City of Angels
29.10.2004
Pro:
Musik süßer als Schokolade
Kontra:
da ist mir nix bekannt . . .
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 Finchen201
Über sich:
Mitglied seit:13.10.2004
Erfahrungsberichte:2
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 18 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Auch ich habe nach Sehen des Films dumm-gut den OST ohne Anhören gekauft. und wurde absolut nicht enttäuscht. Auf ihr sind nur Großmeister à la U2, Eric Clapton und Jimi Hendrix vertreten... und schon allein das, finde ich, reicht für einen Kauf *g* Hier eine kurze Beschreibung vom Film, damit man versteht, warum sich alle Titel um Liebe, den Himmel, Engel und solche wunderbaren Sachen drehen: Die Verstorbenen werden von Engel zum „Licht“ geführt (ein süßes Detail: Seth (Nicolas Cage) fragt seine Sterbenden, was sie am Leben am meisten gemocht habe und schreibt es auf... z.B. mochte ein kleines Mädchen sehr gerne Frotteeschlafanzüge mit Füßen...). Zudem bedeutet den Engel eine Berührung zweier Mensche viel mehr als uns... da sie keine Berührungen spüren, nicht schmecken, keinen Schlaf brauchen und keine Schmerzen empfinden...also absolut emotionslos sind. Aber nicht nur das: Sie begleiten uns bei allem, was wir tun. Sie stehen uns in traurigen Momenten bei oder inspirieren uns... doch wir können sie nicht sehen. Nun lernt Seth eine Ärztin (Meg Ryan) kennen, deren Patient in einer Operation stirbt, während Seth sich im selben OP-Saal befindet. Sie schaut ihn an als könnte sie ihn sehen und schreit, dass der bereits tote Mann nicht sterben darf... er stirbt trotzdem, aber Seth hat das Gefühl, als hätte Meg ihn wirklich gesehen... und verliebt sich natürlich in sie (wie sollte es anders sein ;-)). Deswegen zeigt er ihr sich auch manchmal. Und Meg Ryan verliebt sich ihrerseits in Seth, will es aber nicht gleich wahrhaben. Nun trifft Seth einen ehemaligen Engel, der seine Unsterblichkeit für die Frau, die er liebt, aufgegeben hat... und Seth tut genau das schließlich auch, denn Meg hat erfahren, dass er es nicht spürt, wenn sie ihn berührt und kommt damit nicht klar („Was nützen mir Flügel, wenn ich den Wind nicht spüren kann?“). Seth ist vollkommen hilflos, da er ja nun zum ersten Mal Hunger verspürt oder Schmerz... er weiß nicht mit Geld umzugehen oder wie eine Dusche funktioniert. Meg will ihm alles zeigen. Doch die beiden haben nur eine gemeinsame Nacht... (wer wissen will wie es weitergeht schaut sich den Film am Besten selber an)
Ich möchte mich hier bei allen an diesem Film beteiligten Menschen entschuldigen, weil meine Erzählung die ganze Story wohl ziemlich verhunzt hat..... Die 14 Stücke (10 „normale“ Songs, 4 instrumentale Stücke – zünftige Soundtrackmusik quasi) sind für die schönsten Momente bittersüßer Melancholie... alle sehr gefühlsbetont und romantisch-sanft. Genau richtig für Abende im Schein der Kerzen. ;-) Gesamtspielzeit: 72:15
Track 1: U2 „If god will send his angels“ Ist eine wunderbare Ballade im typischen Stil von Bono und Co, echte Giganten zu denen man wohl nichts weiteres sagen muss Track 2: Alanis Morissette: „Uninvited“ Sehr streicherlastig, was Alanis tolle Stimme unterstreicht... geht jedoch in der Liveversion mehr unter die Haut.
