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Chapter 2: the Voice - Syleena Johnson

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Syleena "Soul" Johnson

4  18.04.2003 (03.01.2004)

Pro:
STIMME

Kontra:
paar schwache Sachen

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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mary-p

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:501

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 27 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Dieser Bericht ist geistiges Eigentum von mary-p und wurde auch bei dooyoo gepostet.

Was folgt nach dem ersten Kapitel? Genau! Bekanntlich das zweite Kapitel! Das dachte Syleena Johnson sich auch und warf im Frühjahr 2003 die Nachfolgescheibe zu ihrem Debüt „Chapter 1: Love, Pain and Forgiveness“ auf den Markt.

Die heute 25-jährige wuchs in Chicago auf, wo sie heute noch lebt, und die Musik ist ihr so gut wie in die Wiege gelegt, ist ihr Vater Syl Johnson doch ein bekannter Jazz- und Bluesmusiker. Sie selber hat natürlich auch mal in einem High School Gospel Chor gesungen... Aber ins Rollen kam ihre Karriere erst, als sie bei einem Basketballspiel einem Freund von R.Kelly ein Demotape zusteckte. Drei Tage später rief der gute Mann bei ihr an, ein erstes Treffen wird arrangiert und es entsteht die Debütsingle des ersten Albums, „I am your woman“, die von R.Kelly persönlich geschrieben und produziert wurde.
Zudem durfte sie auf seiner US- und Europa-TP2.com-Tour als Supportact auftreten. Im Herbst 2001 erschien dann das Debütalbum, dass die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die eine Ehe mit einem älteren Mann eingeht, die nicht so ganz glücklich verläuft. Gerüchten zufolge ist die Geschichte wahr und Fakt ist auf jeden Fall, dass Syleena frisch geschieden ist und man das auf ihrem Album auch zu hören bekommt...

Abgesehen von zwei Songs hat Syleena alle selbstgeschrieben und zumeist hat sie die Vocals arrangiert. Was im Vergleich zum ersten Album sofort auffällt, ist, dass dieses Mal viele Samples benutzt wurden, was beim Vorgänger überhaupt nicht vorkam. Als Produzenten waren unter anderem Hi-Tek (Truth Hurts, Mos Def, Talib Kweli), Carvin Haggins und Ivan Barias (Musiq Soulchild, Jill Scott, Floetry), Donald Lawrence (Mary J Blige, Kelly Price) und ein weiteres Mal R.Kelly tätig.

1. THE VOICE/ INTRO: Sie singt davon, dass sie kurz davor stand, alles aufzugeben, aber dann wurde sie von der Stimme wieder ins Leben zurückgeholt. „Stand up, if you wanna be seen“. Was von dem Fakt zu halten ist, dass sie Stimmen hört, möchte ich jetzt mal nicht bewerten…
Uns wird ein nostalgisch angehauchter, trocken-klopfender, nach Percussion-klingender Hi-Tek-Beat um die Ohren gehauen, der mit verschiedener Stimmakrobatik angereichert ist, bis Syleena uns eine erste Kostprobe ihrer Stimme gibt, die oft mit Aretha Franklin verglichen wird. Und um das Junggemüse comme moi aufzuklären, dass von der Frau noch nicht so viel gehört hat: Sie klingt ähnlich wie Mary J Blige, nur noch kräftiger, deeper und souliger. Sie befindet sich im Wechselspiel mit dem Backgroundchor, der gekonnt im Hintergrund singt und sie prima souligniert. Kurz vor dem Refrain kommt ein Fingerschnipsen zu dem Beat und gibt den nötigen Schwung, der den Refrain zu einem echten Ohrwurm verkommen lässt, auch dank ihrer kräftigen Stimme. Selbige surft gekonnt über die zweite Strophe und hinterlässt ein wohliges Gefühl, wenn sie kantig und eckig ein bisschen rumkrächzt und nicht auf Oktaven oder sonstigem Scheiß rumreitet. Nach einem weiteren Refrain kommt das Intro, bei dem auf einmal eine ganz neue Musik hinzukommt, ein eher sanfterer Beat, gospelartige Elemente im Hintergrund sprich mehrere übereinandergelegte Stimmen und sie spricht drüber. Wenn „The Voice“ nicht wäre, was ein absoluter Knaller ist, wäre das Intro wahrscheinlich ein Fall für die Skiptaste, aber so passt es eigentlich ganz gut zusammen. Ein guter Einstieg.

