►Technische Daten:
“Blech und Plastik“ wurde im Februar 2005 im Lowswing Studio von Guy Sternberg in Berlin aufgenommen. Es spielen die Stadtpiraten: Janis Görlich (Schlagzeug), Sebastian Vogel (Bass), Dota Kehr (Stimme und Gitarre) und Jan Rohrbach (E-Gitarre). Einige ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von noloko über Blech und Plastik - Dota Die Kleingeldprinzessin 24.01.2007
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
gut
Klangqualität:
ausgezeichnet
Langzeithörspaß:
wird nie langweilig
Pro:
sehnsuchtsvoll, melancholisch, ehrlich
Kontra:
keins
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
►Technische Daten:
“Blech und Plastik“ wurde im Februar 2005 im Lowswing Studio von Guy Sternberg in Berlin aufgenommen. Es spielen die Stadtpiraten: Janis Görlich (Schlagzeug), Sebastian Vogel (Bass), Dota Kehr (Stimme und Gitarre) und Jan Rohrbach (E-Gitarre). Einige der zwölf Stücke werden bereichert durch die Gastauftritte von Benedikt Apperdannier , Steffen Faul , Simon Harrer und Katrin Bek Alle Texte und Kompositionen sind von Dota Kehr der Kleingeldprinzessin.
Die Cd kostet 12 € und gibt es mittlerweile in allen gängigen Musikläden.
Auf dem Cover befinden sich eine gebastelte Band aus Holz und Draht, ich denke mal das soll die Kleingeldprinzessin und die Stadtpiraten selbst darstellen.
►Lieder:
1.Zeitgeist: Lied über unsere Gesellschaft, über Mode und Globalisierung...“ham die Taschen voller Blech und Plastik“. Über Ängste und Süchte Sms und E-Mail. Es ist sehr schnell gesungen, ich habe Probleme den Text ganz zu verstehen, das soll warscheinlich auch die Schnelligkeit unsere Welt ausdrücken.
2.Sternschnuppe: Sehnsuchtsvolles Lied mit melancholische Gedanken über die Vergangenheit. „ Ich seh die hellerleuchteten Fensterkreuze auf der anderen Seite der Nacht...“ (Sie singt öfter über Fenserkreuze).
3.Zauberer: Lustiges Lied mit Wortspielen. Über Ironie, Unsicherheit, Wunsch etwas zu erreichen was utopisch erscheint.
4.Selten aber manchmal: Sehr trauriges und schönes Lied. (Ich liebe traurige Lieder) sehr, sehr melancholisch. Schmerzhafte Erinnerungen an vergangene Zeiten. Beschreibt eine gewisse Sinnlosigkeit, die sich manchmal durch die Tage zieht. Es handelt vielleicht von einem Abschied zu einem sehr nahen Menschen. Selten aber manchmal denk ich noch an dich. Selten aber manchmal zauber ich dann ein Lächeln auf mein Gesicht Selten aber manchmal fühl ich mich unter tausend Menschen allein. Selten aber manchmal hab ich noch deine Lieder im Ohr Wenn ich selten sage mache ich mir manchmal etwas vor........
5.Friedberg: Auf einem Konzert hat Dota erzählt, sie hätte dieses Lied einfach so geschrieben weil sie einen Auftritt in Friedberg hatte und keine Ahnung was sie dort erwartet, es sind Gedanken wie es dort sein könnte und was da so los ist. Sie singt am Ende des Liedes portugisisch. (Ich finde es sehr erotisch wenn Frauen erotisch singen).
6.Mediomelo: Was mit alledem das zu sagen wir vergessen, was mit den angefangenen Sätzen, die im Raum stehengelassen werden. Kommt die auch mal einer abholen. Noch heute abend und dann den Rest unsres Lebens. Was mit alleden Gutenachtgeschichten, schlafende Ohren weiter träumen, was werden wir versäumen. noch heute abend und Dann den Rest unsres Lebens heute abend und dann den Rest unsres Lebens und...... Irgendwann ist lang lange lang genug. Irgendwann werd ich sagen, die Zeit verging im Flug. Und was mit alledem was wir tun konnten und werden. Noch heute abend....dann den Rest unsres Lebens......dann den Rest unsres Lebens.....und. Allein am Tisch als ehemaliger Nichtraucher und frag mich Videomelomelancholdramatik Ich geh jetzt in mich und wenn ich wieder raus komm bin ich außer mir und bei dir.....
7.Kaulquappe: Vergleich mit einer Kaulquappe....“ich bin ein wechselwarmes Wesen...“lustig mit vielen kleinen Geräuschen und auch ein bisschen Mundakrobatik.
