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Irgendwann erfuhr ich dann vom neuen Album "Dreams of Escape", dieses Album. Kaufen musste ich mir das diesmal über das Internet, auf deren Homepage und ein paar Tage später hatte ich eine schöne Dosis Schwermetal im Briefkasten (Die CD kam gleichzeitig mit "Archetype" von Fear Factory, ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Six-Feet-Under über Dreams of Escape - Sylent Green 26.05.2005
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
gut
Klangqualität:
annehmbar
Langzeithörspaß:
wird nicht schnell langweilig
Pro:
Geiler Nu - Metal Sound, Abwechslungsreich, Tolle Lieder mit Klasse Riffs
Kontra:
unwichtige Kleinigkeiten
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Vorwort & Bandinfo
Dieser Bericht dreht sich mal wieder um eine CD. Die Band, die diese CD herausgebracht hat ist allerdings noch nicht sehr berühmt. Sylent Green nennt sich das Sextett und spielt bisher nur hier in der Region wo ich wohne. Deshalb dürfte die Band wenigen ein Begriff sein. Kennengelernt habe ich die Band über ihren Sänger Alex, der für ein Jahr mal in meine Klasse ging. Damals haben sie ihr erstes Album "Radiomutation" herausgebracht und ich habe mir das mal zugelegt, um in die Musik mal reinzuhören. Die Qualität war natürlich deutlich schlecht, da wohl für eine hochwertige Produktion das Geld fehlte. So hatte ich eine CD in Mono und etwas Rauschen, aber die Lieder darauf konnten sich doch gut hören lassen. Live gings natürlich viel besser ab. Später bekam ich das nächste Album "Infected" in die Hände. Die Qualität war zwar etwas besser, aber nicht überragend. Mittlerweile kam noch ein Keyboarder dazu, sodass man noch etwas weiter experimentieren konnte. Ich hörte mir aber weiterhin lieber die Band Live an, weil das doch besser ist, als das auf der CD. Irgendwann erfuhr ich dann vom neuen Album "Dreams of Escape", dieses Album. Kaufen musste ich mir das diesmal über das Internet, auf deren Homepage und ein paar Tage später hatte ich eine schöne Dosis Schwermetal im Briefkasten (Die CD kam gleichzeitig mit "Archetype" von Fear Factory, die ich bei Ebay ersteigert hatte).
Aktuelle Bandbesetzung
Alexander Unruh (Vocals) Birger Haarbrandt (Gitarre) Ingo Wagner (Gitarre) Mathias Holler (Drums) Rouven Kramer (Keyboard) (nicht mehr dabei) Dennis Nobbe (Bass)
Genre
Ein weiterer Grund weshalb ich die Musik von Sylent Green mag ist, dass sie schwer einer bestimmten Musikart zuzuordnen sind. In ihre Musik fließt viel Nu-Metal ein, aber es gibt auch Einflüsse von Death Metal und Alternative. Als Vergleich mit der Musik einer bekannten Band eignen sich am ehesten noch "System of a Down" und "Rammstein." Ansonsten sind sie aber sehr unabhängig.
Die Lieder
1. Intro
Meine Erwartungen an die Qualität waren nicht sehr groß, als ich die CD in den Player eingelegt habe. Und meine niedrigen Erwartungen scheinen sich zu bestätigen. Das Intro ist leise, im Hintergrund hört man verzerrte Stimmen, die irgendwas singen. Nach und nach wird's etwas lauter, aber vom Hocker reißt mich das Ganze nicht. Aber es ist ja nur das Intro und nach 35 Sekunden geht's dann los.
2. Disease
Das Intro geht nahtlos in dieses Lied über und als es losging, bin ich fast vom Sofa gefallen. Diesmal war die Produktion wohl doch hochwertig, denn was da aus den Boxen ballert hört sich verdammt gut an. Vor allen Dingen ist es erst mal laut. Nach dem ersten Schock hört man gut, dass sich die Band auch Technisch verbessert hat. Das Lied hat ein entgeiles Riff was groovt wie die Hölle. Alex´ Gesang wechselt gekonnt zwischen normalen Gesang und Death-Metal-Grunzen. Am meisten überrascht bin ich aber von den Drums. Mathias Holler lässt ein wahres Stakkato Gewitter los, was sich erbarmungslos durch die Gehörgänge walzt und einem fast den Schädel spaltet. Sehr genial. Alles in allem haben wir hier ein sehr schönes, schnelles Lied. Die einzelnen Instrumente harmonieren sehr gut miteinander, auch bei den Tempowechseln von schnell auf schleppend. Gegen Ende geht's dann noch mal richtig ab, dann hört das Lied abrupt auf. Zurück bleibt ein verdammt guter erster Eindruck.
