30 Jahre Runrig - Die Live CD zur Anniversary Tour
27.05.2004
Pro:
Geniale Musik, geniales Live - Feeling
Kontra:
Leider nicht das komplette Konzert auf der CD
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 squarerigger
Über sich:
Besonders am Herzen liegt mir derzeit meine Meinung zur (Nicht-)Zukunft der Atomkraft. - Besucht me...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 79 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wieder einmal ist es an der Zeit, einen Bericht über eine CD von Runrig, einer meiner Lieblingsbands, zu veröffentlichen. Anfang Mai 2004 kam "Day of days", das neueste Album der Band, auf den Markt. Nachdem Ciao heute endlich die betreffende Rubrik angelegt hat, steht dem Bericht nun nichts mehr im Wege Vorweg möchte ich all jenen, die der Meinung sind, daß eine CD-Meinung nur dann lesenswert ist, wenn dort jeder einzelne Song haarklein analysiert wird, darauf hinweisen, daß ich das nicht so sehe - ich denke, daß es viel wichtiger ist, den Gesamteindruck der CD zu vermitteln. Die einzelnen Songs sollte jeder, der sich die CD anhört, doch bitte selbst beurteilen. Ich werde mich daher, wie ich dies bei meinen wenigen bisherigen CD-Meinungen getan habe, auf einige ausgesuchte Songs beschränken und die reine Tracklist ohne jegliche Wertung der Vollständigkeit halber mit erwähnen. Wer damit ein Problem hat und meint, allein schon deshalb die Meinung mit "wenig hilfreich" oder noch schlechter bewerten zu müssen, weil nicht jeder Song haarklein beschrieben ist, für den habe ich nur ein verständnisloses Kopfschütteln übrig.
Doch nun genug der Vorrede, starten wir durch. Wer bereits einen meiner anderen Runrig-Berichte gelesen hat, kann nach unten scrollen, denn für alle, die Runrig noch gar nicht kennen, folgen nun ein paar Worte zur Bandgeschichte. Bereits 1973 gründeten die Brüder Calum und Rory MacDonald die Band. Machten sie anfangs noch Tanzmusik und tingelten damit die schottische Westküste entlang, so entwickelten sie bald ihren eigenen Stil, indem sie schottischen Folk mit moderner Rockmusik (größtenteils in Englisch, teilweise aber auch in schottischem Gälisch gesungen) paarten. 1978 kam ihre erste CD mit dem Titel "Play Gaelic" auf den Markt. Schon bald waren sie über die Grenzen ihres Heimatlandes Schottland hinaus bekannt. Heute haben sie insbesondere in Dänemark und in Deutschland eine sehr große, treue Fangemeinde - sehr stark gepusht wurden sie hierzulande Anfang der 90er-Jahre durch den damaligen Radiosender SWF3 (Friede seiner Asche!).
In den vergangenen Jahren kam es zu einigen personellen Veränderungen, so daß sich die Band aktuell wie folgt präsentiert: Bruce Guthro, Vocals, Acoustic Guitars Rory MacDonald, Bass, Vocals Malcolm Jones, Guitars, Midi pipes, Vocals Iain Bayne, Drums Calum MacDonald, Percussion, Vocals Brian Hurren, Keyboards.
Wie bereits erwähnt, wurde die Band 1973 gegründet; auch wenn von der Urbesetzung heute nur noch die Brüder Calum und Rory MacDonald dabei sind, so war der 30. Geburtstag der Band im Jahr 2003 dennoch ein Grund zum Feiern. Eine ausgedehnte 30. Anniversary Tour führte die Band durch Schottland, England, Deutschland und Dänemark (also durch die Länder mit großen Runrig-Fangemeinden). Eines der Konzerte fand am 23. August 2003 als Open Air auf dem Vorplatz von Stirling Castle in Schottland statt. Im Rahmen des Konzerts wurden eine Live-DVD (komplettes Konzert) und eine Live-CD (Ausschnitte) mit Namen "Day of days" aufgenommen. Ich besitze sowohl die CD als auch die DVD und möchte heute über die CD berichten.
Titel: Day of days Interpret: Runrig Label: Sony Music ASIN-Nr.: B0001XP2T0 Preis: Stand 27.05.2004 13,99 Euro bei amazon.de Folgende 15 Songs sind auf der CD enthalten:
01. Going home 02. Hearthammer 03. Protect and survive 04. Big sky 05. Hearts of olden glory 06. Siol ghoraidh 07. Proterra 08. Running to the light 09. The stamping ground 10. Maymorning 11. Faileas air an airigh 12. Book of golden stories 13. Day of days 14. All the miles 15. A reiteach. Wer die Band und ihre Songs kennt, der sieht gleich, daß hier ein Querschnitt durch die Geschichte der Band präsentiert wird, der durchaus als repräsentativ angesehen werden kann. Auch die Mischung aus fetzigeren und ruhigeren Songs ist recht ausgewogen.