2. FAITHFUL TO YOU: Was soll man hier großartig zum Text sagen? Halt ein Liebeslied.
Beginnt mit einem ploppenden Beat, der von einer Gitarre unterstrichen wird. Streicher setzen Akzente, dann setzt ihre Stimme ein, genauso schön wie immer, frühlingshaft von der Mucke unterstrichen. Der Refrain ist eigentlich eingängig, wirkt aber einfach gestrickt. So’n bisschen „lala-ich hab dich ja so lieb“-mäßig. Das mag dem einen oder anderen vielleicht gefallen, aber ich bin nicht so ein Fan davon. ZumGlück gibt es noch ihre Stimme... Der Mittelteil ist wieder mal ein Wechselspiel zwischen Background und Leadstimme und fügt sich gut ein. Beim folgenden Refrain trällert Syleena in bester Manier als zweite Gesangsspur drüber, kann aber nicht so viel retten in meinen Ohren. Ich finde den Song zwar anhörbar, aber ein bisschen einfach gestrickt und schmalzig.

3. NOW THAT I GOT YOU: Sie erzählt davon, dass sie ihren Liebsten so richtig verwöhnt, wenn der von der Arbeit kommt, denn now that she got him... Produziert hat auch der Mensch (ein gewisser Bastiany), der „Faithful to you“ fabriziert hat und da legt sich doch eine böse Vorahnung wie eine dunkle Gewitterwolke über mich...
O ja! Lustig-fröhliche Mucke mit Gitarren und ein bisschen Streicher, dann ihre Stimme, die natürlich wieder gut klingt. Der Refrain ist auch wieder nichts besonderes, obwohl er mit ein paar bittersüßen Streichern angereichert ist. Er erinnert mal wieder an „lalala-ich hab dich ja so lieb“! Hilfe! Der Mittelteil, der mal wieder vom Background getragen wird und sie singt mit einer zweiten Gesangsspur drüber, klingt auch ein bisschen nach Schmalzüberschuss und danach bekommen wir noch mal den Refrain zu hören, der sich nicht großartig gebessert hat trotz zweiter Gesangsspur.
Das tut weh, wirklich. Man erwartet nach dem ersten Track, dass es jetzt so richtig Hammer weitergeht und stattdessen bekommt man zwei solche Schnulzen um die Ohren gefetzt, die mir persönlich schon ziemlich auf die Nerven gehen und meistens geskippt werden.

4. DEAR YOU: Ah! Anderer Produzent! Nie mehr Bastiany! Sie schreibt einer Person, die ihr immer geholfen hat, auch wenn sie rumgezickt hat, und dankt ihr. Ob hiermit ein Typ oder jemand anders gemeint ist, ist nicht so ersichtlich.
Die Musik klingt schon mal sehr vielversprechend. Ein zurückgenommener schlagzeugähnlicher Beat, darüber eine ruhige Keyboardmelodie, die für eine traurige Atmosphäre sorgt, was absolut passt. Dann legt sich ihre schöne Altstimme drüber und „krächzt“ sich schön in unsere Ohren, denn etwas leicht rauhes hat sie. Klingt so richtig schön, weil sie Gefühl in der Stimme hat. Der Refrain wird vom Background getragen und sie singt die zweite Gesangsspur drüber, schön emotional. Genauso schön geht es weiter, diesmal finden sich Gitarren- und Backgroundelemente in der Strophe, was Abwechslung bringt. Beim Mittelteil ändert sich die Melodie des Keyboards und es klimpert nicht mehr einfach rum, sondern spielt akzentuiert ein paar Akkorde, was mit dem folgenden Refrain einen guten Abschluss bringt.
Das hier ist dann mal gute Arbeit! Der Beat sorgt für den gewissen Schwung, das klavierähnliche Keyboard für die traurige Atmosphäre und ihre Stimme? Die gibt gekonnt das Gefühl dazu und klingt einfach nur schön traurig.

