Einsteigermixer mit klanglichen Defiziten
04.12.2009
Pro:
Verarbeitung ok, Preis auch
Kontra:
Klang, Ausgänge
Empfehlenswert:
Nein
 commodore64
Über sich:
Mitglied seit:08.09.2006
Erfahrungsberichte:3
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 21 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Tja, irgendwann eines Tages hatte ich nach diversen Clubbesuchen selber mal Lust, mich als DJ auszuprobieren. Also musste, nachdem ich das Arbeiten mit DJ-Software nur mit Maus und Tastatur satt hatte, entsprechendes Equipment her. Nun ist es gerade als Anfänger ziemlicher Blödsinn, sich für hunderte und tausende von Euro Ausrüstung zu kaufen, ohne dass man weiss, ob das neue Hobby wirklich was für einen ist, oder man davon lieber die Finger lässt. Im Laufe dieser Anstrengungen also wurde natürlich auch ein DJ-Mixer erstanden; der Numark DM 1002 MKII. Zunächst die technischen Daten
Kanäle: 2 Line Inputs: 2 Phono Inputs: 2 3-Band EQ mit Killswitches Gewicht: 3,6 kg Dimensionen: 243 x 288 x 81 mm Verstellbare Crossfader-Kurve Crossfader Reverse Master Out, Record Out: Chinch Mikrophon-Input mit 1-Band EQ und regelbarer Lautstärke Kopfhörer-Output mit 1-Band EQ und regelbarer Lautstärke Aussehen und erster Eindruck
Bestellt wurde der Mixer im Cyberstore von Thomann für 114 Euro. Das bewegt sich preislich im totalen Newbie Segment, denn für wirklich gute Mixer bezahlt man in diesem Bereich 400-500 Euro und aufwärts. Als der Postmann das Gerät brachte, war ich natürlich gespannt wie Bolle, wie sich denn nun mein erster DJ-Mixer überhaupt anfühlt. Aus der Packung genommen, war der Eindruck recht gut: Das Stahlblechgehäuse in Silber-schwarz macht einen soliden Eindruck und alles ist da, wo es sein soll, insgesamt sehr übersichtlich. Der DM 1002 MKII ist ein so genannter Battlemixer, das sind meist 2-kanalige DJ-Mixer, welche von den Funktionen auf das nötigste reduziert sind und dementsprechend ein sehr intuitives Layout besitzen. Knöpfe, Schalter und Fader sind allerdings aus Plastik; trotzdem macht das Gerät einen gut verarbeiteten Eindruck, da hier nichts wackelt. Mikrophon- und Kopfhörerbuchsen sowie die dazugehörigen Regler sind vorne am Gerät angebracht und nicht etwa auf der "Arbeitsfläche"; hier sind also keine Kabel im Weg, wenn man dementsprechende Peripherie anschliesst. Die Fader sind leichtgängig und machen ebenfalls einen soliden Eindruck. Das Anschliessen
Soweit, so gut. Nun sollte der neue Mixer natürlich auch mal zeigen, was er kann. Das Anschliessen an zwei Audioquellen ging zügig von der Hand. Hier können je Kanal ein Plattenspieler(Phono) oder eine andere analoge Audioquelle angeschlossen werden(LIne). Dies geschieht per Chinchkabel. Das Umschalten zwischen Phono und Line erfolgt dann jeweils durch einen Kippschalter auf dem Bedienpanel. Hätte man besser lösen können, da man im Mix selten bis gar nicht die Audioquellen wechselt und an diese Kippschalter leicht aus Versehen ran kommt. Ausserdem ist beim Arbeiten mit mehr als 2 Audioquellen gleichzeitig eh ein Mixer mit 3 oder mehr Kanälen sinnvoll. Ist dies alles erledigt, wird das Netzteil angeschlossen und der An-Aus-Schalter an der Rückseite betätigt und siehe da; der Numark erwacht zum Leben. Und ab...
Nach dem Einschalten erstmal Audioquellen angeworfen und die Linefader hochgezogen. Diese machen ihren Job ordentlich, das heisst, in Nullstellung ist auf dem jeweiligen Kanal wirklich nichts zu hören im Gegensatz zu anderen Mixern in diesem Preissegment. Das gleiche gilt für den Crossfader, der auch vernünftig zu macht. Da kann man auch die Richtung verstellen (reverse) sowie die Faderkurve, nämlich fade und cut. Fade dürfte selbsterklärend sein, wahrend in der Cut-Stellung das Musikstück auf Kanal A erst (recht abrupt) ausgeblendet wird, wenn sich der Crossfader schon auf der anderen Seite (Kanal B) befindet. Leider gibt es nur diese 2 Optionen, eine echte verstellbare Kurve gibt es hier also nicht. Ein DJ-Mixer wäre nicht ein solcher, wenn man nicht die Möglichkeiten hätte, Klangparameter der jeweiligen Kanäle zu verändern. Da wäre zum einen der Gain-Regler, welcher die Eingangslautstärke reguliert und zum anderen der Equalizer: Hier wird das Frequenzspektrum der Kanäle im Falle des Numark DM 1002 MK II quasi 3-geteilt, nämlich Bass, Mitten und Höhen. Durch Poties ist es möglich diese stufenlos zu regeln, man kann diese aber auch komplett rausnehmen. Dies nennt man Kill-Funktion. Dies kann entweder über die Poties des EQ geschehen, aber auch auf einen Schlag über die Kill-Switches, welche es jeweils für beide Kanäle gibt. Ausgänge:
Es gibt als Ausgang einen Master- und einen Record-Out. Dies sind sogenannte asmmetrische Ausgänge (Chinch), wie man sie von Komponenten der heimischen HiFi-Anlage kennt. Das mag für das Wohnzimmer oder den Partykeller ausreichend sein, es verbietet aber den Einsatz im professionellen Bereich(grössere Veranstaltungen wie Disco und Club), da hier aufgrund der elektrischen Störsicherheit der Einsatz von symmetrischen Anschlüssen bei der Audiosignalübertragung üblich ist. Beispiele sind hier XLR oder symmetrische Klinke. Diese Features findet man in der Regel bei höherpreisigen Mixern, aber nicht im Einsteigersegment. Des weiteren gibt es natürlich den obligatorischen Kopfhörerausgang, bei dem die Lautstärke und Klangcharakteristik (1-Band-EQ Low-Hi; stufenlos von bass- bis höhenlastig) getrennt vom Master- und Record-Out regelbar sind. Klang
Das man von einem Mixer in diesem Preissegment keine Wunder erwarten darf, dürfte jedem klar sein sein. Das geht los beim an den jeweiligen Verstärker rausgeschickten Klang. Dort ist ein deutliches Rauschen zu hören. Das mag für das Wohnzimmer oder den Partykeller noch okay sein, denn hier werden keine Lautstärken erreicht, wo das Rauschen die allgemeine Tonausgabe störend beeinträchtigt, bei wirklich leistungsstarken Anlagen im professionellen Bereich mit entsprechend erreichbaren Lautstärken wirkt sich das jedoch recht negativ auf das Hörempfinden aus. Subjektiv habe ich ausserdem den Eindruck, dass der Mixer bei höherem Pegel schnell verzerrt, was den Einsatz im Club zusätzlich verbietet und die Einsatzmöglichkeiten beschränkt. Wohnzimmermixer halt. Leider ist auch die EQ-Sektion nicht das Wahre, denn die arbeitet nicht gerade sauber. Nehme ich z.B. die Bässe weg, verschwindet leider auch ein Teil der Mitten und beim Rausnehmen der Höhen klingt die Sache doch sehr dumpf. All dies sorgt dafür, das präzisen Angleichen der jeweiligen Frequenzbänder der laufenden Tracks im Mix sich recht schwierig gestaltet. In the Mix...
Das wahrscheinlich wichtigste Werkzeug des DJs ist der Kopfhörer. Er braucht ihn zum Vorhören und darauffolgenden Auswählen des nächsten Tracks und zum Mixen selber, z.B. zum Beatmatching. (Das oben genannte Rauschen ist beim Anschluss des Kopfhörers übrigens auch deutlich zu hören.) Deshalb ist jeder Mixer mit einer Vorhör-Funktion ausgestattet, auch Cue genannt. Diese ist beim Numark allerdings meiner Meinung nach ziemlich unglücklich gelöst. Auf dem Pult vorne befindet sich ein kleiner Crossfader, mit dessen Hilfe auf dem Kopfhörer beide Kanäle vorgemixt werden können. Hier hört man die Tracks allerdings in voller Lautstärke, der eigentliche Mix findet nicht auf dem Kopfhörer statt (einfaden des nächsten Tracks). Um dies abhören zu können ist also eine Art Monitor erforderlich; in der Praxis sieht das so aus, dass man beim Einfaden des neuen Tracks tatsächlich den Kopfhörer abnehmen und auf die laufende Anlage hören muss. Was also eindeutig fehlt, ist eine Funktion zum Abhören des Master-Signals des Mixers. Ein weiteres Feature jedes handelsüblichen (DJ-)Mixers ist das VU-Meter, welches den Schalldruckpegel der Kanäle meist mit Hilfe von LED-Ketten anzeigt. Auch hier scheint gespart worden zu sein, denn deutliche Unterschiede im Pegel werden oft nicht oder oder nur minimal dargestellt. Im Grunde sind die Dinger nur dazu geeignet, den DJ vor dem berühmten roten Bereich zu warnen, denn hier setzt ja bekanntlich die Verzerrung des Klangs ein und das passiert beim Numark ziemlich schnell. Fazit:
Ein Mixer, um die Basics zu erlernen, mehr nicht. Wer sich eingehender mit dem Teil beschäftigt, wird schnell an die Grenzen des Geräts stossen. Anfängern würde ich von dem Teil eher abraten, denn in dieser Preiskategorie gibt es leider keine wirklich brauchbaren Mixer. Denen sei hier z.B. der Vestax VMC-002 empfohlen, der ist gerade mal 80 Euro teurer, spielt aber klangmässig zwei Klassen darüber. Ich selbst habe meinen DM1002 MKII verkauft und besitze nun einen Allen & Heath :-)
Preisvergleich
sortiert nach Preis
|
Numark DM 1002 MKII
Extreme Soundmanipulation. Der Numark M3 ist ein mit allen DJ-Essentials ...
|
€ 118,90
Händler kann Preis erhöht haben |
149 Bewertungen
|
Versandkosten: EUR 3,0...
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen...
|
zum Shop
Amazon.de Marketplace Elektronik & Foto
|
|
Numark DM 1002 MKII
Extreme Soundmanipulation. Der Numark M3 ist ein mit allen DJ-Essentials ...
|
€ 118,90
Händler kann Preis erhöht haben |
149 Bewertungen
|
Versandkosten: EUR 3,0...
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen...
|
zum Shop
Amazon.de Marketplace Musikinstrumente
|
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Das könnte Sie interessieren
|
|
06.12.2009 21:39
hier steht n anderer... ;)
04.12.2009 11:14
Sachen gibts, ich Glaube das brauchen wir nicht, lG
04.12.2009 10:42
Was es alles gibt.