8.Schneekönig: Eine kleine Geschichte über Einsamkeit, heilloses Durcheinander Weschselspiel zwischen Glück und Wahnsinn. (Aber so genau habe ich dieses Lied nicht verstanden)
9.„Nix“ Neues: Wir haben Jahreszeiten, Tageszeitungen und Termine und ganz genaue Pläne, wo es lang geht. Bewegungsmelder, Urlaubsbilder, Lieblingsrestaurants und Telefone, wo man dran geht. Kühlschränke voll mit krankem Konsumverhalten, Banken zum hingehen und Sonnenbrillen, die uns gut stehen. Der Kampf ums nackte Überleben ist uns fern, wie ein anderer Stern. Von dem man gerade mal weiß, daß er um dieselbe Sonne kreist. Dort gibt es Regenzeit und Trockenzeit, sowieso jede Menge Zeit, man nennt den Monat nach der Frucht, die reift. Ratten, Krätze, Kakerlaken, dreckig und heiß und ganz normal, daß man sein Geburtsdatum nicht weiß. Sieben Kinder, Wäsche von Hand, hartes Brot in den Mund, hart und salzig und ungesund … Die Freiheit zu wählen, wohin man geht, ist so fern wie ein anderer Planet. Von dem man nicht mal weiß, wie er heißt. Die Trägheit des Seins lullt alles ein, und macht es leicht zu sagen, alles müßte so sein
Das schlechte Gewissen ist die Erbse, auf der die Prinzessinnen schlafen gehen …
Schwarzes Geld in weißen Händen, alles bleibt, wie es ist. Ich bin und bleib ein Tourist. Gehör zu denen, die es haben, die es definieren, hier investieren und wissen, wie man jemandem, der alles braucht, braune, süße Brause verkauft. Man merkt, wo man stört, und man weiß wo man hingehört. Ich kann mich noch so viel schämen für die Welt, aus der ich komme, dieses Überleben ist doch nichts Neues unter der Sonne …
Das schlechte Gewissen ist die Erbse, auf der die Prinzessinnen schlafen gehen … und sie ruhen bequem.
9.Geheimnis: (Ich weiß nicht warum, aber ich kann zu diesem Lied nichts schreiben, so bleibt es seinem Titel treu.)
10.Erledigungszettelschreiber: Das Chaos des Lebens, indem man kaum einen Ausruhplatz findet. Das Lied handelt über den eigenen Anspruch an sich, von Ruhelosigkeit, Rastlosigkeit und den Wunsch dass jemand einen anhält und zeigt wie man genießen kann.
„Die“Drei: Lied über flirten, ein bisschen und auch ein bisschen Oberflächlichkeit und das am Ende doch das Gefühl siegt.
►Bandinfo
Kleingeldprinzessin: Dota Kehr ist 1979 in Berlin geboren. Sie macht seit 1996 Musik in einer Band am Anfang spielte sie Saxophon und dann wurde sie Sängerin. Sie spielte viele Jahre auf der Straße und auf Kleinbühnen im In- und Ausland und fing im Jahre 2002 an eigene Songs auf deutsch und spanisch zu schreiben. Dota ist eine Frau, die über alltägliche Probleme des Lebens singt, größere und kleinere. Sie verpackt alles in perfekt abgestimmte Lyrik und Wortspielen. Sie kann als Liedermacherin bezeichnet werden. Viel singt sie über Sehnsüchte und der Schwermut des Lebens. Fast alle Lieder sind sehr melancholisch und voller tiefgehender Gedanken. Ich kann mich in der Musik und ihren Gedanken absolut wiederfinden. Vielleicht liegt das auch an der Generation, sie ist 27 Jahre alt und schlägt sich warscheinlich mit ähnlichen Problemen und Gedanken rum wie viele junge Frauen in diesem Alter.
Die Stadtpiraten: Sebastian Vogel, Bass Janis Görlich, Schlagzeug Jan Rohrbach, E-Gitarre Sie haben einen sehr jazzigen Stil mit Einflüssen von Bossa Nova und Zigeunerswing. Es klingt lustig und erheiternd, viel mit Geräuschen und verschiedenen Tönen. Es wundert einen manchmal was die Instrumente alles so können. Knacken, Knarschen, Knacksen.
Im Jahre 2002 entstand die Band „Die Kleingeldprinzessin und die Stadtpiraten. Sie hatten zahlreiche Auftritte in Berlin und haben ihre erste CD "Kleingeldprinzessin" veröffentlicht. Ein Jahr später entstand die Cd Mittelinselurlaub – Perto da Estrada gemeinsam mit dem Komponisten Danilo Guilherme und brasilianischen Musikern. 2004 wurde nach zahlreichen Konzerten in ganz Deutschland die live CD „Taschentöne“ veröffentlicht. Aber auch außerhalb des deutschsprachigen Raums wird man bereits aufmerksam. Und so tourten die vier im Oktober 2006 mit Unterstützung des Goethe-Instituts durch Russland. Am 29.9.06 erschien das neue Album "Immer nur Rosinen".
►Fazit: Es sind wunderschöne Lieder voller Sehnsüchte, Gelüste und Gedanken. Oft sind die Lieder sehr melancholisch und auch manchmal richtig traurig. Sie handeln aber vom Leben und sind absolut nachvollziehbar. Dota hat eine sehr schöne Stimme und kann das super mit ihrem Gitarrenspiel vereinen. Außerdem ist sie „echt“ und „echte“ Musiker machen die beste Musik. Man kann sich auch selbst ein Bild davon machen auf www.kleingeldprinzessin.de wo es auch Lieder zum Anhören gibt.