Gib mir Blut und Spiele
29. Aug 2006
Pro:
viele Tracks, viel Abwechslung, interessante Themen
Kontra:
Remixe sind nicht gut, Gastsängerin hat keine gute Stimme
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Doomrider
Über sich:
Hier wird gegengelesen! -+-+-+-+- Bin übrigens auch bei Yopi unter dem gleichen Namen. +++CIS schein...
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Nach ihrem beachtlichen Erfolg des Studioalbums "Blut und Spiele" (2003) machte sich die Schweizer Band, bestehend aus Michel Frasse (Gesang), Patrick Sayer (guitars, music), Marion Altwegg (keyboards, lyrics) und Thomas Baumgartner (keyboards, music), an die Arbeit um ihr neues Werk "Amokmensch" fertig zu stellen, welches an die Qualität des vorangegangenen Wekes anknüpfen konnte. 2004 unterschrieben die "Metallspürhunde" einen Plattenvertrag bei dem Kultlabel "Danse Macabre" (Seelenzorn, PTYL etc.) von Bruno Kramm (Das Ich) und hat durch große Festivalauftritte beim Zillo Festival und WGT den großen Durchbruch fast erreicht. So wurde die Schweizer sogar schon beim heimischen Musiksender Viva ausgestrahlt. Bei diesem Bericht möchte ich mich dem Album widmen, welches den Schweizern zum Durchbruch verhalf. Kommen wir nun also zu den einzelnen Tracks der CD: 01 - Fragmente 4:08 Sehr hohe, elektronische und amüsante Klänge leiten den ersten Song ein. Nach einem Trommelwirbel kommt schließlich der abgehackte und klare Gesang von Frontmann Michel hinzu. Im Refrain wird dieser zudem durch leichte E-Gitarren unterstützt. Worum es bei dem Song geht ist nicht so ganz ersichtlich. Zum einen wird von einem "allerletzten Tanz" einer direkt angesprochenen Person gesungen. Auf jeden Fall ein eher bedrückendes, pessimistisches Lied, welches zu Anfang den Hörer sofort mitreißt und zu begeistern weiß. (8/10)
02 - 2003 5:13 Sehr schräge Elektroklänge bilden den Anfang des zweiten Songs. Hinzu kommen leichte E-Gitarren sowie ein rhythmischer Bass. Erst nach einer guten Minute setzt schließlich Michels Singsang ein. Gesungen wird mal wieder in sehr schwer verständlichen Metaphern, sodass genaues Zuhören angesagt ist. Im Refrain wird jedenfalls in der Wir-Perspektive gesungen, bei dem erklärt wird, dass man an der Wand steht und an deren (wer auch immer damit gemeint ist) Tropf hängt. Da jedoch von einem "Dämon aus dem weißen Haus" gesprochen wird, könnte das hier als Übel dargestellte Etwas die USA bzw. der Präsident der USA gemeint sein. Na ja, hört am besten selbst rein und bildet euch ein eigenes Urteil. (9/10) 03 - Blut und Spiele 5:10 Schrille Elektrotöne und Trommelschläge leiten das Lied ein. Michels Gesang ist in diesem Fall fast schon gnomenartig. Im Refrain fordert dieser immer wieder "Gib mir Blut und Spiele! Erhöht unsere tägliche Ration". In dem Lied geht es wohl in erster Linie um die Medien sowie die Computerspielbranche. Inwiefern diese kritisiert wird, wird nicht deutlich, da die Metallspürhunde in erster Linie Dinge darstellen statt diese zu bewerten bzw. zu verurteilen. Ein wirklich guter Song, der es verdient hat, gleichzeitig den Namen des Albums zu tragen. (9/10)
04 - Rattenfänger 4:16 Lied vier beginnt mit einem gleichmäßigen Bass, dann setzen mit dem plötzlich hinzukommenden Gesang schrille Elektroklänge ein. Wie der Titel des Songs schon aussagt geht es um "Rattenfänger" in der heutigen Zeit. Wer das jedoch genau sein soll wird mir nicht ersichtlich. Trotz allem ein sehr abwechslungsreicher Song, der sicherlich zu den besten auf der Scheibe gehört und von der Band auch des öfteren live präsentiert wird. (9/10) 05 - Ganz allein 4:43 Elektronisch geht es mit dem fünften Stück weiter. Doch auch ein Sampler und recht schwere E-Gitarren bilden den Anfang dieses Liedes. Michel singt mit ernster Stimme eine bestimmte Person an. Traurig fragt er: "Deine Augen schließen sich, für immer? Für immer!" Ein sehr melancholischer Song bei dem es um Einsamkeit und Trauer geht, weshalb der Titel "Ganz allein" schon ganz gut passt. Erinnert einen schon fast ein bisschen an eine Ballade. Auf alle Fälle wirklich sehr gut inszeniert! (9/10)
06 - Teenage years (Feat. Riev Emine) 4:45 Kommen wir nun zum ersten englischsprachigen Song auf dem Album. Hier haben die Metallspürhunde zur Unterstützung die Gastsängerin Riev Emine (keine Ahnung wer das sein soll) herbeigeholt. Zunächst bilden ruhige Synthies den Anfang, bis schließlich nach einer Minute der weibliche Gesang einsetzt. Frontmann Michel ist wenn überhaupt mit flüsternder Stimme im Hintergrund zu hören. Riev Emine hat jedoch nicht wirklich eine besondere Stimme und auch der Instrumentalsound ist recht eintönig, sodass dieses Stück insgesamt recht langweilig ist. Eine Gastsängerin zu haben ist zwar mal was anderes, doch daraus hätte man wesentlich mehr machen können. (5/10) 07 - Maschinenstadt 4:39 Besser ist hingegen wieder das nächste Lied. Elektroklänge und Schlagzeug leiten den Song ein. Eine weibliche Flüsterstimme sagt immer wieder "Im Maschinenstaat". Dann setzt schließlich Michels Gesang ein, der von dem Maschinenstaat (= Synonym für die Industrialisierung/ den Kapitalismus?) erzählt. Dieser Staat wird als jemand charakterisiert, bei dem das Wohlergehen des Einzelnen im Hintergrund steht und vielmehr die erbrachte Leistung zählt. Sollte es sich wirklich um eine Kapitalismuskritik handeln, so ist diese interessant umgesetzt, auch wenn ich mich ihr nicht anschließen kann. (8/10)
