Game ain't over, this the beginning of his career
30.08.2007
Pro:
Produktionen, Gäste, kaum Schwächen, weniger Mainstream, Game beweist was er alleine kann
Kontra:
2 - 3 etwas schwächere Tracks, evtl . das endlose Namedropping
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 Game91
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:45
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*~*~*~ Einleitung ~*~*~* The Game - bei uns in Deutschland wohl eher bekannt als der Erzfeind von 50 Cent. Nach dem bombastischen Erfolg seines Debüts "The Documentary" ist Game unter der Aufsicht vom Großmeister Dr.Dre und G-Unit Obergorilla 50 Cent zum Superstar gereift. Doch irgendwann hatten sich Game und 50 nicht mehr so lieb. Also beschloss Game die G-Unit zu verlassen und den Rest seiner Karriere ohne 50 Cent Musik zu machen. Als Gerüchte um ein zweites Album auftauchten, versicherte The Game mehr Mals, dass der Doc trotz der Trennung von G-Unit den Großteil produzieren wird. Doch nach der Trennung von dem Label Aftermath, was ja Dre gehört, hieß es auf einmal nicht ein einziger Track werde vom Doc produziert. Tja, für manche ist damit eine Welt zusammengebrochen, andere haben sich darüber gefreut. Ich persönlich war mir unschlüssig was ich davon halten sollte, also habe ich einfach die Veröffentlichung abgewartet und mich gefragt ob er auch ganz allein ein so gutes Album wie "The Documentary" auf die Beine stellen kann. Und, verdammt, ja das kann er, lest einfach weiter…
*~*~*~ Kurzbiografie ~*~*~* Jayceon Terrell Taylor wurde am 29. November 1979 in Los Angeles geboren. Seine frühe Kindheit verbrachte Jay in dem Los Angeles Stadtteil Inglewood bis seine Eltern schließlich in das berühmt berüchtigte Compton umzogen. Als er fünf war beschuldigte seine ältere Schwester seinen Vater wegen sexueller Belästigung. Daraufhin wurde die Familie getrennt und Jay lebte acht Jahre lang bei einer Pflegefamilie. Als er 13 Jahre alt war, hat sich die Familie jedoch wieder vereinigt und lebten in einem Bezirk der Crips (eine bekannte Straßengang). Da steckt schon etwas Ironie drin, wenn man bedenkt, dass Jay sich den Bloods anschloss, die Gang die sich ständig mit den Crips bekriegt. Auf das ewige Drogendealen hatte Game mit der Zeit keine Lust mehr, also beschloss er ein großer Basketballspieler zu werden. Sein Traum: In die NBA zu kommen. Und tatsächlich ist der noch junge Game ziemlich talentiert darin, mit einem Basketball umzugehen. Ein Stipendium hat er ebenfalls bekommen und spielte eine Zeit lang an "Washington State University", bis er schließlich des Drogendealens beschuldigt wurde und nach dem ersten Semester wieder nach Hause geschickt wurde. Was nun? Jay war mittlerweile 18 Jahre alt geworden, doch ans rappen dachte er zu diesem Zeitpunkt noch keine Sekunde. Stattdessen machte er weiter mit dem dealen, bis er schließlich bei einem fehlgeschlagenem Deal fünf Kugeln abbekommen hat. Ein drei Tage langes Koma und ein noch viel längerer Krankenhausaufenthalt waren die Folgen. Da hatte Game ne Menge Zeit über sein Leben nachzudenken und beschloss schließlich Rapper zu werden. Er ließ seinen Kumpel ne Menge CDs kaufen und lernte sie alle auswendig um sich ein Wissen