In Flames
16.05.2006 (12.06.2006)
Pro:
geniales Album mit hervorragenden Ideen
Kontra:
letzten paar Song ein wenig schwächer
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 Bad.Ass.Barbie
Über sich:
Erfahrungsberichte am besten nach dem Inhalt bewerten, nicht nach der Länge :o) Die Berichte vor &qu...
Mitglied seit:15.05.2006
Erfahrungsberichte:16
Vertrauende:8
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 89 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Es wurde von einigen Seiten angezweifelt, ob die 5 Jungs nach dem letzten, ich nenn es mal "experimentellem", Album nochmal etwas gutes auf den großen Göteborg-Markt werfen würden, Zweifel hab ich auch gehegt. Das 2004er Album "Soundtrack to your Escape", mit großen Nu Metal Einflüssen, kaum noch Elemente aus vergangenen Melodic Death Metal-Tagen und kaum einprägsame Songs, den Opener ausgenommen, war für mich eine komplette Enttäuschung. Doch nun kommt es bald raus, Come Clarity, in meinen Augen, bzw. Ohren ein wahres Meisterwerk. Mit dem Opener Take This Life dürfte die Marschrichtung wieder klar sein, Melodic Death Metal mit einem einprägsamen und extrem harmonischem Pre-Chorus und einem noch schönerem Chorus. Zum Ende hin wird der schnell gehaltene Death Metal Part der ebenso das Intro des Songs darstellt nocheinmal aufgegriffen und abrupt hört der Song auf, was ich allerdings als sehr gut empfinde, langes Outro-Gedudel passt hier einfach nicht.
Der 2. Song, Leeches, fährt mit einem leicht Nu-Metalligem Intro-Riff und einigen elektronischen Spielereien auf, welche zwar klar rauszuhören sind, sich aber nicht durchsetzen, insgesamt werden viele Songs mit Synthesizer Sounds und teilweise auch Keyboardsounds aufgespickt, dem ich aber 100% zustimme, es passt einfach, und klingt nicht so unbeholfen wie auf "Soundtrack to your Escape", die mit den ersten Zeilen von Leadsänger Anders Fridén, der seine Shouts kraftvoll herrauspresst, etwas zurück fallen um dann in einem druckvollem Mid Tempo Melodic Wirr Warr Riff zu enden. Zur Strophe hin wird dann wieder das Intro Riff aufgegriffen, diesmal mit Palmmutes, und Fridén presst seinen Part einprägsam aus sich herraus, trotzig lauten die ersten Zeilen der Strophe "If you say this way, i will take that way". Nach einigen wenigen Worten des Sängers wird wieder das Anfangsriff aufgegriffen, und einem schallt ein Chorähnliches "Spit me out" entgegen, das später in einem melodiösem Gitarren Duett endet, dass den wieder sehr harmonischen mit Clean Gesang begleiteten Refrain einleitet. Ein sehr schöner Song, und mal etwas andres als das, was man aus der Schweden-Szene gewohnt ist.. Song Nummer 3, mein absoluter Favorit, Reflect the Storm, fängt mit einem zurückhaltendem Gitarrenriff an, das auch in abgewandelter Form in den Strophen wiederzufinden ist, dort 2 Stimmig. Nach einer sphärischen Strophe folgt der Pre-Chorus, und was soll ich sagen: Wow! Nach diesem kurzzeitigen Einblick in den Pre-Chorus ohne Gesang folgt wieder eine Strophe, in dessen Anschluss man den Vor-Refrain wiederfindet, diesmal mit einem sehr rauhen Gesang, der aber sofort abebbt, nachdem der eigentliche Refrain anfängt, hier halbiert der Drummer sein Tempo, und durch melodiöses Power-chording begleitet setzt der glasklare und einprägsame Gesang ein. Der Song steigert sich am Ende nochmal in der Intensität des melodiösen Zusammenspiels der Gitarren und des mehrstimmigen Gesanges, um langsam abzunehmen, so dass am Ende nur noch ein unbegleiteter Drum Beat mit viel Hall unterlegt bleibt.
Song Nummer 4, Dead End, mit einer unbekannten Schwedischen Sängerin als Verstärkung knüpft von der Atmosphäre etwas an den Vorgängersong an, nach einem Kraftvollem Intro folgt die 1. Strophe mit der Sängerin, schon fast singend von den Gitarren begleitet, nachdem die Sängerin ihren Part beendet hat, gehn die Gitarren von einem leicht irisch Angehauchtem Tapping Part in ein kombiniertes Powerchording über, der Drumer verdoppelt das Tempo des Beats und Anders setzt mit einem Zwischending aus Gesang und hohem Shouten ein. Eine kleine Bridge mit einem druckvollem Riff folgt, das danach durch Palmmutes etwas an Kraft verliert, um dann im Refrain seine komplette Power zu entfalten, genialer Song! Der 5. Song namens Scream wird eröffnet mit einem leicht psychopathischem Galopp-Gitarrenriff, das nach ein paar Takten von der 2. Gitarre in die 2 Stimmigkeit gezogen wird, nach dem Mid-Tempo Beat des Drummers folgt die 1. Strophe, wieder setzen kraftvolle hohe und gepresste Shouts ein, das Schlagzeug vervierfacht sein Tempo und ein typisches Melodic Death Metal Riff setzt ein. Der Prechorus, der durch die Worte "We must live in different lives" langsam seinem Höhepunkt zurollt, lässt einen fast ein süffisantes Lächeln des Shouters bei diesen Worten sehen. Sehr Kraftvoll kommt der Refrain, der auch zeigt, wieso der Song Scream heißt. "Say scream, (you scream), I Scream, (we scream), but no one lives", die eingeklammerten Worte werden von einem sehr powervollem "Chor" aus lauter kleinen Fridén's geschrien, die dem Song unglaubliche Kraft zuschreiben.
