... Es handelt sich hierbei um die Scheibe "Dead heart in a dead world" , geschmiedet von den in Seattle beheimateten US-Metallern Nevermore.
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* 1 * Prolog ~~~~~~~~~~Okayokay, auf das Drängen einiger Ciao-Mitglieder hin und um mein Versprechen zu erfüllen, jeden Monat zumindest einen Bericht zu verfassen, werde ich nun erneut in die tiefsten Gefilde des Metal eintauchen um allen Lesern ein wahrlich atemberaubendes Stück Edelstahl ans Herz zu legen. Es handelt sich hierbei um die Scheibe "Dead heart in a dead world" , geschmiedet von den in Seattle beheimateten US-Metallern Nevermore.
Dieser Bericht wird sich wieder vehement und mit boshaftigster Absicht gegen jegliche neuartigen Ciao-Regeln wenden (ist diese verfuckte Ciao-Ordnung eigentlich noch aktuell und akut, oder haben die Jungs und Mädels die mittlerweile wieder kleinlaut zurück genommen?)! Na, soll mir auch egal sein, ich bleibe meinem unverkennbaren Stil treu! Und wer nun meint, er müsse mir aufgrund der nicht erfüllten Kriterien der "Qualitäts-Offensive" (was für ein Bullshit!!! *totlach* ) ein hilfreich oder gar was schlechteres auf´s Auge drücken, der soll das ruhigen Gewissens tun, ich werde das kommentarlos akzeptieren! Auflehnen gegen das System war ja ohnehin nie die Stärke der Masse...
* 2 * Line Up ~~~~~~~~~~~
Warrel Dane – Vocals
Jeff Loomis – All guitars
Jim Sheppard – Bass
Van Williams – Drums
* 3 * Cover ~~~~~~~~~~
Das Cover zeigt einen abgestorbenen Baum, der allerdings bei näherer Betrachtung ein auf dem Kopf stehendes Wesen mit menschlichen Zügen darstellt, welches anstatt eines individuellen Gesichts jedoch nur eine leere Maske als selbiges hat. An der Stelle, wo sich das Herz befinden sollte, ist ein nur ein großes Loch vor zu finden, welches die unwirklich anmutende Gestalt versucht mit seiner Hand zu bedecken. Der Hintergrund ist in einem düsteren, schmutzigen Blau gehalten, lediglich erhellt durch das fahle Licht der Mondsichel. Über diesem unheimlichen Bild steht in fetten, silbernen Lettern der Schriftzug "Nevermore" geschrieben, links und rechts neben der Erscheinung finden wir den Album-Titel "Dead heart in a dead world".
* 4 * Booklet ~~~~~~~~~~~
Im Booklet befinden sich die Songtexte zu allen 11 Liedern, die obligatorischen Danksagungen an alle möglichen wichtigen, unwichtigen, bekannten und unbekannten Persönlichkeiten, Bands und sonstige Institutionen (lest den Scheiss selber nach, wenn´s euch interessiert!) und die ebenso übliche und unerlässliche Erwähnung des Producers (in diesem Falle Andy Sneap, nachdem man bei den drei Alben zuvor mit Neil Kernon zusammen gearbeitet hat) und des / der Artworker. Im Hintergrund befinden sich künstlerisch gestaltete Fotos kombiniert mit verstörenden Zeichnungen, die die Stimmung des Albums sehr gut wiedergeben und oftmals auch inhaltlich zum jeweils im Vordergrund abgedruckten Song passen. In der Mitte des Booklets befindet sich noch ein Bandfoto – allerdings sind die Jungs nicht zu identifizieren, sind sie doch alle gesichts- und gestaltlos und nur ihre schemenhaften Konturen auf weiss-grauem Hintergrund zu erkennen. Lediglich vier kleine Portraits sind auf Seite eins abgebildet. Weitere Infos über die Band, deren Discography, History, Tourdaten usw. könnt ihr auf der offiziellen Website www.nevermore.the.nl abrufen.
