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27. Jul 2000
Pro:
gutes Songwriting, vielseitiges Album, wieder mal ein Crowes Album, das nach nichts Vorherigem klingt
Kontra:
ein wenig zuviel Pop und "Schubidu"
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 sisskins
Über sich:
21jähriger Philosophie und Deutschstudent
weit gestreut
Mitglied seit:23.07.2000
Erfahrungsberichte:22
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 3 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als hilfreich bewertet
geben sich die Crows hier zumindest am Anfang des Albums mit ihren Wurzeln, denn "go faster" ist pures Wysiwyg (what you see is what you get) und auch "stop kicking my heart around" ist Tempo pur. So gesehen nach dem eher ruhigen "three snakes" Album eine Rückbesinnung an den rockigen Ursprung der Band, auch wenn ich mich nicht entsinnen kann, wann sie schon mal zwei Songs mit einem deratigen Affenzahn gespielt haben. Aber, das Album nur als "back to the roots" zu bezeichnen, täte seiner Komplexität und Vielseitigkeit unrecht. Es ist für mich das zweitbeste Crows Album überhaupt und folgt gleich nach dem "Southern Harmony..." Album. Die allgemeine Grundtendez des Albums ist eher rockig und schwerer gestaltet, so auch die Stücke "horse head", langsam mit Groove und geilem Gitarrensound, "go tell the Congregation", ein weiteres temporeiches Stück mit sarkastischem Unterton und der Überfliegger des Albums "virtue and vice", wobei die Crows dort sogar ein klein wenig nach Led Zep klingen. (War das vielleich bereits ein kleiner Blick in die Zukunft?) Die Songs sind allgemein sehr ausgereift und melodisch, es kommt aber auch die Instrumentierung nicht zu kurz, und vor allem die beiden Gitarren sind mal wieder in ihren Parts perfekt aufeinander abgestimmt. Obwohl, beide Gitarren ist ein wenig übertrieben, denn nach dem Rausschmiß des Sologitarristen ist Rich Robinson für diese beiden verantwortlich. Die Soli sind dementsprechend minimalistisch gespielt, was aber den Liedern nicht schlecht bekommt und durch die bereits erwähnte Fülle und das Niveau der Songs mehr als kompensiert wird. Wie bereits erwähnt, ist die Grundstimmung des Albums eher rockiger, aber nicht alle Songs lassen sich damit treffend einordnen. "By your side", "diamond ring" und "only a fool" gehen schon eher in Richtung Pop, und sind mir, wie soll man sagen, teilweise ein bißchen zuviel auf "Schubidu" getrimmt, ein Eindruck, der sich seltsamerweise legt, wenn man das Album am Stück hört, die anderen Stücke übertönen es dann einfach. Es bleiben "heavy" und "then she said my name", die irgendwie dazwischen in der Schwebe bleiben, aber eine guten Groove haben (wobei die Bridge in "then she said my name" doch ein bißchen wie Bryan Adams daherschnulzt), und das absolut heiße "welcome to the goodtimes", ein Song zwischen "she talks to angels" und Veteranenparade in New York. Der Sound auf dem Album ist eher Cowes-untypisch, da alles ziemlich klar und beinahe schon übersauber abgemischt ist, und auch die Keyboard Sounds klingen anders und sind ganz so reichhaltig wie bei den vorherigen Alben eingesetzt. Vom Sound wurde auch teilweise wieder ein bißchen im Bläserbereich herumgespielt, z.B. bei "only a fool". Alles in allem, auch wenn ein paar Kritikpunkte anfallen, vor allem wegen des Pop-Faktors, das Album überzeugt grenzenlos, vor allem wegen den sechs knallharten Rockstücken, die durch den Kontrast zu den eher poppigen ihre eindeutige Position gewinnen, dabei diese aber auch mitziehen (was allerdings nur funktioniert, wenn man das Album am Stück hört). Die Robinsonbrüder haben im Laufe der Zeit einfach ihr Songwriter-Talent nach und nach perfektioniert, und die ganze Scheibe lebt von diesem Fortschritt, ohne den Obskuritäten wie "welcome to the goodtimes" gar nicht erst denkbar wären. Highlight Nr. 5 in der Geschichte der Crowes, wenn auch "Southern Harmony..." noch immer unerreicht bleibt. (und wohl auch immer bleiben wird.)
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