DDF und "Walter Matthau"! :-)
21.08.2004
Pro:
Sprecher, Atmo, Inhalt - und ein witziger "Walter Matthau" !
Kontra:
Logik hakt manchmal, blöde Musik
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Langzeithörspaß:
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 outsider777
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Wir sind alle abhängig - Fragt sich nur von wem... <><
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Hiermit stelle ich Euch die 38. Folge der "Drei Fragezeichen" vor. Ich finde, dass sie vom Inhalt her etwas Besonderes und zudem technisch gut gelungenen ist. Dauer des Hörspiels: etwa 45 Min.
DIE REIHE ------------ "Die drei Fragezeichen" - im Folgenden kurz "DDF" genannt - sind Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews. Sie sind Schüler in Rocky Beach (Kalifornien, USA) und in ihrer Freizeit Hobby-Detektive. Justus ist "Erster Detektiv", sehr belesen und intelligent, liebt das Rätselhafte und sucht nach der logisch-rationalen Erklärung besonders hinter mysteriösen Dingen, Peter , der "Zweite Detektiv", ist der Sportler - was seine eher ängstliche Natur wettmacht - und erledigt oft die körperlich anspruchsvollen Jobs der DDF, und Bob ist für "Recherchen und Archiv" zuständig. Von Vorteil ist hierbei, dass sein Vater Redakteur bei der Zeitung "Los Angeles Post" ist. Ihre Zentrale haben DDF in einem umgebauten großen Wohnwagen auf dem Gelände der Firma "Gebrauchtwaren Titus Jonas", die Justs Onkel gehört.
Ihr 38. Fall ------------- Mrs. Andrews ist von ihrem Vater, Mr. Peck, genervt. Der ist ein Tüftler und hat diesmal eine selbst konstruierte Feuerlösch-Anlage kostenlos in einer örtlichen Kirche installiert. Kürzlich fand in den dortigen Räumen eine Modenschau statt, und als der Pastor gerade hereinkam und rauchte, tja, da waren wohl die Sprinkler in der Decke etwas zu scharf eingestellt. ;-) Mrs. Andrews findet das „überhaupt nicht komisch“, denn sie bekommt dann immer den Tratsch und Klatsch zu hören, aber letztlich lachen sie dann doch alle. Nun will ihr Vater quer durch Amerika fahren, um in New York eine eigene Erfindung verkaufen zu können. DDF sind darüber hoch erfreut und bitten Mrs. Andrews inständig, ihn begleiten zu dürfen. Zuerst hat sie Bedenken; aber letzten Endes gibt sie dann doch nach – zumal DDF dann auf Mr. Peck aufpassen können… :-) Als DDF ihn besuchen, um ihm von seinem Glück zu erzählen, streitet der sich mal wieder mit seinem Nachbarn, Mr. Snabel. Der ist angeblich ein notorischer Dieb und wolle ihm angeblich nun auch noch seine Erfindung klauen! Peter nimmt seinen Opa beiseite und fragt ihn etwas unsicher, ob er einverstanden wäre, dass DDF ihn auf seiner langen Fahrt begleiten? Natürlich ist Mr. Peck einverstanden! „Es ist eine lange Fahrt, und ich brauche Unterhaltung. Und da seid ihr mir allemal lieber als die alten Knacker vom Schachclub…!“ Ja, so ist er, der Herr Peck… ;-) Die Fahrt geht eines frühen Morgens los, und nachmittags machen sie einen Spaziergang am Strand. Bei dichtem Nebel entdeckt Mr. Peck plötzlich seinen Erzfeind Mr. Snabel in der Nähe, und er geht sofort auf ihn los: „Spion! Schnüffler! Sie wollen mir meine Erfindung klauen!“ Er wird fast handgreiflich, und Mr. Snabel behauptet, er sei überhaupt nicht wegen Mr. Peck da; aber der glaubt ihm kein Wort, und schließlich fahren er und DDF weiter. Abends machen sie erneut eine Pause und gehen Essen, dann zum Hafen. Plötzlich kommt Mr. Snabel vorbei, ist aber so sehr in Gedanken, dass er DDF nicht erkennt, und setzt sich zu Bob auf eine Bank. Da bemerkt auch Mr. Peck, wer da gekommen ist, und es gibt ein kurzes Wortgefecht, aber diesmal steigt Mr. Peck früher als sonst mit DDF ins Auto und fährt davon. Er sieht sich in seinem Verdacht bestätigt: Warum sollten sie Mr. Snabel auf ihrer Fahrt fernab von Rocky Beach begegnen, wenn der nichts von ihnen wolle?