5. GUESS WHAT: ist die zweite Singleauskopplung nach „Tonight I’m gonna let go“ und wird naturgemäß in Deutschland kaum Beachtung finden. Fleißige JamFM-Hörer könnten sie allerdings vor geraumer Zeit gehört haben...
Geschrieben und produziert wurde hier von R.Kelly, der ja auch schon auf dem ersten Album tätig war und tatsächlich finden sich sogar Textähnlichkeiten. Hier geht es nämlich wieder um eine verkorkste Beziehung, wo der Mann die Frau so gut wie übersieht und stattdessen lieber mit seinen Freunden rumhängt. Aber Syleena warnt ihn „Don’t wanna pay the bills, guess what/ I know somebody who will, sho nuff“.
Beginnt mit fröhlichen Streichern, einfachem Beat und einem gesungenen “ooh” des Refrains, das schon mal vielversprechend einleitet. Dann findet sich ihre Stimme, die schön die Geschichte erzählt über dem einfachen, mittelschnellen Beat, der zum Kopfnicken einlädt und dem Song den gewissen Pep gibt. Der Refrain ist dezent mit Streichern angereichert und zusammen mit dem Background entsteht ein starkes Stück Gesang, denn es findet sich mal wieder eine Art Wechselgesang, wobei derBackground immer „Guess What“ bzw „sho-nuff“wiederholt. Die nächste Strophe hat deutliche Gitarrenakzente und stellt eine Steigerung dar. Auch der Refrain weiß noch ein Stückchen mehr zu überzeugen, wenn Syleena noch weiter ausholt. Beim Mittelteil ist eigentlich nur der Beat zu hören und der Background, unterstrichen von ihrer Leadstimme. Dieses Wechselspiel hatten wir schon öfter, aber hier klingt es wirklich gut und sehr passend. Es folgt der Refrain, der textlich verändert wurde, indem der Leadgesang anders, der Background aber das selbe singt. Mit einem „ladies, ladies, ladies“-Aufruf klingt das ganze schön melodiös aus.
Auf dem letzten Album hat mir der R.Kelly-Track nicht so toll gefallen, aber diesmal gehört er fast zu den besten! Und verglichen mit „The truth“ von Truth Hurts gibt es hier auch keine Monotonie trotz Hiphopbeat, der aber ein bisschen von Instrumenten unterstrichen wird. Über dieses Gerüst verteilt sich Syleenas schöne Stimme, die es, anders wie Mary J Blige oft, schafft, Gefühl darüber zu legen, was nicht immer bei einem Hiphopbeat gelingt. Einer meiner totalen Lieblinge!

