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Auf "Devils & Dust" hat Springsteen mal wieder ein Album in der Tradition von "Nebraska" und "The Ghosts of Tom Joats" gemacht und auf den ausladenden Stadionsound seiner Band verzichtet.
Alle paar Alben kehrt sich Springsteen von den großen Arrangements ab und macht eine Art Kammerrock, ... Bericht lesen
12 Songs, so kraftvoll und ursprünglich wie auf seinem legendären ersten Album \""Greeting from Asbury Park, N.J.\"" vor über 30 Jahren. Als Bonus gibt's eine DVD mit einigen Clips. Ein edler Vorgeschmack auf die anstehende Springsteen-Welttournee, die den Boss natürlich auch wieder in zahlreiche ausverkaufte Hallen in Deutschland führen wird."
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Erfahrungsbericht von manwah über Devils & Dust - Bruce Springsteen (CD + DVD) 26.06.2005
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
exzellent
Klangqualität:
ausgezeichnet
Langzeithörspaß:
wird nicht schnell langweilig
Pro:
wunderbare Songs, klasse Lyrics, super Ausstattung - perfekt
Kontra:
keiner
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Ein neues Album von Bruce Springsteen ist inzwischen so etwas wie eine Wundertüte. Wechselt er doch stets zwischen Singer/Songwriter Folk und Stadionrock mit E-Street Band hin und her.
Auf "Devils & Dust" hat Springsteen mal wieder ein Album in der Tradition von "Nebraska" und "The Ghosts of Tom Joats" gemacht und auf den ausladenden Stadionsound seiner Band verzichtet. Alle paar Alben kehrt sich Springsteen von den großen Arrangements ab und macht eine Art Kammerrock, mit deutlichen Folkanklängen. Dieses Album zeigt mal nicht "die Zukunft des Rock'n'Roll" sondern die Gegenwart eines zerrissenen Amerikas. Als Musiker sind diesmal neben dem Boss (Voc., Guit., Keyb) auch noch Brendan O´Brien (Bass), Steve Jordan (Drums) und Streicher der Nashville String Machine mit von der Partie. Natürlich darf auch die Gattin Patti Scialfa ein paar Vocals beisteuern. Dabei gehört Springsteen nicht zu denen, die ihre Alben künstlich aufblähen. Wenn er nach gut 50 Minuten fertig ist, kommen nicht irgendwelche Bonussongs oder ähnlicher Quatsch. Die CD ist dann zuende - fertig.
Tracklist ~~~~~~~* 1. Devils & Dust 2. All The Way Home 3. Reno 4. Long Time Comin' 5. Black Cowboys 6. Maria's Bed 7. Silver Palomino 8. Jesus Was An Only Son 9. Leah 10. The Hitter 11. All I'm Thinking About 12. Matamoros Banks
1. Devils & Dust ~~~~~~~~~~~~* Keine E-Street Band diesmal. Springsteens neues Album beginnt düster - nur mit einer Gitarre und dem "Gefühl seiner Finger am Abzug" Zunächst begleitet er seine Stimme nur mit der Gitarre, ehe allmählich Streicher, eine Orgel und eine Harmonika hinzukommen und den Anfangs- und Titelsong der neuen CD Bruce Springsteens "Devils & Dust" nicht nur düster, sondern auch verzweifelt scheinen lassen.
2. All The Way Home ~~~~~~~~~~~~~~~~* Doch schon im zweiten Lied wird das Tempo schneller und der Sound etwas direkter. Aber auch hier überwiegt eine mindestens zweifelnde Stimmung, gepaart mit einer Mischung aus American Folk und deutlich mehr als ein Prise Blues
3. Reno ~~~~~~* Der dritte Song wirkt noch etwas atmosphärische als die ersten beiden. Viel ruhiger und leiser, nur begleitet von Streichern und ein paar sehr zurück genommenen Bläsern mutet er fast klassisch an.
4. Long Time Comin' ~~~~~~~~~~~~~~~~* Bei "Long Time Comin'" tut man Bruce sicher nicht unrecht, wenn man ihn mit "Saint Bob" (Dylan) vergleicht und ihm eine ähnlich Wucht bei den Texten zugesteht. Bei diesem Song klingt er sogar fast genau so. Auch das Arrangement erinnert stark an die Zeit als Dylan und "The Band" gemeinsame Sache gemacht haben.
5. Black Cowboys ~~~~~~~~~~~~~~* Hier wieder zurückgenommene Instrumente. Eigentlich nur Piano, eine Gitarre und Springsteens Stimme, die uns von "Black Cowboys" erzählt. Der Song steigert sich aber allmählich und wird mit der Orgel richtig gut. Springsteen schafft es aus einem geilen Text auch noch eine grandiosen Song zu zaubern.
6. Maria's Bed ~~~~~~~~~~~* Auch etwas naiv und jungenhaft kann er noch klingen. "Maria's Bed" ist dafür natürlich wie gemacht. Nachdem wir in "The River" den Folgen einer ungewollten Schwangerschaft beiwohnen durften, sind wir hier unversehens in die Fleischeslust eines jungen Mannes geraten, der, natürlich, Gewissensbisse hat - wenn man der Stimmung des Songs folgen darf, aber wohl nicht all zu sehr... Ein "Working Song"
7. Silver Palomino ~~~~~~~~~~~~~~* Doch nach so viel Freude kommt bei "Silver Palomino" die Trauer zurück. Springsteen erzählt die Geschichte von dem Jungen, dessen Mutter nach der Einwanderung in die USA starb und ihn 13-jährig mit dem amerikanischen Traum zurücklässt. Ergreifend und wunderschön.
