From Genesis to Nemesis
21.09.2010
Pro:
Konzept und Aufbau des Album, Stimme, tolle Musik, schönes Cover
Kontra:
schwacher Anfang, keine Weiterentwicklung der Band
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
mehr
 Six-Feet-Under
Über sich:
Mitglied seit:24.11.2004
Erfahrungsberichte:75
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 129 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Juli 2003, Zandvoort in Holland. Ich stehe in einem CD-Shop, den ich in irgendeiner Seitengasse gefunden hatte, halte eine CD in der Hand und bin mir sehr unschlüssig über den Kauf. Es ist wieder einmal eine dieser Situationen, in der mir ein Cover einer CD sehr gut gefällt und mich fast zum Kauf überzeugt. Das Cover! Hallo? Und wenn das Album nun schlecht ist? Zu der Zeit war ich noch nicht wirklich mit Ebay vertraut, einen Account bei Amazon hatte ich schon gar nicht und die Preise für CDs waren damals schon hoch. Die Band war mir zwar ein Begriff, doch die seltsame Anordnung der Trackliste auf der Rückseite ließ mich zweifeln, ob es überhaupt um ein Musikalbum handeln sollte. Die CD wanderte wieder ins Regal und ich verließ den Laden ohne etwas gekauft zu haben. Zeitsprung! 6 Jahre später, City Galerie in Wolfsburg, ich stehe im Saturn. Und wieder entdecke ich das Cover, welches mich damals schon so faszinierte, dass ich mir das Motiv mittlerweile als Poster zugelegt hatte. Über das Album selbst besaß ich seltsamerweise immer noch kaum Informationen, doch der Preis lag mittlerweile im akzeptablen Bereich von knapp 10 € und so wanderte die CD über den Scanner der Kasse und somit in meinen Besitz. Der Name des Albums ist „Damnation and a Day“ von „Cradle of Filth“. Es ist ein Konzeptalbum über das Poem “Paradise Lost” von John Milton und aufgeteilt in 4 Kapitel, was die seltsame Anordnung der Lieder auf der Rückseite der CD erklärt. Ob sich der Kauf nun gelohnt hat, lest ihr in diesem Bericht. Genre: Dark Metal
Cradle of Filth spielen ein Sub Genre des berüchtigten Black Metals. Typisch für ihre Musik sind sehr hohes Tempo von Schlagzeug und Gitarre, doch im Gegensatz zum Black Metal wird im Dark Metal verstärkt das Keyboard eingesetzt, wodurch die Lieder viel symphonischer klingen und auch teilweise stark vom Gothic angehaucht sind. Über allem steht aber die Stimmlage. Wie im Black Metal kreischt der Sänger der Band, was das Zeug hält, doch seine Stimme ist schon ein Unikat im Genre und sogar im gesamten Metal Bereich. Diese extrem hohen und bizarren Stimmlagen haben einen der höchsten Wiedererkennungswerte überhaupt, weil kaum ein Mensch (oder Mann) in der Lage ist, lange Zeit in diesen Tönen zu kreischen. Oft verfällt er auch in tiefes Grunzen, sogenanntes growlen, doch der Hauptaspekt seiner Stimme besteht aus den hohen Tonlagen. Auch textlich unterscheidet sich der Dark Metal vom Black Metal. Ein beliebtes Thema beim Black Metal ist der Satanismus und dessen Verherrlichung. Dies fehlt beim Dark Metal fast gänzlich, was aber nicht heißen soll, dass es keine Anti-Christlichen Texte gibt. Überhaupt sind Glaubensfragen ein zentrales Thema im Gerne. Cradle of Filth beziehen sich in ihren Texten hauptsächlich auf literarische Texte von Beginn des 20. Jahrhunderts, etwa von H.P. Lovecraft, wobei der Songschreiber, Dani Filth, ein sehr anspruchsvolles Englisch verwendet, was ein Verständnis der Texte nochmals erschwert. Bekannteste Bands: Cradle of Filth, Dimmu Borgir (die neueren Alben), Graveworm, Eisregen, Samsas Traum Bandmitglieder auf „Damnation and Day“: - Dani Filth (Gesang) - Paul Allender (Gitarre) - Dave Pybus (Bass) - Adrian Erlandsson (Schlagzeug) - Martin Powell (Keyboard)
Weiterhin ist Sarah Jezebel Deva für den weiblichen Hintergrundgesang zuständig. Dave McEwen ist als Erzähler auf der CD in den Interludien zu hören. Für die Übergänge der einzelnen Kapitel der CD spielen das 40-köpfige Film Orchester und der 32-köpfige Film Chor aus Budapest klassische Stücke. Erscheinungsjahr des Albums: 2003
Die Musik 1. Kapitel – Fantasia Down
1. A Bruise upon the Silent Moon (2:03 Minuten) Die Einleitung des Albums besteht aus der klassischen Musik des Budapester Film Orchesters. Zu Beginn ist nur ein Gewitter im Hintergrund zu hören, doch kurz darauf spielen hektische Violinen und düstere Celli die ersten Töne, wobei sich die Violinen kurz darauf beruhigen. Mit Einsatz des Chores wird das Lied pompöser und gewaltiger, sodass einem vermittelt wird, dass hier gleich schwer die Post abgehen muss. Einsetzende Trompeten tun ihr übriges, doch kurz vor dem Ende wird alles ganz ruhig und der Erzähler, Dave McEwen, trägt einen Teil aus „Paradise Lost“ vor. Anschließend folgt ein nahtloser Übergang zum ersten Lied von Cradle of Filth.