6. I’M GON’ CRY: Und hier findet sich auch schon der nächste Liebling. Sie singt davon, dass sie verzweifelt ist, weil ihr Typ fremdgegangen ist. Er wiegelt natürlich ab, aber sie ist da ganz anderer Meinung. „You say it ain’t that serious, but it is that serious/ cause I’m gon’ cry...“
Beginnt schon mal sehr cool mit einer fast verrauscht gespielten Gitarre, kann man nicht so gut beschreiben, klingt aber klasse! Dann setzt Schlagzeugbeat ein, die Gitarre klimpert immer wieder ihre Melodie. Hinzu kommt ihre verzweifelte Stimme, die teilweise sowas von kratzig kurz vor dem Abkacken steht (ihr versteht schon...), dass es einfach nur noch schön ist, ihr zuzuhören. Das ist so richtig gekonnte Gesangsakrobatik! Mehr davon! Die verzweifelte Schiene hat sie echt drauf! Der Refrain klingt sehr gut, sehr eingängig und zum Abkratzen verzweifelt. Dick mit Background unterstrichen kann sie in aller Ruhe ein bisschen drüberjammen und das ganze noch mehr zum Genuss werden lassen. Und das sich eine männliche Stimme im Background findet, ist nur mehr als gut! Gibt ne gewisse Tiefe! Nach einer weiteren Strophe folgt wieder der Refrain mit einer gesteigerten zweiten Gesangsspur. Der Mittelteil ist ein „dadadada“ vom Background und sie singt verzweifelt drüber und dabei klingt es auch noch richtig gut! Das ganze mündet in den Refrain, über dem sie sich noch mal so richtig verausgabt.
O nee! Diesen Song kann man einfach nicht beschreiben, so hammermäßig ist er! Sowas in der Art hab ich echt noch nicht gehört! Die Musik ist dank dieser Gitarre leicht nostalgisch und der Beat, der fast ein bisschen schleppend (positiv) ist, tut schon mal das seinige, um eine gewisse Atmosphäre aufzubauen, aber wenn dann auch noch die Stimme dazu kommt... So richtig kratzig und die ganze Zeit kurz vor dem Abkacken... Herrlich! Ein passendes Backgroundarrangement, das die gute Frau noch unterstreicht! Der absoluteste Liebling, das schwör ich!

7. IS THAT YOU: lässt den Schwur von eben fast schon wieder vergessen, aber halt nur fast! Sie singt davon, dass sie lange genug alleine war und dass sie jetzt einen Mann braucht, aber einen mit gewissen Special features und sie fragt halt „Is that you?“. Wer jetzt glaubt, dass der Text so in die Plastik-R&B-Richtung schlägt, muss enttäuscht werden. Dafür ist er zu intelligent und durchdacht. Und überhaupt! Wie kommt man auf die Idee, Syleena mit sowas zu vergleichen? Obwohl erst 25 hat sie die Seele einer weisen Frau... (weise worte!)
Beginnt mit „abgehackten“ Gitarrenakkorden, die sich ständig wiederholen und dadurch eine gewisse Spannung aufbauen. Dazu ein einfacher Beat, schlagzeugähnlich, alles nicht so imposant, und schließlich ihre Stimme, die mal wieder ganz wunderbar singt. Sehr sehnsüchtig und immer wieder mit stimmlichen Höhepunkten. Beim Refrain kommen leichte Streicherakzente und was holzxylophonähnliches dazu (Klingt wirklich so.). Das bewirkt, dass das ganze recht flott und hell ist. Mit ihrer Stimme und gutem Vocalarrangement wird das ganze zum totalen Genuss. In der nächsten Strophe holt sie kräftig aus, aber eher weniger in der Tonhöhe, sondern im Volumen, was bei ihrer Stimme natürlich zum Abfreaken klingt. Nach dem nächsten, gesteigerten Refrain (gute zweite Gesangsspur), folgt der Mittelteil, auf einmal eine Beatänderung, flotter und nicht so schleppend, gospelartige Begleitung und gegen Ende ein stimmlicher Höhepunkt, der ohne Unebenheiten die Beatveränderung zum Refrain meistert. Über die zweite Gesangsspur möchte ich jetzt gar nichts mehr sagen...
Ein weiteres perfektes Liedchen dank ihrer Stimme und der fröhlichen Musik. Das hier muss richtiger Soul sein! Da bin ich mir sicher! Waren auf dem ersten Album noch viele melancholische Sachen drauf, beweist sie hier, dass sie auch flotteren Stücken stimmlichen Pfeffer geben kann. O ja, das kann sie!

