Pure Cora! und fast alle Hits am Stück
11.02.2004
Pro:
Schöne Zusammenstellung neuer und alter Hits
Kontra:
Kopierschutz
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Desireless
Über sich:
An alle meine Lieben! :-) Ich bin zwar wieder in Town, aber zur Zeit werde ich von Arbeit geradezu e...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 80 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo Gemeinde! Heute folgt, wie angekündigt, eine Rezession zum Album „Pur“ von Cora. Das Album ist am 26.01.04 in den Plattenläden erscheinen. Es handelt sich dabei um den vierten Longplayer von Cora und um das erste Album seit 1996 von dem deutschen Duo.
Da ich bereits ausführlich über die Band berichtet habe (siehe Maxi-Single „Liebe Pur“), gehe ich gleich auf das Album ein. Eine nochmalige Ausführung in Bezug auf die Band und eine Discographie würde eine reine Wiederholung des bereits Geschriebenen darstellen. Interessierte Leser können diese Informationen unter http://www.ciao.de/Liebe_Pur_Single_Cora__Test_2775024 erhalten. ** Das Album/ Allgemeines ** Der neue Longplayer „Pur“ enthält insgesamt 16 Titel und kann durchaus als „Greatest Hits“-Competition bezeichnet werden. Alle Hits von Cora, im Jahr 1983 angefangen bis zur letzten Single „Liebe Pur“, sind auf der Scheibe zu finden. Einige Titel wurden komplett neu aufgenommen, der Großteil allerdings lediglich neu abgemischt oder erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht. Für Fans und Sammler wurden die Klassiker und Perlen „Istanbul“, „Perestroika“, „Wer darf das für uns entscheiden“ und „Liebeskummer“ im Original auf die CD gepackt.
Alle Songs des Albums wurden von den beiden Bandmitgliedern, den Berlinerinnen Swetlana und Cora von dem Bottlenberg komponiert und produziert. ** Das Cover ** Nichts Ungewöhnliches oder Auffälliges hat man sich mit dem Cover einfallen lassen. In Blau und Grün gehalten begrüßen uns die beiden Bandmitglieder als Porträtzeichnungen auf der Vorderseite. Ein wenig erinnert das Cover an die 80’er Jahre, was auch beabsichtigt sein wird. Die Rückseite enthält alle relevanten Informationen über den Inhalt der CD, wie Titelauswahl, Laufzeiten, Produzenten, etc.
Booklet: Das Booklet beinhaltet einige Fotos, aufgenommen bei Live-Auftritten von Cora und die Songtexte (Ausschnitte) der Hits „Amsterdam“, „Liebe Pur“, „Christina“, „Saxonia“ sowie „Auf den Straßen“. Auch hier hätte man durchaus etwas einfaltsreicher sein können, immerhin handelt es sich ja um eine Art Zusammenstellung der größten Hits der Band. Ich hätte mir als Fan etwas mehr Informationen gewünscht. ** Die Silberscheibe ** In dieser Rubrik möchte ich nun etwas auf die einzelnen Songs eingehen, die Cora auf die CD gepackt haben. Gleich vorweg möchte ich sagen, dass mir das Album sehr gut gefällt, allerdings die Qualität der einzelnen Aufnahmen zu wünschen übrig lässt. Info: Die Songs 1 bis 12 wurden von Gareth Jones (Depeche Mode) neu abgemischt oder bearbeitet.
Titel 1: „Amsterdam“ Spieldauer: 4:44 Minuten „Amsterdam“ ist und bleibt der alles überragende und bestimmende Titel in der Karriere der Band. Sicher kennen viele den Song, der vom Schmerz der Trennung und der Enttäuschung beim Verlust der großen Liebe erzählt. Meines Erachtens wurde der Ort des Geschehens in eine fremde Stadt (Amsterdam) verlegt, um die Hilflosigkeit und Verlorenheit in dieser Situation zu beschreiben. Der Song erschien erstmalig 1984 in einer deutschen Version und dann noch einmal 1986 in der englischsprachigen Version, die zu einem europaweiten Hit wurde. In Frankreich ging die Scheibe damals 200000 Mal über die Ladentische. Der Titel liegt hier in einer abgemischten, deutschsprachigen Version vor, die das Original aber nicht sehr verändert.