2. A Promise of Fever (5:56 Minuten) Und es geht ordentlich los! Mit druckvollen Gitarren und schmetternden Drums wird das abgehackte Intro gespielt, ehe man in einen sehr schnellen Rhythmus mit viel Double Base Drums verfällt. Kurz darauf erklingt das sehr hohe Kreischen von Dani Filth und man könnte zunächst überrumpelt sein, von dem ganzen Chaos, zumal sich zum Gesang noch tiefe Backvocals gesellen. Nach den ersten Zeilen bringt aber ein weiteres, ratterndes Riff erst einmal Ordnung ins Lied und auch Dani´s Stimme kann sich dem Rhythmus anpassen. Auch der spätere Wechsel in ein treibendes, groovendes Riff gelingt gut und wir hören den Refrain mit Begleitung von Frauenstimmen. Nach einem kurzen Zwischenspiel mit Wechsel zwischen hoher und tiefer Stimme folgt ein ruhiger Part mit viel Keyboard und Flüsterstimme, welche sehr typisch für die Band und das Genre sind. Richtig cool ist dann aber der plötzliche Bruch, ehe es wieder das treibende Riff die Ohren gibt. Hier wird nochmal sehr viel Kraft entfesselt und der Frauenchor präsentiert den zweiten Refrain. Anschließend erfolgt ein recht lahm wirkender Part mit Geigen, die immer hektischer werden, eher aber der gelungene Bruch zum abgehackten Riff vom Anfang, Schadensbegrenzung betreibt. Dann kommt ein 30 Sekunden langer Part mit ordentlich Gekreisch und Geknüppel, ehe man das Lied recht kurzfristig ausklingen lässt. Ein befriedigender Beginn des Albums mit leichten Schwächen.
3. Hurt and Virtue (5:23 Minuten) Mit viel Begleitung vom Keyboard prescht hier das Lied gleich von Beginn an drauf los und die Musiker legen ein flottes Riff aufs Parkett. Allerdings rückt sich das Gefiedel vom Keyboard etwas zu sehr in den Vordergrund auch der anschließende Bruch zum abgehackten Riff wirkt etwas schlampig konstruiert. Dieses Riff aus zwei kurzen Gitarrenanschlägen und hohen Lead-Gitarren begleitet uns auch durch die Strophen, wodurch das Lied nicht wirklich überzeugen kann, weil alle total hektisch wirkt. Etwas besser wird es, wenn die Band dann in einen rockigen Rhythmus verfällt, der sowohl im gemächlichen als auch im treibenden Tempo gefällt. Leider ist es recht schwer in dem Lied einen roten Faden zu finden, denn die Band tauscht alle paar Sekunden den Rhythmus und arbeitet auch viel mit begleitenden, weiblichen Gesang zwischen dem ganzen Gekreische. Das alles gipfelt sich in einen ruhigen Part in der Mitte des Liedes, wo düstere, aber recht gemütliche Stimmen den Gesang übernommen haben. Dazu gibt es wieder viel Keyboard, was das Lied nicht wirklich aufwerten kann, doch mit einem Schrei von Dani gibt’s dann zum Glück wieder auf die Fresse. Diesmal zünden die Gitarren und spielen ein recht schnelles Riff mit rasendem Sound, zu dem sich der Kreisch-Gesang gut einfügt. Zum Ende hin spielt die Band dann aber wieder das Riff vom Anfang mit der ganzen Keyboard-Begleitung und so wird ein versöhnlicher Abschluss verhindert, zumal das Ende aus einem kurzen Flüstern besteht und so auch viel zu abrupt erscheint.
4. An Enemy led the Tempest (6:11 Minute) Dafür schlägt der nahtlose Übergang vom vorherigen Lied hier mächtig ein, denn Cradle of Filth brettern hier gleich zu Beginn ein derbes Riff vom Stapel. Aggressive Gitarren und schmetternde Drums bestimmen hier das Bild und zum ersten Mal haben wir hier richtig Druck hinter der Musik. Noch besser wird´s, wenn Dani mit einem sehr tiefen Kehlenlaut einen noch treibenderen Rhythmus einleitet. Einleitend für die Strophe gibt es ein kurzes Vorgeplänkel aus tiefen Stimmen, Keyboard und gelegentlichen Anschlägen auf dem Schlagzeug. Danach folgt die Strophe mit schnellem Kreisch-Gesang vor einem treibenden Riff. So stellt man sich die Band auch vor. Tempo und keine Kompromisse, in den Liedern zuvor trat man zu verspielt auf. Auch der Refrain kommt vor wabernden Gitarren und abgehackten Drums sehr gut, vor allem weil die Stimme des Sängers so giftig und aggressiv klingt. Für Abwechslung sorgt dann ein leicht schleppendes Riff, wozu auch Dani seine Stimme gekonnt einsetzt, ehe es im gewohnten Rhythmus mit Strophe und Refrain weiter geht. Im Mittelteil zeigt die Band dann, dass auch
Bilder von Damnation and a Day - Cradle Of Filth
das Keyboard in Ordnung klingen kann, wenn es sich artig im Hintergrund hält. Zu den ratternden Gitarren vor einem gemächlichen Riff passt die elektronische Begleitung jedenfalls sehr gut. Nur der Gesang fällt etwas ab, weil sich die hohe und die tiefe Stimme nicht entscheiden können, wer nun vordergründig singen soll. Dafür entschädigt aber ein tolles, abgehacktes Riff im Anschluss, auch die Keyboard-Begleitung passt hier später wieder. Später gewinnt das Lied wieder Tempo und hier passt auch gut die tiefe Stimme von Dani, denn atmosphärisch überzeugt die Szene allemal. Zum Abschluss gibt’s dann wieder das gewohnte Riff vom Anfang auf die Ohren, ehe sich die Band damit aus dem ersten Kapitel verabschiedet.
