Acid Jazz "at its best !"
09.04.2010
Pro:
+ alle Hits der Band vertreten + auch sonst qualitätsvolle Stück + kaum "Ausfälle"
Kontra:
- ein oder zwei Instrumentaltitel hätten es noch sein dürfen .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Hollgo
Über sich:
★ Nichts ist manchmal besser als wenig...★
Mitglied seit:21.10.2009
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Produktvideos:3
Vertrauende:72
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 64 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich gebe es zu. Ich bin schon seit langem ein begeisterter Hörer von Bands und Künstlern aus dem Cool Jazz und Acid-Jazz Bereich. Die Musik ist immer angenehm, unpretentiös und macht mir immer gute Laune. Der Acid Jazz-Bereich ist in der Musikszene allgemein (leider) keine große Sache. Im Kern gibt es nur wenige wirklich gute Könner der Materie. Dazu zählen zum einen die "Brand New Heavies", über deren "Greatest Hits" ich ja schon einen Bericht verfasst habe. Eine weitere Größe dieser Musikrichtung stellen eindeutig die Damen und Herren von "Incognito", die zeitweise sogar zwei recht große Erfolge in den Charts der frühen 90´er Jahre feiern konnten, dar. "Always there" dürfte vielen Kennern vielleicht noch ein Begriff sein. Als ich nun im Zuge einer Buchbestellung beim Portal "buecher.de" das "Best Of"-Album der Band im Angebot sah, schlug ich zu. Für nur 7,49 € war das Album ein echter Schnapp. Seitdem wird das Album bei mir zu Hause rauf und runter "gedudelt" , es sind einfach so gut wie alle tollen Stücke der Band vorhanden. Bevor ich zu den Titeln komme, gibt es erstmal ein bischen "Cognito" für "Incognito"...
Wer sind "Incognito" ? Incognito - diesen Begriff sollte jeder kennen, der schonmal einen Krimi oder Agentenfilm im Fernsehen gesehen hat. Er bedeutet ,wörtlich aus dem lateinischen übersetzt, soviel wie "Unbekannt" oder "Ohne Namensnennung". Die Band wurde in London anno 1980 gegründet und besteht seitdem in - immer wieder wechselnden - Besetzungen bis heute. Zeitweise gehörte sogar der bekannte irische Sänger Van Morrison (u.a. bekannt durch seinen Hit "Have I Told You Lately") und die auch in Deutschland dann und wann Konzerte gebende Soul-Größe Jocelyn Brown zur Band. Die aktuelle Combo ist vom Lineup her schon fast eine kleine Bigband und besteht aus insgesamt 15 Mitgliedern, darunter insgesamt vier Sängerinnen und Sängern, dazu gesellen sich drei Keyboarder, die in sich songweise abwechseln. Zahlreiche Blasinstrumente, ein Bassist und Gitarrist sowie ein Drummer und ein Percussionist runden das Bild ab. Ihren größten Erfolg hatte die Band 1991 in Zusammenarbeit mit Jocelyn Brown mit dem durchaus tanzbaren Titel "Always There", wodurch die Gruppe durchaus auch international bekannt wurde. Ihre Musik
Bilder von Best Of - Incognito
ist eine stark jazzlastige und ebenso vom Rhythm & Blues und Soul-Einflüssen beeinflusste Musik, die man gemeinhin als "Acid Jazz" bezeichnet. Das hier vorgestellte "Best Of" - Album erschien im Jahre 2004. 2008 kam ihr bis dato letztes Album mit dem Titel "Tales From The Beach" und eine entsprechende Version mit den Remixen dieses Albums heraus.
Das Cover
Das Frontcover zeigt uns den Gitarristen, Keyboarder und Background-Sänger der Gruppe, Jean-Paul "Bluey" Maunick cool mit Sonnenbrille in einem weissen Overall bekleidetlässig abgrooven. Conzentrisch sind grüngelbe und blaue Farbringe über die Schwarzweiss-Fotografie von "Bluey" gelegt. Der Hintergrund des Covers ist weiß. Am oberen Rand sehen wir in einem schmalem, roten Streifen das Label von "Jazzclub" sowie von "Boutique" präsentiert. Darunter ist in recht kleiner, roter Schrift der Albumtitel "Always There - The Best Of" und wiederum darunter der Bandname "Incognito" in größeren, schwarzen Lettern abgedruckt.Die Rückseite des Albums zeigt oben ein größeres, rotes Längsfeld, in welches der Bandname "Incognito" in großen weißen Lettern abgedruckt ist. Darunter sehen wir die Trackliste mit allen 15 auf dem Album vorhandenen Stücken in schwarz auf weiß abgedruckt inclusive Spiellängenangaben zu jedem einzelnen Titel. Darunter der Hinweis, das die Aufnahmen digital remastered wurden, d.h. es wurde ein wenig "Soundpolitur" besonders auf die älteren auf dem Album vorzufindenen Stücke gelegt.
