Erfolgreiches Debüt á la Jack Johnson.
22.01.2009
Pro:
Abwechslungsreicher als Jack Johnson, fantastische Qualität und Abstimmung
Kontra:
geringe Spieldauer
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Magistix
Über sich:
"Glück bleibt, wo es sich wohlfühlt" .:|:. Ich lese gerne persönliche Erfahrungen, die sic...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 139 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nachdem ich neulich ein Album von P!NK und damit eher rock-poppige Töne vorgestellt habe, soll es hier um eine Musik gehen, die weniger durch treibende Rhythmen und bissige Texte, sondern mehr durch eine entspannte Atmosphäre, sehr geringe musikalische Begleitung und einen Akustik-Klang daherkommt, als sitze man nicht vor dem Abspielgerät sondern mit Freunden gemeinsam um ein Lagerfeuer abends am Strand. Ein Schlagwort hat dafür seit dem Hype um Jack Johnson die Runde gemacht: Surfersound. _________________________________________________________ ____
Einleitende Worte zum Interpreten und dem Konzept des Albums
Donavon Frankenreiter ist seit längerem ein Star in der Szene - in der Freestyle-Surfszene allerdings, der er seit seinem 16. Lebensjahr als Profi angehört. Obwohl er, Jahrgang 1979 und in Kalifornien geboren, schon in der Jugendzeit acht Jahre Banderfahrung mit "Sunchild" sammeln konnte, kam seine Musikkarriere erst nach 2002 in Schwung. Durch die Surferei mit dem prominenten Jack Johnson eng befreundet, unterschrieb er einen Vertrag bei dessen Musikverlag "Brushfire Records". Gemeinsam mit ihm kam er also das erste Mal in seinem Leben ins Studio und profitierte von den seinem Freund bekannten und eingespielten Musikern, die auch auf seinem Debütalbum mitwirkten. Donavon Frankenreiter spielt auf dem gleichnamigen Album _ Donavon Frankenreiter_ mit dem Bassisten Matt Grundy, dem Percussionisten David Leach, dem Schlagzeuger und Sänger Dean Butterworth, dem Keyboarder Koool G. Murder, dem Gitarristen und Ukulelespieler Jack Johnson, dem Harmonikaspieler und Gitarristen G. Love und dem Gitarristen Rob Machado. Nun mögen manche sagen, es ist einfach ein anderer Name auf die Musik von Jack Johnson. Dem muss ich widersprechen - es handelt sich bei _ Donavon Frankenreiter_ um Donavons eigene Songs, die stilistisch zwar auch an Jack Johnson erinnern mögen, aber sich doch deutlich abheben und für mich abwechslungsreicher daherkommen. Ich habe mal gelesen, dass höre sich so an, wie die "Popmusik der frühen 1970er Jahre". Genaueres im nächsten Kapitel meines Berichtes.
Das Album hatte einigen Erfolg, wenngleich in Deutschland keine allzu hohen Verkaufszahlen in der frühen Zeit, als selbst Jack Johnson noch nicht so sehr bekannt war, zu Buche schlugen. Immerhin hat sich Frankenreiter als Musiker etabliert und neben einigen kleinen Platten zwei weitere Studioalben veröffentlich. Vor Aufnahme seines zweiten Albums "Move By Yourself", dass 2006 erschien, verließ er Brushfire Records und heuerte bei Lost Highway an. Dort erschien im Sommer 2008 zuletzt auch "Pass it around". Die Trennung vom Label des Freundes zeigt auch, dass er nicht im Schatten Johnsons stehen will und musikalisch eigenständig betrachtet werden will - und aus meiner Sicht auch sollte! Das Album wartet mir 13
Bilder von Donavon Frankenreiter - Donavon Frankenreiter
stimmigen und gefälligen Stücken auf, die allesamt aus seiner Feder stammen und nach Aussage in einem damaligen Interview seiner Frau und seinem Sohn gewidmet sind. Die Texte behandeln alltägliche Themen und Erlebnisse, die ihn seinerzeit bewegten. Konkret das Heiraten, Vaterweden. Die Grundstimmung ist positiv, die musikalische wie textliche Botschaft lautet: "Lebe den Moment und denke nicht, über das was gestern passiert ist, nach oder was morgen sein wird.".