2. Kapitel – Paradise Lost 5. Damned in any Language (A Plague on Words) (1:57 Minuten)
Das zweite Kapitel wird wieder mit klassischer Musik eingeleitet. Ganz leise ertönt zunächst eine Violine zu der sich kurz darauf und tiefes Blasinstrument und ein Frauenchor gesellen. Gerade die Stimmen des Chors klingen wirklich fantastisch und tragen stark zur Gothic-Atmosphäre bei. Mehr und mehr schaukeln sich Stimmen und Instrumente auf, bis das Lied schließlich wieder sehr pompös daher kommt. Bläser und Frauenchor geben am Ende den Ton an, alles in einem gemächlichen Rhythmus aber mit toller Atmosphäre. Bis plötzlich alles leiser wird. Der Erzähler ist wieder an der Reihe und er zitiert aus Paradise Lost, wie der Satan und seine Engel aus dem Himmel verbannt werden (Höllensturz). Ganz besonders gefällt mir, dass sich die Instrumente so dezent im Hintergrund halten und sich mit dem Chor abwechseln. Besonders der Einsatz des Chores ist markant und gleichzeitig nicht aufdringlich. Einfach super gemacht, handwerklich top! Und mit einem letztem geschimpften „within“ vom Erzähler, wird das Wort wieder an „Cradle of Filth“ übergeben. 6. Better Reign in Hell (6:11 Minuten)
Kurze Anschläge auf dem Schlagzeug und schon geht es los. Kräftige Gitarren und ein flottes Schlagzeug spielen ein treibendes Riff, dass einem schon gleich zu Beginn die Knie im Takt wackeln lässt, zwischendurch ertönt Dani´s diabolisches Kreischen. Die Strophen sind allerdings im ruhigen Rhythmus gehalten. Viele hohe Töne des Keyboards fallen auf, während der Gesang in tiefer, fast gemütlicher Stimmlage gehalten ist. Ein sehr netter Kontrast, der besonders den Übergang zum Refrain betont, weil hier die Gitarren und das Schlagzeug wieder recht heftig einsetzen. Auch das tiefe growlen passt hier gut zu den Instrumenten, ebenso das Kreischen, wenn die Instrumente später die Lichtgeschwindigkeit hinter sich lassen. Das anschließende, abgehackte und druckvolle Riff rundet das Gesamtbild ab, ehe es mit treibenden Riff und schnellem Kreisch-Gesang weitergeht. Das Lied macht einfach Laune und stellt jetzt schon einen der Höhepunkte des Albums dar. Nach wiederholter Strophe und Refrain, verfällt die Band dann in eine kurze Pause mit verzerrter Gitarre. Dann gibt’s nochmal ein Riffgewitter, welches dann einem kurzen Keyboard-Solo weicht. Doch auch das gestaltet sich sehr gelungen und bringt etwas Abwechslung zur rechten Zeit ins Lied. Erstmals hören wir auch einen Extra-Teil für die Lead-Gitarre, die sich mit der Rhythmus-Gitarre beim Spielen abwechselt. Der Höhepunkt kommt aber danach, beide Gitarren spielen parallel ein schnelles Riff mit Begleitung vom Keyboard und wir haben hier richtig gute Musik. Zum Abschluss folgt noch einmal der Refrain, dann ist eines der besten Lieder des Albums vorbei. 7. Serpent Tongue (5:09 Minuten)
Akustische Töne bekommt der Hörer hier am Anfang serviert. Mit Einsatz des Schlagzeuges und des Keyboards wird gleich klar, dass wir es hier mit einem sehr verspielten Stück zu tun haben. Die einsetzenden Gitarren entfalten zwar einigen Druck, doch der leitende Rhythmus bleibt gemächlich. Eine willkommene Abwechslung zu den vorherigen, schnellen Liedern. Auch bei der Steigerung des Gitarreneinsatzes zu den Strophen bleibt das Lied seiner Linie treu und schießt tempomäßig nicht über das Ziel hinaus. Erst mit Ende der Strophen gibt’s dann wieder was auf die Nuss. Ein sehr schnelles Schlagzeug gibt einen irrsinnigen Rhythmus vor, doch das ist jetzt auch ok. Schneller Gesang hätte hier aber nicht gepasst, also beschränkt man sich auf kurze Growls. Beim Einsatz der nächsten Strophe wird dann auch wieder etwas Tempo heraus genommen, doch das Riff bleibt recht schnell, wobei sich der Gesang aber auch gut anpasst. Plötzlich bricht die Musik ab und die akustischen Töne vom Anfang werden gespielt, dazu gibt´s ein Flüstern von Dani. Sehr atmosphärisch ist das Ganze jetzt. Und so fängt das Lied musikalisch quasi wieder von vorne an. Erst kommt wieder das Schlagzeug und die Gitarren spielen den schleppenden Rhythmus. Nach und nach wird das Lied dann schneller. Hier fehlt dann leider auch ein Einfall, der das Lied etwas mehr Abwechslung gegeben hätte, so muss man dies leider als Schwachpunkt ansehen. Am Ende kommt dann wieder der akustische Ton, der das Lied mit Flüstern ausklingen lässt. Einige sphärische Geräusche sorgen für einen guten Übergang zum nächsten Lied. 8. Carrion (4:42 Minuten)
