Diana Ross`Zusammenarbeit mit "Chic": SEHR funkig
04.12.2007
Pro:
Anspruchsvoller, perfekt produzierter Dancefunk
Kontra:
nur 8 Titel und 34 : 19 Spielzeit sind sehr wenig
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 Stettenfett
Über sich:
Mitglied seit:02.12.2007
Erfahrungsberichte:11
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 23 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Diana Ross` Zusammenarbeit mit den "Chic" Frontmännern und Produzenten Nile Rodgers und Bernard Edwards markiert einen Höhepunkt in Ihrer Solokarriere. Geboren 1944 in Detroit sammelte sie bereits als Teenager Erfahrungen in verschiedenen Girlgroups. Aus dem "Doo-wop quartet", dass sie zusammen mit 3 Freundinnen bildete, und das 1961 bei dem berühmten Motown-label unter Vertrag ging, bildeten sich schliesslich die "Supremes". Anfangs noch als Quartett, schrumpften sie aber schon nach kurzer zeit und nach Austritt von Barbara Martin auf ein Trio. Zusammen mit ihren Kolleginnen Florence Ballard und Mary Wilson hatten sie in den 60er Jahren mehrere Welthits wie "you can`t hurry love", "stop! in the name of love" und "you keep me hanging on", welche die Supremes zu einer der erfolgreichsten Bands dieser Zeit machten. Dianna Ross entwickelte sich schnell zur Frontfrau und Hauptsängerin der "Supremes", was dazu führte, dass sie von Motown Ende der 60er Jahre als Solosängerin ausgebaut wurde. "Ain`t no mountain high enough", ein Remake des Marvin Gaye Klassikers, wurde ein No.1 Hit und gar für den Grammy nominiert. Nach weiteren erfolgreichen Solohits folgte bald der Wechsel zur Schauspielerei. Neben grossen Erfolgen, wie der Darstellung der Jazzlegende Billie Holiday in "Lady sings the blues", für die sie mit dem Golden Globe ausgezeichnet und für den Oscar nominiert wurde (den bekam aber Liza Minelli für ihre Darstellung der Sally Bowles in "Cabaret"), musste sie auch Misserfolge hinnehmen. Der Versuch, die bekannte Geschichte des "Zauberers von Oz" in die Gegenwart zu retten, und mit Diana Ross als der kleinen Dorothy besetzt, allerdings als schwarze Mittzwanzigerin in Harlem, scheiterte künstlerisch wie kommerziell. Schliesslich kam es im Jahre 1980 zu der erfolgreichen Kollaboration zwischen Diana und den Produzenten und Frontmännern der bekannten Disco-Funk quartetts "Chic". Nile Rodgers und Bernard Edwards funkige, dancefloortaugliche Musik harmonierte perfekt mit Dianas kräftiger, schwarzer, trotzdem immer zurückhaltender und samtweicher Stimme. Das Album "Diana" ist sehr eigenständig. Zu modern und innovativ um es den 70er Jahren zuzuordnen, aber auch zu geradlinig und perfekt produziert, um es in die bunten, schrillen, teilweise kitschigen und oft überkandidelten 80er Jahre anzusiedeln. Bis auf nur wenige Ausnahmen hört man dem Album sein Alter von 27 Jahren nicht an, auch wenn man gerade die funkigen Tanznummern sofort mit einer vollen Tanzfläche, irgendwo im New York der späten 70er, assoziiert. Dadurch, dass das Album aber so perfekt produziert ist, könnte es ebenso gut in diesem Jahr entstanden sein, ohne dabei als "retro" zu gelten. 1. Upside down Dianas wahrscheinlicher grösster Solohit eröffnet das Album. Er funktioniert heute noch, genau wie damals, als floorfiller. Und auf der Tanzfläche kann man gleich bleiben, denn
2. Tenderness funktioniert ähnlich: Nile Rodgers funkige Gitarrenklänge gehen einfach direkt ins Bein 3. friend to friend ist eine schöne Ballade, die erst nach mehrmaligem Hören Wirkung entfaltet, dan aber umso mehr. Passt allerdings als einziger track des Albums nicht wirklich ins Gesamtbild.
4. i`m coming out ein weiterer Klassiker, dessen Samplepotenzial "the notorious B.I.G." auch schon erfolgreich für sich genutzt hat. Enthält die wahrscheinlich funkigsten Gitarrenriffs überhaupt 5. have fun (again) hier kann man schon eher hören, dass der Song nicht mehr ganz taufrisch ist. Passt zwar perfekt ins Gesamtbild, hat aber nicht die Qualität der anderen Titel, klingt etwas seicht
6. my old piano macht Spass und gute Laune, zwingt zum Mitwippen, und schliesst perfekt ab, wenn das "old piano" gegen Ende einsetzt 7. now that you`re gone auch ein ruhigerer Titel, der im Gegensatz zu "friend to friend" aber trotzdem ins Gesamtbild passt. Leichte Reggaeeinflüsse sorgen dafür, dass der Song zwar entspannend ist, trotzdem nicht die eher aufheiternde Gesamtstimmung des Albums zum Erliegen bringt
8. give up gibt dann nochmal alles! Könnte zwar ebenso gut ein "Chic"-song sein, der von Diana Ross gesungen und nicht für sie geschrieben wurde. Was allerdings nicht als Negativkritik gemeint ist! Das nach nur 8 Titeln und 34:19 minuten Spielzeit alles schon vorbei ist, ist ein grosses, wenn auch das einzige Manko des Albums. Trotzdem klingt "Diana" auch nach 27 Jahren immer noch frisch und unverbraucht, und viele der darauf enthaltenen Singlehits haben längst ihren Evergreenstatus in der Sammlung eines jeden DJs sowie auf den Tanzflächen erreicht.
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04.12.2007 14:25
Da hast Du ja mal wieder nen netten Bericht geschrieben. LG
04.12.2007 12:46
Klasse Bericht...;-D LG Nicki
04.12.2007 12:21
Super! Lieben Gruß