... die Opern "Die Flammen" und "Prometheus' Fackel", Kantaten, Chorkompositionen und Lieder sowie zahlreiche Instrumentalkompositionen.
Aufgrund der umfangreichen Kompositionsarbeit zog Jan Hanus seinen Kollegen Lubos Sluka (* 13.09.1928 in Opocno) hinzu. Dieser studierte ebenfalls am Prager ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von schlagergalaxie über Die Schatzinsel - Various 29. März 2009
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
exzellent
Klangqualität:
gut
Langzeithörspaß:
wird nicht schnell langweilig
Pro:
Guter Original - Soundtrack, Kindheitserinnerungen
Kontra:
Aufnahme - und Tonqualität
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
... johoho, und die Buddel voll Rum! Fünfzehn Mann an der krummen, dürren Küste, johoho, und die Buddel voll Rum! Und sie hör'n den Teufel in den Klippen singen, johoho, in der Buddel voll Rum! Und sie lecken den Tau von den Messerklingen, johoho, und der Buddel voll Rum! Denn sie hatten kein Schiff, sie nach Hause zu bringen, johoho, und die Buddel voll Rum! . Refrain: Ja, nicht alles, was sich golden malt, macht sich hinterher auch in Gold bezahlt, johoho, und die Buddel voll Rum! . http://www.youtube.com/watch?v=Q4YJ-zFp8os alternativ: http://www.youtube.com/watch?v=IPJM1Nspumg . . An sich befinden wir uns aus meteorologischer und astronomischer Sicht bereits mitten im Frühling, auch die Sommerzeit hat uns seit heute wieder :-( und Berichte zu den legendären Mehrteilern des ZDF passen eher in den Winter, weil diese Mehrteiler vor allem um diese Zeit ausgestrahlt wurden und werden. An sich, denn wenn ich nach draussen sehe, dann merke ich noch nicht viel vom Frühling, auch wenn wir bereits ein paar Mal Tauwetter hatten, das aber bislang genau so oft von Kältewellen und Schneefall unterbrochen wurde.
Fünfzehn oder Siebzehn?
Etwas durcheinander kommt man auch, wenn man den Text des Titelsongs sieht und den Song hört. Denn eigentlich hört sich das doch mehr nach Siebzehn denn nach Fünfzehn an? Sollte man meinen - des Rätsels Lösung ist wie des öfteren bei Aufnahmen aus dieser Zeit: Der ganze Soundtrack wurde nicht in Deutschland eingespielt, sondern in Prag mit dem Film-Symphonieorchester Praha (FISYO), beim Titelsong und bei Track 11 hat noch ein gemischter Chor unter der Leitung von Pavel Kühn mitgewirkt. Und die sprachen eben kein Deutsch und mussten daher den Text rein phonetisch lernen. So kam es, dass "Fünfzehn" nach "Siebzehn" klingt. Meines Erachtens klingt vor allem das "Fünfzehn" ganz am Anfang nach "Siebzehn", während die nachfolgenden sich irgendwo zwischen "Finfzehn" und Fiebzehn" anhören. Den Sängern dürfte also kein Fehler passiert sein, sondern die Aussprache dürfte eben nicht 100%ig funktioniert haben. Das Orchester hat auch eine Website: http://www.fisyo.cz/ . Das ganze spiegelt sich auch in der Qualität der Aufnahmen wieder. Sie ist zwar nicht schlecht, aber das Alter hört man doch deutlich. Damit nicht genug, denn zur Zeit der Aufnahmen, im Jahr 1966, waren in der damaligen CSSR Stereoaufnahmen alles andere als selbstverständlich.
Zwei Komponisten
Jan Hanus (* 2.05.1915 in Prag) belegte am Prager Konservatorium das Fach Dirigieren, parallel dazu private Kompositionsstudien. Danach (Chef)Lektor in Verlagsanstalten, gab er u.a. Gesamtwerke von Antonin Dvorak, Leos Janacek und Zdenek Fibich heraus. Sein Kompositionswerk knüpft an Antonin Dvorak und Bedrich Smetana an, womit er seinem Lehrmeister Otakar Jaeremias folgt. Dementsprechend sind seine Werke inhaltlich aussagekräftig und von vollem Orchesterklang geprägt. Ab Ende der 1950er Jahre kombiniert er auch herkömmliche Ausdrucksmittel mit neuem, wie z.B. Elektronik, später kommt es zu einer Synthese aller von ihm bis dahin angewandten Verfahren. Zu seinen Werken gehören u.a. die Opern "Die Flammen" und "Prometheus' Fackel", Kantaten, Chorkompositionen und Lieder sowie zahlreiche Instrumentalkompositionen. Aufgrund der umfangreichen Kompositionsarbeit zog Jan Hanus seinen Kollegen Lubos Sluka (* 13.09.1928 in Opocno) hinzu. Dieser studierte ebenfalls am Prager Konservatorium und erhielt 1954 ein Diplom in Dirigieren und Schlagzeug, 1955 in Komposition, danach kam er an die Prager Akademie der Künste und Musik und graduierte 1959 mit einem Diplom in Komposition. Danach freischaffender Komponist, arbeitete er von 1962 bis 63 beim Fernsehen, weiters als Arrangeur, Korrepetitor und Konzertverantstalter mit tschechischen Sängern. 1963-68 Chefredakteur des Musikverlags Panton. Ab 1976 politisch verfolgt, widmete er sich ausschließlich dem Komponieren, nach 1989 lieferte er einen wesentlichen Beitrag, einen neuen Komponistenverband zu etablieren. Von ihm stammen mehr als 250 Werke, mehrheitlich Kammermusik, daneben auch Chor- und Orchesterwerke sowie die Musik zu über 100 Fernseh- und Filmproduktionen. Beeinflusst wurde er u.a. von der Musik von Leos Janacek, Josef Suk und Bohuslav Martinu.
