Liebe Leser, liebe Musikfreunde,
der Winter ist da, draußen ist es bitterkalt und was gäbe es bei gelegentlichem Schmuddelwetter besseres, als es sich mit einer Kanne Tee und guter Musik für ein paar Minuten gemütlich zu machen ?
Meine Musikauswahl hat diesmal das "Best Of" Album der kanadischen Jazzsängerin Diana Krall getroffen. Warum ich mir gerade diese Scheibe gekauft habe und ob sie hörenswert ist, lest ihr nun in meinem Bericht:
~ DIANA KRALL - ZUR PERSON ~
Diana Krall wurde am 16. November 1964 in Nanaimo (British Columbia) geboren und wuchs in einer Musikerfamilie auf. Sehr früh begann Diana bereits das Klavierspiel zu erlernen, ihr Können präsentierte sie durch lokale Auftritte in ihrem Heimatort. Mit 17 begann sie ein Musikstudium am Berklee College of Music in Boston, 1990 zog es sie in den Big Apple nach New York wo sie einen Plattenvertrag erhielt und schließlich 1993 mit ihrem ersten Album "Stepping Out" den Durchbruch schaffte.
Diana Krall ist zweifache Grammy Gewinnerin, sie schreibt und komponiert eigene Songs und verzaubert weltweit mit ihrer sanften Jazzstimme das Publikum. Seit 2003 ist sie mit dem englischen Musiker Elvis Costello verheiratet.
~ THE VERY BEST OF - DIE CD & IHRE TITEL ~
01. "´S wonderful" (4:26min)
Dieser Titel wurde dutzendfach gecovert, meist in schnellem Rhythmus. Diana Krall interpretiert ihn allerdings langsam und sanft, sie wird dazu von einem Hintergrundorchester begleitet und spielt ein Klaviersolo in der Mitte. Schon bei diesem ersten Titel erkennt man als Zuhörer das Potential der Sängerin ebenso wie ihre wandelbare Stimme.
02. "Peel me a Grape" (5:49min)
Bar-Jazz vom Feinsten. Lediglich begleitet von Piano und Bass groovt dieser zweite Titel vor sich hin, Diana Krall entfaltet ihre Stimme wunderbar über mehrere Tonlagen. Das ist genau die Art von Musik die ich in einem verrauchten Jazzclub zwischen Whiskey und gedimmten Licht erwarten würde - sexy und geheimnisvoll!
03. "Pick yourself up" (3:01min)
Schön leichter Jazz Feel-Good-Titel, erneut mit einem Orchester im Hintergrund. Diana Kralls Stimme kommt hier wunderschön zur Geltung und man kann heraushören, daß eine Sängerin nicht immer schreien muß um einen Musiktitel großartig zu machen.
04. "Frim Fram Sauce" (5:00min)
Jetzt wird der Stil zwar etwas schneller doch trotzdem steuert Krall mit ihrer Stimme das Jazzfeeling des Songs. Es ist ein fröhlicher Song mit viel Pianoelementen - lässig, elegant und stilvoll präsentiert.
05. "You go to my Head" (6:46min)
Ein schönes Orchesterintro leitet den bisher unveröffentlichten Song von Diana Krall ein, was danach kommt ist ein wahrer Ohrenschmaus! Spätestens hier weiß der Jazzliebhaber was er an Diana Krall hat. Das einfühlsame Arrangement ist toll!
06. "Let´s fall in Love" (4:18min)
Ein legendärer Titel den bereits viele Top-Stars (inklusive Frank Sinatra & Ella Fitzgerald etc.) interpretiert haben. Auch hier gelingt es Diana Krall den Titel auf ein Neues zu verwandeln. Locker leicht und unkompliziert schwebt der Titel durch den Raum - klasse gemacht!
07. "The Look of Love" (4:41min)
Dieser Song war schon immer einer meiner Lieblingstitel der Sängerin. Er hat so etwas verzauberndes, ist definitiv sexy und verführerisch - wie die Interpretin selbst ;) Auch von diesem Song hat es mehrere Coverversionen gegeben, bei weitem ist dies jedoch in meinen Augen die Beste.
08. "East of the Sun (and west of the Moon)" (5:46min)
Nun wieder ein abwechslungsreich schneller Song mit Diana Krall am Piano, begleitet von interessant dominanten Basselementen. Kralls Stimme steht bei diesem Titel einmal nicht im Mittelpunkt. In der Mitte hört man ganz unerwartet Applaus - naja, muß ja auch mal sein :)
09. "I´ve got you under my skin" (6:08min)
Einer der meist interpretierten Songs aus dem Cole Porter Fundus den man oft als fetzige Big Band Version hört. Diana Krall passt ihn jedoch genau an ihre Stimme an und verwandelt ihn somit in eine träumerisch langsame Jazzversion. Hier kann man die Augen schließen und sich treiben lassen - einzigartig arrangiert und gesungen.