Und dieses tritt mit einem starken, sehr schnellen Gitarrenspiel als Intro auf. Kurz darauf spielt eine zweite Gitarre den gleichen Rhythmus und mit einem sehr tiefen Kehlenlaut von Dani setzt das Schlagzeug ein. Nach und nach entsteht so zunächst ein sehr gutes, treibendes Riff, welches dann nochmal das Tempo erhöht und wir eine schöne thrashige Melodie auf die Ohren bekommen. Auch das Keyboard im Hintergrund macht hier eine gute Figur, ebenso der einsetzende Kreisch-Gesang. Die Strophen sind geprägt durch einen Wechsel von harter Gitarrenmusik mit schnellen Riffs und ruhigen Rhythmen und viel Keyboard. So bleibt die Abwechslung erhalten und man kann dem Lied sehr gut folgen, was wichtig ist, denn ein Refrain fehlt völlig. Erwähnenswert sind hier auch die verschiedenen Stimmen. Es gibt den üblichen Kreisch-Gesang, doch auch sehr tiefe Stimmen finden verstärkten Einsatz, außerdem erklingen zur Begleitung in einigen Teilen weibliche Stimmen, die elektronisch verzerrt sind und so den Eindruck von höheren Wesen oder machtvollen Hexen gewinnen. Damit gewinnt das Lied stark an Atmosphäre, die einen auch so schnell nicht loslässt. Dazu gibt’s zwischendurch immer wieder auf die Fresse, weil das thrashige Riff einfach Spaß macht und Genre Fans in vollster Weise zufrieden stellen dürfte. Kurz nach der Hälfte des Liedes gibt es eine kurze Pause in der nur abwechselnd Frauenchöre und Streicher zu hören sind. Dazu flüstert Dani einen sehr schnellen Text, was sehr gespenstisch wirkt. Hier kommt wieder die besagte Atmosphäre zu tragen. Mit einem hohen Schrei geht’s dann wieder voll drauflos ins thrashige Riff mit hoher Geschwindigkeit. Gerade das Schlagzeug leistet hier die beste Arbeit. Bis zum Ende zieht sich das Konzept durch und wir kriegen zwischendurch auch noch einige nette Klänge der Lead-Gitarre auf die Ohren. Die ratternden Gitarren am Ende runden das Gesamtbild des Liedes und des gesamten Kapitels dann ab. 3. Kapitel: Sewer Side Up
9. The Mordant Liquor of Tears (2:34 Minuten) Das Orchester behält sein Konzept bei und startet mit leisen Violinen in entspannten Rhythmen. Diesmal lässt man sich aber Zeit mit dem Hochschrauben der Stimmung und dem massiven Einsatz weiterer Instrumente. So verhindert man beim Hörer das Gefühl alles schon einmal gehört zu haben. Der Frauenchor setzt erst nach 45 Sekunden ein und hält sich zunächst auch im Hintergrund. Nach und nach steigert sich aber die Stimmung und es kommen noch die Bläser dazu. Mittlerweile ist alles etwas hektischer und dramatischer, während Streicher und Bläser ein nettes Wechselspiel vollziehen, das sich dann im Einsatz aller Instrumente und des Chors gipfelt. Doch plötzlich brechen alle Instrumente ab und nur die Violinen spielen die Melodie vom Anfang in sehr seichten Tönen. Dieser Bruch stellt den Höhepunkt des Liedes dar und so wird auch zum nächsten Song gewechselt.
10. Presents from the Poison-Hearted (6:18 Minuten) Dumpfes Schlagzeug und sehr basslastige Gitarren erklingen hier zu Beginn. Trotz Double Base Drums bleibt der Rhythmus schleppend, wodurch das Lied ganz gut eingeleitet wird. Ganz allmählich wird nämlich das Tempo erhöht und es gipfelt sich in einem hübsch flotten Riff mit tiefen, rockigen Gitarren. Der Rhythmus geht sofort ins Ohr und zählt mit zu den Besten des Albums. Auch der aggressive und giftige Gesang passt sehr gut, ebenso wie der Part wo die Gitarren sich hohe, klirrende Keyboard-Töne ersetzt werden. Dies funktioniert aber nur, weil der flotte Rhythmus beibehalten wird. Gesanglich bietet uns Dani auch einiges an Abwechslung, da er oft zwischen sehr hohen und tiefen Stimmlagen wechselt, natürlich immer passend zur dargebotenen Musik. Das funktioniert auch 2 Strophen lang, ohne dass man einen wirklichen Refrain bemerken konnte. Ungefähr zur Hälfte des Liedes legt die Band noch einen Zahn zu und der Hörer wird vom überschnellen Riff überrollt, doch rechtzeitig gibt’s ein weiteres rockiges Riff in gemäßigteren, aber immer noch recht schnellen Tempo auf die Lauscher. Dies stellt auch einen Höhepunkt des Liedes dar, besonders wenn das Riff durch einen kurzen Bruch unterbrochen wird, nur um dann gleich wieder so weiter zu rocken. Eine passende Stimmung erzeugen dabei die verzerrten Frauenstimmen, die sich mit Dani´s Kreischen abwechseln. Anschließend bekommt das Keyboard mit hohen Piano-Tönen die Gelegenheit für ein Solo, was eine willkommene Abwechslung darstellt. Mit einem schleppenden Riff und viel Bass geht es dann weiter, bis man den rockigen Teil vom Anfang mit Unterstützung vom Keyboard bis zum Ende spielt. Insgesamt eines der ausgereiftesten Lieder auf der CD.