08 - Anyones daughter 5:34 Lied Nummer acht ist mal wieder Englisch. Zunächst steigern sich sanfte Klavierähnliche Klänge an Lautstärke, bis sie schließlich durch ein lautes "Hey" und brachiale E-Gitarren unterbrochen werden. Michel singt diesmal mit etwas böserer und aggressiverer Stimme. In dem Lied ist von irgendeiner Tochter die Rede, die anscheinend keine richtigen Eltern hat. Ungewöhnlich rockig für ein Lied der Metallspürhunde. Das steht ihnen vielleicht nicht ganz so gut, wie das übliche Schema F, doch für Abwechslung ist dadurch auf jeden Fall gesorgt. (7/10) 09 - Heute Nacht 5:22 Ein rhythmischer, mechanischer Bass, der zunächst fast schon an Industrial erinnert leitet den Song ein. Dann wird der Elektrosound allerdings schnell wieder heller. Nach ca. 40 Sekunden setzt der Gesang des Metallspürhunde-Frontmanns ein. Hier wird mal wieder eine bestimmte Person angesprochen, die aufgefordert wird, sich diese Nacht zu beweisen. Eine Gothic-Band kann also auch mal optimistisch sein. Auch wenn von Dingen wie Zorn und Angst die rede ist, so kann man trotzdem von einem "positiven" Song sprechen. Hätte vielleicht noch etwas schneller und mitreißender sein können, aber ansonsten schon ganz gut. (8/10)
10 - Lass mich los 5:32 Dumpfe Bassgeräusche erklingen zu Anfang des zehnten Stücks. Im Hintergrund hört man ein großes Becken. Der Elektrosound steigert sich langsam immer mehr in Lautstärke und Tempo. Nach einer Minute kommt dann mit einem mal die Stimme von Michel hinzu, der immer wieder betont: "Ich will frei sein. Lass mich los! Lass mich gehen!" Unterstützt wird er durch mittelharte E-Gitarren. Ganz ordentlicher Song, der vielleicht ein bissel zu lang geraten ist. (8/10) 11 - Probes (Feat. Riev Emine) 6:06 Die Metallspürhunde haben Riev Emine noch für ein zweites Lied geholt, welches wie ersteres mal wieder auf Englisch ist. Mystische, helle Elektroklänge bilden mit einem Klavier den Anfang. Erst nach einer guten Minute kommt schließlich der Gesang der Gastsängerin hinzu. Zunächst klingt die Frau, doch arg komisch, danach versucht sie ihre Stimme in die Ebenen von Xandria, Nightwish etc. zu hieven, was ihr allerdings nur halbwegs gelingt. Für mich kein wirklich guter Song. Das einzige was man dem zu Gute halten kann, dass das Lied mal für etwas Abwechslung sorgt und mal etwas ganz anderes präsentiert. (4/10)
12 - Maschinenstaat (Galeerenmix) 4:58 Lied zwölf ist ein sogenannter Galeerenremix zu dem Song "Maschinenstaat". Was hier vor allem auffällt ist, dass der Hintergrundsound quasi komplett ausgetauscht wurde und nun ein rhythmischer, ja fast schon maschineller, Elektrosound das Grundgerüst bildet, was ja auch ganz gut zum Thema passt. Am Gesang wurde jedoch nichts verändert. (7/10) 13 - Ganz allein (Remix) 11:37 Den Abschluss des Albums bildet ein Remix zu dem Lied "Ganz allein". Hier wurde auch nur der Hintergrundsound verändert. Die E-Gitarren wurden komplett weggelassen, stattdessen setzen die Metallspürhunde auf viel Elektronik. (6/10) Nach dem Lied ist eine ca. dreiminütige Pause und es ertönt eine extrem merkwürdige und chaotische Kurz-Version des Stücks "Maschinenstaat". (4/10)
Gesamtspielzeit: 72:03 Cover: Das Cover ist weiß. Man erkennt ein Mädchen im weißen Kleid welches "Blut und Spiele" in roter Schrift an eine Wand geschrieben hat. Links ist außerdem ein Fernseher.
Fazit: Auf dem Album "Blut und Spiele" gibt es einige wirklich gute Songs, die den Durchbruch der Metallspürhunde mehr als rechtfertigen. Die Gruppe bemüht sich auch durch Remixe und Gastsänger auf dem Album für Abwechslung zu sorgen, welches zwar nicht immer so gut gelingt, jedoch hat man sich wenigstens Gedanken gemacht. Ich bin mal gespannt ob die Schweizer Band auch mal auf den deutschen Musiksendern ausgestrahlt wird. Wer Bands wie Cephalgy, Terminal Choice, Seelenzorn, Gothminister, Eisbrecher, Das Ich, Samsas Traum, Rammstein oder OOMPH!, mag, sollte auf jeden Fall mal reinschauen.
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11.05.2007 23:12
Mhmm, Du hörst ja Sachen! :)
17.04.2007 04:03
Huhu Doomrider, kann mich der Mehrheit nur anschließen: sehr hilfreich!! Gruß Umbi_man
18.10.2006 04:49
Der Titel sagt ja schon alles ^^ Greetz Moe