aufzubauen, bis er schließlich anfing selbst Texte zu schreiben… *~*~*~ Musikkarriere ~*~*~* Zusammen mit seinem großen Bruder Big Fase gründete Game das Label "Black Wall Street Records", bei dem er Rapper wie Glasses Malone unter Vertrag hatte. Nach seinem ersten Mixtape "You Know What It Is Vol. 1" im Jahre 2002 wurde Game prompt bei dem Independent Label "Get Low Recordz" gesignt. Anschließend wurde ein gewisser Sean Combs, besser bekannt als P.Diddy, auf den jungen Mann aus Compton aufmerksam und der wollte nicht lang fackeln und machte Game ein Angebot bei seinem Label "Bad Boy Records" zu unterschreiben. Game war einverstanden, doch plötzlich meldete sich eine ganz andere Person bei ihm: Dr. Dre höchstpersönlich. Klar wollte Game lieber bei seinem Idol aus Los Angeles unterschreiben als bei Puffy. Um den Hype um ihn zu vergrößern, veröffentlichte Game über Get Low Recordz ein Album, "Untold Story" (über 82.000 verkaufte Platten in den ersten drei Monaten), und ein Mixtape "You Know What It Is Vol. 2". Dre hat ihn zusammen mit 50 Cent gesteckt und die haben flott das Album "The Documentary" aufgenommen, das mit weltweit über fünf Millionen verkauften Platten einen gigantischen Erfolg einfahren konnte. Nachdem sich aber Game sowohl von der G-Unit, als auch von Dr. Dre abwandte um seinen eigenen Weg zu gehen wurde schwer auf ihm rumgehackt. "Ohne 50 Cent und den Doc schafft er keinen einzigen guten Track", behaupteten G-Unit Anhänger und Kritiker. Im November 2006 war es dann schließlich soweit: The Game veröffentlichte "Doctor's Advocate" und der Zeitpunkt war gekommen, der über seine Karriere entscheiden sollte…
*~*~*~ Cover / Booklet ~*~*~* Das Album ist dem Vorgänger sehr ähnlich: Während Game auf "The Documentary" vor einem weißen Hintergrund auf Reifen mit Goldfelgen saß, sitzt er auf diesem Album vor einem schwarzen Hintergrund auf Platin-Felgen. "Das stellt die Entwicklung vom ersten zum zweiten Album dar", so Game zu der geringen Veränderung. Auch die Rückseite überzeugt mit den übersichtlich gelisteten Tracktiteln und dem schwarzen Auto im Hintergrund, während Game sich lässig an eine Wand lehnt. Nur die Gäste sind hier nicht aufgelistet, naja die werden schon im Booklet stehen… …Pustekuchen. Es sind keine Gäste angegeben, obwohl es offensichtlich ist, dass welche dabei sind. Das gefällt mir schon mal gar nicht, schließlich will ich wissen von wem ich die Musik höre. Zugegeben, die meisten erkennt man ganz leicht, da ja mit Busta Rhymes, Nas oder Kanye West nicht gerade unbekannte Personen ins Boot geholt wurden. Ansonsten bietet das Booklet keine Besonderheiten, Producerdaten, Bilder, Standard.
*~*~*~ Die Trackliste ~*~*~* 01. Lookin' At You [feat. Mac Minister] 02. Da Shit 03. It's Okay (One Blood) [feat. Junior Reid] 04. Compton [feat. will.i.am] 05. Remedy 06. Let's Ride 07. Too Much [feat. Nate Dogg] 08. Wouldn't Get Far [feat. Kanye West] 09. Scream On Em 10. One Night 11. Doctor's Advocate [feat. Busta Rhymes] 12. Ol' English [feat. Dion] 13. California Vacation [feat. Snoop Dogg & Xzibit] 14. Bang [feat. Tha Dogg Pound] 15. Around The World [feat. Jamie Foxx] 16. Why You Hate The Game [feat. Nas & Marsha Ambrosius] *~*~*~ Die CD ~*~*~*