* 5 * Tracklist ~~~~~~~~~~~~
01. Narcosynthesis (5.32) 02. We disintegrate (5.12) 03. Inside four walls (4.40) 04. Evolution 169 (5.51) 05. The river dragon has come (5.06) 06. The Heart Collector (5.56) 07. Engines of hate (4.43) 08. The Sound of Silence (5.13) 09. Insignificant (4.57) 10. Believe in nothing (4.22) 11. Dead heart in a dead world (5.06)
Total running time: 56.37 mins
Bonus tracks (video, mpeg):
12. Next in line (3.56) 13. What tomorrow knows (4.36)
All songs composed, arranged and written by Dane / Loomis except track 11 "Dead heart in a dead world" by Dane / Loomis / Sheppard and track 8 "The Sound of Silence", words by Paul Simon, arrangement by Nevermore
* 6 * Trackanalyse ~~~~~~~~~~~~~~~
01. Narcosynthesis
Der Opener fetzt mal wieder direkt mächtig los, aber das sind wir ja mittlerweile von fast allen Metal-Bands und Scheiben gewohnt...Moment mal, ich vermisse irgendwas...richtig, das Intro fehlt! Whoa, es gibt keins! Skandal! ;) Die Jungs schreiten also gnadenlos und unverblümt zur Tat und das ist auch gut so, denn, mal Hand auf´s Herz, wer brauch schon Intros, die ohnehin spätestens ab dem dritten oder vierten Durchlauf übersprungen werden? Also der Song hämmert direkt wie bescheuert los und die stakkato-artigen Gitarrenriffs treiben Nu-Metal-Suckers à la Limp Bizkit die Schamesröte ins Gesicht und lassen selbige sich schleunigst unter ihrem Bettchen verkriechen, ob der Härte, Prägnanz und Präzision, mit der hier zu Werke gegangen wird! "Narcosynthesis" ist der medizinische Fachausdruck für das Behandeln schwerer Neurose-Patienten mittels Narkotika, also harten Beruhigungs-, Betäubungs- und Rauschmitteln. Das ganze ist auf den Track bezogen im übertragenen Sinne zu verstehen und somit symbolisch zu deuten, denn hier geht es vielmehr um das Konsumieren von Drogen jeglicher Art um Problemen zu entfliehen, was natürlich nicht gelingt sondern vielmehr einen verstärkenden gegenteiligen Effekt auf den Konsumenten ausübt, seine Persönlichkeit zerstört und ihn letztendlich zu Grunde richtet. Hmmm...ist die Realität nicht die stärkste Droge? Musikalisch betrachtet wechseln sich harte Teile und getragene, nachdenklich wirkende und stimmende Parts ab. Das aggressive Gitarrenspiel ist wirklich von aller erster Güte und das etwa 45 sekündige Solo zwei Minuten vor Ende fügt sich hervorragend in den Song ein. Ein wiederum etwas langsamerer und gedämpfter wirkender Abschluss lassen die düstere und überwältigende Reise in die unergründlichen Tiefen der menschlichen Seele ausklingen und ich freue mich, endlich einmal einem Openener mehr als 8 von 10 Punkten verleihen zu können: *** 8,5 / 10 *** Punkte
02. We disintegrate
Nun zu einem Song mit einem wahrlich ungewöhnlichen Thema: Dieser Track basiert auf der philosophischen Vorstellung des tibetanischen "Book Of The Dead", handelt also weitestgehend vom irdischen Tod des Individuums und der spirituellen Wiedergeburt desselben. Ausserdem fällt die Text-Zeile: "...are we ever free, or slaves to technology..." ins Auge (und ins Ohr...okay, da geht sie eher rein als dass sie fällt) und der gesamte Song vermittelt eine dunkle, pessimistische Vision der Zukunft, aus der es kein Entkommen gibt und gegen die sich kein Aufbegehren lohnt, da die Masse schon zu sehr manipuliert und abgestumpft ist gegenüber dem, was in der Welt passiert, die Missstände der Gesellschaft also nicht realisiert oder gar realisieren will. Auch dieser Track rockt richtig derbe los, Loomis klampft, was das Zeug hält, und nach etwa einer Minute setzt Warrel Danes (in diesem Fall) verzerrte Stimme unter ein paar dissonanten Piano-Klängen