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Diese Frage stellt sich einem, wenn man sich mit dem Album Crash-Landing von den Toten Hosen beschäftigt. Ich habe über dieses Werk schon die verschiedensten Geschichten gehört, die einen sagen, es wäre nur für den australischen Markt, andere behaupten es in Deutschland gekauft zu haben. Was nun genau stimmt kann ich leider nicht sagen, allerdings habe ich es in Deutschland noch nicht gesehen. Damit stellt sich auch schon die nächste Frage: Wo hab ich das Album her? Die Frage ist schnell beantwortet, bei meinem letztjährigen Stockholm-Aufenthalt (siehe anderen Bericht von mir), sah ich die Scheibe im Mega-Store (bei uns so was wie Media Markt) und erstand daraufhin die Scheibe. Wieviel ich genau bezahlt habe weiß ich zwar nicht mehr, aber es dürften so um die 170 SKr (geteilt durch sechs, dann dürfte man es ungefähr in Euro haben, den genauen Kurs kenn ich leider nicht) gewesen sein. Damit dürfte auf jeden Fall die Australien Variante wegfallen, wenn jemand näheres weiß, kann er’s mir ja sagen.
Nachdem die erste Frage geklärt wäre, möchte ich zuerst noch ein paar Worte über das Album an sich verlieren. Bei Crash-Landing handelt es sich um eine Zusammenstellung verschiedener Hosen-Songs (vornehmlich vom „Opium für das Volk“-Album), wobei diese in einer englischen Bearbeitung auf die CD gepresst wurden. Der Hörer hat es also mit einer Art Best-Of zu tun, bekommt aber dennoch etwas Neues.
Bisher habe ich eigentlich nur über das Album geredet und die Band außen vor gelassen. Die Toten Hosen dürften zwar den meisten ein Begriff sein, aber einen kleinen Überblick über ihr Schaffen möchte ich dennoch geben.
DIE BANDGESCHICHTE
Die Toten Hosen sind ja auf Grund ihres derzeitigen Jubiläums etwas präsenter. Für alle die es noch nicht wissen, die Band wurde vor 20 Jahren, also 1982, in Düsseldorf gegründet. Die Gründungsmitglieder waren damals: Andreas Frege (Campino), Andreas Breitkopf (Breiti), Andreas von Holst (Kuddel), Andreas Meurer (Andi) und Wolfgang Rohde (Wölli) (seit einem Bandscheibenvorfall ist er leider nicht mehr voll dabei und wurde durch Vom Ritchie ersetzt). Gespielt wurde in folgender Besetzung:
Der Werdegang ist dann, entgegen der Meinung vieler Zeitungs-Journalisten, nicht aufzuhalten gewesen. Tourte man zuerst übers Land, wurden mit der Zeit immer mehr Leute auf die Band Aufmerksam (lag eventuell auch an der Zeitungsberichterstattung von der „Trinkertruppe“, negative Werbung ist eben auch Werbung). Neben diesen „normalen“ Auftritten, kamen auch Engagements im Fernsehen (öffentlich-rechtlich versteht sich, private gab es damals ja noch nicht) und eine Berufung als musikalische Botschafter nach Seoul (Eingeladen wurden die Fünf damals übrigens vom Goethe-Institut, was die Institution dazu bewogen hat kann ich mir aber nicht vorstellen). Mit der Zeit wurde das Image der Band immer kommerzieller, was auch einigen Fans nicht sonderlich gefällt, besonders das vorletzte Album ist recht umstritten. Heute sind die Hosen eine weltweit agierende Band mit Auftritten von Argentinien über Russland bis nach Australien.
DISCOGRAPHIE
Opel-Gang 1983 Unter falscher Flagge 1984 The battle of the Bands 1985 Damenwahl 1986 Bis zum bitteren Ende 1987 Ein kleines bißchen Horrorschau 1989 Auf dem Kreuzzug ins Glück 1990 Learning English Lesson One 1991 Kauf mich! 1993 Reich und sexy – Ihre 20 größten Erfolge 1993 Love, Peace & Money 1994 Opium für das Volk 1996 Im Auftrag des Herrn 1996 Crash-Landing 1999 Unsterblich 1999 Auswärtsspiel 2002 Reich & Sexy II 2002
Als Rote Rosen Never mind the Hosen 1987 Wir warten auf’s Christkind 1996
Singles gab es natürlich auch in Massen, aber alle aufzählen wird ich hier nicht.