11. Doberman Pharaoh (6:03 Minuten) Passend zum Titel hören wir zu Beginn orientalische Klänge und sofort erzeugt das Lied eine gewisse Wüsten-Atmosphäre. Mit Einsatz der tiefen Gitarren geht das aber leider sofort flöten, auch der treibende Rhythmus passt nicht ganz dazu, doch der weibliche, textlose Gesang im Hintergrund kann noch einiges retten. Mit dem Einsatz des Gesangs vom Frontmann dümpelt das Lied dann so ein wenig vor sich hin und spart mit Höhepunkten. Erst als die Instrumente die harten Töne hinter sich lassen und die E-Gitarre akustische Klänge spielt, erleben wir die gute Seite des Liedes. Insgesamt wirkt aber alles ein wenig zu verschnörkelt und verspielt, was es den Hörer schwer macht dem Konzept des Liedes zu folgen. Alles ist irgendwie zu unspektakulär um Aufmerksamkeit zu erregen. Auch das Keyboard, was zeitweise im Hintergrund auftaucht, kann nichts reißen. Erst als im letzten Drittel des Liedes die orientalischen Klänge vom Intro zu den harten Gitarren gespielt werden, schafft es das Lied sich kurz aus der Belanglosigkeit zu erheben. Auch der Übergang zum folgenden, schnellen Teil ist mit einem tiefen grunzen von Dani gut gelungen. Danach war es das aber auch schon mit den Höhepunkten und das Lied endet im unteren Mittelmaß.
12. Babalon A.D. (So Glad for the Madness) (5:37 Minuten) Dafür gibt´s jetzt ordentlich auf die Fresse. Kraftvolle Gitarren spielen am Anfang bedrohlich wirkende Töne und man merkt, dass hier gleich die Post abgeht. Mit Einsatz der Drums kriegen wir dann ein fettes, abgehacktes Riff auf die Ohren, welches sich aber auch gleich verabschiedet und dem Keyboard Platz macht. Dieses spielt sehr mystische Piano-Klänge, wozu sowohl Dani´s Flüstergesang als auch sein bizarrer Kreisch-Gesang perfekt passen. Mit Einsatz der Gitarren und dem extrem abgehackten Riff passt sich seine Stimme dem Ganzen sehr gut an und ein nicken mit dem Schädel stellt sich automatisch ein. Das Highlight ist aber der Sound im Refrain. Ein treibendes Riff mit einem Wechselspiel aus hohen und tiefen Gitarren-Tönen bestimmt das Geschehen und die „So Glad for the Madness“-Rufe eignen sich hervorragend einmal die eigene Stimme an den hohen Tonlagen von Dani Filth auszuprobieren. Es folgen recht seltsame und psychotische Klänge vom Keyboard und der Lead-Gitarre begleitet von tiefem Gesang. Auch der Frauenchor, der ab und zu im Hintergrund auftaucht passt hervorragend zum Lied. Mit Einsatz von den tiefen Gitarren darf dann wieder fröhlich losgemoscht werden, während die Band und zwei nette Riffs serviert, ehe es wieder in den Refrain geht. Nach der dritten Strophe zeigt die Band dann ein Paradebeispiel aus dem Zusammenwirken von Gesang, Lead-und Rhythmus-Gitarre und Keyboard. Danach wird es entspannter mit einem Duett aus Frauenstimme und gemütlichen Raunen von Dani und man erwartet eigentlich schon das Ende des Liedes. Doch weit gefehlt! Mit einem Schrei und sämtlichen Instrumenten geht es nochmal richtig los. Eine Strophe und der Refrain werden gespielt, ehe der Part mit der Lead-Gitarre wiederholt wird und man das Lied zum Schluss mit den knappen Gitarrenanschlägen vom Anfang ausklingen lässt. Nebenbei endet hier auch das dritte Kapitel mit dem besonderen Prädikat: Bestes Lied des Albums.
