bis neun "BATMAN" ergeben, ein amüsantes Detail.

Der Soundtrack folgt dem Grundtenor des Films, der so realitätsnah und düster wie kaum eine andere Comicverfilmung daherkommt. Dies spürt man auch über weite Teile des Soundtracks, so sind die ruhigen Passagen, die zweifelsfrei sehr gut zum Film passen, ohne die Bilder etwas verloren und vermögen nicht lange in meinem Ohr zu bleiben.
Eine besondere Charakteristik haben die Tracks 8 ("Antrozous") und 10 ("Molossus"). Sie haben am ehesten Theme-Charakter, diese Melodie, die meines Erachtens den höchsten Wiedererkennungswert hat, geht ins Ohr. Und wer dieser Tage "The Dark Knight" im Kino sieht, weiß bei diesen Melodien, dass eine rasante Action-Szene bevorsteht. Soweit ich das bisher deuten konnte, wird das Theme stets dann verwendet, wenn Batman seine "Mission als Rächer" ausübt und dabei bereits seine Fledermausfigur als "Symbol" voll entwickelt hat. Das Theme ist dabei relativ einfach gestrickt, im Hintergrund ist eine sehr hektische Grundrythmik zu hören, die den Score voran treibt und spürbar das Tempo verschärft. Ergänzt wird das ganze durch Streichinstrumente, die beim ersten Ton sofort die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und dem scheinbaren Chaos "Würde" verleihen und in ein "größeres Ganzes" einordnen.
Einen guten Einstieg in den Soundtrack als eine Art "Zusammenfassung" bildet der erste Track, "Verspertillo". Viele der verwendeten Motive werden hier bereits angedeutet und vorbereitet.
Ebenfalls eine recht gute Stimmung verbreitet "Corynorhinus", ist es doch einer der wenigen Tracks, der die Hoffnung der Stadt auf Besserung einfängt.
Die übrigen Tracks sind, wie bereits angedeutet, sehr gut, aber ohne zu wissen, dass sie zu Nolans Batman-Interpretation gehören, würde ich mich schwer tun sie wiederzuerkennen.

Was bringt uns dieser Soundtrack?
Feststeht, dass Zimmer und Howard zwei technisch angehauchte Komponisten sind. Keinen Moment hat man den Eindruck, dass man den Fantasy-Stil eines Danny Elfman oder die romantisch, verträumten Melodien eines John Williams versucht zu kupfern.
Bei der Gelegenheit, es war ein ziemlich gewagter Schritt seitens des Filmstudios und/oder Nolans nicht die sehr bekannten Melodien, die einst Elfman für den Rächer Gothams schrieb, zu nutzen. Meines Erachtens war dieses Vorgehen sehr konsequent und in seiner Realisierung gerechtfertigt.
Wie bereits erwähnt, schätze ich beide Komponisten als technische begabte Künstler ein, die sehr genau wissen, wann ein Kontrabass für Action und Tempo sorgt und wann nicht. Die Wahl und die Umsetzung zum Film sind daher als sehr gelungen zu bezeichnen, weil sie genau die Eigenschaften von Batman herausarbeiten. Man muss sich stets verdeutlichen, dass hinter der Maske ein Mensch steckt. Er blutet bei Schnittwunden, ist der Schwerkraft ausgesetzt und hat sich die körperlichen Fähigkeiten antrainiert. Er kann nicht fliegen wie Superman oder Seile spannen wie Spiderman. All seine Überlegenheit gegenüber anderen rührt aus der Technik und Ingenieurskunst von Wayne-Enterprise. Im Film räumt man dieser Notwendigkeit einen spürbaren Part ein und arbeitet es deutlich heraus. Und genau darin besteht die Kunst des Films und damit auch dem Soundtrack. Hier versucht ein Normalsterblicher aus Verantwortung und Rache heraus, die Welt zu bessern. Dieser realistischeren Sichtweise wird der Soundtrack - im Vergleich zum Elfman-Theme - deutlich dienlicher.
Außerhalb des Film bleibt allerdings weniger von dem sonst recht stimmigen Soundtrack über, dass ist halt die Gefahr, wenn der Score den Film unterstützt. Bei "Fluch der Karibik" war dies Hans Zimmer und Klaus Badelt mit Themes wie "He's A Pirate" besser gelungen "autark" zu sein, aber Sparrows Abenteuer boten sich auch besser an.
Im Übrigen, wird mancher nach mehrmaligen Hören den Eindruck haben, dass er einige Melodien, so oder so ähnlich schon gehört habe. Ich selbst hatte den Eindruck die "Homecoming"-Melodie aus "Gladiator" (Zimmer) kurz gehört zu haben, genauso wie Teile von "Blood Diamond" (Howard). Kann aber auch nur Einbildung gewesen sein. ;-)


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