Black Market Music
06.01.2003
Pro:
Gut gelungenes Alternative Album
Kontra:
manche Songs sind zu schwer
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 kentbrockmann
Über sich:
Ich bin so wild auf Deinen Erdbeermund, ich schrie mir schon die Lungen wund, nach Deinem weißen Lei...
Mitglied seit:07.09.2000
Erfahrungsberichte:253
Vertrauende:78
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 118 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Es gibt immer wieder Momente in denen ein einziges Lied einer band zum kauf eines kompletten Albums inspiriert, so erging es mir im vorletztem Jahr mit der englischen band Placebo, ich bin auf die Gruppe durch den Titel "every me and ervery you" aus dem Soundtrack des Filmes "Eiskalte Engel" aufmerksam geworden. Der Musikstil des Titels der sehr an Alternative Rock erinnert bewog mich also mal wieder zu Wegert zu stürmen und mich etwas reinzuhören. Den Song selbst fand ich leider nicht, ich entschied mich aber für das 2000 erschienene Album "Black Market Music" Die Band setzte sich zur zeit dieses Albums aus folgenden Mitgliedern zusammen: Brian Molko-Gesang, Stefan Olsdal-Gitarre, Steve Hewitt-Drums. Der Preis von € 15,33 ist nicht wirklich ein Schnäppchen, aber handelsüblich. Das Cover könnt ihr ja oben sehen und hat auch im Booklet nichts weltbewegendes, bis auf ein ganz nettes Bandfoto und die Songtexte zu bieten. Folgende Songs hat dieses Album zu bieten:
1. Taste in Man Ein verwirrendes und sehr komplexes Soundwirrwarr leitet diesen Song ein, um dann gleich den Akzent für den Rest des Albums zu setzen. Die Stimme von Brian Molko ist auffällig hoch, hell und klar. Das Lied selbst ist ein ganz guter Opener, da er zeigt, dass die Jungs einen recht eigenwilligen Stil haben. Der Song verbreitet eine eher düstere mystische Stimmung.
2. Days before you came Ein Song mit einer etwas klareren unkomplizierteren Linie, Gitarre und Drum stehen neben dem Gesang von Brian Molko im Vordergrund. Ein sehr flottes und gut anzuhörendes Stück und ein unbedingter Anspieltipp von mir.
3. Special K Es geht nahtlos in einem schnellem aber angenehmen Musiktempo weiter, wieder einmal mehr ist der zuckersüß hohe Gesang Molkos wesentlicher Mittelpunkt des Songs. Dürfte auf vielen Parties die Leute auf die Tanzfläche treiben.
4. Spite & Malice Es wird musikalisch wieder etwas komplexer und anspruchsvoller. Das Lied ist nicht so schnell wie seine Vorgänger, weist aber trotzdem die nötige Energie auf. Teilweise sind Spuren von Cross-Over Klängen zu vernehmen, die dem Lied aber nicht schaden, da immer wieder unterbrochen durch tolle Gesangspassagen.
5. Passive Aggressive Es wird plötzlich sehr ruhig und melancholisch, die Instrumente sind relativ zurückhalten, Molkos Stimme wird mit einem leisem Echo ausgestattet, was sehr zur Mystik dieses Liedes beiträgt. Schönes Lied bei Kerzenschein und depressiver Stimmung.
6. Black-Eyed
Ein Song den ich schon kannte, da er eine zeitlang bei Viva und MTV gespielt wurde. Ein ziemlich lockeres Tempo regiert diesen Song, die Gesangspassagen bleiben sehr kurz, dafür aber ziemlich variabel, Gitarrenriffs beherrschen eigentlich das Lied von vorne bis hinten. Ein weiterer Anspieltipp von mir. 7. Blue American
Wieder ein sehr melancholischer Song mit Hang zur leichten Depression und teilweisem politischem Hintergrund "I read a book about oncle tom, where a whitey bastard made a bomb". In meinen Augen wieder ein Lied für die düsteren Stunden des Lebens aber durchaus hörenswert und sehr gut gemacht. 8. Slave to the Wage
Ein Hauch von 80er Jahre überkommt mich immer wieder bei diesem Lied. Es ist recht tanzbar mit einem angenehmen Tempo, dezent im Hintergrund eine tolle Keyboardeinspielung, und eine Stimme die mal wieder alles übertrifft. 9. Commercial for Levi
Die Instrumente halten sich etwas im Hintergrund, was die Stimme von Brian besser zur Geltung bringt. Ein recht softer Song, der sich mit Drogen beschäftigt und ein Nachruf eines verstorbenen Freundes darstellt. 10. Haemoglobin
Leider wird hier Brians Stimme sehr verzerrt und wirkt recht entstellt, der Song wirkt durch Drums und Gitarre sehr energiegeladen, wobei der Gesang aber in meinen Augen zu weit in den Hintergrund gerät. 11. Narcoleptic
Wieder ein sehr stiller und melancholischer Song, der meiner Meinung nach aber etwas zum restlichen Material abfällt. Einzig der Gesang kann diesen Song etwas retten. 12. Peeping Room
Zum Abschluss ein weiteres melancholisches Lied, was mir aber weitaus besser gefällt, da hier wieder eine sehr große Klangvielfalt zu tage kommt, die dem Song trotz aller Sanftheit noch einen gewissen "rockigen" Touch gibt. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es wirklich keine Liebe auf den ersten Blick bzw. aufs erste Gehör war, da manche Songs aufgrund Ihrer Komplexität doch sehr schwer zu verdauen sind. Wäre der Gesang von Molko nicht gewesen, würde die CD bei mir sicherlich auch als Staubfänger dienen, aber grade von Molkos Stimme lebt dieses Album. So gibt es also immer wieder einmal Momente, wo ich mir diese CD mal schnappe und auch locker 6 oder 7 mal hintereinander höre, um sie dann wieder für mehrere Monate verschwinden zu lassen. Ich glaub man könnte es als Musik für gewisse Augenblicke bezeichnen, aber auch nur dann wirkt diese CD auch richtig. Welche Gelegenheit es ist, kann man auch nicht ganz genau sagen, bei manchen Songs überwiegt halt eine gewisse Euphorie und man kann schön dazu mitschunkeln, bei anderen Liedern muss man schon wirklich ziemlich down sein, um sich für diese Musik erreichbar zu machen. Es fällt mir auch schwer eine klare Kaufempfehlung auszusprechen, da man schon einen gewissen Faible für Alterntive-Music haben muss, um diese CD wirklich genießen zu können. Wer also eher Chart-geprägt ist, der sollte die Hände von der CD lassen und sich höchstens mal meine Anspieltipps anhören, für die anderen, die mit diesem Stil klarkommen, wäre ein Kauf nicht einmal unangebracht. Ich habs auf jeden Fall nicht bereut, obwohl es ein schwerer Anfang war.Deshlb auch nur knapp 4 Sterne.
Grüße bei Kerzenlicht vom Jens
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20.01.2003 14:56
Da kann ich wieder einmal nicht mitreden...
11.01.2003 22:30
Böse Stimmen raunten mir mal zu, das sich quasi jeder Song gleich anhören würde. Stört mich nicht weiter, die Band gehört auf jeden Fall zu meinen absoluten Favorites. Und das schöne ist: In meiner Stammdisco werde ich immer mehrfach pro Abend mit Placebo erfreut *yippiehdenk*
11.01.2003 17:42
Habe von den Jungs mal ein Konzert im TV gesehen, hat mir sehr gut gefallen! VG