Die Party-Musik der 60er wurde zweifelsohne vom englischen Beat dominiert mit seinen Avangardisten aus Liverpool und all ihren Nachahmern. Aber gegen Ende der 60er / Anfang der 70er durften auf Feten auch keineswegs die Hits von Creedence Clearwater Revival fehlen, einer Band aus der kalifornischen ... Bericht lesen
"Greatest Hits", der ist mit Chronicles Vol. 2 denkbar schlecht bedient: Ein Edit von "Suzie Q" plus "Born On The Bayou" und darüber hinaus: Fehlanzeige. Chronicles Vol....
-Greatest Hits-, der ist mit Chronicles Vol. 2 denkbar schlecht bedient: Ein Edit von -Suzie Q- plus -Born On The Bayou- und darüber hinaus: Fehlanzeige. Chronicles Vol....
Erfahrungsbericht von TumblingDice über Chronicle: 20 Greatest Hits - Creedence Clearwater Revival 27. April 2008
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
annehmbar
Klangqualität:
ausgezeichnet
Langzeithörspaß:
wird nicht schnell langweilig
Pro:
fast alle bekannten Songs von CCR sind hier vertreten
Kontra:
nur "Born on a Bayou" fehlt
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Die Party-Musik der 60er wurde zweifelsohne vom englischen Beat dominiert mit seinen Avangardisten aus Liverpool und all ihren Nachahmern. Aber gegen Ende der 60er / Anfang der 70er durften auf Feten auch keineswegs die Hits von Creedence Clearwater Revival fehlen, einer Band aus der kalifornischen Universitätsstadt Berkeley, das ganz in der Nähe von San Francisco liegt.
Die Gruppe stürmte 1968 mit Suzie Q erstmals die Hitparaden. Fortan waren sie dort für die nächsten 4-5 Jahre Stammgast. Unter dem Namen Creedence Clearwater Revival, der für viele schwer einprägsam oder auch unaussprechlich war, so dass die Band meist nur CCR ("Si Si Ahr") genannt wurde, spielten Bandleader John Fogerty, der sowohl an der Gitarre wie auch gesangsmäßig den Ton angab, dessen Bruder Tom an der Rhythmusgitarre sowie der Drummer Doug Clifford und der Bassist Stu Cook ab Ende 1967. Vorher war man schon unter anderen Band-Namen gemeinsam tätig. Aber erst als CCR gelang ihnen der Durchbruch. Bereits 1972 erfolgte die Trennung der Gruppe, weil die unterschiedlichen von den Bandmitgliedern favorisierten Stilrichtungen nicht mehr unter einen Hut zu bringen waren.
Vielleicht war ich kein ausgesprochener Fan von CCR, aber ihre Musik gefiel damals fast jedem meines Alters, und dabei bildete ich keineswegs eine Ausnahme. Die Musik von CCR war weder Kuschelrock noch Gitarrengebolze à la Deep Purple oder Black Sabbath, sondern es war flotte Rock-Musik mit unüberhörbarem Country-Einschlag. Der ständig wachsende Erfolg führte wie so oft dazu, dass ihre Musik mit der Zeit mehr und mehr kommerziell klang.
Die Sammlung "CCR Chronicle - The 20 Greatest Hits" umfasst in der Tat fast alle Hits, von denen die meisten auch als Single veröffentlicht wurden, aus der erfolgreichen Zeit von CCR. Das einzige der mir bekannten Lieder, das hier nicht zu finden ist, ist "Born on a Bayou". In der Musikszene wurde die Musik von CCR oft auch als Bayou-Rock bezeichnet. Bayous sind ruhige Nebenarme fließender Gewässer, wie man sie häufig im Mississippi-Delta findet.
