The Soul of Prince
27.09.2003
Pro:
vielfältig, tiefgehend, klar
Kontra:
???
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 logan
Über sich:
ROSE KEMP 'Flawless', TORI AMOS 'Raining Blood', LED ZEPPELIN 'Dazed And Confused', MOTÖRHEAD 'Back ...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 71 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Prince - der Mann mit den Masken; Mr. Funk, Mr. Sex, Mr. Mystic, Mr. Symbol, Mr. Strange. Auf "Come" klingt er erstaunlich ernsthaft, direkt, klar und verletzlich. Zuviel Wandlung darf man freilich nicht erwarten: Prince ist und bleibt Prince, auch wenn er sich immer wieder neu entwirft.
Funkige Kracher alter Schule finden sich nicht auf "Come"; das Testosteronlevel hat Prince, für seine Verhältnisse, allgemein auf Sparflamme gehalten: Kein Pornoflow, das heißt kaum schlüpfrig pumpende Bässe und nur ganz wenig laszive Raps. Dafür singt Prince mit seiner Kopfstimme klar, soulig, nachdenklich und in sich selbst ruhend wie nur ganz selten.
Natürlich sind auch wildere Songs vertreten. Doch der deutlich vorhandene Sexappeal ist diesmal ziemlich romantisch geprägt. "Come" als erstes Stück richtet sich, wie könnte es auch anders sein, an eine Hörerschaft 'eighteen and over'. Entspannt jazzige Funktrompeten, silbrige Percussion und ein hart klatschender Rhythmus vereinen sich mit der aufgekratzten Stimme des Sängers. Oooh! Uh. Das ist sexy, funky, cool. Herrlich extatisch wird das Grundthema variiert. 'Can I suck you, baby? Can I fuck you, baby?' Einige schlüpfrige Scratches flutschen immer wieder dazwischen, bis schließich das Finale 'kommt'. Inclusive 'post-orgasmic chill'. Eine runde Sache, besonders auch durch das sehr jazzige Saxophonspiel, das sich langsam und schlangengleich wieder aus den Federn der Percussion erhebt. Der zweite Höhepunkt ist entspannter, säuselnder, süßlicher. 'You should do that, baby.'
"Space" hat wieder einen Percussionrhythmus, der hier etwas schlichter und grooviger ausfällt; unterstützt wird er von knackigen Rimshots. Mit samtener Stimme singt Prince sehr dezent seine ersten Zeilen. Sein ruhiger Sprechgesang lässt sich dann über weiche, helle Keyboardklänge treiben. Mit souliger Kopfstimme säuselnd oder in kehligem Krächzen vergehend bietet Prince seinen Gesang dar. Die dünnen, kühlen Keyboardfäden passen ausgezeichnet zum glucksenden Rhythmus. "Pheromone" hat eine neue Version des altbekannten princeschen Sex-Beats auf Lager. Dieser hier hallt und dröhnt besonders voluminös. Nervöse, auf unverständliche Laute reduzierte voice-samples schwurbeln umher. Mit hoher, ätherischer Stimme und klimpernden Gitarrenklänge glasiert Prince die smoothen Bläser und den pumpenden Rhythmus. Sehr soulig in der Darbietung, sehr weich im Gefühl und in entrückter Verzauberung singt Prince über das Verfallen-Sein.
"Loose!" ist ein schweißtreibender, metallisch acid-lastiger Techno/Funk-Hybrid mit trocken pumpenden Drums, ultra-harten, quietschend schlingernden Keyboardattacken, futuristisch gewölbten Bassbeats und tackerndem Electrobeat. Sleazig verzerrte, voluminös aufgepumpte E-Gitarren liefern sich Funk stiebende Duelle auf rutschiger Fahrbahn. Krass. "Papa" ist dunkel, langsam, kühl und voller blue funk. So verletzlich wie in diesem Stück habe ich Princes Stimme noch nie gehört. Unter die verstörte Stimme eines kleinen Jungen mischt sich immer wieder klatschend die seines aggressiven Vaters. Zerrissene E-Gitarren sägen an der unterkühlten Stimmung des Stücks.
"Race" ist herrlich abgedrehter, soul-inspirierter Funk mit ein paar knappen jazzigen Einwürfen. Der Rhythmus ist scharf und hiphoplastig pushend. Sehr stark kontrastiert und klar abgemischt wirkt das Stück härter als man ob seiner sich smooth wiegenden Keyboards vermuten könnte. "Dark" gleitet so smooth dahin wie Schäfchenwolken. Seine Atmosphäre ist aber eine ganz andere: Elegant, schwarz und glänzend. Die sehr souligen, weichen Bläser und der ausdrucksstarke, doch nie übertriebene Gesang wirken äußerst edel. Diese beiden Elemente schmiegen sich wie in einem Tanz eng aneinander und scheinen in ihrer ganz eigenen Sprache miteinander zu kommunizieren. Das Schlagzeug hält sich mit einem schlichten Rhythmus dezent im Halbdunkel des Salons. Gegen Ende ertönt noch eine herrlich abgeklärte, träumerische Steelguitar. Trotz des klassischen, geradezu perfektionistischen Arrangements wirkt das Stück nicht cheesy. Prince beweist seiltänzerische Sicherheit.
"Solo" ist ein nahezu reines Gesangsstück, welches vom Raumklang her mal an eine Kirche, dann wieder an eine Höhle erinnert. Einzig einige wohlgesetzte Harfenklänge und entferntes Gewittergrollen untermalen dieses Stück aus einer anderen Welt. Perfekt. "Letitgo" ist ein poppiger Soulcocktail mit eingängiger Melodie, jede Menge hell klimpernder Percussion, wohlig dahinfließenden Bläserharmonien und einer kleinen Prise Funk darin. Am Glasrand stecken muntere Keyboard- und lustige Flötentöne. Gute-Laune-Musik.
"Orgasm" – Habt Ihr etwa etwas anderes erwartet? Es handelt sich hierbei schließlich um ein Prince Album...
Gesamtwertung: Ein äußerst abwechslungsreiches, elegantes Album voller Soul und Funk von einem gereiften, doch keineswegs gesetzten Künstler.
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02.10.2003 11:24
Und ich komme wohl trotzdem nie an Prince-Songs ran ... ich mag einfach seinen Stil nicht ... egal wie gut er auch sein mag!
29.09.2003 15:07
Hey, dieser kleine Mann ist ein echtes Multitalent, auch wenn er schon ein wenig abgehoben ist - es ist schon erstaunlich, wieviele Instrumente er spielen kann. Ich mag insbesondere die funky tracks - eines meiner favorisierten Alben ist das "black album". Gruß regwiz
29.09.2003 08:07
Ohha...der Herr wird sich doch nicht zu Einzelsongrezensionen hinreissen lassen ? *g*! Das hat das Album doch gar nicht verdient... ;-)