Aus mir unbekannten Gründen bietet Amazon diese Art Musik selten unter 15 Euro an. Erst jetzt, viele Jahre nach dem Erscheinen ist es für um 11 Euro zu haben. Ich beobachte nicht nur Donavons CDs in dem Bereich und kann an der Stelle fast schon von einem Schnäppchen sprechen. Der Vollständigkeit halber sei auf seine rein englisch-sprachige Internetpräsenz mit unzähligen Media-Inhalten (die meisten aber zu der neusten CD) unter http://www.donavonf.com/ verwiesen. Eins vorab - Donavon beweist eine hervorragende Musikalität. Wie sich das im Detail anhört nun im Folgenden.
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Mein Gefallen an Donavon Frankenreiters Debüt-Album Das Album gefällt mir als Ganzes. Es hat sehr davon profitiert, dass der renommierte Produzent Mario Caldato Jr. Seine gewohnte Qualität liefert. Er bekommt den Klang und die Arrangements einfach perfekt hin - durch die gesamte Spielzeit hin herrscht echter Akustik-Flair. Die Abstimmung zwischen Gesang und dem sehr klaren Schlagzeug, den Gitarren und Bass ist bravourös geglückt. Besser, als beim schon so oft hier erwähnten Jack Johnson.
Wie das ganze klingt ist wie immer in Worten schwierig zu fassen. Atmosphärisch kommt man mit der Jam Session am Lagerfeuer dem Gehörten recht nah. Negativ zu erwähnen ist die beinahe unverschämt kurze Spieldauer. Ich wundere mich jedes Mal wieder bei seinen CDs, und das gilt auch für die Nachfolger, wie schnell das Ganze vorbei ist. 13 Titel bedeuten um die 40 Minuten Spielzeit - eher kurzweiliges Vergnügen. Doch zu den jeweiligen Stücken: 1. It Don't Matter eröffnet das Album direkt mit einem echten Kracher! Wenn eines der Stücke jemals von Euch im Radio gehört wurde, wird es dieses extrem relaxt klingende, durchweg groovige Stück gewesen sein. Der Refrain ist so eingehend, dass er mir schon wieder den ganzen Tag nachklingt. Dabei habe ich das Stück nur einmal nach längerem eben wieder gehört. Das gefällt und muss mit der Bestnote von 5 Ohrwürmern belohnt werden. Zu perfekt die Botschaft - was Dir nicht wichtig ist, ist für mich nicht weiter von Bedeutung und die klangliche Umsetzung. Vom ersten bis zum letzten Takt.
2. Free besticht vom ersten Ton an durch den sehr eingängigen Gitarrenpart. Er führt seicht, beschwingt und freundlich i. Der Gesang steht im Vergleich zu den anderen Stücken dahinter ein wenig zurück und der sprechende Gesang Donavon Frankenreiters scheint gar Rücksicht darauf zu nehmen sanft und rücksichtsvoll die Freiheit zu verkünden. Jack Johnson kommt ihm hin und wieder zur Hilfe, was dann aber tatsächlich manchmal so klingt, als wäre es dann sein Lied. Da ich die Stimme Donavons mehr mag als die Jacks, klingen für mich die Solo-Passagen aber besser. Das Stück dürfte auch länger als 2-einhalb Minuten dauern - 5 freiheitsliebende Ohrwürmchen dafür. 3. On my mind überrascht musikalisch mit noch einem Hauch mehr Pepp - es ist noch "chilliger". Wo der prominentere Jack Johnson doch über ein Album zu oft zu gleich klingt, fließt bei _Donavon Frankenreiter_ immer etwas anderes in die Musik. Hier ist es ein Hauch mehr Schlagzeug, etwas hellere und auffälligere Einspieler der Gitarre. Und ein leiser Echo-Gesang im Hintergrund. Auch ein schönes Stück, jedoch nicht ganz so schwer aus dem Kopf zu bekommen. Das macht dann 4 Ohrwürmer in der Abrechnung.