4. Kapitel: The Scented Garden 13. A Scarlet Witch lit the Season (1:33 Minuten)
Entspannte, tiefe Töne vom gezupften Cello sind das erste, was einem bei diesem Lied auffällt. Im Hintergrund halten sich leiser, still und heimlich die Violinen. Doch diese brechen plötzlich hervor und springen den Hörer in dramatischer Weise an, sodass sich mancher überrumpelt fühlen könnte. So spielen die Violinen erst einmal eine gemächliche Melodie mit plötzlichem Ende. Alles wird wieder ruhiger und es ertönen Flöten. Dieser ruhige Teil ist eigentlich gut gelungen, doch relativ kurz und schon bald kommen die Violinen und haben Verstärkung in Form des Frauenchors mitgebracht. Die krassen Gegensätze finde ich hier allerdings zu übertrieben und so vermag dieses Zwischenspiel mich nicht zu überzeugen. Das waren die vorherigen um Längen besser. Hier wird später mit Einsatz der Bläser noch zusätzlich dick aufgetragen, erst später reißen die tiefen Cellos wieder einiges raus, doch kurz darauf endet das Lied schon gibt das letzte Kapitel für die Band frei. 14. Mannequin (4:26 Minuten)
Direkt nach den klassischen Instrumenten hört man hier etwas undefinierbare Geräusche, ehe eine metallisch verzerrte Frauenstimme ein kurzes Poem vorträgt. Dies wird jedoch plötzlich von den einsetzenden Instrumenten unterbrochen. Durch das flotte Riff und den hohen Gitarren ist man in der ersten Sekunde überrumpelt, doch dann zieht der Frauengesang ohne Text die Aufmerksamkeit auf sich, weil dies sehr gut zur Musik passt und so das Intro des Liedes gelingen lässt. Nach den ersten 4 Zeilen von Dani nimmt man auch schon wieder Fahrt aus dem Lied und lässt alles in einem gemächlicheren Rhythmus angehen. Passend hierzu kommt der Gesang auch wieder in einem Raunen daher. Doch gleich danach ist es schon wieder vorbei mit der Ruhe und Cradle of Filth servieren ein bombenmäßiges Riff von extremer Geschwindigkeit, dass wie ein tonnenschwerer Güterzug durchs Zimmer rattert. Schließlich geht es mit dem flotten Riff und der Begleitung durch die Frauenstimme weiter. Nach einem weiteren Part mit der sehr hohen Geschwindigkeit kommt ein Teil, der viel Raum für die Instrumente bietet. Besonders die Lead-Gitarre drängt sich hier mit verschieden Rhythmen in den Vordergrund, doch besonders die harten Gitarren-Klänge im Hintergrund geben dem Ganzen den nötigen Pep. Nach dem überaus gelungenen Instrumental-Part spielt zunächst die Lead-Gitarre mit kurzen Anschlägen als Vorbereitung für das schon gewohnte Riff mit Frauenstimme, was die Vorfreude darauf steigert und den Hörer gekonnt darauf vorbereitet. Mit einem kurzen Ruf von Dani geht’s dann auch nochmal ab und so wird das Lied gekonnt beendet. 15. Thank God for the Suffering (6:12 Minuten)
Geigen und gemächliche Gitarren erklingen hier zu Beginn und geben uns eine Pause nach dem temporeichen „Mannequin“. Besonders die Lead-Gitarre sticht hier hervor und doch wirkt der schleppende Rhythmus irgendwie ungewohnt, weil er überhaupt keine Härte erkennen lässt. Auch mit Einsatz der härteren Gitarren bleibt dieser Eindruck, weil sie sich dezent im Hintergrund halten. Dani´s gemächliches Gefasel verstärkt den Eindruck noch und so wird das Lied sogar ziemlich langweilig. Ein Wechsel in leichtes Kreischen bringt da auch nicht viel, erst die Double Base Drums lassen einen kurz aufhören, doch dies ist ganz schnell wieder vorbei. So dümpelt das Lied knapp 2 Minuten vor sich hin und der Daumen schwebt schon über der Skip-Taste, ehe es doch noch zur Sache geht. Der Rhythmus wird schneller und die Sänger erreicht die Tonlage, die wir schon vom Album gewohnt sind und die man hier auch schätzen gelernt hat. Nach einer kurzen Strophe macht die Musik kurz Pause, indem man das nächste Riff mit kurzen Gitarrenanschlägen einleitet. Hier kriegt das Lied dann endgültig die Kurve und die Band serviert uns ein fettes, hämmerndes Riff mit dumpfen Gitarren stampfenden Drums. Leider zeichnet sich auch schon bald ein Ende dieses Riffs ab und die Band nimmt wieder Tempo raus. Hier überzeugt aber der Wechselgesang zwischen Dani und eine mystisch angehauchten Frauenstimme. Dann sind wir allerdings wieder beim gemächlichen Teil des Liedes und schon werden die Augenlider wieder schwer. Dies zieht sich nun eine knappe Minute hin, bis man wieder schnellere Noten spielt, doch so wirklich neu ist dabei auch nichts. Lediglich der Schluss besticht noch einmal durch einen guten Mix aus Frauenstimmen, schimpfenden Backvocals und Dani´s geflüsterten „I thank God for the Suffering“ zum Abschluss. Mehr als Mittelmaß wird das Lied aber dadurch auch nicht mehr. 16. The Smoke of her burning (4:59 Minuten)
Direkt nach dem Flüstern im vorherigen Lied legt die Band hier aber gleich äußerst aggressiv los. Sehr schnelle Gitarren und passende Drums reißen einem in feinster Thrash-Manier fast das Trommelfell aus den Ohren. Das Riff wird nach kurzer Zeit etwas abgehackter und hier bekommen wir ein sehr vielseitiges und schnelles Schlagzeugspiel zu hören. Es scheint, als ob Adrian Erlandsson jede einzelne Trommel gleichzeitig spielt. Zu dem etwas besser geordneten Riff vom setzt dann aber der Gesang ein, was wirklich gut zum treibenden Rhythmus passt. Auch der Refrain gefällt mir sehr. Zunächst spielen die Instrumente ein abgehacktes und sehr rockiges Riff, was nur durch sehr schnellen Sprechgesang mit Violinen-Begleitung aus dem Keyboard unterbrochen wird. Sehr stimmig und vor allem einprägsam! Nach dem Refrain gibt es dann noch ein sehr hörenswertes, treibendes Riff mit einer dröhnenden Gitarre, ehe man die zweite Strophe und den entsprechenden Refrain wieder wie schon gewohnt angeht. Das letzte Drittel des Liedes wird mit einem Zusammenspiel aus Gitarre und Violine sehr gut eingeleitet, ehe man die letzte Strophe, wo die Verdammung ein Ende findet und von neuem beginnt, in treibendem Rhythmus zum Besten gibt. In der letzten Minute wird dann das Tempo heraus genommen und ein ruhiges Riff mit viel gemächlicher Lead-Gitarre spielt zu den immer leiser werdenden Sprechgesängen von Dani. So lässt man besonders das Ende des Albums und der Geschichte wunderbar und passend ausklingen. Nach und nach verschwinden die Instrumente der Band und verschmelzen mit den Klängen des Chores des Budapester Orchesters. 17. End of Daze (1:24 Minuten)