Auch wenn "Proud Mary" nicht der allererste Hit von CCR war, so war es dennoch das Lied, mit dem sie berühmt wurden und den endgültigen Durchbruch schafften. Allerdings wurde das Stück nicht nur durch CCR, sondern auch durch Ike und Tina Turner bekannt, die zu jener Zeit noch mit ihrem angeheirateten Schlägertypen durch die Gegend zog. Ob von CCR (das Lied stammt wie fast alle CCR-Titel aus der Feder von John Fogerty) oder den Turners, die es nur wenig später aufnahmen, "Proud Mary" ist ein Kult-Song und für mich ganz klar meine Nummer Eins von CCR. Das Lied ist einem Mississippi-Dampfer (Refrain: "Big wheel keep on turnin', Proud Mary keep on burnin', rollin', rollin', rollin' on the river") und den Menschen, die am Fluss leben, gewidmet. Kein anderes Lied verkörpert so eindrucksvoll eben jenen Bayou-Rock. In diese musikalische Kategorie, in die bei weitem nicht alle CCR-Songs einzureihen sind, gehören auf jeden Fall noch ihre Erstlings-Hits "Suzie Q." und das wunderschöne, teils mystische "I put a Spell on you", die beide nicht von John Fogerty geschrieben wurden. Ebenso ordne ich "Green River", das wieder von den Bayous handelt, und das weniger bekannte "Commotion" diesem Genre zu. In diese Richtung passen auch "Run through the Jungle" und Marvin Gaye's berühmtes Lied "I heard it through the grapevine", was soviel bedeutet wie "Ich hab was läuten hören". Bei diesen Stücken, von denen die meisten aus der frühen CCR-Zeit sind, gesellen sich zum Rock stets starke Rhythm&Blues-Elemente, von Country-Einfluss ist bei diesen Songs, die gut zu schummerigen Räumlichkeiten passen, noch nicht viel zu hören.
Den ersten Schritt in Richtung Gute-Laune-Musik machten CCR mit "Bad Moon Rising". Rhythmischer Country Rock vom Feinsten. "Down on the Corner" und "Up around the Bend" gehören endgültig in die Rubrik Gassenhauer, mit denen man jede Party anheizen kann.
Aber es gibt sie auch die sanften Country-Songs von CCR. Country at its best ist für mich "Lodi". Hier sind die "Eagles" nicht mehr fern. Auch "Who'll stop the rain?" und "Lookin' out my Backdoor" passen gut in diese Rille. Und weil man das Wetter nicht oft genug besingen kann, gibt es mit "Have you ever seen the rain?" noch einen oben drauf. Besonders gut zurücklehnen kann ich mich bei "Long as I can see the light". Hier ist das lange Saxophon-Solo, das nicht eben typisch für die Musik von CCR ist, der absolute Höhepunkt.
Und dann sind da noch die waschechten Rock-Songs der Kalifornier. Da ist zunächst "Fortunate Son", das man durchaus in die Kategorie Protest-Songs einreihen kann, geht es doch um die Söhne reicher Eltern, die es in vielen Dingen leichter haben und schon mal um den Kriegsdienst herum kommen, weil Papa seine Beziehungen spielen lassen kann. Echten Rock'n'Roll gibt es jedoch vor allem bei "Travellin' Band" zu hören.
Als CCR "Hey tonight" herausbrachten, hatten sie sich endgültig von "Proud Mary" entfernt. Das Lied ist sicher ein hervorragender Party-Hit, aber das trifft auf Tony Marschalls "Schöne Maid" wohl auch zu. John Fogerty hatte sich total dem Kommerz hingegeben, was aber für die Band der Anfang vom Ende bedeutete. Nicht alle Bandmitglieder hatten wohl Spaß an dieser Entwicklung. Somit wurde "Hey tonight" auch zum "Gute Nacht, Freunde, es wird Zeit für uns zu gehen" für alle eingefleischten CCR-Fans.
Letztere gibt es garantiert auch heute noch in großer Zahl. Auch wenn ich mich nicht unbedingt zu diesem Kreis zähle, höre ich CCR ab und zu sehr gerne. Und das war auch ein Grund, mir kürzlich diese CD zuzulegen. Da ist alles drauf, was CCR ausmacht, und man selbst ist auch gut drauf.