8. TONIGHT I’M GONNA LET GO: war die erste Singleauskopplung, allerdings in einer anderen Version! Das ist nämlich sehr verwirrend! Wer sie nämlich eventuell kennt, der kann sich nicht nur einen Tag als König fühlen, nein, der wird auch wissen, dass Busta Rhymes und seine Kumpanen auf der Auskopplung mitmischen. Das tun sie bei Track 15, dem RMX auch, allerdings hat dieser einen anderen Refrain und bei der Auskopplung wurde quasi der Rap in die Originalversion gemischt, was total gut klingt. Ich war anfangs etwas enttäuscht, dass ich nicht diese, sondern zwei andere Versionen des Songs auf der Platte fand, aber mittlerweile habe ich mich damit arrangiert und finde sie beide herzig! Und vor allem laber ich schon wieder viel zu viel rum...
Textlich treffen wir hier nicht nur auf ein blödes Partylied, sondern viel mehr auf die heißere Fortsetzung von „Is that you“. „I wanted you to know my name and not just what’s between my thighs.“ Sie hat ihn warten lassen, aber „tonight I’m gonna let go“.
Beginnt mit Gelaber und einem flotten Beat, dann legt sich ihre Stimme fast ein bisschen schwül darüber und macht zu deutlich klar, was das Thema des Songs ist ohne dabei blöd zu wirken. Der Refrain ist von sphärischen Geräuschen umgeben, eingängig, fordernd und cool. Nach einer weiteren Strophe und einem Refrain mit einer gesteigerten zweiten Gesangsspur folgt der Mittelteil, der am Anfang etwas komisch wirkt, da er sehr sphärisch ist, indem ihre Stimme einen Ton eine zeitlang anhält, aber nach mehrmaligem Hören fügt sich das Ganze gut ein und harmoniert mit dem abschließenden Refrain.
Wow! Alle „Fick mich“-Schnicksen können einpacken! Selten wurde das Thema so edel eingepackt und vor allem so wunderbar groovig. Klasse! Und natürlich die Stimme, die auch dieses Lied meistert und sich weiterhin behaupten kann!

9. IF YOU PLAY YOUR CARDS RIGHT: ist das zweite Fremdprodukt nach “Guess What”, was man dem Text durchaus anhört, denn er ist recht flach und nicht so auf den Punkt gebracht ist wie bei Syleena. Außerdem ist das Lied mit knapp 6 Minuten das längste. Sie sagt ihrem Partner, dass ihm bei Ehrlichkeit Liebe garantiert ist.
Beginnt fast ein bisschen dismelodiös und dann aber auch fast ein bisschen schmalzig. Ein normaler Beat setzt ein, es kommt der Refrain, der von so einem wabbernden Geräusch begleitet wird. Klingt zwar ganz eingängig, aber irgendwie hat man das Gefühl, dass es ein bisschen einfallslos und schon mal dagewesen ist. Auch gesanglich haut sie hier nicht so viel raus, sie klingt ein bisschen harmlos und wo sind nur die Kratzer hin? In der Mitte treffen wir auf ein Instrumental, bei dem eine gezupfte Gitarre im Vordergrund ist und danach kommt sie stimmlich auch langsam in Schwung, allerdings zu spät, um noch viel zu retten, finde ich. Der Refrain wird noch tausendmal mit einer besseren zweiten Gesangsspur wiederholt, was mit der Zeit etwas eintönig wird. Der Mittelteil kann aber durchaus nochmal überzeugen! Über das wabbernde Geräusch singt ein kräftiger Background, unterstrichen von ihrer Leadstimme, allerdings auch ein bisschen lange. Am Ende hat man sich noch was besonders lustiges ausgedacht. Das Ganze endet ruhig mit leisen Gitarren, Pause, und dann kommt noch mal volle Kanone der wabbernde Beat.
Naja, wäre das Lied drastisch gekürzt worden, hätte es sicher gut klingen können, denn gerade der Mittelteil klingt nicht so übel, aber so ist es eigentlich ziemlich schlecht. Vor allem, weil ihre Stimme am Anfang recht durchschnittlich klingt. Sie steigert sich zwar gegen Ende, aber beim einfachen anhören des Albums stört es, dass der Song erst so spät gut klingt. Da hätte ich echt mehr erwartet!

