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Die Schöne und das Biest - Various

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Die Schöne sagt Good Bye Stuttgart

4  01.01.2001 (14.05.2001)

Pro:
märchenhaftes Musical mit tollen Spezialeffekten

Kontra:
1 zu 1 Kopie des Disney - Filmes

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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Musical-World

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1991 verzauberte der Disney-Konzern das junge Publikum mit seiner Zeichentrickfilm-Version des Klassikers von “Die Schöne und das Biest”. Bereits 1993 feierte die Bühnenadaption des Stoffes als ambitioniertes Projekt, Zeichentrick ins Musicaltheater zu transferieren, in Texas seine Uraufführung und gelangte über den “Umweg” Wien 1997 als deutsche Stella-Produktion ins SI-Zentrum nach Stuttgart. Doch trotz Komiker-Gaststar Dirk Bach als tickender von Unruh hat die Show mit schwindenden Besucherzahlen zu kämpfen und wird am 22.12.00 nach nur 3 Jahren seine letzte Vorstellung erleben, bevor im März 2001 CATS von Hamburg nach Stuttgart umziehen wird.

Dabei ist das Märchen vom gefühlskalten Prinzen, der von einer Fee in ein unansehnliches Biest verwandelt wurde und nur durch die Liebe eines Menschen zurückverwandelt werden kann, wirklich sehenswert. Die Kulissen ähneln einem aufgeschlagenen, dreidimensionalem Märchenbuch: das kleine französische Dorf, in dem die schöne Bell als bücherverschlingende Außenseiterin mit ihrem erfinderischen Vater lebt und vom Muskelprotz Gaston geehelicht werden will, dem unheimlichen Wald, in dem sich Bells Vater verirrt und von den Wölfen angefallen wird, und natürlich dem sagenhaften Schoß, in dem das Biest mit seinem in Gegenstände verwandeltem Hofstaat lebt. Bell befreit den eigenen Vater, der im Schoß vom Biest gefangengehalten wird und bleibt an seiner Stelle dort. Kerzenständer Lumiere, Teekanne Pottine und Uhr von Unruh schmieden schnell Kupplungspläne, um den Fluch der Fee über das Schoß mit etwas Liebe zwischen Belle und Biest zu brechen. Aber so schnell ist aus dem Biest kein Gentleman gemacht und der eifersüchtige Gaston will schließlich auch seine Trophäe Bell nicht kampflos aufgeben. Doch die Zeit zur Versöhnung wird knapp, denn das Zeitlimit der Fee - eine blühende rote Rose - hat nur noch zwei letzte Blütenblätter...

Nicht nur die märchenhaften Kulissen mit den spektakulären Spezialeffekten bei der Ver- und Entzauberung des Biestes (letztere dank David Copperfield sogar auf offener Bühne im freien Flug!), der Pyrotechnik des Flammenwerfers Lumiere und der explodierenden Champagnerflaschen bei “Sei hier Gast” und dem spannendem Kampf zwischen Biest und Gaston hoch über den Schoßzinnen sind einen Besuch in Stuttgart wert, sondern auch die detailverliebten und ungemein aufwendigen Kostüme, die sich während der Show bei den verzauberten Schloßbewohnern immer weiter verändern.
Natürlich spielt auch die Musik von Alan Menken eine wichtige Rolle. Die mit zwei Oscars für beste Musik und besten Song (“Die Schöne und das Biest”) ausgezeichnete Partitur des Trickfilms wurde durch weitere Stücke (z.B. “Wie kann ich Sie lieben?”, “Zuhaus”, “Ich”, “Was auch geschieht” und “Maison des Lunes”) perfekt ergänzt. Gene Roberts verkörpert das Biest mit herrlichem Stimmvolumen, Anne Sanders ist eine bezaubernde Belle, Ex-Greaseball Drue Williams macht trotz Akzent eine gute Figur als Gaston und bei der Komik von Daniele Nonnis als Lumiere geht dem Zuschauer ein Licht auf.

Warum ist “Die Schöne und das Biest” bei diesem Potential kein Zuschauermagnet?
Sicherlich liegt es nicht am vollkommen lieblos arrangierten Theaterfoyer, das im kalten Art-Deco-Stil in keinster Weise auf das märchenhaft-romantische Theaterereignis einzustimmen vermag. Vielleicht liegt der Grund eher darin, daß die Show kein breites Zielpublikum besitzt: für Kleinkinder wegen der zu langen Spielzeit, der dunklen Atmosphäre und der teilweise brutalen Handlung ungeeignet und dem normalen Musical-Besucher zu kindisch oder zu kitschig. Auch ist das Musical nach all den duchkomponierten Stücken der letzten Jahre erstaunlich dialoglastig und hält sich dabei so penibel an die Trickfilm-Vorlage, daß eigentlich kaum ein neuer Gag hinzugefügt wurde.
Als Zuschauer bleibt nur eine kleine Schar junggebliebener Erwachsener übrig, die sich für knappe 3 Stunden von einer phantastischen Show in ihre Kindheit zurückversetzen und von überdurchschnittlichen Darstellern bezaubern lassen und die sich von einem kitschigen Happy-End nach seichter, relativ anspruchsloser, aber perfekt inszenierten Handlung nicht abschrecken lassen.

Fazit: Ein märchenhaftes Erlebnis mit berauschenden Kulissen, Kostümen und Knalleffekten, aalglatt perfekt in Disney-Manier dargeboten.

Technische Daten:
Original Besetzung: Leah Delos Santos, Uwe Kröger
Musical Hall Stuttgart
Musik: Alan Menken
Texte: Howard Ashman, Tim Rice
Aufführungsdauer: 140 min.
Uraufführung: 5. Dezember 1997
Letzte Aufführung: 22. Dezember 2000
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Prisca

Prisca

13.01.2001 16:56

Schön geschrieben. Ich habe das Musical leider nie gesehen, weil es nach Stuttgart einfach zu weit ist (fast 700km), ich kenne aber den Zeichentrickfilm und habe die CD mit Originalaufnahmen aus dem Musical. P.

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