Summer is miles and miles away
10.01.2008
Pro:
Melancholie in Perfektion
Kontra:
~ ~ ~ ~ ~
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 66 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Opeth - Damnation
Die Band Opeth kommen aus Schweden und werden überwiegend dem Death Metal zugeschrieben. Das Album, über welches ich euch berichte, hat damit aber wenig zu tun. Aber dazu findet ihr weiter unten mehr. Gegründet wurde die Band 1987, der Name Opeth stammt aus einem Buch von Wilbur Smiths und bezeichnet in selbigem eine Stadt (Opet) in der Wüste Afrikas, welche auch "Stadt des Mondes" genannt wird.
Bezeichnend für den Stil der Band ist der Wechsel zwischen harten, brachialen und sehr ruhigen, melancholischen Parts. Bei Damnation wird jedoch auf die harten Passagen verzichtet. Man widmet sich nur der "anderen Seite". Offizielle Homepage der Band: http://www.opeth.com/
Das Album / Damnation
Veröffentlicht wurde es im April 2003 (Neuauflage 2006) durch music for nations. Tracklist: 1. Windowpane 2. In my time of need 3. Death whispered a lullaby 4. Closure 5. Hope leaves 6. To rid the disease 7. Ending credits 8. Weakness
Gesamtspielzeit: 43:19 min
Die Songs im Einzelnen: Windowpane 7:46 min
Ein wundervoll verträumter Einstieg in das vorliegende Album. Es wird sofort klar: Hier wurde mit viel Gefühl gearbeitet und viel Gefühl verarbeitet. Es macht sich eine melancholische Stimmung breit, die hoffentlich durch das ganze Album trägt. Textauszug: Blank face in the windowpane Made clear in seconds of light Disappears and returns again Counting hours, searching the night Might be waiting for someone (...)
Und genau das vermittelt auch die Musik: Einsamkeit, Schmerz, Warten auf irgendjemanden, auf irgendetwas. Melancholie in Perfektion. In my time of need 5.51 min
Ruhige Gitarrenklänge stehen am Anfang, es folgt die sanfte Stimme des Sängers, leicht abgehackt klingend und die Fäden des Traumnetzes weiterspinnend. Getragen wird das Ganze von einer herrlich leichten, jedoch ausgesprochen traurigen Melodie. Textauszug: I try to forget you as you forgot me This time there is nothing left for you to take, this is goodbye Summer is miles and miles away And no one would ask me to stay (...)
Death whispered a lullaby 5.51 min Out on the road there are fireflies circling Deep in the woods, where the lost souls hide Over the hill there are men returning Trying to find some peace of mind
(...) All of your life, all your memories Go to your dreams, forget it all Thematisch eine Suche nach innerem Frieden, einem Rückzugsort, am Schluss liegt die Rettung in den Träumen ("Sleep my child"....) Lyrisch also sehr schön und auch dieses Stück ist wunderbar in den nun schon gewohnten Klangmantel eingehüllt.
Closure 5.17 min Sanfter Gesang zu ebenso sanften Gitarrenklängen, nichts Neues also, aber alles andere hätte auch auf diesem Album nichts zu suchen. Und siehe da, uns wird still und leise mitgeteilt, es würde noch Hoffnung geben?!
Hope leaves 4.32 min Dieser Titel lässt jedoch auf etwas anderes schließen. Mal hören. Nein, nach Hoffnung klingt das nicht. Im Gegenteil. Es klingt nach einer Sehnsucht, von der man weiß, sie wird niemals erfüllt. Man stellt sich vor, jemand sitzt vor einem Fenster, blickt schwermütig hinaus in eine weite, graue Landschaft, in wartender Haltung, obwohl er weiß, es wird niemand in diesem tristen Bild auftauchen. Alles andere ist bedeutungslos.
There is a wound that's always bleeding There is a road I'm always walking And I know you'll never return to this place (...) To rid the disease 6.23 min
There's nobody here, there's nobody near I try not to care, dead eyes always stare (...) Melancholie, Melancholie, Melancholie ... und eines der stärksten Lieder des Albums, Klaviertöne, die nicht von dieser Welt zu kommen scheinen (ein wundervoller Klavierpart bei 3.59 min, der mich seltsamerweise an "Die fabelhafte Welt der Amelie" erinnert und sich gegen Ende des Songs nochmal wiederholt), verschleierter Gesang. Mein absoluter Anspieltipp.
Ending credits 3.41 min Fügt sich nahtlos an das vorangegangene Lied an und steht ihm an Intensität kaum nach, obschon es auf Vocals verzichtet.
Weakness 4.08 min Kennt jemand die Band Interpol? Bei diesem Lied muss ich unweigerlich an sie denken. Mein zweiter Anspieltipp auf diesem Album, ein märchenhaftes Lied. Hier vermutet man den kompletten Rückzug, die totale Resignation. Alles was dieses tieftraurige Lied vermittelt ist Aussichtslosigkeit, mitgeteilt von einer unwirklichen Stimme und der kaum noch wahrnehmbaren Bitte "Save me, take me to my home (...)".
Gesamtbild
Ein wundervolles Album, das ich immer wieder gerne höre. Zwischen den schwermütigen Passagen wird man hin und wieder von einer etwas hoffnungsvolleren Liedzeile wachgerissen, um direkt im Anschluß wieder sanft in die Hoffnungslosigkeit des Albums zurückgeleitet zu werden. Als Contra könnte man natürlich fehlende Abwechslung nennen oder vermuten, dass das Album zu sehr auf's Gemüt schlagen könnte. Allzuviel Abwechslung war hier definitiv nicht vorgesehen, das würde einfach nicht ins Konzept passen. Es wird eine tief melancholische Stimmung aufgebaut und diese begleitet einen auch durch das komplette Album. Und ich denke, nur so kann man es wirklich genießen. Ja, genießen. Denn dieses Album stimmt einen nicht einfach nur traurig, sondern entführt den Hörer mit märchenhaften Melodien und sanftem Gesang dem Alltag.
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25.01.2008 23:54
tolle Band, lg Emanuel
10.01.2008 15:18
Hab ich bis eben noch nie was von gehört, klingt interessant, LG Pet
10.01.2008 15:11
Oh, Opeth. VOn denen hab ich bis jetzt nur die Ghost Reveries. Gefällt mir durchaus, ohne mich aber wirklich umzuhauen. Das Deliverance/Damnation-Doppelpackage wollt ich mir auch immer mal an Land ziehen, aber die richtige Motivation fehlt irgendwie noch. // Nettes Review, wobei ich auf die Auflistung einzelner Songs, zumindest in dieser weitestgehend beschreibenden Form, gut verzichten kann :).