10. NO WORDS: Aber hier wird man ja dann gleich entschädigt! Sie singt, dass sie seine Liebe nicht in Worte fassen kann. Das wird textlich durch viele Laute (ooh, whoa, etc) bewerkstelligt, was aber besser passt, als ich am Anfang gedacht habe.
Beginnt mit Beat mit Schlagzeugakzenten und schönen, wohligen Streichern und einer Keyboardmelodie. Die Streicher sorgen dafür, dass eine schöne Atmosphäre entsteht. Dann fallen sie weg und stattdessen beginnt Syleena zu singen, mal wieder auf eine sehr eigene Art, die sich sehr schwer beschreiben lässt. Sie hat viele Pausen zwischen den Worten und es klingt, als ob sie wirklich sehr verliebt ist. Die Laute wie oohwee passen prima rein ohne pervers zu klingen. Beim Refrain kommen die Streicher wieder dazu, er klingt sehr ehrfürchtig und der Background singt. Sie singt natürlich drüber, teilweise scheint sie zu stammeln, was einen tollen Effekt hat. Die zweite Strophe klingt noch besser, weil die Streicher kurze Auftritte haben und die längeren Töne unterstreichen. Nach dem Refrain kommt der Mittelteil, der von einer dezenten Gitarre begleitet wird. Der Background schafft mit Tönen eine Atmosphäre, die eigentlich eh schon da ist, und sie singt drüber, was zum Kringeln schön klingt. Es folgt der Finalrefrain, der natürlich noch mal kräftig auffährt mit der Leadstimme. Das Ganze klingt mit gesungenen Worten und ein paar spanischen Gitarrenakzenten und dicke Streichern aus.
Dieses Lied ist einfach nur schön! Die Streicher schaffen eine so perfekte, runde, kuschelige Atmosphäre, das es bei jedem anderen wahrscheinlich schmalzig geklungen hätte, aber Syleenas Stimme zaubert dann das richtige Gefühl drüber und lässt uns alle zufrieden seufzen. Ein weiterer Liebling.

11. SO WILLINGLY: Sie singt davon, dass er ihr nicht zu sagen braucht, dass er sie liebt, denn sie weiß es, „cause you give yourself so willingly“.
Beginnt mit einer akzentweise schnurrenden Gitarre, einem langsamen Beat und ordentlich Streichern, die allerdings nicht so fröhlich wie bei „No words“ klingen. Wenn der Gesang eintritt, fahren die Streicher erstmal ein bisschen zurück und tauchen erst beim Refrain wieder auf, der leider ein bisschen –naja- mehr nach einer Bridge klingt und fast ein bisschen langweilig scheint. Aber trotzdem ist er recht eingängig und klingt in Ordnung. Nach einer weiteren Strophe und einem weiteren Refrain, natürlich mit zweiter Gesangsspur, kommt der Mittelteil, der fröhliche Streicher enthält und bei dem sie recht verliebt singt. Es fällt auf, dass der Background diesmal nicht so stark vertreten ist, wie bei anderen Mittelteilen, aber das stört nicht. Dafür ist er im Refrain recht stark vertreten.
Ein recht ruhiges Lied, das vielleicht ein bisschen einfach wirkt, aber anhörbar ist. Es finden sich zwar keine großartigen Höhepunkte, aber stören tut der Song auch nicht.