CRASH-LANDING
THE PRODUCER 0:44 Ein kleines Intro, in dem der Produzent darauf hinweist, dass man es hier mit einem Hosen-Pprodukt aus West-Germany zu tun hat. Untermalt wird das Ganze mit einer Melodie wie sie ohne Probleme in einem Kaufhaus gespielt werden könnte. Fazit: Mit Titel zwei beginnen.
THE PRODUCT 1:23 Die Hosen bedanken sich für den Kauf und versichern einem, dass man es mit hervorragender Qualität zu tun hat. Im Gegensatz zum Opener ist das hier auch ein wirklicher Song, schnell, laut, aber auch etwas einfallslos.
THE FLY 2:01 Wir steigern uns langsam aber sicher, nicht nur was die Spielzeit anbelangt. Zu Beginn hört man das Brummen einer Fliege, in das langsam die Gitarren einsteigen. Der Text wird zuerst nur gesprochen, ehe man zum eigentlichen Gesang übergeht. Die Melodie ist recht nett, der absolute Überhammer ist der Song aber dennoch nicht.
MAN 4:08 Beim vierten Song ist man nun endlich auf dem Niveau, das man auf dieser Platte erreicht und das ist ziemlich hoch. Drum-Intro mit Bass-Unterstützung eröffnen den Song. Wie bei Fly wird zuerst mehr gesprochen als gesungen, was sich beim Refrain aber schnell ändert. Der Gesang wandelt sich in Schreien und die Gitarren legen auch richtig los. Bei diesem Lied wird recht gekonnt mit dem Tempo, der Lautstärke und der Gesangsart gespielt, wodurch Abwechslung in den Song kommt. Besonders die Leistung von Campino kann muss man hervorheben, wie er sein „Now you know my name“ herausshoutet ist einfach göttlich. Das man zudem noch ein kleines Gitarrensolo geboten bekommt, macht diesen Song nur noch besser und unterstreicht seine Klasse. Auch die Symbiose aus Text und Musik ist gut gelungen. Behandelt der Titel doch die zwei Gesichter des Menschen, gut und böse, die sich im Klangbild deutlich widerspiegeln.
PUSHED AGAIN 3:49 Dieser Song über die Selbstbestimmung Unterdrückter dürfte noch den meisten im Kopf sein. Mit leisen Gitarrentönen und einem ziemlich sauberen Gesang ist der Anfang auch eher untypisch. Eine deutliche Härtesteigerung deutet sich aber rasch an und tritt denn auch ein. Musikalisch ist das Ganze recht unterhaltsam und wieder einmal muss man den Refrain hervorheben, „Why can’t you just leave me alone?“ , schlichtweg gelungen.
BIG BAD WOLF 3:53 Man traut seinen Ohren kaum, aber das was man hört erinnert an eine Spieluhrmelodie. Diese zieht sich mit einer zarten Gitarrenuntermalung und sehr ruhigem Gesang durch den gesamten Titel. Insgesamt einer der langweiligeren Titel, zumindest was das musikalische angeht. Um was es genau im Text gehen soll, kann ich leider nicht sagen, könnte aber in Richtung sexueller Belästigung gehen.
BONNIE & CLYDE 3:33 Fun-Rock von Beginn an. Eine eingängige Melodie und ein deutlicher Gesang, der zum Mitgröhlen einlädt. Dies setzt sich auch im Refrain fort: „Lay your head upon my shoulder it’s so good to know you’re there And we feel like Bonnie and Clyde“ Im Mittelteil des Stückes ist dann eine Passage mit verschiedenartigem Sirenengeheul eingebaut, wodurch man fast schon bildlich in der gespielten Szenerie landet.