Titel 2: „Jung und stark“ Spieldauer: 3:46 Minuten „Jung und stark“ ist einer der neuen Titel von Cora, die erstmalig auf dem aktuellen Album veröffentlicht wurden. Im Großen und Ganzen eine äußerst gelungene, schöne Ballade mit eingängigem Text und im perfekt inszenierten Sound, der sofort in die Gehörgänge geht. Wieder einmal geht es um die Liebe und um die Wirrungen zu dem Thema. Interpretiert kann man sagen, auch nach dem Ende einer Liebe geht das Leben weiter; Nach dem Motto: Was uns nicht umbringt macht uns stark!
Titel 3: „Liebe Pur“ Spieldauer: 4:15 Minuten Der Titel „Liebe Pur“ wurde von mir bereits als Singleauskopplung beschreiben. Der Vollständigkeit halber möchte ich ihn hier noch einmal kurz anreisen. „Liebe Pur“ ist die deutsche Version des 1989/ 1990’er Hits „In The Name Of Love“, für den Cora damals die goldene Europa erhalten haben. Ein schöner Disco-Fox-Knaller, nun in gelungener, deutschsprachiger Fassung.
Titel 4: „Es tut weh“ Spieldauer: 5:00 Minuten Einer der ganz neuen Titel auf dem Album. „Es tut weh“ erzählt im schnellen Tempo von der Zeit nach dem Ende der großen Liebe. Ein wenig erinnert mich der Song an ähnliche Produktionen von Rosenstolz oder 2raumwohnung, in diese Kategorie würde ich die neue Musik von Cora dann auch einordnen. Der Song ist trotz seines eher deprimierenden Textes eine gut tanzbare Nummer. Schöne Arrangements, gepaart mit intelligentem Text und schon macht man einen Hit.
Titel 5: „Christina“ Spieldauer: 4:30 Minuten Der Song „Christina“ ist musikalische kein Erlebnis, denn es handelt sich um „Amsterdam“, nur mit einem neuen, wenn auch sehr schönen Text. Wie bereits geschrieben zieht sich „Amsterdam“ durch die gesamte Schaffenszeit von Cora. Der Song wird die beiden Schwestern wohl nicht mehr loslassen, oder sie lassen ihn nicht los. Der Text passt allerdings genauso gut wie das Original zur Musik. Eine durchaus gelungene Abwechslung. Im Song geht es um eine junge Dame Namens Christina, die dabei ist das Leben zu entdecken. Träumerei und Enttäuschungen liegen dabei oft nah beieinander, wie wir alle wissen.
Titel 6: „Ein Teil von mir“ Spieldauer: 4:33 Minuten „Ein Teil von mir“ ist auch wieder eine der neuen Kompositionen. Beim ersten Anhören dachte ich, es handelt sich um eine Clubproduktion von Anfang der 90’er Jahre. Flotter, gut tanzbarer Beat und ein netter Text machen das Lied durchaus zum Hörerlebnis. Leider schaffen es Cora allerdings mit diesem Song nicht, den Zauber ihrer Stimmen dem Hörer näher zubringen. Für mich persönlich ist „Ein Teil von mir“ ein netter Popsong, der allerdings nicht zu meinen Favoriten gehört.
Titel 7: „Saxonia (Leipzig für Olympia)“ Spieldauer: 4:34 Minuten Eine Überraschung für mich war dieser Werbesong für die die sächsische Metropole und deren Bewerbung für die Olympischen Spiele 2012. Ob Cora den Song von sich aus geschrieben haben, oder ob sie beauftragt wurden, kann ich nicht sagen. Für die Sachsen dürfte das Lied durchaus zur neuen Nationalhymne werden. Für mich als Kind des Rheins ist das Lied nicht unbedingt so der Knaller. Mal wieder überzeugt der Text, allerdings klingt die musikalische Untermalung wie aus einem kaputten Gameboy. Schnelle und leicht übertriebene Computerbeats versuchen hier einen mitreisenden Rhythmus zu erzeugen, der an meinen Ohren vorbeigeht. Aus dem Song hätte man viel mehr machen können, wenn man etwas liebevoller mit dem Thema umgegangen wäre.
Titel 8: „Ich bin Du“ Spieldauer: 3:58 Minuten Ein sehr schönes Liebeslied, welches schon fast Chansonqualitäten hat, wenn man nicht wieder einmal auf die reine Computerinstrumentalisierung zurückgegriffen hätte. Zwar passen hier Text und Musik wieder zusammen, aber dennoch wirkt das Ganze etwas überladen, was die musikalische Umsetzung anbelangt. 3:58 Minuten auf dem Album wurden gefüllt, nicht mehr und nicht weniger. An Produktionen wie „Jung und stark“ oder „Es tut weh“ kommt der Song nicht ganz ran, leider!