01. Lookin' At You [feat. Mac Minister] Bei dem Beat der ersten Nummer musste ich sofort an Dr.
Bilder von Doctor's Advocate - The Game
Dre denken, erst als ich in die Producerdaten geschaut habe ist mir eingefallen, dass er ja nichts auf dem Album produziert. Ein etwas verrücktes Synthie befindet sich im Hintergrund, allerdings wird das von harten Bässen und ebenso harten Snares übertrönt. Dazu kommen düstere, abgehackte, Trompeten die zusammen mit dem Drum für eine recht düstere Stimmung sorgen. Game selbst rappt ganz gut, sein Kollege Mac Minister kann da allerdings nicht so überzeugen. Sein Text wirkt stellenweise einfach nur gesprochen, aber nicht gerappt."Guess who's back on the west coast tracks It's the motherfuckin' messiah of Gangsta Rap"
Game feiert sich selbst, nennt sich selbst die Rettung der West Coast und prahlt damit, dass er es geschafft hat ein ganzes Album zu machen ohne auch nur einen einzigen Track vom Doctor zu haben. Mac Minister beschränkt sich allerdings darauf seinem Meister einfach in den Arsch zu kriechen. Der gesungene Refrain von Tracey Nelson passt sehr gut in den Track rein, sodass ein sehr gelungener Auftakt entsteht. ********** Beat: 70 % ********** Flow: 78 % ********** Chorus: 80 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 76 % 02. Da Shit Im zweiten Track geht es weniger düster zu, sondern eher ein wenig gut gelaunt, wenn man auch nicht von einem Clubtrack reden kann. Eine gut gelaunte Synthie-Melodie drängt sich in den Vordergrund, Bass und Snare fallen kaum auf, ist auch nicht nötig da sie ziemlich schlicht gestaltet wurden. Auch hier feiert sich Game selbst ohne Ende, na wenigstens tut er das mit einem besseren Flow als im ersten Track.
"I was the Aftermath remedy, 'Til friends turn enemies" Abgesehen davon, dass er "the Westcoast Rakim" ist, ist er außerdem der geilste Hengst auf dem Planeten und "everytime your bitch hear his voice she masturbating". Der Chorus ist vergleichbar mit dem von "Lookin' At You", wieder singt eine Frauenstimme den Chorus, allerdings ist es dieses Mal ein wenig abgehackter und auch nicht so gut wie vorher. Wieder ein guter Track, man kann sogar eine leichte Steigerung erkennen. ********** Beat: 76 % ********** Flow: 82 % ********** Chorus: 74 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 77 %
03. It's Okay (One Blood) [feat. Junior Reid] Jetzt gehts aber los. Der Beat dieses ersten Knüllers besteht hauptsächlich aus einem wild hämmernden Snare und ein Sample von Junior Reid, der im Hintergrund die ganze Zeit "One Blood" rein ruft. Hinzu kommen natürlich ein ebenso krachender Bass und eine tiefe Bassline, die sich aber sehr zurückhält. Game kann sich noch einmal deutlich steigern und perfektioniert seinen Flow noch einmal im Vergleich zu den ersten beiden Songs. "Word to Eazy I'm so ill, believe me I made room for Jeezy But the rest of you niggas better be glad you breathin'"
Abgesehen davon, dass Game gefühlte 71 Mal das Wort "Aftermath" (Angabe ohne Gewär, hab ich selbst geschätzt ;-)) benutzt, redet er noch ein bisschen über dies und das, das übliche halt, hüpfende Impalas, Protzerei, etc. Der Chorus gehört dann wieder Junior Reid, allerdings wurde da im Prinzip nur das Instrumental gespielt, da das Sample von Junior Reid die ganze Zeit läuft. Man könnte meinen es nervt immer nur "One Blood" zuhören zu bekommen, doch das tut es überraschenderweise nicht. Ein wirklich sehr geiler Track, da musste man nicht lange warten. ********** Beat: 84 % ********** Flow: 87 % ********** Chorus: 81 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 84 % 04. Compton [feat. will.i.am] Wenn man mal einen Blick auf den Produzenten wirft, wunder man sich schon ein bisschen. Ich hatte sogar ein bisschen Angst bekommen, als ich gelesen habe, dass Black Eyed Peas-Frontmann will.i.am den Beat für diesen Track geschustert hat. Was ich allerdings hier zu hören bekomme, lässt mich aus allen Wolken fallen: Erwartet habe ich einen soften Pop-Beat, bekommen habe ich ein knallhartes Drumgehämmer, das mich sehr an die Old School erinnert. Gelegentlich kommt ein düsteres Synthie dazu, dass die Atmosphäre, die offensichtlich kreiert werden soll, weiter perfektioniert: Eine harte Gangsta-Stimmung, bei der Game von seiner Heimat erzählt, Compton.