ein, und er shoutet seine Lyrics gen Himmel bis es wieder einen Schritt gemäßigter im Refrain zu geht, der sich bei mir nach mehreren Durchläufen wirklich im Ohr festgesetzt, ja festgebissen hat, obwohl (oder gerade weil?) er recht kurz und eigentlich weniger prägnant ist und auch noch selten vorkommt. Einige Gitarrenriffs sind dermaßen fett, dass man sich bildlich eine Wand vorstellen kann, die sich vor dem Hörer aufbaut und ihn zu erschlagen droht. Herrlich! Die letzte Minute wird dann erneut von den unheimlichen Piano-Klängen eingeleitet (oder eingeläutet), und düster verklingen die letzten Akkorde dieses Nackenbrechers in der fernen Stille (oder stillen Ferne?) des Raumes...und wenn mich jetzt einer für bekloppt erklärt – ich kann ihm versichern, er wird nicht der einzige sein, der dies im Laufe des Berichtes tun wird ;) Ach ja, bevor ich´s vergesse, übertrifft den Opener sogar noch um eine feine Nuance! Bewertung *** 9 / 10 *** Punkte
03. Inside four walls
In diesem Song verarbeitet Warrel Dane ein für ihn sehr einschneidendes Erlebnis, nämlich dass einer seiner engsten Freunde für viele Jahre in den Knast ("inside four walls" eben) gewandert ist, aufgrund der Tatsache, dass er im Besitz einer beträchtlichen Anzahl verschiedener Drogen war, nicht zum Dealen, lediglich für den Eigenkonsum. Nun schreit Warrel seine angestaute Aggression und Wut aus sich heraus und macht seinem Ärger Luft, kotzt sich aus über die Tatsache, dass schwerkriminelle Verbrecher, Kinderschänder, Vergewaltiger usw. weniger Zeit hinter schwedischen Gardinen zu verbüßen haben als sein Freund. Mit diesem Hintergrundwissen ausgestattet widmen wir uns nun also dem Song selbst. Im Vordergrund steht also eindeutig die Kritik am Amerikanischen System (nur am amerikanischen *großesfragezeichen*) und an der Unsinnigkeit bestimmter Regelungen und Gesetze. Adäquat zur Stimmung und Message dieses Stückes ist natürlich auch die Instrumentation und musikalische Umsetzung ausgefallen: Aggressive Gitarrenriffs und ein alles zerschmetterndes Drumming unterstützen die ungeschönte Wortwahl Danes (Staatsmänner und Gesetzeshüter werden als "pigs" bezeichnet) und nur eine relativ kurze Atempause wird dem Hörer gewährt, wenn nach einem beeindruckenden Solo ein Nachrichtensprecher etwa 1.20 Minuten vor Ende des Songs die Frage stellt: "Is this justice? Is this the American Way?", woraufhin Warrel volles Rohr ein "NOOOOOOOOOOO!!!" ins Mikro schmettert. Der Refrain weist auch durchaus gequälte und schmerzvolle Züge auf, ist aber dennoch nicht unmelodiös und eignet sich sogar zum Mitsingen, obwohl ich euch versprechen kann, dass da noch einige Titel auf diesem Album warten, die sich dafür besser anbieten. Meine Bewertung für diesen weiteren tadellosen Kracher: *** 8,5 / 10 *** Punkte
04. Evolution 169
Ohren auf und alle Sinne auf diese musikalische Offenbarung gerichtet, denn jetzt wird´s richtig genial, ich liebe diesen Song, an ihm stimmt einfach alles! Ein schwermütiger Anfang führt uns in dieses Stück, und ein getragener Refrain bildet den Mittelpunkt dieses ohnehin eher etwas gemäßigteren Songs (obwohl natürlich auch hier und da die Fetzen fliegen und das Gitarrensolo in der Mitte dieses Meisterwerkes sogar zu den härtesten zählt!). Der Titel "Evolution 169" ist ein ungelöstes Zahlenrätsel, ein wahres Enigma (ich LIIIIEEEEBE diese Dinger!) und deren Bedeutung dürfte wohl ausschließlich Warrel Dane bekannt sein. Allerdings legt er nahe (und auch die Lyrics deuten darauf hin), dass es im weitesten Sinne um die Chaos-Theorie geht ("in organized chaos..."), welche unter anderem besagt, dass selbst im Chaos eine