Titel 9: „Die erste Liebe“ Spieldauer: 4:24 Minuten Im Stil der 70’er Jahre wurde hier eine weitere Disco-Fox-Nummer aufgenommen. So ein bisschen musste ich an Wolfgang Petry denken, als ich den Song das erste Mal gehört habe. War das Absicht? :-) Wieder einmal habe ich allerdings auch den Eindruck, dass hier die Musik von „Amsterdam“ verwurstet wurde. Das Ganze kommt lediglich schneller als beim Original und bei „Christina“ rüber. „Die erste Liebe“ ist vom Text her ein typischer Cora Schmachtfetzen, der von den ersten Berührungen und den ersten Enttäuschungen aus dem fast unerschöpflichen Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen erzählt. Netter Text und Beat, auf jeder „Sweet 16“-Partry bestimmt ein Knaller.
Titel 10: „Auf den Straßen“ Spieldauer: 4:24 Minuten Der absolute Gänsehautverursacher für mich, auf diesem Album. Diesmal hat man es tatsächlich geschafft ein ganz tolles musikalisches Arrangement mit einem intelligenten Text zu paaren. Perfekter Song, der Ecken und Kanten hat und deswegen etwas Besonderes ist. Von den neuen Songs auf dem Album mein Favorit, wenn auch erst beim zweiten Mal anhören. Der tolle Wechsel von Kopfstimme zur Bauchstimme bringt eine ganz besondere Stimmung rüber und macht das Gänsehautfeeling.
Titel 11: „Deine Liebe“ Spieldauer: 3:34 Minuten „Deine Liebe“ ist sicher der Renner auf allen Partys in Single-Cafés. :-) Irgendwie kommt der Song recht bieder bei mir an und erinnert mich ein wenig an diverse Schlagerproduktionen aus dem Hause Ralf Siegel. Der hat zwar nicht die Hände im Spiel, aber hat sicher die Produzenten des Songs inspiriert. Eine eher seichte Schlagerproduktion die ganz nett ist, aber nicht mit anderen Titeln mithalten kann.
Titel 12: „Baby Blue Eyes“ Spieldauer: 3:37 Minuten „Baby Blue Eyes“ ist einer von zwei englischsprachigen Titeln auf dem Album. Der Song soll laut Booklett neu überarbeitet wurden sein, allerdings kann ich keinen Unterschied zum Original heraushören. Bei dem Lied handelt es sich um eine schöne Up-Tempo Nummer, die ebenfalls gut tanzbar ist. Ich glaube davon gab es schon einmal eine deutsche Version, allerdings bin ich mir nicht ganz sicher. „Baby Blue Eyes“ höre ich mir ganz gerne an, einfache eine tolle musikalische Untermalung des Alltags.
Titel 13: „Wer darf das für uns entscheiden“ Spieldauer: 4:37 Minuten Bei diesem Titel handelt es sich erstmalig auf dem Album eine wahre Perle in Originalversion au dem Jahr 1986. Leider hat man wahrscheinlich kein Masterband mehr zur Verfügung gehabt und wohl eine alte Single als Grundlage für die CD-Aufnahme benutzt, denn der Song rauscht und knackst im Hintergrund, was man besonders beim Anhören auf dem Kopfhörer mitbekommt. „Wer darf das für uns entscheiden“ erschien als Single 1986 und wurde ein kleiner Erfolg in den Radio-Charts, bevor ihr Hit „Amsterdam“ kurze Zeit später durchstartete. Vom Text und der Musik her könnte der Song auch von Juliane Werding gesungen sein, denn der allgemeine Weltschmerz dieser Zeit wurde in diesem Lied eingefangen.
Titel 14: „Istanbul“ (Deine braunen Augen) Spieldauer: 3:04 Minuten 1983 hatten sich Cora im Studio mit dem Produzenten Frank Farian zusammengefunden und fingen an Musik zu machen. Nachdem sie bereits als Backroundsängerinnen für Marianne Rosenberg vor dem Mikrofon standen haben sie mit Hilfe des bekannten Produzenten das Handwerk sozusagen von der Pike auf erlernt. Erstes Ergebnis war dann die Single „Istanbul“, welche damals allerdings wie Blei in den Regalen der Plattenläden lag. Der Song ist eine typische Produktion in der Zeit der Neuen Deutschen Welle. Ein etwas flacher Text wurde mit pseudo-orientalischer Synthesizermusik gemischt und fertig war das Produkt. Heute ist „Istanbul“ ein absoluter Hit unter den Fans der Band und schon längst zum Kult avanciert.