12. GUITARS OF THE HEART (HAPPY): heißt so, weil hier derbe die Gitarren geschrubbt werden. Na gut... das ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Sie singt davon, dass sie so froh ist, dass sie jemanden gefunden hat. Ein Liebeslied halt.
Beginnt mit einer leise rieselnden Akustikgitarre ohne weitere Begleitung, dann ein Break und die Mucke setzt ein, immer noch die Gitarre, aber nicht mehr so im Vordergrund. Als Beat dient ein Fingerschnipsen und sie singt ruhig und verliebt drüber ohne dabei zu vergessen auch mal auszuholen. Sie klingt wirklich sehr happy. Im Refrain kommt Backgroundunterstützung dazu und es wird recht eingängig, immer wieder ist die Gitarre zu hören. In der nächsten Strophe steigert sie sich stimmlich noch ein bisschen und auch beim Refrain lässt sie eine gute zweite Gesangsspur hören, wobei diesmal auch Akzente einer elektrischen Gitarre zu hören sind. Der Mittelteil ist musikalisch etwas zurückgenommen und stattdessen schafft der Background ein Tongerüst, über das sie drüber singt. Gibt ne prima Atmosphäre, bevor noch mal der Refrain kommt, natürlich mit ein paar stimmlichen Höhepunkten.
Der Song ist sehr langsam und ruhig und wenn man in freakiger Stimmung ist, wird man ihn wahrscheinlich skippen, aber eigentlich klingt er richtig schön und ihre Stimme steht im Vordergrund, was sie auch ausnützt.

13. I BELIEVE IN LOVE: erinnert wegen der dicken Streicher an „No words“, klingt im Endeffekt aber doch nach etwas eigenem. Textlich geht es darum, dass sie, obwohl sie in der Liebe enttäuscht wurde, immer noch an die Liebe glaubt und darauf wartet, dass ihr Traumprinz kommt.
Beginnt mit schönen, hellen Streichern, die dann einem hoffnungsvollen Beat mit einer dezenten Klaviermelodie weichen müssen. Ihre Stimme muss eigentlich nicht weiter beschrieben werden, sie klingt mal wieder richtig schön und hoffnungsvoll. Beim Refrain finden sich die Streicher werden und dank gut arrangiertem Background wird das ganze zu einer hoffnungsspendenen Angelegenheit. Die nächste Strophe weist einige sehr schöne Melodien auf bevor es wieder an den Refrain geht, der diesmal mit einer schönen zweiten Gesangsspur angereichert ist. Der Mittelteil wird hauptsächlich von den Streichern, einem soulignierenden Fingerschnipsen und ihrer absichtlich zurückgehaltenen Stimme getragen, wobei die Stimme dann als zweite Gesangsspur im Refrain dann richtig loslegen kann. Das ganze klingt mit einem etwas veränderten Refrain aus, der noch mal so richtig stimmlich Gas gibt, die Streicher fideln um die Wette und die Welt ist in Ordnung!
Dieser Song ist einfach nur schön und voller Hoffnung! Selten klangen Streicher so freudig, selten lag so viel Kraft in einem Song! Ein Liebling!

14. OUTRO: greift den Beat des Intros wieder auf. Hinzu kommen ein paar gesprochene Worte und am Schluss ein bisschen Gesang.