gewisse Ordnung herrscht. Übrigens hat Warrel mal gesagt, dass es sich hierbei um seine Interpretation einer Sache handele, über die jeder seine eigene Vorstellung habe. Mehr wollte er allerdings nicht verlauten lassen und meinte abschliessend lediglich geheimnisvoll und viel- (öhm...oder auch nichts-) sagend: "The rest is top secret!". Mehr Worte will auch ich einfach nicht verschwenden und über diesen Song verlieren, ihn nicht zerreden, den müsst ihr einfach selber hören, vielleicht werdet ihr mich dann verstehen (oder zumnidest den Song *g* )! Bewertung: *** 10 / 10 *** Punkte
05. The river dragon has come
Dieser Song handelt von der größten technologischen Katastrophe in der Geschichte der Menschheit: Vor einigen Jahrzehnten brach in China ein Damm und an die 300.000 (!!!) Menschen verloren ihr Leben, 85.000 davon innerhalb der ersten wenigen Minuten. Am Fluss Yang-Tse, wo drei Flüsse zusammen laufen (daher die Text-Zeile "the three will fall") wurde bereits ein neues Projekt in Angriff genommen, und es ist das größte Bauwerk, was je geplant wurde, seit dem Bau der Chinesischen Mauer. Warrel sieht also hier schon die nächste unvermeidbare Katastrophe auf die Menschheit zurollen, welche in blindem Vertrauen und grenzenloser Naivität auf die Fähigkeiten einiger Experten und Architekten, denen es gelingen soll, die unzähmbare Naturgewalt zu bändigen ("architects and fools never cared for poor men´s blood"), angewiesen ist. Der Titel „the river dragon has come” stammt aus der damaligen Katastrophe, als ein Mönch von einem weit entfernten Hügel aus das "Schauspiel" betrachtete und eben dies seine einzigen Worte waren...Los geht es ausnahmsweise dieses mal ganz leise und mit akustischem Gitarrengeplänkel (jaja, der Jeff Loomis kann auch mal gaaaanz zarte Töne anschlagen und sanft die Saiten schwingen lassen) – allerdings wohl nicht sehr lange, denn schon nach ungefähr einer halben Minute muss es ihm so in den Fingerchen gejuckt haben, dass er es einfach nicht mehr ausgehalten hat und wieder ordentlich in die Saiten hauen musste, als würde es kein Morgen mehr geben! Die Flut bricht jetzt also gewaltig auf uns herein und spült uns die Gehörgaänge mal so richtig frei! Ein nicht wirklich eingängiger Refrain und ein in meinen Augen auch nicht so ganz stimmiges und perfektes zu Werke-gehen wie bei den vorherigen Songs (das Solo klingt gar ein wenig deplatziert und gezwungen) lassen diesen Track bei mir "nur" *** 7,5 / 10 *** Punkte erhaschen. Womit ich ihn zu einem der schwächsten Songs des Albums degradiere, obwohl er in Augen vieler anderer Kritiker einer der stärksten sein soll. Tja, die Jungs haben halt allesamt keine Ahnung >;)
06. The heart collector
Und ein weiteres absolutes Highlight des Albums entfaltet sich in all seiner Melancholie vor unseren Augen (oder besser: Ohren)! Bombastische, aber dennoch schwermütig klingende und getragene Gitarrenriffs eröffnen diese Powerballade, wie sie im Buche steht, und gehen sofort ins Ohr und unter die Haut! Danach wird es ganz still und gequält, und mit seiner zaghaftesten Stimme flüstert Warrel, begleitet von akustischen Klängen der Sechs-Saiter von Jeff Loomis, seine Lyrics ins Mikro. Der darauf folgende Refrain ist schlichtweg atemberaubend und von einer derart unglaublichen Emotionalität geprägt, wie ich sie bei selten einem anderen Song erlebt habe! Ein wirklich superbes Gitarren-Solo von etwa 45 Sekunden Länge setzt zur Mitte des Stückes ein, bevor es noch mal gaaaaaaanz behaglich leise und akustisch wird, um dann letztendlich wieder in den göttlichen Refrain überzugehen, den man spätestens nach wenigen Hörgängen