An nächsten Tag sind sie in San Francisco und steigen in einem Motel ab. Just geht zum Fenster, und wen sieht er auf dem Parkplatz? Mr. Snabel! Der macht sich an ihrem Auto zu schaffen, fährt dann aber - scheinbar unverrichteter Dinge - bald wieder davon. Als es in derselben Nacht im Motel brennt und trotzdem ihre Zimmer durchwühlt werden, und als Bob später in einem Supermarkt fast entführt wird, wird diese Angelegenheit DDF doch unheimlich. Bisher hielten sie Mr. Peck lediglich für einen eigensinnigen, überspannten Tüftler; aber inzwischen scheint es wirklich so zu sein, dass Mr. Snabel oder jemand anders ein hartnäckiges Interesse an ihnen oder Mr. Packs Erfindung hat. Oder…?
KRITIK ---------- Positiv --------- Tja, dieses Hörspiel zu bewerten fällt mir echt nicht leicht. Es ist nämlich nicht nur ein „normaler“ DDF-Fall mit guten Sprechern, ziemlich logischer Handlung und guter Atmosphäre und Spannung, sondern ebenso sehr ein großer Auftritt für Wolfganz Völz, den Synchronsprecher von Walther Matthau! Er hat „die“ Hauptrolle in diesem Hörspiel – natürlich neben DDF - und macht seine Sache echt gut. Wenn es vor allem um den Fall „Unsichtbarer Gegner“ ginge, würde ich zuerst das (fast) Übliche sagen: Sehr gute Sprecher (besonders eben Wolfgang Völz), eine weitgehend gelungene Atmosphäre, und zudem noch recht spannend und interessant – insgesamt eine glatte „2“ wert.
Aber da es hier ebenso sehr auch einfach nur um die Geschichte geht, wie DDF den witzigen und eigenwilligen Mr. Peck auf seiner langen und chaotischen Fahrt nach New York begleiten, muss ich hier ebenfalls gleich Wolfgang Völz erwähnen, die deutsche Synchronstimme von Walter Matthau“. Wer also Bock hat, zu erleben, wie ein eigensinniger „Walter Matthau“ eine Hörspieldauer lang durch die Staaten fährt und wie DDF versuchen, das Schlimmste zu verhindern, der sollte sich dieses Hörspiel „reinziehen“. Ich bin zwar kein Matthau-Fan, aber die Stimmen und Situationen habe ich genossen, selbst wenn sich die Szenen irgendwie immer gleichen: Mr. Peck begegnet Mr. Snabel und wird laut, DDF versuchen, ihn zu beruhigen, und irgendwann geht die Fahrt mit dem brummelnden Opa dann weiter. Dies ist also ein „spezialgelagerter Sonderfall“, und so möchte ich hier nicht mehr viel Allgemeins wie in einem normalen Hörspiel sagen. Aus rein hörspieltechnischer Sicht stimmt fast alles – Sprecher sehr gut, Atmosphäre stimmt meistens auch, die Logik hängt manchmal etwas, aber die Geschichte ist ansonsten echt gut - und ich würde diesem Fall eine glatte „2“ geben; angesichts der „Hauptperson“ Wolfgang Völz bzw. „Walter Matthau“ (sorry, aber dieser Schauspieler ist für mich nun mal untrennbar mit dieser Stimme verbunden!) sage ich aber: normale Beurteilungskriterien beiseite, und einfach nur ein witziges Hörspiel genießen! :-)
Witzig finde ich auch noch folgende beiden Szenen: 1) Lutz Mackensys Auftritt als FBI-Agent, gegen Ende des Hörspiels. Mr. Peck meint mal wieder, Mr. Snabel sei hinter ihnen her, als „Agent einer feindlichen Macht“. Darauf Mr. Anderson ironisch: „Aha, eine ‚feindliche Macht’. Aber welche Macht das ist, wissen wir wohl nicht zufällig?“ 2) Just hat ein paar Minuten später eine Idee, wie sie Mr. Snabel in einer Ausstellung dingfest machen können: Just: „Wenn er zur Ausstellung geht, zack, kassieren wir ihn.“ Peter: „Das FBI kassiert ihn.“ Just: „Sei doch nicht so kleinlich. Das ist doch fast dasselbe.“ :-) Seltsames ------------ Manchmal wirkt es etwas künstlich, wie Dialoge auf Wolfganz Völz ausgerichtet zu sein scheinen: Alles scheint ergeben zu schweigen, wenn er spricht; aber er hat nun mal eine markante, bekannte und starke Stimme, und das soll in diesem Hörspiel auch so sein, und er macht seine Sache, wie schon gesagt, echt gut.
