THE BEST OF BLUES
26.12.2000 (08.03.2003)
Pro:
Wegen des Zusammenspiels mit anderen Größen des Blues ein mehr als nur hörenswertes Album . Hier wurde in der Tat ein Stück Bluesgeschichte geschrieben .
Kontra:
Kein Kontra
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 giovanna
Über sich:
Alles, was ich über mich öffentlich zu sagen habe, steht in meinen Berichten - und in meinen Komment...
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THE BEST OF FRIENDS des Altmeisters des Blues, John Lee Hooker, ist ein außergewöhnliches Album, sowohl in Bezug auf die Interpreten, die Auswahl der Titel und die Qualität der musikalischen Performance. Dieses Album aus dem Jahre 1998 vereint in sich insgesamt 13 Titel aus anderen John Lee Hooker Alben, die mit sehr viel Sorgfalt, Fingerspitzengefühl und dem richtigen "Blues-Feeling" zusammengestellt wurden.
Was mir daran am besten gefällt, ist, daß hier nicht nur die inzwischen verstorbene Blueslegende John Lee Hooker (bei der Einspielung dieses Album war er bereits 84 Jahre alt!) allein zu Gehör kommt, sondern im Zusammenspiel mit zahlreichen seiner musikalischen Freunde, von denen jeder Einzelne selbst längst Bluesgeschichte geschrieben hat; als da sind: Eric Clapton, Carlos Santana, Ry Cooder, Robert Cray, Johnnie Johnson und Bonnie Raitt, um nur einige Namen zu nennen. Die Auswahl der Titel scheint mir ganz besonders gelungen, denn, obwohl John Lee Hooker in jedem Song die Vocals übernimmt, wird deren Interpretation doch entscheidend geprägt durch die jeweiligen „Friends“, die mit ihm gemeinsam musizieren.
Ich möchte mir mal die Mühe machen, dies an einigen Beispielen zu verdeutlichen: ... BOOGIE CHILLEN:
Erster Titel dieser CD und ein Super-Einstieg mit Eric Clapton an der Gitarre. Erstaunlich, wie Clapton sich zurücknehmen kann, wenn er "nur" die Begleitung übernimmt. Sein Gitarrenspiel ist völlig unaufdringlich, und doch für jeden „Slowhand“-Fan natürlich immer noch absolut unverwechselbar! ... THE HEALER mit Carlos Santana:
Dieser Titel ist vollkommen geprägt von der musikalischen Persönlichkeit Santanas. Ganz im Gegensatz zu Clapton, der sich sehr zurücknehmen kann, spielt sich Santana geradezu aufdringlich in den Vordergrund und zwingt John Lee Hooker, sich IHM anzupassen, und nicht umgekehrt. Dennoch ein musikalischer Hochgenuß. Ähnliches gilt für CHILL OUT, wo Santana ebenfalls den alles beherrschenden Part übernimmt und dem Song seinen ureigensten und unverkennbar von der latinoamerikanischen Musik geprägten Carlos-Santana-Stempel aufdrückt. ... THIS IS HIP („It’s a rocking good way to mess around and fall in love“) mit Johnnie Johnson am Piano:
Was den Bekanntheitsgrad angeht, so ist dies wohl der „prominenteste“ Titel der CD: ein Ohrwurm der Extraklasse! Dieser Song strotzt nur so vor überschwenglicher Lebensfreude und Musizierlust! Den Löwenanteil daran hat kein Geringerer als Johnnie Johnson, der mit seinem enthusiasmierten Klavierspiel jeden Zuhörer in seinen Bann reißt! ... I COVER THE WATERFRONT mit Van Morrison an der Gitarre:
Für Romantiker und Melancholiker unter uns Zuhörern wohl der schönste und elegischte Titel dieser CD. Mit einer Spieldauer von fast 7 Minuten ist er auch der längste. Wunderbar, wie Van Morrison sich hier mit seiner Gitarrenbegleitung ganz im Hintergrund hält und lediglich John Lee Hooker’s ergreifenden Gesang sehr einfühlsam und dezent untermalt. Da mich dieser Song wie kein zweiter dieses Albums beeindruckt hat, möchte ich dem geneigten Leser/der geneigten Leserin eine Kurzbeschreibung seines Inhalts nicht vorenthalten:
Ein einsamer Mann, dem seine Liebste abhanden gekommen ist, verbringt seine Zeit damit, „on the waterfront“, oder, wenn man so will, an der „Waterkant“, und beobachtet, derweil er Unmengen an Kaffee und Zigaretten konsumiert, alle einlaufenden Schiffe – in der Hoffnung, daß einem dieser Schiffe seine Liebste entsteigen möge, um sich ihm wieder in die Arme zu werfen. Allein, so viele Schiffe auch in den Hafen einlaufen, keines von ihnen bringt seine einstige Geliebte zurück nach Haus. Und so sitzt er noch immer, ebenso hoffnungsvoll wie verzweifelt, „on the waterfront“ und wartet und wartet ...