Track 3: Jimi Hendrix: „Red House“ Eins der wenigen Stücke, das nicht frei improvisiert oder/und experimentell ist, trotzdem schafft es Mr. Hendrix (natürlich) alles rauszuholen…hat eine swingige-jazzige Note. Track 4: Paula Cole: „Feelin Love“ Die instrumentale Musik ist sehr schön, doch Mrs. Cole hat nicht die richtige Stimme für einen Song dieser Sorte... soll von der Musik her wohl soulig rüberkommen... Im Film ist Meg Ryan während dieses Lied vollkommen zufrieden, liebt sich absolut und fühlt sich, weil sie geliebt wird (von einem Engel – Nicolas Cage alias Seth), very sexy ;-) so spielt sie auch, bringt das Gefühl perfekt rüber und im Film wirkt die Musik gut, doch einzeln betrachtet schafft es Paula wie gesagt nicht wirklich ihre „Weiblichkeit“ auszuleben. Schade L
Track 5: John Lee Hocker „Mama, you got a daughter“ Auch wieder bluesmäßig oder diesem zumindest ähnlich…Mr. Hocker hat als gestandener Mann natürlich die ideale Stimme, auch wenn sein Musikstil wohl nicht jedem zusagt, so gefällt es mir persönlich nicht so gut... John Lee singt in dem ganzen Lied immer wieder davon wie sehr er die Tochter der Mutter liebt und dies der Mutter sagt: “Mama tell your daughter I love her“ kommt in abgewandelt Weise seeeeeehhhr oft vor... aber auch hier finde ich die Gitarrenbegleitung wiederum sehr schön. Der nächste Song lässt mich jedoch über alle anderen Makel locker hinwegsehen Track 6: Sarah McLachlan „Angel“ Wohl eine der schönsten Balladen, die je geschrieben wurde... und für mich auch besser als das wohl bekannteste Lied „Iris“ dieser CD (Nächster Track). Mrs. McLachlan hat eine einzigartige, wunderbare, klare Stimme und singt nicht so steif wie manch andere Megastar, sondern bringt wahnsinnig viele Emotionen rüber... Aber auch der Text spricht für sich „Spend all your time waiting for that second chance. For a break that will make it okay. There's always some reason to feel not good enough, and it's hard at the end of the day. I need some distraction, oh- a beautiful release. Memories seep through my veins... Let me be empty, ah- and weightless and maybe, I'll find some peace tonight. In the arms of the angel- fly away from here. From this dark, cold, hotel room, and the endlessness that you fear. You were pulled from the wreckage of your silent reveree. You're in the arms of an angel... May you find some comfort here.”
Passt wunderbar zum Film – wurde ja auch eigens dazu geschrieben *g* - und beschreibt wohl auf einen wunderbare Weise, was Meg Ryan im Film in der kurzen Zeit mit Nicolas Cage empfindet.....das Lied macht schon allein melancholisch, aber um im Film an dieser Stelle nicht zu weinen, muss man schon ein Holzklotz sein...(Sorry, liebe Männer *g*) Track 7: Goo Goo Dolls: „Iris“ Das wohl bekannteste Lied der Goo Goo Dolls und der CD…allerdings ist es wohl falsch zu behaupten, die Goo Goo Dolls wären ein One-Hit-Wonder, sind sie doch in den USA sehr wohl etabliert...zudem wurde „Iris“ nie veröffentlicht (es hielt sich 1998 durch diesen OST trotzdem ein Jahr lang in den Billboard-Airplay-Charts (18 Wochen auf Platz eins)..... Die leicht raue Stimme von John Rzeznik (wie spricht man das aus?) singt nun den männlichen Part (also den Nicolas Cages) zum Pendant von Sarah McLachlan (die im vorhergehenden Lied für Meg Ryan spricht)... und spricht mit:
„And I'd give up forever to touch you Cause I know that you feel me somehow You're the closest to heaven that I'll ever be And I don't wanna go home right now And all I can taste is this moment And all I can breathe is your life Cause sooner or later it's over I just don't wanna miss you tonight