Meine Favoriten auf dem Album
Das Album geht schon gut los. Gleich der 1. Track ist schon einer meiner "Lieblinge". 1.) Don´t You Worry ´Bout A Thing (5:21)
Sauber, in einer jazzig-souligen Mischung geht die Best-Of Sammlung los. Dieser Titel war der ein wenig kleinere Nachfolgehit nach Incognitos Erfolg mit "Always There" aus dem Jahre 1991. Dieser Titel hier aus dem Jahre 1992 , vorgetragen von der damaligen Mit-Frontsängerin Maysa Leak, geht schon richtig gut ab. Leicht swingend im gesteigerten Tempo, begleitet von reichlich Bläserunterstützung in Form von Trompete und Saxophon mit reichlich Bass untendrunter ist diese Nummer durchaus auch tanzbar. Also, worüber machen wir uns hier Sorgen, um auf den Titel der Nummer mal einzugehen ? In Puncto qualitätsvoller Musik sind diese betreffend auf dieses Stück aus meiner Sicht jedenfalls absolut unbegründet. Auch das 2. Stück auf dem Album ist eines der stärkeren.
2.) Everyday (4:49 ) Drei Jahre nach "Don´t You Worry Bout A Thing" kam "Everyday" auf dem 1995´er Album der Band mit dem Titel "100° And Rising" heraus. Die Frontfrau wurde hier wieder gewechselt und kommt namentlich den Baywatch-Fans mit Sicherheit bekannt vor. Es singt hier Pamela Anderson. Allerdings natürlich nicht "DIE" Pamela Anderson, Namensähnlichkeiten sind hier rein zufällig. Allerdings hat die Pamela, die wir hier hören, eine wirklich gute, recht hell klingende und dabei kräftige Soulstimme, die dem Stück die gute Qualität verleiht. Dabei zeigt nach einer leicht groovigen Keyboardeinleitung der Bass, was er kann und dazu gibt es durchweg zu einem recht schmissigen Rhytmus, der mindestens zum mitwippen geeignet ist, solide Trompeten und Sax-Unterstützung aus der Bläserecke. Insgesamt eine leicht schwächere Nummer als der 1. Titel dieses Albums, aber das ist ein "Jammern auf hohem Niveau".
Stück 3 mit dem Titel "Still A Friend Of Mine" stelle ich nicht näher vor, es handelt sich um eine Soulballade, die nicht so ganz meinen Geschmack trifft, wobei es wirklich immer noch eine gute Qualität hat. 4.) Giving It Up (4:39)
Dieses Stück aus dem Jahre 1993 wird wiederum von Maysa Leak vorgetragen und legt ebenfalls ein recht ordentliches Tempo vor. Schmissige Trompeteneinlagen bringen den Hörer recht ordentlich auf Trab, dazu singt Maysa mit ihrer angenehmen Soul-Stimme davon, dass sie es jetzt müde ist, sich gegen das "große Gefühl" weiterhin zu sträuben... 5.) I Hear Your Name (6:52) Pianoklänge leiten das ebenfalls sehr gelungene 5. Stück auf dem Album an. Wieder hat die schon vorgestelle "Pamela" das Mikro der Lead-Sängerin bei diesem Stück aus dem "100° And Rising" - Album aus dem Jahr 1995 übernommen. Danach setzten melancholische Klänge ein, bevor Bass & die Bläserfraktion dem Stück den Incognito-typischen Jazz-Soul Touch gibt, die die Nummer dank der hervorragenden Sängerin wieder schön und voll grooven lässt.
6.) Shade Of Blue (5:46) Ein sehr schönes, im Vergleich zu den Vorgängertiteln dieses Albums eher dezentes Stück kennzeichnet "Shade Of Blue", welches die Band anno 1996 auf dem Album "Beneath The Surface" veröffentlichte. Das Mikro wurde erneut an Maysa Leak abgegeben, die dieser Soul-Ballade dank ihrer gefühlvollen Stimme einiges an Glanz verleiht.