Nun der Song, nachdem das Album benannt wurde, Come Clarity, fängt mit einem ruhigen Akustikgitarrengefrickel an, das später in der Strophe endet, fast verzweifelt hört man den Leadsänger seine Verse singen, ja richtig, singen, der erste Song, in dem auch die Strophe gesungen wird, einige Effekte lassen diesen Teil des Lieds sehr atmosphärisch wirken. Der Refrain setzt mit einem "Kisch-Kisch"-Schlagzeug-Beat ein, und der glasklare melodiöse Gesang, der fast schon flehend die Worte "I want you to lead me" formt wird durch simple Powerchords der Gitarre und einigen schönen Bass-Ideen begleitet. Eine schöne Ballade! (Zumindest im Vergleich zum Rest des Albums) Vacuum, der 7. Song setzt Abrupt ein, direkt von Anfang an hört man einen extrem schnellen Schlagzeugbeat, mit einem leicht thrashigem Gitarrenriff, die Shouts sitzen wieder krächzig und wie gewohnt perfekt. Nach einem kurzen Crescendo zum Refrain hin, setzen Bass und Schlagzeug kurzzeit komplett aus, und 2 Stimmig singen die Gitarren ihren Song dahin. Ähnlich dem vorherigen Song setzt der Refrain nicht auf Mörderriffs sondern auf Powerchords die den Gesang, der hier klar im Vordergrund steht, sehr gut begleiten. Nach einem kurzen Auflaufen flauht der Song ab, die Gitarren stehen im Vordergrund und man hört gezupfte Violinen im Hintergrund. Nach kurzer Zeit fängt auch schon ein durchdachtes und sehr melodiöses Solo an, dass das können der beiden Gitarristen wiedereinmal gut zeigt. Ganz entgegengesetzt des abrupten Einsetzen des Songs, wird das Ende hingezogen und am Ende hört man nur noch die gezupften Violinen mit einem Delay ausklingen.
Song Numero 8, Pacing Deaths Trail, aprubt startet der Song, der Drummer setzt seine Doublebass gut ein, das Riff errinnert mich, wieso auch immer, irgendwie an Irische Fidel-Klänge, das macht auch das komplette Album aus, man verbindet mit den Riffs irgendetwas, weiß aber nie genau was es ist, und das macht es so unglaublich genial. Nach dem "irischem" Intro setzt der Bass brumment ein, der Drumer hält sich noch zurück, in der Strophe geht es wieder etwas treuer dem melodischem Death Metal zu, nach einem treibendem Beat im Pre-Chorus wird das abgewandelte Intro Riff gespielt, mit einem nochmals gesteigertem Drummerbeat, den ganzen Song über bleiben die Grundharmonien beibehalten, sowie die Patterns des Intros, trotzdem wirkt der Song nich langweilig, er wird eher immer treibender.. Auch obwohl ich jetzt das Wort treibend 3 mal in einem Satz gebraucht habe, wofür ich mich ausdrücklichst entschuldige, lässt sich kein anderes Wort finden, das diesen Song besser umschreibt. Netter Song, aber kein so großer Ohrwurm wie die restlichen Machenschaften der Schweden-Jungs. Der nächste Song startet mit einem sehr nettem Riff, dass mich teilweise an CKY's "96 quite better beeings" errinnert, das Riff verfliegt aber schnell und bleibt nur noch teilweise erhalten, gekonnt eingesetzte Aussetzer der Gitarren machen die Strophe zu was besonderem, schnell findet man sich aber im Pre-Chorus wieder, der melodisch dem erhofftem Chorus entgegenfließt, überraschender Weise kommt nun aber nochmal eine Strophe, ein wirklich gut eingesetztes Stilistisches Mittel. Nun, nach der 2. Strophe kommt nun der Chorus, Gesang steht hier mal wieder im Vordergrund, so wird der Song nur von Powerchords der Gitarren begleitet. Später im Song findet man auch noch ein Solo, das zwar gut in den Song passt, aber der Chorus danach kommt zu aprubt. Schade eigentlich, da hätte man noch mehr machen können denk ich, ansonsten aber ein guter Song! Ach hätt ich's glatt vergessen.. Der Song heißt Crawl Through Knives.