15. TONIGHT I’M GONNA LET GO THE REMIX feat. Busta Rhymes, Rampage, Sham and Spliff Star of the Flipmode Squad: Bevor jetzt jemand schreit: “O nein! Eine Kollabo mit Rappern! Ausverkauf! Ausverkauf!“, hört doch erst einmal zu, ihr kleinen Pfannkuchenfresser! Von Syleenas Seite her hat sich kaum was geändert textlich, nur der Refrain ist anders. Er ist sehr einfallsreich: „It’s the remix, DJs play it. Busta Busta and Syleena“, aber wir wollen ja nicht lästern, bevor wir nicht gelauscht haben! Gemixt hat im übrigen R. Kelly, der wohl eine Luxuszelle mit Tonstudio bekommen haben muss oder Bestechungsgelder zahlt... Der Song enthält außerdem, im Gegensatz zur Originalversion, ein Sample vom Busta Rhymes_Song „Put your hands where my eyes can see“.
Beginnt mit einem noch basslastigeren Beat als der O-Version mit so einem komischen zupfenden Geräusch und ab und zu klavierähnlichen Melodiestücken. Über diese treibende Angelegenheit rappt Busta, dann singt Syleena und klingt eigentlich genau so wie bei der O-Version, wobei es hier noch ein bisschen wilder klingt wegen dem Beat. Busta kommentiert das ganze aus dem Hintergrund, was aber nicht stört. Der Refrain ist sehr sphärisch und stimmlich sehr kräftig. Was man daraus machen kann... Mit Feuer geht es in der nächsten Strophe weiter, der Refrain und die Rapparts, die sich schön einfügen und nicht stören. Es folgt ein Mittelteil, der sehr sphärisch ist und vom langgezogenen Backgroundgesang getragen wird. Syleena jammt natürlich drüber und mit einem weiteren Refrain kommt das Ganze zum Abschluss, Busta labert im übrigen immer noch drüber.
Ein gelungener Remix, obwohl die Strophen die gleichen geblieben sind. Auf jeden Fall sehr treibend, klingt gut.

Abschließend und verglichen mit dem ersten Album finden sich hier auf jeden Fall mehr flotte Sachen und es ist auch ein bisschen „moderner“, denn auf dem Erstling war viel normale Instrumentalbegleitung. Dadurch wirkt Chapter 2 interessanter und ich habe sogar das Gefühl, dass sie stimmlich noch einiges mehr rausgehauen hat, besonders wenn sie sich mal so richtig gehen lässt und rumkratzt, dass wir fast die Krätze kriegen. Ihre Stimme ist wahrlich sehr interessant und auch sehr gut eingesetzt und sie schafft es vor allem auch, so zu singen, dass es nicht langweilig wird, wie zum Beispiel bei Mary J Blige des öfteren. Wer also eine großartige Stimme hören will, kann ruhig zugreifen.
Das sind vielleicht die groben Unterschiede zum ersten Album, dass von mir vier Sterne bekommen hat, weil ein paar schwächere Tracks drauf sind. Die finden sich hier allerdings auch, besonders am Anfang, aber ansonsten besteht die CD entweder aus Knüllern (fast die Hälfte) oder aus annehmbaren Sachen, wobei anzumerken ist, dass die Knüller noch knülleriger geworden sind. Außerdem hat man selten das Gefühl, Musik zu hören, die schon mal da war, von der Machart her gesehen. Syleena drückt dem Ganzen schon ihren eigenen Stempel auf und jeder, der an guter Soulmucke ohne zuviel Hiphopeinfluss interessiert ist (Solche Leute solls ja geben), sollte ruhig mal reinhören, denn die Stimme weiß auf jeden Fall zu bezaubern und auch das Album geht in Ordnung, hat es doch einige schöne, einige flotte und einige fantastisch-verzweifelte Sachen zu bieten. Trotzdem gibt es nur vier Sterne wg der schwächeren Tracks, die aber beim bloßen Hören wieder durch Sachen wie „I’m gon’ cry“ oder „I believe in love“ wieder wett gemacht werden. Eine gute Mischung und vor allem keine Kopie des Erstlings!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
diva68

diva68

04.01.2004 23:17

...steht doch schon auf meiner liste...;-)

dcbe

dcbe

22.04.2003 19:16

Stimme Dir voll zu - Syleenas Gesang ist auf diesem Album noch druckvoller, eine Spur schmutziger und aggressiver: Besser. Und die Verbeugungen vor dem Kommerz - na ja, solange es noch ausreichend Perlen auf dem Album gibt... Dennoch, vier Sternchen reichen dicke.

AcbeLieMen

AcbeLieMen

18.04.2003 17:14

Finde ich sehr gut das du viel zu jedem Lied geschrieben hast! Man liest sich!

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