Stück 7 mit dem Titel "Roots" ist eine recht funkige Mischung aus Funk & Jazz und kommt irgendwie genauso wie das nachfolgende Stück 8 mit dem Titel "Talking Loud" nicht so richtig bei mir an... 9.) Always There (3:35)
Kommen wir also zum größten Hit der Band aus dem Jahr 1991. Niemand anders als Top-Soulsängerin Jocelyn Brown sorgte zusammen mit der Band für diesen Erfolg. Das Stück ist eine tanzbare Mischung aus Jazz, Soul und Rhythm & Blues. Dabei ist rhythmustechnisch zunächst fast bei mir der Eindruck entstanden, als wäre hier eine technodance-Nummer dabei. Aber spätestens, wenn die gute Jocelyn mit ihrer dunkleren Soul-Röhre in Verbindung mit fetzigen Sounds aus der Bläserecke "daherfegt", geht die Reise voll in Richtung Acid Jazz. Die Beats und Vibes sind durchaus recht kräftig ausgefallen, sodass man eben fast auf die Idee gekommen wäre, "Incognito" wäre jetzt auf "Techno"-Abwegen, dem ist aber auch bei dieser Nummer ganz und gar nicht so... 10.) Colibri (5:39)
Bei diesem stark bassbasiertem Stück aus der "Tribes, Vibes & Scribes" - Platte des Jahres 1992 handelt es sich um ein reines Instrumentalstück. Funky gestimmte Gitarren leiten diesen gleichsam angenehmen wie groovigen Titel ein. Statt Gesang gibt es ordentlich "Da dub da lu la" zu hören und qualitätsvolle Trompetensoli erhöhen den Hörgenuss zusätzlich.Wenn ich draußen in der Sonne liege und diesen Song höre, ist für mich alles OK... :-)) Auf Titel 11 "Out Of The Storm" gehe ich ebensowenig ein wie auf den 12. Titel mit der Bezeichnung "Good Love"
13.) Deep Waters ( 6:35) Dieses Stück ist eine recht traurig-melancholisch zu nennende Stimmung verbreitende, dennoch angenehm zu hörende Soul-Ballade mit eingebaute Trompeten- und Sax-Soli, erneut vorgetragen von Maysa Leak. "Tiefe Wasser" lassen die Sängerin gefühlstechnisch ertrinken, was ja viele Schlüsse zulässt...
14.) Jump To My Love (4:08) "So, genug gegroovt", könnte man nach Stück 13 sagen. "Jump To My Love" geht hier rhythmus- und tempotechnisch gleich in die Vollen und wir bekommen eine Jazz-Soulmischung der tanzbaren Art geboten. Wieder spielen alle Acid-Jazztypischen Instrumente wie Trompeten, Saxophone, Bass- und Keyboards fröhlich auf, dazu gesellt sich eine dezente Streichersektion, die die gute Grundstimmung, die das Stück verbreiten soll, nochmals unterstreichen. Zum mitwippen und tanzen gut geeignet...
15.) Change (5:05) Eine solide, groovige Soul-Ballade aus dem Jahre 1992 beschliesst die "Incognito Best-Of " Sammlung. Gekonnt singt uns Maysa Leak von Wandel vor, die Grundstimmung ist dabei melancholisch-nachdenklich.
FAZIT
Die Band "Incognito" zeigt auf dem hier vorliegenden Album ihre ganze musikalische Bandbreite. Ob gefühlvoll vorgetragene Jazz-Soulballaden, stark jazzig und vom Funk angehauchte Stücke oder tanzbare Jazz-Rhythm & Blues Titel: diese Band hat es einfach drauf. Die von Platte zu Platte wechselnden "Lead Vocalistinnen" sorgen dafür, dass ein Song nie langweilig wird, denn jede hat ihren erkennbaren, eigenen Gesangsstil und spielt dennoch jeweils auf sehr hohem Gesangsniveau. Routinierte und stilvolle Einlagen der Bläserecke zeichnen die Band genauso aus wie die auch sonst sehr niveauvolle weitere musikalische Untermalung der einzelnen Stücke. Die Platte hätte gerne auch noch das eine oder andere Instrumentalstück mehr aufbieten dürfen, zumindest "The Fall" habe ich doch etwas vermisst. Macht aber nichts, habe ich auf einem anderen Album der Band... Ich höre das Album jedenfalls im Moment fast ständig rauf und runter, egal, ob zum beim Lesen eines Buches oder beim Surfen im Internet. (Keine Bange, wird sich geben...) und empfehle es weiter...
Gesamtspielzeit: 67 min, 9 sec.
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10.04.2010 22:49
Auch hier lass ich mal ein b.h. da ;-) LG Markus
10.04.2010 18:57
ist nicht so meine richtung...lg. rosi
10.04.2010 09:55
Das ein oder andere Stück kenne ich sicher auch.