Siebenundfünfzig Tracks
In gewissem Sinne besteht die CD aus zwei Teilen. Die Tracks 1 - 44 wurden im Film verwendet, während die Tracks 45 - 57 Outtakes sind. Das heisst, sie wurden zwar für den Film komponiert und eingespielt, letztlich aber nicht verwendet. Sie sind also sozusagen eine Art Bonus zum eigentlichen Soundtrack. . Den Titelsong (Track 1) habe ich ja bereits vorgestellt. Er taucht in Track 11 nochmal auf, allerdings wird dort gleich mit dem Refrain begonnen und danach kommen noch zwei Strophen. Im Booklet stehen weitere 5 Strophen, die aber im Soundtrack keine Verwendung fanden - alle weiteren Tracks sind rein instrumental. In Track 2 geht's ruhig und beschaulich zu, während Track 3 Abwarten und Unheimlichkeit signalisiert, wovon in den Tracks 4 und 5 vor allem die Unheimlichkeit übrigbleibt und die Spannung ansteigt. Spannend geht's auch in Track 6 zu, wobei auch das erste Mal ein Nebelhorn zu hören ist. Dafür hatte man im Orchester einen Posaunisten, der in eine leere Bierflasche so hineinblasen konnte, dass es täuschend ähnlich wie ein Nebelhorn klang. In Track 7 singt die Spannung wieder etwas, dafür tritt die Ungewissheit in den Vordergrund. In Track 8 spielen schwermütige Streicher und Flöten die Hauptrolle, Track 9 klingt unbeschwert und verspielt, Track 10 scheint ein Dudelsack-Solo, begleitet von Trommeln, zu sein. . Nach Track 11 (wie bereits erwähnt eine Art "Reprise" des Titelsongs) spielen in Track 12 Trompeten die (abenteuerlustige) Hauptrolle - Die Hispaniola ist nun unterwegs. Track 13 klingt bereits wieder etwas unheimlich, was in sich in Track 14 verstärkt und beängstigender wird. Hier ist auch zum ersten Mal die "Säge" zu hören, wofür eigens ein Spezialist angeheuert werden musste, der auf einer kanadischen Säge spielen konnte - mit Bogen (mancher mag dieses "Instrument" aus Kuriositäten-TV-Shows kennen). Die Säge spielt dann in Track 15 die Hauptrolle, in Track 16 sind dafür Trompeten zuständig. Track 17 (Ankunft auf der Insel) erinnert an Track 7, wo Jim Hawkins von Inselabenteuern träumt, mit dem Unterschied, dass es jetzt noch etwas mehr nach Ungewissheit ("was erwartet uns hier?") und bedrohlicher klingt. In Track 18 spielen die Trompeten wieder eine grössere Rolle, wobei ich die Stimmung irgendwo zwischen abwartend, etwas unheimlich, etwas bedrohlich beschreiben würde. Track 19 trägt den Titel "Ankunftsfeier an Bord" und ganz danach klingt es auch. Einer der ganz wenigen fröhlich und ausgelassen klingenden Tracks, wobei aber aus den "engen", verminderten Akkorden meiner Meinung nach herausklingt, dass trotzdem etwas Unbehagen aufgrund der Ungewissheit, was bevorsteht, mitklingt. Long John Silver führt ja bereits längst was im Schilde. Track 20 heisst zwar "Entdeckerfreuden", danach klingt es aber nicht wirklich, auch die unheimliche Säge ist wieder recht deutlich vertreten. . Hier möchte ich nun abbrechen und nicht weiter jeden Track einzeln beschreiben, weil es meines Erachtens zu nichts führt. Die Stimmung, die die Musik zum Ausdruck bringt, ist meist irgendwo zwischen Ungewissheit, Unheimlichkeit, Bedrohung, etwas Angst, Abenteuern, da und dort (etwas) abwartend. Nur gelegentlich wird das durch verspielt, fröhlich, ausgelassen usw. klingende Musik durchbrochen, wie z.B. nochmal in Track 24 ("Sonnenuntergang"). Erwähnenswert ist noch Track 43, in dem Klavier und Trommeln sich abwechseln, sehr ausdrucksstark auftreten und große Aufregung signalisieren. Übrigens wurde die Musik für so gut befunden, dass Teile davon in weiteren ZDF-Vierteilern Verwendung fanden ("Tom Sawyer", "Lederstrumpf"). . Die Tracklist findet sich übrigens etwas genauer als hier auf hitparade.ch: http://tinyurl.com/d54l3x