Und wenn man nicht auf das Display schaut, erkennt man auch nicht den Übergang von Lied 16 zu Lied 17, weil es perfekt aufeinander abgestimmt ist. Mittlerweile haben sich sirrende Violinen dazu gesellt und von der Band spielt nur noch die Lead-Gitarre wage im Hintergrund. Ansonsten beherrscht der Chor das Geschehen. Mit Hörnern und Becken wird der Chorgesänge noch eindrucksvoll unterstützt und alles wirkt sehr dramatisch. Die später einsetzenden Trompeten und Posaunen tun ihr übriges und das Orchester zieht wirklich alle Register. Plötzlich bricht die Musik dann ab und man hört nur noch einen Wind heulen. Und symbolisch für das Versprechen aus „The Smoke of her burning“, dass der Alptraum nochmal von vorne beginnt, hören wir nun wieder Dave McEwen, wie er den Teil aus „Paradise Lost“ verträgt, den er schon im Intro des Albums zum Besten gab. Mit einem fiesen lachen seinerseits endet dann dieses Album. Cover & Artwork
Traditionell sind die Cover von Cradle of Filth sehr aufwendig gestaltet und haben viele Anleihen aus der Gothic-Kunst oder zeigen eher düstere Motive. So auch dieses. Die Mischung aus einem dunkelgrünen und schwarzen Grundton sticht zuerst ins Auge und das sprach mich als auch als erstes an, als ich das Album damals im Regal sah, denn diese beiden Farben sind meine Lieblingsfarben. Sieht man sich das Cover dann näher an sieht man zunächst den „Cradle of Filth“ Schriftzug, der sich über die ganze obere Seite in flammender Schrift über das Cover zieht. In der Mitte des Covers ist eine giftgrüne Stichflammen in der ein Mann mit freiem Oberkörper steht, zu sehen. Über der Flamme ist ein dunkelgrünes Gesicht mit blutunterlaufenden Augen abgebildet. Am Fuß des Covers steht „Damnation and a Day“. Weiterhin sind alte Gemäuer und Bauwerke, sowie Berge über das Cover verteilt. Wie anfangs schon erwähnt, gefiel das Cover damals so gut, dass in meinem Zimmer das Motiv als Poster hängt. Mich spricht das Cover auch heute noch dementsprechend an. Im Booklet sind dann die Songtexte abgebildet. Leider fehlen die Texte, die in den Zwischenspielen gesprochen werden. Dies würde ich als einziges Manko des Booklets angeben. Der Rest ist typisch für die Band gestaltet. Flammen, halbnackte Frauen, heidnische Symbolik und dunkle Typen oder Landschaften wechseln sich auf den Seiten ab oder sind in Kombination abgebildet. In der Mitte des Booklet ist dann ein Gruppenbild der Band abgebildet. Insgesamt kann man für Cover & Artwork hier die höchste Wertung vergeben.
Kritik Man kann nicht sagen, dass Cradle of Filth sich mit diesem Album großartig weiter entwickelt haben. Es gab schon im Vorfeld Alben, die ein bestimmtes Konzept oder eine bestimmte Thematik verfolgten, wie zum Beispiel „Midian“. So bietet die Band auch hier ein Album auf, was ausschließlich über die Verbannung der Menschen aus dem Paradies und den Höllensturz der Engel handelt. Doch es ist die Machart, die dem Album etwas Besonderes gibt. Zunächst einmal wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Dani Filth reiste extra nach Ungarn, engagierte ein Orchester und einen Chor, um die einleitenden Stücke für die Kapitel zu vertonen. Und dies ist wahrlich gut gelungen. Nicht nur, dass es schon etwas ausmacht, dass die Geschichte, die das Album erzählt in verschiedene Kapitel aufgeteilt ist, nein, auch die Gastmusiker aus Ungarn haben einen besonderen Anteil daran, dass der Hörer des Albums sich so fühlt, als würde er ein Hörbuch im CD-Player haben und kein Dark-Metal Album. So gibt es für die Aufmachung einen der größten Extrapunkte, denn man hört, dass sich die Geschichte wie ein roter Faden durch das gesamte Album zieht.
Dennoch bildet natürlich die Musik der Band das Kernstück des Silberlings. Aber auch an der gibt es nichts auszusetzen. Cradle of Filth hatten im Jahre 2003 technisch sehr gute Musiker an Bord. Adrian Erlandsson am Schlagzeug ist zum Beispiel ein Tier und versteht es besonders in den schnelleren Stücken dem Instrument alles abzuverlangen. Besonders bei „The Smoke of her burning“ ist das zu hören. Auch Paul Allender an der Gitarre und Dave Pybus am Bass liefern routiniert ihre Arbeit ab, wobei es ein wenig am Klang des Albums liegt, dass der Bassist etwas unauffällig bleibt. Dafür haut Paul Allender so manches geiles Riff raus und versteht sich auch gut darauf mit seinem Instrument den Liedern ihre nötige Härte zu verleihen. Zu guter Letzt bleibt dann noch der Martin Powell, der mit seinem Keyboard besonders in den späteren Liedern oft die richtigen Klänge wählt und so großen Anteil an der Entwicklung einer passenden Atmosphäre der Lieder hat. Doch das größte Aushängeschild der Band ist natürlich ihr Gründer. Es gibt nicht viele Sänger, die ihre Band so prägen wie Dani Filth. Mit seiner extrem hohen Art zu singen, bzw. zu kreischen, trägt er entscheidend dazu bei, dass Cradle of Filth heute so bekannt im Genre sind. Und auch auf diesem Album beweist er wieder eindrucksvoll, wozu sein Organ fähig ist. Lieder wie „Better Reign in Hell“ oder „Babalon A.D.“ sind Maßstäbe für sein bizarres Kreischen, dass der Band ihren hohen Wiedererkennungswert liefert. Dabei ist es häufig nicht nur die kreischende Stimme, die überzeugt. Auch mit tiefem Grunzen, düsteren Raunen und Flüstern trägt er ganz stark zur Atmosphäre der einzelnen Lieder bei. Er gibt den Liedern Power, wo es nötig ist und kann sich auch mit Hintergrundgesang sehr gut arrangieren. Auch ruhige Teile werden passend in Szene gesetzt und nur selten läuft es aus dem Ruder, wie bei den langsamen Parts von „Thank God for the Suffering“.