"Some niggas chain hang, other niggas gangbang I do both cause I'm the king of the motherfuckin' west coast" Willi.i.am selbst hört man auch noch im Chorus, wo er eine ebenso gute Figur macht, wie an den Reglern. Game flowt sehr gut, aber nicht so gut wie "It's Okay" und erzählt dabei selbstverständlich von seinem Ghetto, von den ganzen Gangstern, den Impalas und auch sonst alles was dazu gehört. Wieder ein sehr starker Track, vor allem will.i.am. überrascht mich. ********** Beat: 81 % ********** Flow: 84 % ********** Chorus: 83 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 83 % 05. Remedy Wenn wir schon in der Vergangenheit sind, bleiben wir da auch: Just Blaze bastelt hier mit seinem hohen Pianogeklimper einen mindestens genauso oldschooligen Beat wie will.i.am. Bass und Snare fallen bei dem lauten Piano kaum mehr auf, was dem Track aber keineswegs schadet, denn Game flowt so gut wie bisher noch nie auf dieser Platte.
"The west coast still dippin' Game still bloodin', and Snoop still crippin' So what you sayin' loc? Red and blue bandana tied in a knot as I creep through the chronic smoke" Thematisch gesehen hat Game leider noch nicht vor über was anderes zu rappen, als über L.A. und das damit verbundene Ghetto. Auch der Chorus wurde im Oldschool-Stil gehalten, mit vielen Scratches und eingeschobenen Hereinrufen von Game. Rundum sehr guter Track, bisher der stärkste Song. ********** Beat: 87 % ********** Flow: 88 % ********** Chorus: 85 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 87 %
06. Let's Ride Die erste Single des Albums ist selbstverständlich ein Clubbanger, und wurde selbstverständlich von Scott Storch produziert. Ebenso selbstverständlich ist es, dass der Storch etwas mehr in Richtung Mainstream geht, was mit den soften Claps und dem stimmungsvollen Piano recht gut verdeutlicht wird. Den Flow von Game würde ich hier als ziemlich flüssig einstufen, kommt allerdings ganz an seine Leistungen von "Remedy" heran. "It ain't been that much drama since I first heard Eminem In the club, poppin X-Pills like M & M's"
Wieder bringt Game keine lyrischen Meisterleistungen, lediglich Standard Club-Rap von dicken Felgen, Drogen, Frauen und Co. Der Chorus ist wieder einmal sehr gut gelungen, stimmungsvoll und lässig zu gleich, wunderbar. Guter Club-Track, als erste Single perfekt gewählt. ********** Beat: 81 % ********** Flow: 82 % ********** Chorus: 84 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 82 % 07. Too Much [feat. Nate Dogg] Auch dieses Lied wurde von Scott Storch gebastelt, der dieses Mal einen deutlich ruhigeren Beat macht, was allerdings nichts an der gut gelaunten Stimmung des Tracks ändert. Wieder dominiert ein recht fröhliches Piano das Instrumental, wobei Bass und Snare schlichter nicht hätten sein können. The Game rappt solide, wenn auch nicht überragend wie noch in den vorangegangenen Songs.
