used glamour nostalgia | Britpop par excellence
22. Nov 2003
(7. Nov 2004)
Pro:
wunderschön melancholische Rockballaden
Kontra:
nur für Romantiker
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 logan
Über sich:
Meine Vision des 9.11.2010: Friedensminister Guttenberg verleiht Oberst Klein das Bundesverdienstkre...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 52 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Suede klingen auf Dog Man Star ganz einzigartig: Eine wohltönende Stimme singt herrliche Melodien, diffuse Bässe verströmen schummrige Melancholie, das Schlagzeug sorgt für Eingängigkeit, und die leicht verzerrten Gitarren klingen sehnsüchtig und ein bisschen verrucht. Der exaltierte Gesang scheint im Nebel der Instrumente zu verschwimmen, und fordert doch Aufmerksamkeit.
Um es vorneweg zu sagen, das Album ist perfekt. "Introducing the Band" ist angespannt, latent bedrohlich, und doch faszinierend. Es ist eine Faszination, die sich im Laufe des Albums weiter entfalten wird.
"We are the Pigs" lullt den Hörer mit einer ruhigen Ohrwurmmelodie ein. Saxophonflammen züngeln immer wieder dazwischen "...we'll watch them burn." Das Schlagzueg unterfüttert das Stück mit einem schweren Beat. Die Gitarren schlingen sich um den ätherischen Gesang, dessen Sehnsucht wie einem Dornröschentraum entsprungen scheint. "Heroine" klingt glamourös, aber ausgebleicht. Verzehrender Gesang sucht an die langsam taumelnden, altgüldenen Gitarrenfäden anzuknüpfen und greift doch immer wieder ins Leere "...I'm aching..."
"The
Wild ones" beginnt ganz sanft: Ruhiger Gesang und zarte Gitarrenakkorde; ein maßvoller Schlagzeugrhythmus und dezente Basstöne treten hinzu. Die gemessen voranschreitende, romantische Melodie des oh so weichen Gesangs ist in einen kaum wahrnehmbaren instrumentalen Hintergrund gebettet, aus dem alleine ein sehr ruhiges, verspieltes Gitarrenflimmern und gegen Ende etwas Streichereinsatz hervorlugen. Diese Ballade lässt einen die Zeit vergessen. "Daddy's Speeding" klingt wie eine verblichene Erinnerung an ein Lied. Von feinem Staub überwehte Bässe und verhauchte Gitarren untermalen geisterhaften Gesang, der wie eine Reprise aus dem wohl traurigsten Musical anmutet.
"The Power" ist die wohl melancholischste Britpopballade, die jemals geschrieben wurde: Zurückhaltend, akustisch, mit kammermusikalischer Streicheruntermalung und in ein endlos langsam vorüberziehendes honiggoldenes Pathos getränkt. "New Generation" kommt über einen simplen Sixties Rock N' Roll Beat mit einer erhebenden, dicht gefügten Melodie und leicht schmalzigem Gesang daher; inklusive eines herrlich schnurrenden Gitarrensolos und diverser verträumter Bridges. Kurzum: Eine klassische Hymne - allerdings mit einem typisch dekadenten Suede Text... "And like all the boys in all the cities / I take the poison, take the pity / But she and I we soon discovered / we'd take the pills to find each other"
"This Hollywood Life" wühlt sich mit seinen sehnsüchtig verzerrten Gitarren langsam durch einen schwermütigen Bassgroove, während die überkandidelte Gesangsstimme sich ganz ihrer Seelenpein überlässt "...come rescue, rescue me from this Hollywood life / Come take this Hollywood life." "The 2 of us" versinkt träumerisch in einer abwährtsführenden Spirale aus Klavier und tränenklarem Gesang... "I heard you call from across the city through the stereo sound And so I crawled there sickeningly pretty as the money went round. Lying in my head watching my mistakes I listen to the band And the drums beat in my head Pianos chime the sound in this prison of the house And as the illness comes again can you hear me through the rain As I listen to the band? As I sing the silent song Mime each lonely word Please listen to the man he said that it could be the 2 of us... Alone but not lonely, you and me Alone but loaded........"
"Black or Blue" stellt den zerbrechlichen Gesang auf eine nahezu dunkle Bühne, von wo er einen wahrlich ergreifenden Schwanengesang ins atemlose Publikum rinnen lässt. "The Asphalt World" lässt kühle, verlorene Gitarrenlinien ziellos durch eine frostige Synthesizerwelt streifen. Der wunderschöne Gesang kann die Trauer des Songs nicht verbergen. Endlos lang zieht sich das Stück durch zahlreiche Transformationen, ohne sein Hauptthema jemals aus den Augen zu lassen. "I know a girl she walks the asphalt world She's got a friend, they share mascara I pretend Sometimes they fly from the covers to the winter of the river For these silent stars of the cinema It's in the blood stream, it's in the liver I know a girl, she walks the arse felt world."
"Still Life" schwelgt in sanfter Melancholie, gleitet pastoral dahin, und mündet schließlich in ein ergreifend orchestriertes Finale.
An Stelle eines Fazits: Wer mehr als einen der unten aufgeführten Künstler wirklich mag, sollte sich "Dog Star Man" unbedingt zulegen. [Man lese auch die Berichte von rosa20 & LadyLavalo.]
The Verve, Pulp, David Bowie, Placebo (das 2. Album), Queen (die ruhigen), Judas Priest (die frühen), Muse (die ruhigen), Tea Party (die epischen), Pink Floyd, Boy George (den melancholischen), Keith Caputo (den langsamen).
[Für Stuebi]
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14.11.2004 03:09
Das allerdings könnte mir schon eher gefallen - zumindest nach deiner Auflistung..."mehr als einen" Placebo gefällt mir und Pink Floyd auch...und ob ich eine Romantikerin bin, das weiß ich gar nicht. Ich würde sagen eher nicht. Es muß einfach stimmen und ich glaube die Musik ist mir zu unexperimentell (keine Ahnung, ob das der Wahrheit entspricht) Also eher so wie Pink Floyd...warum vergleichst du sie mit Pink Floyd. Also was ist ihnen ähnlich? Ich finde auch oft das einfache Schema Gesang, Gitarre, Schlagzeug eher uninteressant - obwohl die haben ja auch Streicher. Ich habe keine Ahnung ob mir das gefallen würde. Vielleicht sollte ich es mir mal anhören.
11.11.2004 12:31
Die H-Bewertungen müssen aber noch vor dem Update sein, oder? Klasse Bericht. Gruß Jürgen
10.11.2004 00:07
mir gefiel seltsamerweise "coming up" besser, obwohl suede mit butler irgendwie mehr Stil hatten. Mag aber auch daran liegen, dass ich suede erst seit 1996 kenne. Danach gings dann ja leider schnell bergab.