Sollten Dir, lieber Leser dieses Berichts, manche Titel etwas seltsam vorkommen - ich denke da an die Tracks Nr. 06, 11 und 15 -, so liegt das ganz einfach daran, daß es sich hierbei um Songs in schottischem Gälisch, der Sprache, die gerade auf den Western Isles, wo Teile der Band herkommen, immer noch sehr lebendig ist, handelt. Erfahrungsgemäß mutet uns Mitteleuropäern diese Sprache häufig sehr fremdartig an. Und glaubt mir, wenn ich Euch aus eigener Erfahrung bestätigen kann, daß zwischen dem geschriebenen und dem gesprochenen Wort bei dieser Sprache ein tierisch großer Unterschied besteht. ;-) "Day of days" beweist einmal mehr, daß Runrig eine begnadete Live-Band ist. Sind schon die Studioalben der Band im Regelfall wirklich sehr gut, so laufen die Jungs live zu Höchstform auf. Gerade weil ich selbst schon auf vielen Konzerten der Band, u.a. auf der 30. Anniversary Tour in 2003, war, kann ich dies wohl recht gut beurteilen. Sie binden das Publikum wirklich in ihre Show, in ihre Songs, mit ein. Und das Publikum gibt sein Bestes. Die Textsicherheit ist sehr groß, was man immer wieder merkt, wenn auf der CD ganze Passagen der Songs nicht von der Band, sondern von den Fans gesungen werden.
Dieses typische Runrig-Live-Feeling kommt auf "Day of days" wieder einmal sehr, sehr gut rüber. Man hat, was ich bei Live-CDs immer sehr begrüße, nicht nur die Songs aneinander gehängt, sondern auch die dazwischenliegenden Moderationen mit auf den Silberling gebrannt. Wenn ich die Augen schließe, dann kann ich mich mit dieser CD gedanklich förmlich nach Stirling, zu dem Konzert vor dem Castle, versetzen. Ich denke, daß dies eigentlich alles über das Live-Feeling der CD ausdrückt. Wer sich auf diese CD einlässt, der wird sehr schnell erkennen, warum Runrig nun bereits seit über 30 Jahren weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus bekannt sind. Man merkt auf den CD deutlich, daß es der Band Spaß macht, vor Publikum zu spielen, daß solche Gigs für sie nicht nur, wie bei vielen anderen Stars, eine lästige Pflichtübung sind. Wer die Band schon einmal live erlebt hat, der wird dies sicher bestätigten können.
Alles in allem ist "Day of days" auf jeden Fall eine CD, die man, wenn man sich für die Band im Speziellen oder auch für guten Folk-Rock im Allgemeinen begeistern kann, unbedingt besitzen sollte. Man findet darauf ein breites Spektrum der musikalischen Bandgeschichte, verbunden mit einem intensiven Live-Erlebnis. Wie versprochen werde ich nun einige Songs der CD näher vorstellen - es handelt sich hierbei natürlich um eine subjektive Auswahl, bei der logischerweise meine speziellen Lieblingssongs besonders herausgestellt werden.
05: Hearts of olden glory Für mich einer der schönsten Runrig-Songs - eine wunderschöne Ballade, bei der in dieser Version neben Bruce und seine Gitarre (wie auf der vorigen Live-CD "Live at Celtic Connections") dieses Mal auch Brian Hurren am Piano eine gewichtige Rolle spielt. Diese Version ist wieder mal wunderschön. Das Publikum ist bei diesem tollen Lied mit vollem Einsatz dabei und singt den Refrain teilweise alleine.
06: Siol ghoaridh Langsam, düster, mystisch und fast beängstigend beginnt der Song (in Gedanken muß ich wieder an die bei diesem Song übliche blutrote Bühnenbeleuchtung denken), das Keyboard dominiert, doch dann kommen Gitarren und Bass dazu und man merkt, daß dieser Song vom Stil her wohl zum Härtesten gehört, was Runrig zu bieten hat. Rory und Bruce wechseln sich in einer Art Zwiegespräch beim Gesang ab.
07: Proterra Was wurde teilweise von Runrig-Fans über diesen Song gelästert: zu viel elektronische Musik und ähnliches war zu hören. Aber live beweist die Band einmal mehr, daß sie eben doch eher auf handgemachte Musik steht. Der Titeltrack des aktuellen Studios überzeugt durch das harmonische Zusammenspiel der Instrumente sowie durch den Gesang von Bruce und Rory.
12. Book of golden stories Bei diesem Song ist sozusagen ein musikalisches Experiment zu hören: neben den etatmäßigen Sängern Bruce Guthro und Rory MacDonald übernimmt hier auch der Youngster der Band, Keyboarder Brian Hurren, einen Teil der Lead Vocals - und das in einer wirklich überzeugenden Art, wie man auch an den Reaktionen der Fans auf der Live-CD unschwer erkennen kennen. Seine Stimme ist wirklich gut, deutlich anders als die von Bruce und Rory, aber dennoch überwältigend. Es bleibt zu hoffen, daß er auch zukünftig öfter mal nicht nur im Hintergrund mitsingt.
So weit, so gut! Ich hoffe, ich habe "Day of days" ein wenig näher gebracht!
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14.05.2008 19:53
Die DVD haben wir uns am Montagabend angeschaut - da gibt es das Konzert in voller Länge, und das Bonusmaterial ist auch nicht übel. Aber da erzähle ich Dir ja nichts neues. - PS: die Stimme von Bruce gefällt mir übrigens besser als die von Donnie Munro.
25.09.2004 00:31
Hi Alexander, die DVD kenne ich leider noch immer nicht, finde die CD aber klasse, wenn ich auch etwas zu kritisieren habe ... Doch ich greife mal meinem Bericht nicht vor, Gruß, schönen Abend, Sven (Zoobremia)
29.07.2004 13:27
Ich kenne Runrig in erster Linie aus der Zeit, die du in Bezug auf SWF 3 erwähnt hast. Aber ich denke, dass sich ein reinhören mal wieder lohnen sollte. Mitte August spielen die ja in Annweiler - leider bin ich an dem Wochenende schon voll belegt. :-(( Hätte ich mir gern mal live angeschaut.