"Nigga I can't be fucked, like a lesbian I'm to Hip Hop what Cartoon is to Mexicans" Dass Nate auf den Track geholt wurde um ihn mit seinem Gesang im Refrain zu veredeln, ist klar. Nach einer leicht zu merkenden Bridge von Game legt Nate auch gleich mit seinem Sing Sang los, wobei man bemerken sollte, dass dieser längst nicht mehr so gut ist wie er einmal war. Wieder einmal beschränkt sich Game aus lyrischer Sicht darauf, sich als DEN Mann im HipHop zu bezeichnen, was zwar schade ist, aber nichts an der Qualität dieses gut gelaunten Tracks ändert. ********** Beat: 78 % ********** Flow: 80 % ********** Chorus: 80 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 79 %
08. Wouldn't Get Far [feat. Kanye West] Nachdem es nach "Remedy" ein wenig abwärts ging, verhindert Kanye, dass das Album zu einer regelrechten Achterbahnfahrt wird und hält die Platte auf einem gehobenen Level. Das tut er mit einem Beat, auf dem nicht deutlicher "Produced by Kanye West" stehen könnte. Mit einem weiblichen Vocalsample im Hintergrund und einem sonst eher unauffälligen Beat, kreiert der Top-Producer eine fröhliche Atmosphäre. Das besagte Sample wirkt am Anfang wirklich sehr nervig, doch nachdem man das Lied einige Male gehört hat, geht es wirklich sehr gut ins Ohr und man könnte sich den Track ohne das Sample gar nicht mehr vorstellen. "She's a video vixen, but behind close doors She do whatever it take to get to the grammy awards"
Diesen Track hat Game nach eigenen Aussagen für all die Frauen geschrieben, die für jeden Rap-Superstar die Beine breit machen, und in allen Videos der Rapper wie Schlampen rumtanzen, was Game nochmal im Outro erwähnt (im Prinzip eine modernisierte Version von dem Outro aus 2Pacs "All Bou U"). Das Kanye raptechnisch genauso gut, wenn nicht so gar besser als Game ist, dürfte klar sein. Der Chorus ist auch wieder sehr gut geworden, sodass ein genialer Track entsteht, der sogar eine (kleine) lyrische Veränderung bietet. ********** Beat: 88 % ********** Flow: 89 % ********** Chorus: 88 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 88 % 09. Scream On Em Hinter diesem Titel verbirgt sich die einzige Nummer die es wirklich wert ist zu skippen. Der Beat wurde von Swizz Beats gemacht, der meiner Meinung nach vollkommen überbewertet wird. Das ist nicht der erste Beat den er meiner Meinung nach vollkommen versaut. Ein schnelles, aggressives Piano, das einfach zu eingängig ist, beherrscht das Instrumental, während Swizzy noch nervigeres Geschrei im Hintergrund eingebaut hat, naja es passt zum Titel… Games Flow kann da auch nix mehr reißen, da er größtenteils von dem Piano übertönt wird, was sehr, sehr schade ist.
"Homie it's hard not to kill nigass; It's like a full time job" Thematisch macht Game beim Gangsta Rap weiter, er droht seinen Gegner, verherrlicht sich selbst usw. Der Chorus ist dann wieder ziemlich bescheiden, der lang gezogene Schrei nervt einfach zu sehr, sodass ein wirklich schlechter Track entsteht, der wirklich nicht hätte sein müssen. ********** Beat: 43 % ********** Flow: 66 % ********** Chorus: 45 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 51 %
10. One Night Für einen Moment hat Game keine Lust auf knallharten Westcoast Rap und schon entsteht einer der besten Tracks auf dem ganzen Album. Ein sehr ruhiges Piano spielt eine ebenso ruhige Melodie, gelegentlich kommen perfekt passende Trompeten dazu, die zusammen einen wirklich genialen Beat bilden. Der Produzent dieses Songs ist nicht allzu bekannt (Nottz), hat aber schon echte Granaten wie Snoop Doggs "That's That Shit" gebaut. Diesen wirklich perfekten Beat nutzt Game um einen lupenreinen Flow an den Tag zu legen und den Song somit noch besser zu machen. "I showed niggas the Bentley and then let you drive it Gone for two days and I ain't even check the mileage"
Game erzählt davon, wie er seinen Freunden aus finanzieller Sicht alles ermöglicht hat, was sie sich nur erträumt haben. Doch er merkte, dass einige von ihnen ihn im Endeffekt doch nur ausnutzen und gar keine echten Freunde sind. Der gesungene Chorus ist ebenfalls absolut tadellos, tja, und somit entsteht verständlicherweise ein wahrer Knüller. ********** Beat: 95 % ********** Flow: 93 % ********** Chorus: 95 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 94 % 11. Doctor's Advocate [feat. Busta Rhymes] Game bleibt bei den ruhigen Tönen, diesmal wird der Track allerdings noch um einiges trauriger ausgestattet. Jonathan Rotem programmiert eine unglaubliche schöne Piano-Melodie die er noch mit schlichten Bässen und soften Claps verfeinert. Game rappt tatsächlich noch besser als bei "One Night" wobei seine Stimme etwas weinerlich klingt, vielleicht war er während der Aufnahme auch betrunken, wie er es auch damals bei der Aufnahme von "Start from Scratch" vom letzten Album war.