... I’M IN THE MOOD mit Bonne Raitt: Ein trotz des Altersunterschieds der beiden Interpreten sehr überzeugend vorgetragenes Liebesduett, wobei die Stimme des „Grand Old Man of the Blues“ trotz seines hohen Alters keineswegs angestaubt oder gar vergreist klingt, sondern ganz erstaunlich jugendfrisch und verführerisch!
... DIMPLES: Der wohl „fetzigste“ Song des Albums. Großartig das Harmonikaspiel von John „Luke“ Logan! Ein echter Volltreffer in puncto Stimmungsmache.
... BIG LEGS TIGHT SKIRT: Diesmal wird John Lee Hooker von Ry Cooder an der Gitarre begleitet. Der Song ist ein typischer Ry Cooder Song (jeder, der den musikalischen Stil Cooders kennt, wird mir dies bestätigen); aber Altmeister Hooker läßt sich von seinem Freund Cooder keineswegs unterkriegen oder gar an die Wand spielen, sondern behauptet sich mit einer unvergleichlich energiegeladenen Gesangsnummer.
... DON’T LOOK BACK mit Van Morrison: Hier läßt sich Hooker zum krönenden Abschluss des Albums auf ein wunderschönes Duett mit Van Morrison ein, das nicht nur hörenswert, sondern auch sehr anrührend und romantisch ist. Die Führung überläßt der Altmeister des Blues in sehr diskreter und zurückhaltender Weise seinem wesentlich jüngeren Freund.
_COVER____
Das Cover der CD zeigt John Lee Hooker’s Gesicht in einer Großaufnahme. Das Schwarz-Weiß-Foto bildet jede Falte und Furche seines alten, durch Leiden und Lebenserfahrung geprägten Gesichtes ab, und ich finde es sehr schön und sehr typisch für diesen außergewöhnlichen Bluesinterpreten, dessen einzigartige Kunst auch nach seinem Tode noch immer unerreicht ist.
____FAZIT_____
Obwohl das Album nicht mehr ganz neu ist und ich es schon seit einiger Zeit besitze, empfinde ich es nach wie vor als Ohrenschmaus und Bluesgenuß pur. Für Liebhaber der Bluesmusik drüfte „Best of Friends“ von Altmeister John Lee Hooker ein absolutes Muß sein!
Zum Schluß ein Zitat aus dem Begleitheft zu dieser außergewöhnlichen CD: „Some of the best things one can hope for in life are to touch other people, to make lasting friends and to be remembered not only for accomplishments but for the personal impact made on other people’s lives.“
Ich zweifele nicht eine Sekunde daran, daß John Lee Hooker sein Leben nach diesem Wahlspruch eingerichtet hat. In diesem Sinne ...
Copyright giovanna, 2001 / Update 2003
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01.06.2003 20:31
Sehr guter Bericht! Schade das John nicht mehr lebt, ich hätte ihn soooooo gern mal live gesehen. Aber in die CD muss ich mal rein hören. - Grüße Sebastian
20.03.2003 00:36
not my misic aber superlesenswert...
20.03.2003 00:19
He, ich hab von dem irgendeine (geschenkte) Platte rumliegen. Das dürfte sogar die hier sein. Gleich mal anhören!