HOPELESS HAPPY SONG 2:55 Man erwartet nach diesem Songtitel eigentlich etwas leicht anderes. Von happy ist auf jeden Fall nichts zu spüren, dann doch schon eher das krasse Gegenteil: Verzerrte Gitarren, Melodie: Fehlanzeige, Wütender Gesang. Warum der Song so heißt wird am Ende deutlich, da wird nämlich diese Happy-Melodie gespielt, die dem Erzähler nicht aus dem Kopf geht und ihn verrückt macht. Sie steht im Gegensatz zur Realität bestehend aus Revolution, Holocaust und anderen Verbrechen.
I AM THE WALRUS 3:06 Einigen Musik-Fans dürfte dieser Titel bekannt vorkommen und da haben sie auch recht. Dies ist eine von zwei Coverversion der CD, das Original lieferten die Beatles. Was die Briten davon halten würden weiß ich nicht (eher nichts), mir gefällts aber.
I FOUGHT THE LAW 2:35 Die zweite Coverversion. Zu Beginn stößt man gleich gegen eine Riffwand, die aber recht schnell in sich zusammenfällt. Das Lied an sich ist nichts besonderes, wird aber mit einigen Chor-Passagen (Chor heißt hier einfach von der gesamten Band gesungen, nicht dass Missverständnisse auftreten.
NO ESCAPE 3:33 No escape bezieht sich hier auf das eigene Gesicht. Man ist nur eines unter vielen und muss mit dem leben, das man hat. Musikalisch hat man es wieder mit einem schnelleren Stück zu tun, das sehr kraftvoll durch die Boxen tönt. Am Ende hört man zudem ein Flötensolo.
SOUL THERAPY 5:13 Ein äußerst melodischer Beginn, der teilweise etwas melancholisch klingt, wird nach ca 1:15 von einem wütenden Gesang abgelöst. Dieser Charakter-Wechsel wird dann noch öfters durchgezogen, mal ein kleiner Rhythmuswechsel, dann die Lautstärke,...man schraubt eben an allen Parametern herum. Wie man diesen Äußerungen entnehmen kann, ist dieser Titel recht abwechslungsreich und wird daher nicht so schnell langweilig.
VIVA LA REVOLUTION 4:31 Dieser Song hat ganz weit entfernte Anklänge von Südamerikanischer Musik. Auf jeden Fall ist dies einer der wenigen Songs, die sich wenigstens die meisten anhören können, soll heißen der Mainstream ist etwas nähjer gerückt. Auf Härte wird vollständig verzichtet, melodisch ist das Teil auch noch und Campino schreit sich nicht die Seele aus dem Leib.
DISNEYLAND (STAYS THE SAME) 3:27 Einer meiner Lieblingstitel auf der Platte. Als Allererstes hört man eine Kinder-Tröte die nach wenigen Takten wieder verstummt. Danach folgt dann eine Aufzählung von allem möglichen „No more cigars from Cuba, oppression in East Timor, sedition in Zimbabwe, Dollar crisis in New York, Skinheads thugs out on the streets in London and Berlin,... (nur negativ muss es eben sein). Diese Aufzählung wird von schnellen und scharfen Riffs vorangetrieben. Der Refrain wird dann noch etwas schneller und lauter eingeleitet, kommt dann aber doch ganz anders als man denkt. Eine Kinderstimme und eine Stimme die ohne weiteres von Goofy sein könnten, singen vor einer Klangkulisse, die stark an einen Disney-Park erinnert „Disneyland will stay the same“ (Dauert zum Glück nicht lang). Dieses Spiel wird dann mehrfach wiederholt.
REVENGE 4:00 Ein unüblicher a capella Band-Gesang ertönt am Beginn, der Rest ist dann wieder gewohnter. Man kann sich’s anhören, überragend ist der Titel aber nicht.
BEAUTIFUL DAY 3:24 Ein würdiger Abschluss ist den Hosen dann noch auf jeden Fall gelungen. Eine gute Melodie und ein genialer Refrain, was will man mehr?
COVER
Das Cover zeigt ein paar aufeinander getürmte Autos, vor denen zwei farbige Quadrate zu sehen sind. Im Booklet sind sämtliche Texte, sieht man von den Coverversionen ab, enthalten.