"Remember when we got drunk, to do "Start from Scratch"? I told you, you was like a father to me, I meant that!" Mit diesem Lied will sich Game bei Dr. Dre entschuldigen und sich gleichzeitig dafür rechtfertigen, warum er gehen musste. Dabei macht er aber unmissverständlich, dass er keinen Streit mit dem Doc hat und ihm noch immer sein Leben schuldet. Sogar eine Kugel würde er für ihn abfangen, rappt er hier zumindest. Auch Busta macht eine sehr gute Figur am Mic. Der Chorus setzt dem ganzen allerdings die Krone auf, denn der Gesang im Refrain ist absolut einwandfrei. Wieder einmal ein wirklicher genialer Track. ********** Beat: 98 % ********** Flow: 96 % ********** Chorus: 98 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 97 %
12. Ol' English [feat. Dion] Klar, den letzten Track zu überbieten ist ein Ding der Unmöglichkeit. Mit "Ol' English" schafft es Game trotzdem die Reihe der ruhigen Lieder fortzuführen und wieder entsteht ein wahrer Banger. Viel kann man auch nicht falsch machen, wenn Hi-Tek an den Reglern sitzt und einen ruhigen Beat bastelt, der vor allem durch das leicht elektronisch klingende Piano auffällt. Mit einem gewöhnlichen Bass und soften, hölzernen Snares rundet Hi-Tek den Beat ab. Darauf flowt Game wirklich sehr gut, auch wenn er mit seinen zurückgelehnten, ruhigen Raps nicht ganz an seine beiden Strophen des letzten Tracks ran kommt. "Used to think that I was hard so I stole my brother's glock And that's the day my life changed, cause that night he got shot"
Game plaudert ein bisschen über seine Jugend, wie sein Onkel und sein Bruder ermordet wurden, wann er seinen ersten Sex hatte (wen's interessiert: mit 12 ;-)) usw. Dion trällert fröhlich den Chorus und perfektioniert damit den ohnehin sehr starken Song. ********** Beat: 88 % ********** Flow: 90 % ********** Chorus: 91 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 90 % 13. California Vacation [feat. Snoop Dogg & Xzibit] Die Zeit der ruhigen, melancholischen Lieder ist vorerst beendet. Mit "California Vacation" holt sich Game zwei der ganz großen Fische aus dem Westen ins Boot, und auch Jonathan Rotem macht wieder einmal eine sehr gute Figur an den Reglern. Mit dem hohen, abgehackten Pianogeklimper und krachenden Claps trifft er auch genau ins Schwarze wenn es um Westcoastbeats geht. Game rappt wieder sehr überzeugend, die Gäste waren aber wohl ein Stück zu prominent für ihn: Sowohl Mr. X to the Z als auch Snoopy stecken Game mit ihrem Flow ganz locker in die Tasche.