Wo wir auch bei dem Gesamteindruck des Albums werden. Denn trotz der Klasse der Musiker schafft es das Album nicht auf die höchste Punktzahl. Dazu wurde das erste Kapitel erst einmal in den Sand gesetzt. Das Intro klingt zwar toll und baut Atmosphäre auf und auch „The Promise of Fever“ hat seine starken Momente, doch insgesamt überzeugen die ersten Lieder nur bedingt und der erste Eindruck ist doch gerade der wichtigste. So dauert es bis zum 4. Lieder, ehe das Album mal an Fahrt aufnimmt. Dafür sind die folgenden Lieder sehr gut gelungen und mit „Serpent Tongue“ sorgt ein zeitweise ruhiges Lied (aber nicht perfektes) Lied für die nötige Abwechslung. „Carrion“ und „Presents from the Poison-Hearted“ sind weitere Höhepunkte, ehe man mit „Doberman Pharaoh“ einen Rohrkrepierer hinlegt. Zum Glück wartet kurz darauf das beste Lied des Albums: Babalon A.D. zeigt die Band von ihrer besten Seite. Auch das letzte Kapitel ist sehr gut gelungen, auch wenn „Thank God for the Suffering“ seine Schwächen hat. Dafür ist das Ende des Albums wahnsinnig gut in Szene gesetzt und arrangiert. Bleiben noch unterstützende Bewertungskriterien. Cover & Artwork sind exzellent gestaltet und zeigen hochwertige Motive. Auf der anderen Seite könnte die Klangqualität der CD besser sein. Ab und zu fehlt vor allem der Gitarre an Druck. Paul Allender sorgt natürlich, wie schon erwähnt, für die richtige Härte, aber in der Produktion hätte das Instrument durchaus noch mehr Kraft verliehen bekommen können.
Zielgruppe Fans der Band und besonders der Konzeptalben können bedenkenlos zugreifen, auch wenn viele der Band nachsagen, mit diesem Album zu stagnieren. Das ist schon richtig, dennoch bietet das Album einen guten Unterhaltungswert und die gewohnt solide Kost von Cradle of Filth. Insgesamt beinhaltet das Album für die Fans das, was sie an der Band mochten, jedoch darf man nicht allzu viel Neues erwarten.
Zum reinschnuppern oder für Neulinge ist das Album aber ehe ungeeignet, da es musikalisch und handwerklich doch zu Besonders ist. Das sind allerdings auch die anderen Alben und so würde ich einfach das Best of Album „Lovecraft & Witchhearts“ empfehlen, falls man sich mal mit der Band anfreunden möchte. Wer das Genre mag, muss ebenfalls vorsichtig sein. Wie gesagt, ist die Stimme von Dani Filth sehr eigen und so mancher könnte sich von der hohen Tonlage gestört fühlen. Aber wozu gibt es heutzutage Videoplattformen im Internet? ïŠ
Fazit Ich gebe dem Album „Damnation and a Day“ 4 von 5 Sterne und eine Empfehlung. Nach anfänglichen Problemen kriegt das Album gut die Kurve und serviert dem Hörer feinste Unterhaltung in bester Cradle of Filth-Manier, ohne das sich die Band dafür weiterentwickeln musste.
Track-Rangliste: 1. Babalon A.D. (5/5 Punkte) 2. Better Reign in Hell (5/5 Punkte) 3. Carrion (5/5 Punkte) 4. The Smoke of her burning (5/5 Punkte) 5. Presents from the Poison-Hearted (5/5 Punkte) 6. Mannequin (5/5 Punkte) 7. An Enemy led the Tempest (4/5 Punkte) 8. Serpent Tongue (4/5 Punkte) 9. The Promise of Fever (3,5/5 Punkte) 10. Thank God for the Suffering (3/5 Punkte) 11. Hurt and Virtue (2,5/5 Punkte) 12. Doberman Pharaoh (2/5 Punkte) Rangliste der Interludien:
1. Damned in any Language (5/5 Punkte) 2. The Mordant Liquor of Tears (5/5 Punkte) 3. End of Daze (5/5 Punkte) 4. A Bruise upon the Silent Moon (4,5/5 Punkte) 5. A Scarlet Witch Lit the Season (3/5 Punkte)
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03.03.2011 21:11
BH
18.01.2011 18:57
Mein letzter "aufzuarbeitender" BH fliegt auf die Bühne (und wird dort zerfestzt?)
16.01.2011 14:34
Da lässt es ja jemand so richtig krachen!