8. Jesus Was An Only Son ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~* Erneut eine Reminiszenz an den Großen Bob Dylan, nicht ohne sich auf seinen eigenen Stil zu besinnen. "Jesus Was An Only Son" ist tatsächlich fast schon ein Gospel. Statt der überschwänglichen Chöre wird man hier von beseeltem Background und einer tollen Orgelfigur umschmeichelt.
9. Leah ~~~~~~* klingt so als hätte er den Song zu Hause mit dem Tape Deck aufgenommen. Leicht verschwommen kommt der Song rüber, aber mit einem unfassbar majestätisch gespielten Tormpetensolo, das eine Gipfel markiert. Toller Song
10. The Hitter ~~~~~~~~~~~* Eine Gitarre, ein paar verwehte Vocals und Springsteens Stimme ganz ohne Ablenkung. Er erzählt eine Geschichte und man wird zum zehnten Mal auf diesem Album einfach eingenommen von der Intensität, mit der die Geschichte vom Hitter musikalisch erzählt wird.
11. All I'm Thinking About ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~* Man muss ja erst mal lachen wenn man "All I'm Thinking About" zum ersten Mal hört. Springsteen mit Kopfstimme. Das ist völlig ungewohnt und klingt einfach albern, passt aber zu diesem witzigen Countrylovesong. Auch der pfiffige Chor und die heiße Steelguitar sind toll dazu arrangiert.
12. Matamoros Banks ~~~~~~~~~~~~~~~~~* Der Abschluß gelingt genau so melancholisch und schön wie der Beginn. "Matamoros Banks" ist eine dieser Balladen, die einem nicht so schnell wieder aus dem Kopf gehen. Nur Springsteen und seine Gitarre (mit etwas Unterstützung der Nashville String Company), heraus kommt dann bewegende Musik.Nach all dem Müll der sich in den letzten Wochen auf dem obersten Platz der deutschen Charts tummelte, wagt man es ja kaum zu sagen, aber Springsteen schafft das Kunststück erneut. Ganz ohne Mätzchen legt er eine Songsammlung vor, die beeindruckend, herausragend und einfach wunderbar ist. Er versteht zu jeder Geschichte die richtige Musik zu schreiben und setzt das auch perfekt um. Diese CD ist ein Wunderwerk und vor allem für alle empfehlenswert, die glauben bei Sarah Connor würden Gefühle transportiert.
Damit wäre meine CD Besprechung eigentlich am Ende, wenn der "Boss" nicht noch eine DVD mit "Filmed Acoustic Performanes" von:
- Devils & Dust - Long Time Comin' - Reno - All I'm Thinking About und - Matamoros Banks
beigelegt hätte.
Die DVD ~~~~~~* Sehr düster und der leisen Stimmung der Bilder angepasst, sieht man nach einer Annäherung an die Instrumente einen Solo-Bruce, der sich auf der Gitarre zu seinen Songs begleitet. Natürlich ist die Kaschemme, in der die Stücke gefilmt wurden ordnungsgemäß herunter gekommen, die Gitarre auf der Springsteen spielt hat ihre besten Tage auch hinter sich. Dazu erzählt Bruce ein paar Geschichten aus seiner Zeit als Rockmusikanfänger. Das erinnert nun ein wenig an die Storyteller Reihe von MTV (oder war's VH1?).
Die DVD Abteilung ist schön geworden, aber ein wenig überladen mit Klischees der "Working Poor" inmitten der USA, vermischt mit etwas Cowboyromantik.
Springsteen wäre nicht er selbst, würde er diese CD+DVD nicht fanfreundlich anbieten. "Devils & Dust" kostet rund 17 Euro, kaum mehr als eine Standard CD. So kann man den Absatz auf erfreuliche Weise erhöhen. Auf der DVD befindet sich zusäzlich noch einmal das komplette Album mit visualisierten Texteinblendungen auf dem Fernseher bzw. Monitor - Klasse!
Schlussworte ~~~~~~~~~~* Kein Album für jeden Tag, aber ein paar Tage Dauerflug im CD-Player waren schon drin. Springsteen hat ein intensives, melancholisches, manchmal witziges und vor allem ein hörenswertes Album gemacht. In jedem Fall sind hier die schönsten Lyrics versammelt, die ich seit sehr langer Zeit auf einem Album aus den USA gehört habe. Jeder Song ist ein Juwel und deshalb kann es nur 5 von 5 Sternen geben. Einen virtuellen Bonusstern gibt's für Ausstattung, das tolle Booklet und die beiliegende DVD. Ein klasse Album - mit weitem Abstand das beste No.1 Album des Jahres bisher.
P.S. Von einer Biographie des Boss o.ä. habe ich abgesehen um den Bericht nicht unnötig aufzublähen. Wer nähere Infos zu Bruce Springsteen wünscht, möge sich auf seiner Homepage http://www.brucespringsteen.net umschauen oder den sehr guten Artikel bei Wikipedia lesen (http://de.wikipedia.org/wiki/Bruce_Springsteen).
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