"Jealousy breeds hatred, hatred breeds violence Violence breeds enemies, more permanent silence" Wie man sich denken kann, rappen die drei von ihrem "Zuhause", von der Westcoast, ihren Gangs und ihrer Gefährlichkeit wenn man ihnen auf der Straße begegnet. Während dem Chorus übernimmt Snoop das Steuer, lediglich X ist noch ein wenig zu hören. Zu erwähnen, dass dieser Track wieder einen Banger darstellt, ist wohl überflüssig. ********** Beat: 84 % ********** Flow: 89 % ********** Chorus: 83 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 85 %
14. Bang [feat. Tha Dogg Pound] Und auch hier lässt das Feature auf einen echten Westcoast-Kracher hoffen. Tha Dogg Pound, bestehend aus Daz und Kurupt, sind in der Westcoastszene längst feste Größen. Der Beat wurde ebenfalls im Westcoaststil gehalten, mit einem hohem Piano im Hintergrund und einem sehr tiefen Piano im Vordergrund. Gelegentlich kommt ein hohes Synthie ins Spiel, sodass ein recht entspanntes Instrumental entsteht, dass man weder als gut gelaunt noch als aggressiv einstufen kann. "Gettin' my bang on, red strings on Luis Vuitton kicks, Luis Vuitton frames on Luis Vuitton belt holdin' the fo'-five You know who I am bitch, I'm Mr. Westside"
Wie bereits im vorangegangen Song stellen die Rapper die Westside vor, und reden natürlich nur gut von ihr. Wirklich überragend ist aber keiner von ihnen, und auch der Chorus ist lediglich oberer Durchschnitt. Schade, denn der Track hatte wirklich eine Menge Potenzial. ********** Beat: 67 % ********** Flow: 64 % ********** Chorus: 66 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 66 % 15. Around The World [feat. Jamie Foxx] Zum Ende des Albums zieht Game noch einmal softe Saiten auf. Allein wegen dem Gast kann man sich erschließen, dass der Track eher ruhig sein wird. Und tatsächlich wird mit dem hellen Piano und den weichen Claps eine gut gelaunte, fröhliche Stimmung erzeugt. Wirklich überzeugen kann der Beat allerdings nicht, er bietet keine Besonderheiten, sondern nur Standard.
"You know I love you like I love my shoes" Flowtechnisch bleibt Game unter seinem Können. Hätte er gut geflowt, hätte es den Karren wohl trotzdem nicht aus dem Dreck gezogen, denn sowohl der Beat, als auch Jamie Foxx überzeugen kaum. Foxx liefert seinen üblichen Sing-Sang Einheitsbrei ab, was selbstverständlich nicht zur Besserung des Liedes beiträgt. Auch Thematisch wärmt game noch einmal seine Liebesgeschichten auf, und dabei zitiert er etliche bekannte Tracks, wie z.B. Beyoncé's "Soldier". Solider Track, nichts besonderes. ********** Beat: 61 % ********** Flow: 64 % ********** Chorus: 52 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 59 %
16. Why You Hate The Game [feat. Nas & Marsha Ambrosius] Dieser Track wurde wohl wie kein anderer auf diesem Album bereits im Vorfeld gehyped. Nicht nur weil Game sich die Eastcoast-Legende Nas ins Boot holt, sondern auch weil der Track mit 9:22 Minuten eine satte Länge hat. Wer jetzt aber 9 Minuten geballte Rap-Power von East- und Westcoast erwartet, schneidet sich (leider) gewaltig. Denn der Track selbst ist im Prinzip bereits nach knapp 4,5 Minuten zuende. Während den restlichen 5 Minuten wird dann während dann nur noch das muntere Piano-Trompeten Instrumental, gepaart mit einem schön singenden Frauenchor, der für eine gut gelaunte Atmosphäre sorgt, gespielt. "Make me wanna call 50, and let him know what's on my mind But I just hold back Cause we ain't beefin' like that He ain't Big, and I ain't Pac, and we just eatin' off rap"
Game sagt mit diesem Track seinen Hatern, dass seine Karriere wegen dem Split mit Dre und 50 nicht noch lange nicht vorbei ist und er es auch selbst schaffen kann. Außerdem erklärt er den Fans, dass er nicht so einen Beef mit 50 Cent hat, dass es in deren beider Tod enden würde wie damals bei Biggie und Pac (siehe oben). Die beiden flowen selbstverständlich wirklich spitze, und selbstverständlich kommt Game nicht an die Fähigkeiten eines Nas heran. Der gesungene Chorus von Marsha ist sehr nett und somit entsteht zum Abschluss ein sehr hörenswerter Track, wobei die letzten 5 Minuten überflüssig sind. ********** Beat: 78 % ********** Flow: 86 % ********** Chorus: 82 % ~~~~~~~~~~ GESAMT: 82 % *~*~*~ Meine Meinung zu "The Doctor's Advocate" ~*~*~* Wer gedacht hat, The Game hat ausgespielt hat sich getäuscht. Auch ohne den Doctor wurde "The Doctor's Advocate" fast perfekt durchproduziert. Kein Wunder, hat man sich doch mit Kanye West, Hi-Tek, J.R. Rotem, Just Blaze, Scott Storch und weiteren nur die Edelproduzenten aus der Hip Hop-Szene ins Boot geholt. Bis auf vielleicht "Scream On Em" wartet man also vergeblich auf völlig verhunzte Produktionen, stattdessen bekommt einen Hörgenuss der ersten Klasse in einer Top-Qualität serviert.
