Ein Hoch auf die Beasties!
25.06.2000
Pro:
+ +
Kontra:
- -
Empfehlenswert:
Ja
Details:
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 23_lisa
Über sich:
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 43 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich habe hier eine neue Rubrik kennen- und liebengelernt. Dies ist bereits meine vierte Meinung zu einer Platte aus den "100 besten Platten des Jahrhunderts" und es werden sicher noch einige hinzukommen, weil sich derart viele Perlen in der Auswahl befinden. Diesmal also Platz 63, Beasty Boys. Fangen wir an. Jeder hat eine Band, die er schon ewig kennt und gutfindet. Bei mir sind das u.a. die Beasty Boys. Als ich zum ersten Mal abends fortgegangen bin, haben wir auf Feten Lieder des Trios aus Brooklyn gehört und daran hat sich bis heute nichts geändert. Damals war es "Fight for your right to Party" - heute ist es "Intergalactic". Ich bin älter geworden - sie sind es ebenso. Ich habe mich weiterentwickelt - sie haben es auch. Dieser Prozeß ging analog vonstatten. Aus manchen Geschmäckern und Lieblingsbands wächst man heraus wie aus Kinderschuhen. Die Beasty Boys hatten immer die gleiche Schuhgröße. Die Band hat eine sehr angenehme Vertrautheit. Ich bin mit ihnen groß geworden.
Die Beasty Boys haben angefangen als Punkrockband. Doch im Laufe der Zeit entwickelten sie sich zu einer Hiphopgruppe. Das ist nicht gerade die natürlichste Entwicklung für eine Band, die sich aus Sprößlingen weißer Mittelstandsbürgern zusammensetzt. Doch die zahlreichen Fragen, die die Existenz von weißen Rappern damals noch aufwarf, haben die Beasties selbst nie an sich herangelassen. Sie haben sie schlicht ignoriert und in der Folge auch gar nicht erst versucht, sich eine Ghettogeschichte zusammenzulügen und black streetcredibilty zu erheischen. Sie waren weiße Collegekids und stand dazu, kurz: sie machten ihr eigenes Ding. Auf diese Art haben sie es dann auch geschafft, das Ansehen der schwarzen Hiphopcommunity zu gewinnen. Viele weiße Rapper wurden nicht ernst genommen - die Beasty Boys immer. Kommen wir zur Platte. Die Check Your Had ist wahrscheinlich der größte Erfolg der Beasties gewesen. Dabei ist sie gar nicht einmal ihre erwachsenste oder perfekteste Platte. Aber die Platte versprüht so viel Energie, daß man sie eigentlich nur lieben kann. Deutlicher noch als bei den ganz neuen Sachen -die ich übrigens auch sehr gut finde- merkt man ihre Herkunft aus der Metalecke. Der bekannteste Song des Albums ist wahrscheinlich der Partyklassiker "Whatcha want", den ich getrost auf meine Liste für die einsame Insel setzen würde.
Abschließend frage ich mich noch, ob die Beasty Boys weiter mit mir groß werden können. Was wollen sie tun, wenn ich dreißig bin und nur noch Jazz hören sollte? Was, wenn ich vierzig bin und ich jede Form von Musik ohne Geige und Kontrabaß als Beleidigung für meine Ohren empfinde? Ja und vor allem, was wenn ich siebzig Lenze zähle und ich zur Volksmusik einen Schluck aus der Schnabeltasse schlürfe? Wollen die Beasties das dann auch noch mitmachen? Können sie das? Ich jedenfalls sehe mich schon in meinem Altenheim, an der Wand hängt ein Bild aus besseren Zeiten und aus den Lautsprechern ertönt "Check your Blutkreislauf", der neuste Schlagerhit der Beasty Boys. Und ich stelle mein Hörgerät lauter und wippe mit den Beinen. Ganz so wie früher.
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08.10.2000 16:55
Okay, das Gelaber von vorhin wegen deinem Bild war echt nur ein Witz, du schreibst einfach gute Meinungen und hast Ahnung von Musik (wie es bisher aussieht), ich liebe die BBoys ebenfalls seit frühester Zeit, und das, obwohl ich eigentlich dem HipHop gar nicht zugeneigt bin. Schön, ich lese mal noch mehr von dir...
30.08.2000 11:35
wow, perfekte meinung über die beasties. leider haben sie für mich etwas nachgelassen. ein tribut des alters? sei's drum die platte nimmt ihnen keiner mehr, wobei ich sagen muß, daß mein absolter favorit der beastie boys immer noch das nachfolgealbum zur "licence to ill", "paul's boutique", ist. live sind/waren sie auf jeden fall immer ein erlebnis. gruß aus münchen, silentbob