FAZIT
Was es auch immer mit diesem Album auf sich haben mag, es ist schlichtweg gelungen. Was mich dabei besonders beeindruckt, ist die Umsetzung ins Englische. Ich stelle mir das umschreiben nämlich recht schwierig vor, schließlich muss der Klang des Liedes ja erhalten bleiben. Das wäre vielleicht noch einfacher, aber der Inhalt des Textes blieb ja auch bestehen, was auch recht gut ist, die Texte sollte man sich nämlich etwas näher zu Gemüte führen. Sieht man von einigen wenigen Ausnahmen ab (besonders am Anfang), hat man also ein hervorragendes Album in den Händen. Ich kann daher nur jedem der an das Album rankommt, empfehlen, wenigstens mal reinzuhören, es lohnt sich!
*g* ich rechne schwedische/norwegische/dänische Kronen immer pi mal daumen erst mal 10 = isländische Kronen, dann durch 40 = DM und dann durch 2 = Euro :D liegt wohl daran dass ich mit Kronen erst in Island zu tun hatte, gleich welcher Nation :) nur treten bei mir wohl soviel ungenauigkeits- und rundungsfehler auf dass dein :6 wohl auch hinkommen könnte... Also Man und Bonny&Clyde könnt ich mir echt mal holen. Wenn mir jetzt bloß einfallen würde wie der ToteHosenSong neulich hieß? kær kveðja von der alzheimermoira79
Ich hör die Hosen eher seltener (meine favorisierte deutsche Band sind die Ärzte) aber zu Weihnachten habe ich auf Wunsch Reich & Sexy bekommen. Zwar die alte, also das erste Best Off Album, aber macht ja nichts, meine Ma wusste halt nicht, dass es da eine alte und eine neue gibt. Ist auch egal, jetzt hab ich wenigstens eine coole Aufnahme von "Hier kommt Alex". Ähm, zu der CD, ich kannte davon nur Pushed Again und natürlich Bonny & Clyde - allerdings nur auf Deutsch. Hört sich zumindest echt cool an, vielleicht ist das ja nicht nur ein Hirngespinst, und es gibt die auch in Deutschland, ansonsten bei ebay findet man ja alles...
*philosophiert Marlene weiter über diese CD und entschwindet ausnahmsweise Grußlos, weg von diesem Kommentar*
27.11.2003 22:19
Toller Bericht....der Cd wurde in australien veröffentlich, aber auch nach europa und den rest der welt exportiert!
01.02.2003 10:34
*g* ich rechne schwedische/norwegische/dänische Kronen immer pi mal daumen erst mal 10 = isländische Kronen, dann durch 40 = DM und dann durch 2 = Euro :D liegt wohl daran dass ich mit Kronen erst in Island zu tun hatte, gleich welcher Nation :) nur treten bei mir wohl soviel ungenauigkeits- und rundungsfehler auf dass dein :6 wohl auch hinkommen könnte... Also Man und Bonny&Clyde könnt ich mir echt mal holen. Wenn mir jetzt bloß einfallen würde wie der ToteHosenSong neulich hieß? kær kveðja von der alzheimermoira79
02.01.2003 14:42
Ich hör die Hosen eher seltener (meine favorisierte deutsche Band sind die Ärzte) aber zu Weihnachten habe ich auf Wunsch Reich & Sexy bekommen. Zwar die alte, also das erste Best Off Album, aber macht ja nichts, meine Ma wusste halt nicht, dass es da eine alte und eine neue gibt. Ist auch egal, jetzt hab ich wenigstens eine coole Aufnahme von "Hier kommt Alex". Ähm, zu der CD, ich kannte davon nur Pushed Again und natürlich Bonny & Clyde - allerdings nur auf Deutsch. Hört sich zumindest echt cool an, vielleicht ist das ja nicht nur ein Hirngespinst, und es gibt die auch in Deutschland, ansonsten bei ebay findet man ja alles... *philosophiert Marlene weiter über diese CD und entschwindet ausnahmsweise Grußlos, weg von diesem Kommentar*