einfach mitschmettern muss (und zwar egal, wo man sich gerade befindet! Wenn es die Situation erfordert , sprich: Der Walkman gerade eben diesen Song spielt, dann muss eben auch mal die Fußgängerzone der Innenstadt dran glauben, oder die Schlange an der Kasse beim Aldi *g* ). Die letzte Minute verklingt dann gesang- (aber nicht klang-) los unerwartet hart und lässt den Hörer mit offenem Mund und staunendem Gesichtsausdruck zurück, ob der gerade verstrichenen knapp 6 Minuten intensivsten Hörgenusses! Ja wirklich: Der Song lässt einen nicht mehr los (mich zumindest nicht!) und stellt für mich eines der intensivsten Klangerlebnisse dar, die ich jemals vernehmen durfte! Definitiv die Höchstwertung: *** 10 / 10 *** Punkte
07. Engines of hate
Wie der Titel schon erahnen lässt ein äußerst aggressives und von Hass geprägtes Stück, dass dementsprechend natürlich auch kracht an allen Ecken und Enden! Und zwar von Anfang an und nicht zu knapp! Hier poltern die Drums, da sägen die E-Gitarren und der Bass wummert die ganze Zeit, was das Zeug hält! Nach etwas mehr als der Hälfte folgt ein ungefähr einminütiger, vollkommen anders klingender Part (im Musik-Unterricht hab ich damals gelernt, dass so ein Ding den fach-spezifischen Namen Kontrapunkt trägt *g* ), sehr melodisch gehalten und natürlich eingeleitet von einem Klampfen-Solo (wie könnte es anders sein *g* ). Leider bietet der Song insgesamt gesehen ansonsten nicht gerade allzu viel Abwechslung, lediglich thematisch fügt er sich hervorragend in dieses Album ein (ich möchte es schon fast als Konzeptalbum bezeichnen, zumindest aber soll nicht unerwähnt bleiben, dass alle Songs durchweg eine düstere Weltanschauung und pessimistisch anmutende Zukunftsvisionen behandeln und eine Vielzahl depressiver bis aggressiver Momente beinhalten). Gehört in meinen Augen zu den drei schwächsten Tracks des Longplayers und ergattert lediglich gute *** 7,5 / 10 *** Punkten
08. The sound of silence
Also leise geht´s nun wahrlich nicht zur Sache in dieser Cover-Version eines alten Simon & Garfunkel Klassikers aus den 60er Jahren, und viel ist von der Original Version über die Zeit hinweg zum Glück auch nicht übrig geblieben *g*. Anlass zum Covern des Teils war wohl zum einen die nahe Verwandtschaft und Ähnlichkeit der Lyrics zu Nevermore-Stücken und zum anderen die Vorliebe eines Geschwisterchens des kleinen Warrel zu Kinderzeiten für eben diese Band. Und der arme, kleine Warrel blieb natürlich auch nicht verschont davon, obwohl er zugibt, dass dieser Song es ihm damals angetan hatte. „Motzen wir ihn mal mächtig auf und machen wir das Ganze so brutal wie möglich, wenn wir ihn schon nicht kaputt hämmern können!“, muss Dane sich dann gedacht haben: Regelrecht thrashig (oder trashig?) gehen die Jungs hier zu Werke und haben sichtlich Spass daran! Selbst eine Textzeile blieb nicht unverschont und wurde abgeändert. So heisst es: "...dreaming neon black", passend zu der Textzeile "...And the people bowed and prayed to the neon god they've made.", und gleichzeitig ein unverkennbarer Verweis auf das Vorgänger-Album, aber ohne weiteren, tieferen Hintergedanken, wie mir scheint. Teilweise ein echtes Fest für Headbanger (die erste Minute des Stücks ist nach verhaltenem Beginn ein wahres Feuerwerk!), aber diese Parts bilden leider und zu meinem größten Bedauern die Ausnahme und sind zu allem Überfluss auch noch viel zu kurz gehalten (nicht mal ne ordentliche Portion Nackenschmerzen kann man sich holen *g* ). Womit ich auch dem letzten Song der drei Total-Ausfälle *megamäßigübertreib* dieses Silberlings ebenfalls nur *** 7,5 / 10 *** Punkte vergeben kann.