10. "All or nothing at All" (4:32min)Erneut kommt Kralls Stimme hier frontal sehr gut zur Geltung, das Arrangement ist unaufdringlich leicht und nach dem Hören von nunmehr 10 Titeln weiß man die Hingabe der Sängerin beim Interpretieren ihrer Songs zu schätzen - sie trifft bei jedem Titel ins Schwarze, und das gleich doppelt: mit Stimme und Piano.
11. "Only the Lonely" (4:16min)
Hier hatte ich beim Hören ein ähnliches Gefühl wie bei Titel Nummer 2. Sanfter Bar Jazz, allerdings würde ich mir hier schon eher einen großen Ballsaal vorstellen. Man bekommt beim Zuhören das Feeling längst vergangener Zeiten vermittelt, zumindest geht es mir so.
12. "Let´s face the Music and Dance" (5:17min)Ein unvergesslicher Klassiker von Komponist Irving Berlin, verfeinert durch ein neues Orchesterarrangement. Romantischer Klang, der Titel ist elegant und verführerisch.
13. "The Heart of Saturday Night" (4:06min)
Dieser Jazz Titel klingt ziemlich neu, man hat hier das erste Mal beim Hören nicht das Gefühl, sich in den 40´er Jahren zu befinden. Kein Wunder: der Titel ist eine Jazz-Coverversion des amerikanischen Komponisten und Sängers Tom Waits - und Diana Krall weiß diese Coverversion perfekt in ihr Repertoire einzufügen!
14. "Little Girl Blue" (5:38min)Ein klein wenig traurig beginnt der 1935 veröffentlichte Song mit einem bewegenden Cello-Solo. Viele Jazzgrößen und sogar Janis Joplin haben diesen Titel bereits gecovert und Diana Krall fügt sich mit ihrer Interpretation hier wunderbar in die Reihe ein. Toller Song zwischen Traurigkeit und Leichtigkeit.
15. "Fly me to the Moon" (5:43min)
Eine Pariser Live-Aufnahme erwartet den Zuhörer zum Abschluß des Albums. Sie unterscheidet sich ein klein wenig von der früheren CD Version, ist aber trotzdem absolut hörenswert. Live Jazz bietet viel Raum für Improvisation und Diana Krall nutztsowohl ihr eigenes als auch das Potential des Songs hier voll aus. Klasse!
~ DER PREIS ~
Das Album habe ich letzte Woche bei Karstadt für € 17,99 gekauft und ich kann ganz klar sagen, daß die CD ihr Geld wert ist. Erwähnenswert ist noch, daß es die CD auch in einer Limited Edition mit DVD (40 Minuten Videomaterial) für € 21,99 gibt.
Wie immer lohnt sich der Preisvergleich: amazon.de führt das Best Of Album bereits ab € 6,85, die Limited Edition ab € 11,23!
~ MEIN FAZIT ~
Best Of Alben zur bevorstehenden Weihnachtszeit sind der Renner - einige sind bloße Geldmacherei, aber dieses Album hier war für mich ein Treffer ins Schwarze und in vielerlei Hinsicht eine kleine Sensation.
Zuersteinmal habe ich keinen Titel beim Hören ausgelassen (und das mache ich ziemlich oft wegen Nichtgefallen etc.), vom ersten bis zum letzten Song war ich begeistert und sehr gut unterhalten. Darüber hinaus haben wir hier einen fairen musikalischen Querschnitt durch Diana Kralls Karriere, die Songauswahl ist erstklassig und es sind sogar drei bisher unveröffentlichte Titel darauf zu hören.
Da ich ein Fan von veränderten Arrangements bekannter Titel bin, werde ich auch in diesem Punkt nicht enttäuscht - Variationen werden mir hier genug geboten.
Zu guter Letzt ist da natürlich noch die Sängerin und Pianistin Diana Krall selbst. Ihre sanfte Stimme verleiht den Songs ein ungeahntes Maß an Klasse, Eleganz, Erotik und Leichtigkeit...gepaart mit der vorzüglichen Klangqualität der CD ergibt das ein Hörerlebnis der Extraklasse und meinen ruhigen Momenten im schmuddeligen Herbst oder kaltem Winter steht praktisch Nichts mehr im Wege.
In diesem Sinne
Liebe Grüße
B E N N I
04.01.2008 20:23
klingt gut :-)
26.12.2007 18:22
... ist auf jeden Fall hörenswert. LG Bernd
22.11.2007 07:06
Kenne ich leider nicht und jetzt wär sicherlich ein HÖRBERICHT ganz klasse, vielleicht macht Ciao das ja mal ... aber die Beschreibung liest sich sehr gut... LG Andrea