Meinung
Es ist keine Musik, die einfach so zum Relaxen geeignet ist. Dafür ist sie einfach nicht "schön" (im Sinne von nett, lieblich etc.) oder unbeschwert genug. Von der Ausdruckskraft her dagegen (wie des öfteren bei schwermütig, bedrohlich, beängstigend usw. klingenden Themen, Akkorden und Instrumenten) ist sie sehr stark, wobei es sicher nicht schaden dürfte, wenn man schon mal Kontakt mit "klassischer" Musik gehabt hat. Man kann sie zwar auch als Hintergrundmusik einsetzen und nebenbei hören, andererseits steht aber eben auch ein ganzes Symphonieorchester dahinter und man darf schon mal genauer hinhören, ideal für ernste und trockene Typen wie mich ;-) Naja, ganz so ist's auch wieder nicht. ;-) Interessant finde ich auch jene Tracks bzw. Passagen, in denen Nebelhorn bzw. Säge zum Einsatz kommen. Das bekommt man nun wahrlich nicht so oft zu hören. Letztendlich bringt mir diese Musik auch ein wenig Erinnerung an die ZDF-Verfilmung zurück, obwohl ich sonst im Grossen und Ganzen eigentlich nur die Titelmusik im Ohr habe. Aber es ist auf jeden Fall interessant, die Musik ohne Film zu hören, da man sich dann eben nur auf die Musik konzentrieren kann. Hier finde ich auch ein paar Worte zum Booklet angebracht: Es ist sehr umfangreich, nicht nur, dass darin neben den Schauspielern viele weitere Mitwirkende erwähnt sind, sondern man erfährt auch allerlei Informationen und Hintergründe, wie die Musik entstanden ist, wie es dazu kam, und vieles mehr. Es ist sehr liebevoll gestaltet und bildet mit der CD meines Erachtens ein rundes Gesamtbild. Von dieser Seite her bewerte ich daher mit vollen 5 Sternen, ziehe aber wegen der bereits erwähnten Tonqualität 1 Stern ab. Wobei ich nochmal betonen möchte, sie ist sicher nicht schlecht, aber ich kenne eben auch besser restauriertes Material aus dieser Zeit.
Kaufgrund / Bezugsquellen
Ich interessiere mich einfach für ältere Soundtracks, naja, eigentlich interessiere ich mich generell für Soundtracks, wobei ich die älteren etwas vorziehe. Mich selbst hat die CD 16 Euro im Online-Versandhandel gekostet. Meine "üblichen Verdächtigen" haben sie aktuell (29.03.09) momentan zu folgenden Preisen (alle in Euro):
A&M / Weltbild: ---
Alphamusic: 15,99
Amazon: 15,95
Amazon Marketplace: gebraucht ab 12,50, neu ab 14,81
eBay Sofortkauf: zwei Angebote zu 16,39
Allgemeine Produktinfos
Umfang: 1 CD mit 57 Tracks, Gesamtspielzeit: 73:34
Kopierschutz: nein
Rückseite: siehe Bild
Innenseite / CD-Vorderseite: siehe Bild
Booklet: sehr ausführlich, siehe "Meinung"
Tonqualität: gut, aber wie erwähnt nicht die allerbeste
Findet sich gut zusammenfasst auf Wikipedia, daher verweise ich hier einfach nur darauf: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Schatzinsel_(1966) Diese Verfilmung ist übrigens jene, die von der Romanvorlage am wenigsten abweicht und daher auch die einzige wirklich empfehlenswerte. Alle anderen sind entweder zu kurz geraten, bei der neuesten (Pro 7) wurde zuviel hinzugedichtet und dann gibt es noch eine Muppets-Adaption, die man zur Unterhaltung mal ansehen kann, aber natürlich keine ernstzunehmende Romanverfilmung ist.
Tracklist
Findet sich etwas genauer als hier auf hitparade.ch: http://tinyurl.com/d54l3x
Wusstet Ihr...
Dass die Piraten der Seefahrer-Zeit ihre Beute auf (entlegenen) Inseln versteckten oder gar vergruben, kam zwar vor, war aber sehr selten. Der Roman (und mit ihm die späteren Verfilmungen) hat massgeblich zur Entstehung dieses Mythos beigetragen.