Seicht - seichter - Christopher Cross
08.10.2005
Pro:
Manche werden es wohl elegant finden .
Kontra:
dünn & dünner; seicht & seichter; belanglos & belangloser
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 logan
Über sich:
ROSE KEMP 'Flawless', TORI AMOS 'Raining Blood', LED ZEPPELIN 'Dazed And Confused', MOTÖRHEAD 'Back ...
Mitglied seit:21.02.2000
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Vertrauende:116
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 52 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Pop 'N' Roll Music heißt das Sublabel von Christopher Cross, unter dem er sein selbstbetiteltes Album aus dem Jahre 1979 veröffentlichte. Darauf befindet sich seichter Gitarrenpop, der zum einen Ohr rein und zum anderen gleich wieder rausgeht. Hätte ich nicht aufgrund eines Sonderangebots auf dem Flohmarkt noch eine Platte gebraucht um die Fünfe voll zu machen und hätte das Cover nicht irgendwie chillig auf mich gewirkt, so wäre die LP auch sicherlich nicht in meine Sammlung gewandert. Einige Session- und Studiomusiker hat Gitarrist und Sänger C.C. da neben seiner Stammbesetzung noch mit an den Start gebracht, selbige bestand aus Tommy Taylor (drums), Andy Salmon (bass), Rob Meurer (synthesizer, electric piano etc.), sowie Michael Omartian (acoustic piano etc.). Klingt volltönend, ist es aber nicht; statt opulent orchestrierten Soundgerichten werden dünne Pophäppchen gereicht:
Zum Beispiel 'Say you'll be mine', ein langweilig-munterer Lovesong mit banalem Text und einfallslos montonem Rhythmus, unpassend leidenschaftsfreiem Geträller ("I love you so, I need you so" - wer's glaubt...), und dem gewissen Nichts: Fast schon Schlagerniveau. Oder 'Never be the same', einem Stück mit cheesigem 80er-Jahre-Keyboardklang unter den Gitarren und einer nichtssagenden Melodie; für einen Song über eine nie ganz vergangene, unvergessene, nachhängende Liebe überraschend unprickelnd, und dementsprechend verfehlt. Immerhin hat man sich für 'Spinning' mit Valerie Carter eine ganz hübsche Stimme an Land gezogen, die aus dem optimistisch verzückten Stück immerhin noch ein paar schöne Seiten herauskitzeln kann, auch wenn es musikalisch aus dem Einheitsbrei kaum heraussticht; immerhin bringt hier ein Flügelhorn noch ein wenig Abwechslung rein. Doch mit wie gehabt monotonem, doch verhaltenem Schlagzeugeinsatz und der üblichen, optimal geschmacksneutralen Kombination aus Akustischer und Solo Gitarre, sowie ein wenig Percussion (wie in den meisten Stücken: Lenny Castro) und Hintergrundgesang versinkt auch die radiotypisch dahinplinkernde uptempo Ballade 'I really don't know anymore' sogleich im See des Schnellvergessenen. Bei 'Poor Shirley' dagegen denkt man unweigerlich an diverse Engtanzszenen auf den Abschlussbällen harmloser Teenieproblemchenfilmchen. Oooh hoo hooo. Und damit läuft die A-Seite auch schon aus, rückstandsloser als ein rosa Schaumbad... Wenden wir uns also der B-Seite zu. 'Ride like the wind' kannte ich bereits: Als Coverversion der unermüdlichen Hardrocker von Saxon, die aus der leicht dahingleitenden Melodie mit dem angenehm langgezogenen Gitarrensolo (hier: Christopher Cross himself) und ebensolchem Gesang beioffen gehaltenem Drummings einen netten Ohrwurm gemacht hatten; das Original klingt leichter, entfernt funkig, trappelt so vor sich hin, und verliert sich in überkitschten Synthesizerspielereien. Dennoch ist der Song über einen flüchtenden Outlaw ("...to make it to the border of Mexico") wohl zu den Higlights des Albums zu zählen, wenn man in solch einem Falle überhaupt noch davon sprechen mag. Wer jedoch wirklich gelungene Synthesizeratmosphären aus dieser Zeit hören möchte, sollte besser zum Alan Parsons Project greifen. Wenig anders klingen die dahingetupften Percussionelemente von 'The light is on', auch wenn man hier auf die Pferdeschlagimitation verzichtet hat; immerhin verbreiten die Synthies hier etwas nächtlichen bis morgendlichen Flair, und auch die helle und klare, filigrane Gitarrenarbeit an der elektrischen fügt sich doch recht hübsch ein - bloß trägt das wiederholte Abspulen des Refrains nicht wirklich zur Klasse des Songs bei, um es mal gelinde auszudrücken... Verhalten getaktet, mit leicht geschwollener Intonation gesungen und von unbestimmten synthetischen Klängen sanft umwabert spult auch 'Sailing' einen eher routinierten Sound ab. Omartian am Piano darf ein wenig zärteln, ein paar dezente Streichertöne künstlicher Herkunft wurden auch noch drunter gemischt, und wenn sie nicht gestorben sind, dann plätschern sie noch heute... Die lang erwartete Erlösung aus der gepflegt dekadenten Langeweile des 80er-Jare-Radio-Format-Pops bringt schließlich Eric Johnson, denn er ist es, der in 'Minstrel Gigolo' die Sologitarren bedienen durfte. Endlich hat man auch mal den Rhythmus etwas variiert, beziehungsweise ein paar Synkopen eingestreut. Die Pianomelodie wiegt sich, die akustische Gitarre begleitet, die Stimme säuselt und hüpft soft mit dem Rhythmus mit, und dann erhebt sich schließlich das Gitarrensolo in schlichter Schönheit aus der dennoch seichten Hintergrundmusik - passend, unaufgeregt, ein sanftes Glanzlicht setzend. Hätte ich zuvor mehr davon zu hören bekommen, so hätte mich das mit dieser freilich belanglosen Popmusik durchaus versöhnen können; auch der Ausklang mit Tomas Ramirez' Saxophonspiel erfolgt überraschen uncheesy. Doch leider, leider, leider ragt selbst diese harmlos idyllische Popminiatur noch weit über das hinaus, was man zuvor geboten bekam.
Fazit: Dieses durchweg seichte, dudelige Gitarrenpopalbum mit eben so seichter Miniaturorchesterveredelung aus Michael Omartians Free Flow Production eignet sich allenfalls zur Hintergrundbeschallung in irgendwelchen ehemals stylishen Bars, wo sich eventuell auch noch das Flamingomotiv des zugehörigen Covers an den Wänden wiederfinden könnte.
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02.12.2005 14:53
Hey, logan! Uneingeschränkte Zustimmung! Gruß Börsenfeger
15.10.2005 00:02
Längst verdrängte Jugenderinnerungen kommen wieder hoch. DEN fand ich damals schon richtig Scheisse!
13.10.2005 08:40
Ach das sind bestimmt keine stylischen Bars, sondern Schwulenbars. Klingt ja grauenhaft, wie gut dass ich keine CDs/Schallplatten auf dem Flohmarkt kaufe. Ich halte mich generell von Flohmärkten fern, auf die ganzen Schätze die vermeintlich auf mich warten, kann ich verzichten *Snobrauskehr* ;)