Titel 15: „Liebeskummer“ Spieldauer: 3:32 Minuten Dieser Titel wurde die zweite Single des Duos im Jahre 1983 und schlägt genau wie „Istanbul“ in die Kerbe der Neuen Deutschen Welle. „Liebeskummer“ hieß damals auch ihr erstes Album, welches im gleichen Jahr in die Läden kam. Leider konnte der Song damals genauso wenig die Hörer und Käufer überzeugen wie der Vorgänger. Außer einem kleinen Achtungserfolg konnten Cora damit keine Lorbeeren verdienen. Der Song ist für mich dennoch einer der absoluten Höhepunkte aus der Schaffenszeit von Cora. Der Text ist nicht ganz so flach, wie bei „Istanbul“ und die musikalische Untermalung ist typisch für diese Zeit. Eine Nummer, die auf keiner 80’er Jahre Party fehlen sollte. :-)
Titel 16: „Perestroika“ Spieldauer: 4:30 Minuten „Perestroika“ erschien 1988 und avancierte damals zu einem Geheimtipp in den Clubs. Der Titel wurde nicht unter dem Bandnamen Cora, sondern unter dem Pseudonym „Garbo“ veröffentlicht. Ein für die Zeit am Ende der 80’er Jahre typischer Dance-Knaller, der in englischer Sprache eingesungen wurde. In einigen Discos lief das Stück damals rauf und runter, dennoch schaffte es nicht den Einstieg in die Verkaufsscharts. Wahrscheinlich ging der Song in der damaligen Schwemme von ähnlichen Liedern einfach unter. Die Produktion könnte auch aus der Hand von Dieter Bohlen stammen, denn besonders beim Refrain hat man den Eindruck, Modern Talking hätte den Song veröffentlicht. „Perestroika“ ist eine der Songs, die nie auf CD erschienen sind und von den Fans gesucht wurden. Nun wurde dem Genüge getan.
So, nachdem ich Euch nun mit den einzelnen Songs vertraut gemacht habe hoffe ich, bei dem Einen oder Anderen Neugier geweckt zu haben. Wer möchte, der kann sich Samples aus dem Album bei Amazon anhören. Es ist nicht einfach musikalische Eindrücke in schriftlicher Form rüberzubringen, hoffentlich hat Euch der Bericht nicht gelangweilt. *gähn* :-) ** Fazit **
Ich kaufe mir nicht viele CD’s, besonders da die aktuelle Musik meinem Geschmack nur noch in peripherer Weise berührt und ich mit angeblichen Dschungel-, oder Superstars eben nichts anfangen kann. Aus diesem Grund freue ich mich immer wenn ich eine CD in die Hände bekomme, die von Bands aus meiner guten, alten Jugendzeit stammt (lang, lang ist es her).
Damit werden alte Erinnerungen wachgerüttelt und man fühlt sich in die Zeit zurück versetzt. Zugegeben, das hier vorliegende Album habe ich als Fan von Cora gekauft und ich weiß, dass diese Musik nun mal nicht Jedermanns Geschmack ist. Dennoch kann ich Euch das Album empfehlen, da sich hier wirklich eine ganze Menge Perlen aneinander reihen. Für mich eine CD, die ich unbedenklich sowohl meiner Mutter, als auch meiner besten Freundin schenken würde.
Cora schaffen die Gratwanderung zwischen Deutsch-Pop und Schlager nicht immer und rutschen oft in den Bereich des Schlagers ab. Wir haben hier trotzdem ein Album welches sich für Partys genauso eignet, wie für die stillen Minuten des Alltags. Nachdem die Single „Liebe Pur“ bereits den Einstieg in die deutschen Verkaufscharts geschafft hat, wünsche ich den Beiden nun auch einen entsprechenden Erfolg für das gelungene Album. Einen dicken Stern ziehe ich ab, da die Qualität einiger Songs (Wer darf das für uns entscheiden) nicht so gut ist und die CD über einen Kopierschutz verfügt.
Vielen Dank an dieser Stelle für das Lesen meines Berichtes. © by Desireless Jan./ Feb. 2oo4 für Ciao
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11.07.2004 21:56
Moin Moin Desireless ! Dein Bericht hat mir sehr gut gefallen. Gruß. Moin007
11.02.2004 12:56
Normalerweise finde ich es nicht vertretbar einfach auf einen anderen Bericht zu verweisen, da ich Informationen immer in dem Bericht finden möchte, den ich gerade lese und nicht zig Berichte durchsehen möchte. In diesem Fall halte ich es jedoch für eine Randinformation, die durchaus fehlen darf.
11.02.2004 12:01
Wusste garnicht das die ein neues album haben...