09. Insignificant
Erneut ein sehr leiser und akustisch vorgetragener Einstieg führt uns in den nächsten Song, gefolgt von einem krachenden Paukenschlag...ähm...ja, also symbolisch zu verstehen...und einem kurzzeitig lauter werdenden Intermezzo. Dann wirds wieder still und besinnlich, die wispernde Stimme Warrels wird untermalt von den jetzt rhythmisch einsetzenden Drums. Zum Refrain hin wirds dann wieder etwas lauter, insgesamt gehört dieser Track jedoch zu den ruhigeren des Albums, obwohl fast die ganze Zeit über eine unglaubliche, oftmals nur unterschwellig erscheinende, Energie zu spüren ist. Dieses Schwanken und Springen zwischen den verschiedenen Tempi und innerhalb der Dynamik passt wunderbar zu den Stimmungsschwankungen des Protagonisten des Songs, einer von Selbstzweifeln geplagten Persönlichkeit, die mit der grausamen Welt nicht zurecht kommt. "Insignificant, am I?" ("bin ich unscheinbar?"), heisst es da des öfteren, von der schwindenden Schönheit ("the beauty that breaks down") und vom Sterben ist die Rede ("and all beneath are born to die"). Ein-einhalb Minuten vor Ende des Stücks kommt dann noch ein recht kurzes, dafür aber knackiges, Solo, und damit neigt sich auch dieser beeindruckende Song nach knapp 5 Minuten seinem Ausklang entgegen. Absolut starkes Teil und deshalb *** 9,5 / 10 *** Punkte
10. Believe in nothing
Vom Aufbau her und von seiner Gesamtstruktur ist dieser Song eindeutig mit Track 6 "The heart collector" zu vergleichen, und auch qualitativ reicht der vorletzte Track zu unser aller Freude fast an eben jenen heran. Ein knackiger Auftakt, nicht zu schnell und nicht zu heftig, so dass auch hier noch die Powerballade durchscheint, eröffnen den Reigen, um danach den Weg zu ebnen für die wieder mal ruhig vorgetragenen Strophen dieses 262-Sekündlers *g* (ich glaub so ne dämliche Zeitangabe hab ich noch nie gemacht!). Das Solo (ja, es gibt auch hier mal wieder ein E-Gitarren-Solo in diesem Stück, wer hätte es gedacht *g* ) dauert cirka 45 Sekunden...*malebenzumheartcollectorrüberschiel* hups, so ein Zufall, da auch *g*...und geht gnadenlos in die finale Refrain-Orgie über. Beschlossen wird der Song von einem alles zerschmetternden "NOTHING!" (wenn man Endgültigkeit in lediglich einem Worte ausdrücken kann, so hat Herr Dane das hiermit eindrucksvoll getan! ). "Believe in nothing" ["(Ich) glaube an nichts"] sagt wohl alles über Inhalt und Stimmung des Songs aus, oder? Knapp an der Höchstwertung vorbei! *** 9,5 / 10 *** Punkte
11. Dead heart in a dead world
Kommen wir nun zum (großen?) Finale und gleichzeitig titelgebenden Track des Silberlings. "Dead heart in a dead world" hat den wohl verträumtesten und ruhigsten Beginn aller enthaltenen Tracks, akustisches Geklimper von Jeff unter dem Einsatz eines Effektes, der die ersten rund 90 Sekunden wie von einer alten, leicht verkratzten Vinyl-Platte gespielt erscheinen lässt (wenn ich jetzt ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel hätte und mit diesen Dingern groß geworden wäre, dann würde ich jetzt wohl in nostalgische Schwärmerei verfallen *g*). Erinnert mich übrigens an den Sound des alten und in meinen Augen ganz klar unterbewerteten (ich glaube es hat damals nur so um die 60% bekommen) Amiga-Klassikers "Hero Quest" (ja, genua das Game, was ich auch als Brettspiel so heiss und innig liebe! *g* ). Ha! So, ich wollte unbedingt auch mal nen Vergleich zu nem Sound aus nem Computer-Spiel ziehen ;) "Aha, ein erholsames Ausklingen aus dieser dunklen, mitreissenden Reise", dachte