25. Minute. Just spricht von einer „Wanze“, die vielleicht am Boden ihres Wagens angebracht wurde, damit man sie besser ausfindig machen kann. Er meint wohl eher einen Peilsender… ;-) 27. Minute. Mr. Peck sagt: „Und dann werden wir uns Wisconsin La Cross ansehen. Ein reizendes Städchen.“ Da Wisconsin ein US-Bundesstaat ist, meint er wohl: „dann werden wir uns IN Wisconsin La Cross ansehen“. Oder er hat sich versprochen und meint: „dann werden wir uns La Cross in Wisconsin ansehen“. Oder meinte er noch was anderes? Jedenfalls ist dieser Satz etwas seltsam. ;-)
DDF und Mr. Peck wundern sich irgendwann, warum es Mr. Snabel schafft, ihnen auf ihrer Fahrt doch immer irgendwie zu begegnen. Bob hat die Idee, dass Mr. Snabel vielleicht die „typischen Touristenstädtchen“ abklappert und dort nach ihnen sucht und deshalb so bald bei ihnen ist. Aber wie soll das denn gehen, bei Tausenden Touristen in zig Orten?? Vor allem, weil sie mittlerweile den Peilsender an ihrem Wagen ja entdeckt und entfernt haben! Just will herausfinden, ob es wirklich (nur) Mr. Snabel ist, der sie verfolgt. Um das herauszufinden, schlägt er vor: „Wir rufen Mr. Snabel in Rocky Beach an. Wenn er sich meldet, wissen wir, dass er nichts damit zu tun hat.“ Hää?? Und wenn er gerade nicht zu Hause ist? Einkaufen, oder Verwandtenbesuch? Ist er dann trotzdem verdächtig? Diese „Logik“ von Just verstehe, wer will. Und wie oft will er es versuchen, bis er Mr. Snabel an den Apparat bekommt? Dreimal? Fünfmal? Siebenmal? Und noch blöder ist es, wie begeistert die anderen von dieser Idee sind…
Negativ --------- Den Titel und das Cover vom Hörspiel finde ich blöd. Erstens taucht im Hörspiel überhaupt kein Motorradfahrer auf, schon gar keiner, der so gekleidet ist wie auf dem Cover. Zweitens ist der (angeblich Unsichtbare) sehr wohl sichtbar: Es ist nämlich in erster Linie Mr. Snabel, und dann auch einmal ein anderer Mann – eben der, der Bob in einem Supermarkt beinahe entführen kann. In diesem Fall ist es zum ersten Mal so, dass also weder der Titel noch das Cover zum Fall passen. Allerdings gibt es einen spannenden und empfehlenswerten Hitchcock-Thriller mit dem Titel „Der unsichtbare Dritte“. Ob das wohl inspirierend wirkte...? ;-)
SPRECHER ------------------ Erzähler: Thomas Fritsch Justus Jonas: Oliver Rohrbeck Peter Shaw: Jens Wawrczek Bob Andrews: Andreas Fröhlich Mrs. Shaw: Marianne Kehlau Mr. Peck: Wolfganz Völz (Synchronsprecher von Walter Matthau) Ed Snabel: Horst Naumann Mr. Bartlett (Bekannter von Mr. Snabel): Jochen Sehrndt Mr. Anderson (FBI-Agent): Lutz Mackensy Passantin in N.Y.: Ingrid Andree
MUSIK ----------- Die Melodien dieser Folge mag ich fast alle nicht, und ab und zu klingen sie so peppig-fröhlich wie in einem Kinderhörspiel, aber zum Glück eben nur ab und zu. Die hellen, „fröhlichen“ Melodien aus dieser Folge habe ich auch schon in höchstens drei anderen älteren Folgen der Reihe gehört, und darüber bin ich froh, denn ich mag diese hellen und plärrigen Klänge überhaupt nicht!!!
FAZIT --------------- Wie gesagt, ein spezialgelagerter Sonderfall. :-) Zum einen ein ungewöhnliches und witziges Hörspiel, das deutlich von Walter Matthaus Synchronsprecher geprägt ist. Zum anderen ein ansonsten gut gelungener Fall, bei dem technisch das meiste „stimmt“.
Insgesamt finde ich es auf jeden Fall gut und empfehlenswert. Zum einen für alle Hörer ab 15 Jahre aufwärts - "die erwachsene Jugend" und jung gebliebene Erwachsene -, und natürlich für Fans von Walter Matthaus und/oder DDF. :-)
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01.09.2004 03:15
och das war meine lieblingsfolge damals ;) und die erste eigen cassette von den drei ???, alle anderen hab ich immer von meinem großem bruder bekommen
25.08.2004 10:07
Ich wüsste nicht was da fehlt. Daher BH. Ich fand das Hörspiel auch gut, allerdings kam im Buch sehr viel mehr Spannung rüber.
21.08.2004 20:21
Toller Bericht!Liebe grüsse und noch ein schönes Wochenende, Saskia