And I don't want the world to see me Cause I don't think that they'd understand When everything's made to be broken I just want you to know who I am “ wohl aus, was Engel unter Liebe verstehen oder was sie für die Liebe tun... ihre Unsterblichkeit aufgeben... die größte Tat aus Liebe, die man wohl vollbringen kann *g*
Track 8: Peter Gabriel „I grieve“ Ein sehr schönes, recht elektronisches Stück, aber sehr ruhig, gut zum abschalten, allerdings ein wenig zu langatmig für meinen Geschmack... doch seine Stimme ist sehr schön... aber man kennt sie ja bereits von Genesis. Hätte er sich kürzer gefasst, wäre es wohl eins der tollsten Stücke der CD... Na gut, ich will mal nicht so hart sein: Es ist eines der schönsten Stücke, über die Länge kann ich hinweg sehen *g* „Looks like it always did………still loving what’s gone, still life carries on….“ Track 9: Jude „I know“ Wiederum schönes Gitarrenspiel, wenn auch ein bissel eintönig…aber durch Streicherparts nennt aufgepeppt. Jude Frontmann Jacel Walcak kann sehr schön hoch singen, wirkt ein bissel schnulzig, beinah vergleichbar mit Coldplaysänger Chris Martin, was dabei jedoch auf keinen Fall abwertend sein soll... Jude ist für die meisten wohl sehr unbekannt.....so auch für mich, habe mich jedoch erkundigt und kann nur so viel sagen: Die Band besteht aus 5 Polen, deren erstes (und meines Wissens nach bisher einziges –kann mich auch irren!) Album „Combat Exhaustion“ heißt. Sie machen wohl eher rohe Musik („Aufs Schlagzeug eingedroschen, die Gitarre mehr bearbeitet als gespielt“), wobei „I know“ eins der „ruhigeren, schleppenderen Lieder“ sein muss. Gegen Ende des Songs legt der Sänger sogar noch mal richtig zu, singt lauter und betonter... wird mit verstreichender Zeit wirklich schöner. „You’re not alone“
Track 10: Erich Clapton: „Further on up the road“ Ein wirklich großer Künstler, der ja allen bekannt sein sollte (wenn nicht: Bildungslücke *g*) was soll man bei Eric Clapton sagen? Das Stück ist auch wieder sehr blues-mäßig, was den ganzen Soundtrack zu einer runden Sache macht... Nun kommen die 4 Instrumentalteile von Gabriel Yared, die einen schönen Kontrast zum Rest der CD bilden...sodass ein breites Spektrum bedient wird.
Sie sind alle vier sehr ruhig, streichinstrument-dominant und wunderschön..... So ist z.B. eine der wichtigsten Musiken im ganzen Film dabei: Alle Engel treffen sich zu Sonnenaufgang am Strand und lauschen einer wundervollen Musik, die Menschen nicht vernehmen... Man stelle sich nun also alle diese Tausenden, schwarz gekleideten Männer vor, die am Strand Richtung Horizont schauen und einfach nur genießen... Nachdem Seth Mensch geworden ist, stürzt er sich dort zusammen mit dem Freund, der ebenfalls einmal Engel war, in die Fluten... aus einem gewissen Trotz heraus: Diese beiden hören die Musik nicht mehr, dafür spüren sie aber das Wasser, den Wind und den Sand unter den Füßen... so lebt Seth einerseits seine Freude an den neugewonnen Empfindungen wie auch seine gewisse Traurigkeit gegenüber seinem alten Leben aus. Alles in allem ist der Soundtrack wunderbar melancholisch, schaurig-traurig und geht unter die Haut. Genau wie der Film. Absolut zu empfehlen. Und das sage ich nicht nur, weil ich eine Frau bin.
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09.06.2006 13:06
Der Soundtrack ist auf jeden Fall gespickt mit großen Songs (und nicht zuletzt mit der Göttin Alanis). Zu Jude: Es gibt zumindest noch ein zweites Album von denen, namens „King of Yesterday“. Das besitze ich nämlich, nachdem ich auf die Band eben durch den „City of Angels“-OST aufmerksam wurde. Gruß Stepnwolf
29.10.2004 22:48
Schön gemacht! ROCK N ROLL GREETINGS FROM TJ-Hooker
29.10.2004 22:47
jawoll, endlichmal jemand dem ich bei seinem zweiten Bericht ein sehr hilfreich geben kann. Du hast suuuuper analysiert und es ist alles drin was man wissen muss. Hey, aus Dir wird hier was, ganz bestimmt! !!!!! LG Nick