ich mir beim ersten Hören, legte die Haedbanger-Klamotten schon mal beruhigt beiseite >;) und wollte es mir gerade in meinem Bettchen gemütlich machen, als just in diesem Moment ein unglaubliches Trommel-Gewitter über mich hereinbrach! Also nix da mit ruhigem Abg(es)ang ( <- boah, das Wortspiel is klasse, was? *g* ), richtig derbe heftig gehen die Jungs hier nochmal zur Sache und langen ordentlich zu, als wenn ihnen die vorherigen beiden Tracks zu ruhig gewesen wären und sie jetzt Nachholbedarf hätten! Trotz der depressiven Gesamtstimmung des Closers ( <- gibt´s dat Wort? Immerhin gibt´s ja auch nen "Opener" *g* ) ist die Message herauszuhören, dass, egal wie kalt und leer alles erscheinen mag, immer noch Hoffnung besteht. Also letztendlich ein versöhnlicher Ausklang und gleichzeitig auch indirekt eine Weiterführung der Story aus "Dreaming Neon Black". Aber man höre und staune: Ich konnte kein wirkliches Solo ausfindig machen! Natürlich gibt es auch rein instrumentale Parts, wo nur die Klampfen zu hören sind und Warrel auch mal die Schnauze hält [is ja schliesslich auch kein Hip Hop, wo ständig irgend so ein sprachgestörter, hirnamputierter, unter epileptischen Zuckungen leidender Heini am Brabbeln is >;) ], aber ein reinrassiges Gitarren-Solo gibt es hier wirklich nicht! Fünf hämmernde Trommel(-herz-)schläge beenden dann endgültig die 11 Audio-Tracks des Albums und ich kann nicht anders, als *** 8,5 / 10 *** Punkte zu vergeben.
Die Analyse der Video-Tracks erspar ich euch (und vor allem mir, hab ich nämlich auch grad voll keinen Bock drauf! ;) Ich kann euch aber beruhigen, die sind auch nix wirklich Umwerfendes, lediglich das übliche Live- und Backstage-Zeugs zusammengeschnibbelt. Okay, ein paar Szenen haben die Jungs wohl auch noch extra für die Videos gedreht (vor allem in "What tomorrow knows") und die Songs sind auch wirklich klasse, aber es handelt sich eben nicht um neue Songs. Also schenken wir uns das Ganze, ein netter Bonus, mehr aber auch nicht.
Ein unbedingtes "Must-have" für alle Fans anspruchsvoller Metal-Kost (hmmm...das klingt jetzt nach irgend so einem dämlichen Standardspruch, aber trotzdem trifft es die Sache auf den Punkt *g* ). Die Songs sind fast durchweg genial und die Intensität und Tiefe ist wahrlich umwerfend und atemberaubend, bedingt durch Warrels wunderbar variationsreiche Stimme (mal schreiend, mal flüsternd, mal wunderbar melodisch, dann wieder schreddernd ohne Ende!), Jeff Loomis Verschmelzung mit seinen Gitarren und deren Bearbeitung in Perfektion, das herrlich treibende Drumming von Van Williams und dann auch noch Jim Sheppard am Bass...ähm...okay, ich geb´s ja zu, der ist mir eher nicht so sonderlich aufgefallen *g* . Das Album ist genial göttlich und ich kann nicht anders als die Höchstwertung von Fünf Sternen für dieses Opus zu vergeben. Ach ja, noch nicht einmal ein Keyboard ist vertreten (und selbst wenn eines sich da reingetraut hätte, man hätte es wahrscheinlich eh nicht wahrnehmen können, unter all den bombigen und krachenden Sounds)! Bei EMP habe ich 25,99 DM für diesen Silberling hingeblättert, und soweit ich weiß, ist dies auch der momentan günstigste Preis, zu dem man die Scheibe ergattern kann. Aber spielt ja auch keine Rolle, die Hauptsache ist, man besitzt das Teil!
Pro: ...abwechslungsreiche Mucke, moderner Sound mit traditionellen Anleihen, ein absoluter Hammersong, charismatische Stimme, Gesamtatmosphäre... Kontra: ...selten mal ein etwas deplatziert wirkender Part, keine leichte Kost...