4. Our love wird dann eine Spur schneller, treibender und entführt mit Hula-Hula-Swing in die Surferwelt Frankenreiters und seiner Freunde. Ich mag es, dass es sich nicht einschläfernd entwickelt und die Lieder zu gleich klingen. Our Love bringt Pfeffer in die Abfolge und tritt doch nicht so sehr aus der Reihe, dass es kritisch zu beäugen wäre. 4 Ohrwürmer. 5. What'cha Know About schlägt in die gleiche Kerbe. Mundharmonika-Klänge, Folk-Anleihen und ein Rhythmus, der zum Mitgehen, Klatschen, Schnippen und Lächeln einlädt. Gute-Laune-Musik der besten Art mit passendem Gesang und ansprechendem Text. Ein Highlight des Albums und mir volle 5 Ohrwürmer wert.
6. Butterfly schaltet dann einen Gang zurück und ein träumerisch-ruhiger Frankenreiter sinniert über den Schmetterling und die Schönheit seiner Frau, die ihn - natürlich - an jenen erinnert. Musikalisch ist dies sehr dezent hinterlegt, wodurch man sich als Hörer noch mehr hineingezogen fühlt. Für meinen Geschmack ist es aber ne Prise zu soft und langsam. Und auch der Refrain bleibt nicht im Ohr, sodass sich nur 3 Ohrwürmchen herbei rezensieren lassen. 7. Bend in the Road bietet gleich-klassiges wie die fünf ersten Stücke. Als Mischung der ersten Stücke bietet es dabei aber ausnahmsweise nichts Neues und damit kein Hit-Potential. Da mir der Text und die grundsätzliche Ton des Gesangs von Donavon gefällt, reicht es immer noch zu 4 Ohrwürmern.
8. Day Dreamer ist wiederum herrlich gemacht. Ein wenig mehr Einspieler vom Klavier begleiten einen wiederum optimistischen und stimmungsvollen Titel. Noch ein bisschen (zu) verhalten aber reizvoll, auch dank der überzeugenden Stimme und den vollen Klang des Gesangs. 4 Ohrwürmer. 9. Make You Mine ist ein wundervoller Eroberungsfeldzug und wohl die Ode an das entscheidende Zeichen vorm Heiratsantrag. Der Gesang und Text sind herrlich und das Stück eigentlich ein Prototyp für den Stil Donavon Frankenreiters, der immer einen Tick schneller, beschwingter und weniger beliebig auftritt, als es auf Johnsons Platten der Fall wäre. Allerdings kommt mir er Refrain zu oft wiederholt und die Strophen zu dünn daher, um die volle Punktzahl zu vergeben, Einen schönen Einblick gibt es auch online z.B. via http://de.youtube.com/watch?v=zKlpXtZNfMw. Insgesamt hierfür 4 Ohrwürmer.
10. Call Me Papa ist eine von Ukulele bestimmtes, langsames Stück, dass Frankenreiter just nach der Geburt seines Sohnes und mit dem Pathos eines frisch erblühten Vaterstolzes zu Papier brachte und auch in der passenden Stimmung auf die Platte transportiert hat. Eingängiger Refrain, passende Strophenlänge, absolut liebliche Botschaft und unspektakuläre, aber gefällige Hinterlegung. Wieder 4 Ohrwürmer. 11. Heading Home nimmt Fahrt auf und gefällt mir wieder richtig gut. Mein heimlicher Liebling auf diesem Album verdient 5 Ohrwürmer durch diese absolut lässige Intonierung. Dieses Gefühl des "Ich muss mitschnippen, was geht es mir gut", dass es jedes Mal aufs neue direkt in mir auslösen kann. Vorfreude auf das Zuhause kenne ich allzu gut und ein stimmungsvolleres Lied dazu hätte kein Künstler der Welt schreiben können!