Noch interessanter wird das Ganze, wenn man bedenkt, dass Game im Gegensatz zu seinem Erstlingswerk sich viel weiter vom Mainstream entfernt. Lediglich die beiden Produktionen vom Storch ("Let's Ride", "Too Much") könnte man in diese Kategorie stecken. Ansonsten ist alles dabei von sehr ruhigen / melancholischen Nummern ("One Night", "Doctor's Advocate") bis hin zum Knallharten Gangsta-Rap ("Compton"), sodass für jeden etwas dabei sein dürfte. Auch bei den Features hat Game größtenteils die goldrichtige Entscheidung getroffen, allerhöchstens hätte man auf Mac Minister und Jamie Foxx verzichten können. Der Rest macht hinter dem Mikro eine ebenso gute Figur wie Game selbst, ob nun mit den Raps oder der gesanglichen Unterstützung auf der Hook.
Wenn ihr euch das so durchliest, fragt ihr euch wahrscheinlich, ob Game wirklich überhaupt nichts falsch gemacht als er "The Doctor's Advocate" aufgenommen hat. Beim oberflächlichen Hören fällt einem wirklich nicht der geringste Fehler auf. Doch wenn man ein scheinbar perfektes Album serviert bekommt, schaut man schon einmal genauer hin. Und da fällt einem schon etwas auf, wenn man mal auf die Lyrics achtet. Game mag es wohl offensichtlich die Namen von anderen Rappern in den Mund zu nehmen, so erwähnt er unter anderem Young Jeezy, Lil' Wayne, Beyoncé, Jay-Z, Nas, Kanye West oder Ice-T. Das sind die, die mir spontan einfallen, dazu kommen bereits verstorbene Künstler wie Biggie, Proof, Big Pun, Jam Master Jay, Pac, Eazy-E und weitere. Ungeschlagene Nummer eins der am meisten erwähnten Künstler ist ohne Frage Dr. Dre. Der wird meiner Meinung nach in nahezu jedem Track MINDESTENS ein Mal erwähnt, was auf Dauer schon ziemlich nervt. Auch fremde Tracktitel werden gerne in einen Reim einbezogen, was ebenfalls nicht immer positiv zu vermerken ist.
Da wären wir auch schon bei Game's Flow. Technisch kommt er natürlich nie im Leben an einen Jay-Z, Nas oder einen jüngeren Eminem ran, aber das muss er auch nicht. Mit seinem simplen Flow bietet er eine ausreichende Grundlage für gute Tracks. Um Erfolg zu haben, muss man ja auch gar keinen komplizierten Flow haben, fragt mal Ludacris. Klar, die ein oder andere Zeile ist wirklich fürchterlich, aber da drückt man gerne ein Auge zu, da Game auch wirklich sehr gute Strophen hat, die wie fließendes Wasser über den Beat strömen. Somit kann ich aufgrund von über 90 % Top-Tracks auf dem Album nur 5 Sterne und eine Kaufempfehlung vergeben.
*~*~*~ Anspieltipps ~*~*~* 01. Doctor's Advocate 02. One Night 03. Ol' English 04. Wouldn't Get Far 05. It's Okay (One Blood) *~*~*~ Fazit ~*~*~* Game hat sein Debüt geschlagen, und ein Top Album hingelegt, das man in einigen Jahren vielleicht sogar als Klassiker bezeichnen darf.
Somit möchte ich jedem, der auf gute Rap-Musik steht, dieses Album ans Herz legen.
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17.06.2009 18:35
Du raubst mir alle BHs mit deinen hevorragenden Berichten ;-) LG Isa
01.07.2008 23:40
sehr schöner Bericht... LG kobolt7888
29.05.2008 21:46
kann mich meinen vorgängern nur anschließen. Ich liebe Hip-Hop. lg Peter