Versus Terminus fängt mit einem treibendem Blast Beat an, trotzdem hat man sehr melodische Gitarren im Hintergrund, passt nicht? Passt doch! Dieses Gegensatzpaar bleibt den ganzen Song lang erhalten, daher kann man auch nich viel zu schreiben, im Chorus wird wieder Gesungen, an sonsten ist dies mal ein nicht ganz so starker Song auf dem Album, aber trotzdem kann man ihn sich gut anhören und wird das Album an diesem Punkt sicherlich nicht aus seinem CD-Player reißen. Hm, wieder ein nicht allzu starker Song, Our Infinite Struggle mit Namen, allerdings muss man hier auch von anderen Maßstäben ausgehen, schließlich haben wir hier In Flames vor uns.. Klingt teiweise wie ein Mix aus Crawl Through Knives und dem vorherigem Song, Versus Terminus, und seltsamer Weise kann man auch hier nicht viel zum Song sagen, die Abwechslung bleibt leider aus, das heißt bis zu einem gewissem Punkt, den spreche ich gleich an, der Gesang ist wieder nett aber auch nich überragend, man hat wieder kurze Gitarrenaussetzer in den Strophe, wie schon im vor-vorherigen Song. Doch nun etwas überraschendes, der Song ist eigentlich recht kraftvoll aufgebaut, doch etwa nach zwei Dritteln setzen cleane Gitarren ein, der Schlagzeuger halbiert sein Tempo, ein wohlklingender Stratocaster Sound macht sich breit und zieht den Hörer nach dem bis dato nur mittelmäßigem Song in seinen Bann. Gekonnt steigert sich das erst cleane Riff und endet in wieder verzerrtem Humbucker Sound, und der Song geht wieder richtig los, und, ich habe keinen blassen Schimmer wieso, obwohl die selben Riffs wie vor dem Cleanpart benutzt werden wirken sie nun viel passender, aber trotzdem kann ich diesem Song nicht mehr als nur ein "OK" geben..
Der vorletzte Song, Vanishing Light, startet mit einem untypischem Riff, Nightwish oder wat is dat hier? Hört glücklicherweise relativ schnell auf, und ein melodisch treibendes Riff setzt ein. Das bis zum Refrain erhalten bleibt, hier setzt man auf melodisch zusammenpassende Drowningnotes in den Powerchords. Der Drummer macht seine Aufgabe souverän, tritt aber nicht zu sehr in den Vordergrund, Doublebasseinlagen bleiben fast komplett aus, würde hier auch nich passen. Der ganze Song erinnert mich irgendwie an Nightwish's "Over the Hills".. Krasse Sache? Ja, denn trotzdem find ich den Song ziemlich gut. Der letzte Song ist ein 3-Minütiges Instrumental Stück, untermalt mit elektronischen Spielereien, einem Klavier und sonst gibt es auch hier nicht viel zu sagen, ein netter Ausklang.
Insgesamt muss man sagen, obwohl die letzten paar Songs etwas schwächer sind als die restlichen, Come Clarity ist ein geniales Album mit hervorragenden Ideen und wiedermal haben In Flames sich neu entdeckt, fängt es bei den Shouts an die viel druckvoller und rotziger klingen an, die Gitarren sind melodischer, der Nu Metal Touch bleibt fast komplett aus, und wenn er mal durchkommt ist er passend, und man sollte die Bezeichnung dort nicht als Schimpfwort, wie es heutzutage üblich ist, gebrauchen. Der Drummer macht seinen Job hervorragend, und auch der Bassmann macht alles richtig. Wer sich jetzt immernoch nicht sicher ist, falls man das Album Reroute to Remain sein Eigen nennen kann, dann könnte man sagen, Come Clarity ist mit RtR am ehesten zu vergleichen, allein vom Stil her, obwohl CC wieder etwas völlig anderes ist.. Sehr vertrackt das ganze. Nun ja, wie auch immer. Wer In Flames bis dato nicht mochte, aufgrund seltsamer Geschmacksentgleisungen der Jungs während des Vorgängeralbums, wird sich eventuell jetzt eines Besseren belehren lassen, die Schweden ham's Technisch drauf, schreiben geniale Songs, haben massig Ideen und bringen alles einfach dermaßen perfekt in des Hörers Ohren, dass man diesem Album einfach trotz der paar nicht ganz so guten Songs, ein sehr gut geben muss. Anspieltipps: Take This Life, Reflect The Storm, Scream, Come Clarity, Crawl Through Knives
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08.06.2007 14:35
Sehr guter Bericht, du bist gut auf die einzelnen Songs eigegangen und die Besonderheiten dieses Albums! Wenn du auf solche Musik stehst, dann lies dir doch meinen Volbeat Bericht durch! Eine sehr interessante Band! Vielleicht ist ja auch eine nette Bewertung für mich drin :) Liebe Grüße! Foxvanilla
21.08.2006 19:08
Sehr guter Bericht...BH von mir..Liebe Grüße Heino
24.07.2006 00:44
Oh das kenn ich noch gar nicht-gut das es deinen Bericht gibt!LG JANA