12. So Far Away hat dann leider das Problem, dass es direct auf Heading Home folgt, dass eben flott und beschwingt seinen Weg geht. Die Bremsung auf das in sich gekehrte, nachdemkliche "So Far Away" erfolgt zu schnell und vielleicht deshalb komme ich nicht umhin es als das schwächste Stück zu betiteln. Die flüsterleise Stimme bricht vor Sehnsucht und ich dulde zwar Sehnsucht, aber nicht den Hauch Wehmut, den der Titel dadurch transportiert! 2 leicht säuerliche Ohrwürmer für diesen abrupten Stimmungswandel. 13. Swing on Down rundet die insgesamt sehr eingängige Platte gelungen ab. Es endet beschwingt und mit einer ordentlichen Prise Swing daher und wird dem schon ansprechenden Titel "Swing On Down" recht. Ich möchte nicht von einem schnellen Beat sprechen, aber mich freut es, dass _Donavon Frankenreiter_ sein Debür mit souveränem Gesangspart flott ins Ziel bringt und nicht leise über die Ziellinie schleppt. Erneute 4 Ohrwürmer.
Mit einem Schnitt deutlich über 4 Ohrwürmern muss die Platte wohl insgesamt zu überzeugen wissen. Das tut sie in der Tat und es gibt einige Dinge, die ich nach dem damaligen Verdacht-Kauf überzeugender und bessere empfand, als bei dem namhafteren Jack. Ich war froh, nachdem ich Johsons CDs so oft hörte, dass sie mir eigentlich langweilig wurden, endlich eine tolle Alternative gefunden hatte. Das Debüt-Album ist zwar nicht die beste CD von Frankenreiter, der mit den weiteren Werken definitiv künstlerisch aus dem Schatten getreten ist. Aber _Donavon Frankenreiter_ bietet 13 Stücke, die sich zwar durchaus ähneln, aber doch irgendwie unterscheiden und insgesamt abwechslungsreicher klingen. Das Ganze klingt natürlich nicht revolutionär ist aber definitiv sehr eingängig und bringt nachgewiesenermaßen einen hohen Ohrwurm-Faktor. ________________________________________________________________
Das Fazit - gelungenes Debüt Das Album hat mich überzeugt und nur meine sehr kritische allgemeine Haltung verhindert den Sprung auf 5 Sterne in der Gesamtwertung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Frankenreiter heute berühmter als Jack Johnson wäre, hätte er dieses Album einfach zeitlich zuerst veröffentlicht. Strandgefühle und entspannte Gitarren-Lagerfeuermusik mindestens auf Johnsons Niveau findet man auf _Donavon Frankenreiter_. Schade wird dabei nur die geringe Spieldauer. Denn von Frankenreiters schönem Musikstil gepaart mit der leicht rauchigen Gesangsstimme könnte ich mehr hören. Frankenreiter lebt seine Stücke und ist glaubhaft. Nicht zuletzt ein Vorteil gegenüber Musik von der Stange und damit eine Empfehlung wert. ____________________________________________________
[Vielen Dank für das aufmerksame Lesen sowie die lieben Kommentare, Januar 2009]
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14.02.2009 16:26
Ich kannte diesen Interpreten bisher auch noch nicht. Hört sich jedoch auf youtube ganz gut an. Gruß P7
08.02.2009 15:32
war mir bisher völlig unbekannt - nur der vergleich zu jack johnson sagt mir was. prima bericht! liebe grüße!
25.01.2009 20:02
Klingt sehr nach etwas, das mir gefallen könnte, ich werde also in Kürze mal reinhören. Dein Bericht gefällt mir sehr gut, du gibst interessante Infos, zählst nicht nur Titel auf und kommst dabei auch nicht in überflüssiges Gelaber. Schön und leider zu selten hier!