Hallo liebe Leserinnen und Leser! Nachdem es letzte Woche mit unserer Shake Heads-Aktion nach längerer Durststrecke mal wieder extrem gut lief - Skyclad's "Prince of the Poverty Line" erreichte einen sensationellen zweiten Platz und musste sich nu ...
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Pro: Spielerisch klasse, Abwechslungsreich Kontra: Gesamtkonzept wirkt nicht ganz rund
Besetzung:
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Die Band kommt ursprünglich aus Seattle und nannte sich anfangs Sanctuary. Sänger Warrel Dane und Basser Jim nahmen sich 1994 vor weiter zusammen Musik zu machen. Gitarrist Jeff Loomis und Drummer Van Williams kamen zu diesem ...
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Moinsen an alle,
normalweise stehe ich nicht so auf Power Metal, ich höre lieber Trash, New oder Death Metal, aber bei Nevermore muss ich sagen, mach ich sehr gerne eine kleine Ausnahme.
Durch einige Zeitschriften bin ich auf Nevermore aufmerksam geword ...
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Pro: POWER! sinnvolles Textwerk, Warrel Dane, massig hochqualitative Ware Kontra: Mal der ein oder andere weniger starke Track...
Bei Shake Heads gibt’s diese Woche mal wieder ein Album der Sorte Arschtritts-Metall feinster Güte. Stahlkappen-Schuhchen bitte nicht vergessen. Jetzt noch schön zubinden. „Hasenohr, schieß ein Tor, noch ein Hasenohr“ So, wenn alles gut sitzt, können wir ...
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Pro: Kompromißlose Härte meets brilliante Produktion, Heavy Metal-Schmeckerchen1 Kontra: Zerstörte Wände, Gegenstände, Nachbarn! Plötzliches Platzen der Ohren...
...BEVOR DEIN FERNSEHER DICH TÖTET, ist nicht nur mein Reden, sondern äußerte Feind der Realität No. 1 Warrel Dane kürzlich in einem Interview mit www.metal-inside.de. Recht hat er!
Aber bei der neuesten Aktion der Shakeheads geht es nicht um das neues ...
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Pro: Bonus DVD Kontra: "Tomorrow Turned Into Yesterday", Sound, Cover
...Nevermore und ich stehen in einem komischen Verhältnis zueinander. Während die meisten Leute ihr letztes Album ?Dead Heart In A Dead World? als das absolute Meisterstück der Band ansehen, habe ich bis zum heutigen Tage immer noch Probleme mit der Scheibe. Will sagen: Irgendwie schmeckt mir das Ding überhaupt nicht. Ganz klar das schwächste Album, das Nevermore je abgeliefert haben und hoffentlich wird das auch so bleiben. Was ich allerdings sehr am Vorgänger von ?Enemies Of Reality? schätze, waren die tiefergelegten Nu Metal-Riffs, die Hammerklampfer Jeff Loomis seiner 7-Saitigen da auf einmal entlockte. Hauptsächlich mit dem Opener ?Narcosynthesis? und dem Titeltrack war ich sehr zufrieden. Aber sonst? Unspektakuläre Metal-Songs einer spektakulären Band.
Schließlich war das ´96-Album ?The Politics Of Ecstay? ein erster knallharter...
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Pro: Songs, technisches Niveau der Musiker Kontra: ???
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Der Sänger bietet dabei alles von psychopatischem Gekreische bis soften Vokals und die Instrumentalfraktion steigert sich in der Mitte von "This Godless Endavour" in einen absoluten Rausch. Hier werden sowohl Fans von Progressive-Metal als auch Thrash-Metal völlig befriedigt, aus dem Metal-Genre fällt mir keine andere Band ein, die sowas in der Form draufhat. Von Dream Theater jetzt mal abgesehen, aber die haben ja auch Musik studiert.....
Fazit:
Wer dachte, Nevermore könnten ihr bisheriges bestes Werk "Dead Heart In A Dead World" nicht mehr erreichen, hat sich gettäuscht, diese CD würde ich auf eine Stufe mit diesem Meisterwerk stellen.
Und Leute, die auf harten und trotzdem komplexen und anspruchsvollen Metal stehen, müssen unbedingt mal reinhören!...
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