3. One Day
Jetzt bin ich neugierig geworden will mehr. "One Day" lässt die Motivationkurve auch ansteigen. Das liegt diesmal vor allem am geilen Riff vor dem Refrain. Der Refrain selbst ist auch verdammt gut und nach ein, zweimal hören kann man da locker mitsingen. In den Strophen ist das Lied eher schleppend und die Gitarren spielen weichere Riffs. Auch das hört sich gut an. Gegen Ende wird das Lied noch mal schneller, wobei mir hier wieder die Drums gut gefallen.
4. Something like Home
Jetzt wird es etwas ruhiger. Anfangs hört man hier ganz gut den Bass, der bisher immer auf der Strecke geblieben ist, vermischt mit ein paar Gitarrentönen. Alex singt auch in etwas höherer Stimmlage, was besonders beim Refrain gut passt. Nach dem ersten Refrain gibt's ein kurzes, aber cooles Basssolo zu hören, kurz darauf folgt ein noch geileres Gitarrensolo. Derartige Soli waren auf den bisherigen Alben gar nicht oder kaum zu hören, was mich natürlich jetzt umso mehr freut. Insgesamt haben wir hier eine schöne "Halb-Ballade", die nach den ersten schnelleren Stück etwas Abwechslung herein bringt.
5. Cover me
Hier fällt einem auf, dass man noch gar nicht das Keyboard gehört hat. Das kommt jetzt zum Einsatz und spielt ein paar schnelle und hörenswerte Klaviertakte. Zusammen mit den kurz darauf einsetzenden Gitarren bringt die Band ein wenig Gothic Feeling auf die CD. Die Lied ist an sich recht schnell und das Klavierspiel im Hintergrund passt sehr gut. Das geilste an dem Lied ist mit Abstand aber der Refrain. Den kann man gleich von Anfang an mitsingen, er groovt wie die Hölle und ist auch noch Abwechslungsreich, weil Alex hier wieder zwischen der normalen und der Death Metal Stimme wechsel und es dabei auch noch schafft nicht unverständlich zu werden. Das Headbangen kommt da natürlich automatisch. Am Schluss gibt's noch mal ein sehr hörenswertes Gitarrensolo, was allerdings laut Booklet vom Produzenten "Rob Counterforce" gespielt wurde. Danach nochmal der Refrain, dann ist das beste Lied des Albums zuende.
6. Fading slowly
Dieses Lied beginnt mit etwas rockigerer Melodie. Das Tempo ist recht flott gehalten, wobei allerdings keine Instrumente besonders hervorstechen. Gut ist hier wieder Refrain, der sehr einprägsam ist und den man locker als Ohrwurm kriegen kann. Auch das Tempo wird ab und zu wieder ganz gut gewechselt, was auch nötig ist, denn sonst würde das Lied doch langweilig werden. Nach dem zweiten Refrain gibt's nochmal ein schönes Gitarrensolo zu hören, was sehr sphärisch klingt.
7. Menda City
Hat "Fading slowly" doch irgendwie meine Motivation sinken lassen, so wird sie hier gleich wieder gesteigert. "Menda City" besticht durch ein verdammt geiles Riff, was einem fast das Kleinhirn frittiert. Auch dieses Riff könnte glatt wieder von Rammstein kommen. Der rohe Sound verstärkt den guten Eindruck nur und auch Alex´ tiefer Gesang passt sehr gut. Besonders Live geht das Stück ab wie sonst was. Es ist das härteste Lied der CD und hier wurde wirklich ganze Arbeit geleistet, um meine Boxen auseinander zu nehmen. Die Tempowechsel vom schon erwähnten Riff, welche sehr abgehackt (im positiven Sinne) klingt bis zum groovenden Riff beim Refrain sind sehr gut gelungen.
8. Dreams of Escape
Kommen wir zum Titelsong des Albums. Anfang kriegt man eine akkurate Ballade mit Klavier im Hitner grund zu hören. Hier kann man schön hören, dass Alex auch sehr gute emotional singen kann, jedenfalls bis zum Refrain. Da lassen sie wieder die Sau raus, ein geiles Riff jagt das nächste und das Tempo wird dermaßen gesteigert, dass man kaum mitkommt. Gut vergleichen kann man das Lied mit "Chop Suey" von "System of a Down". Auch da gibt's plötzliche Tempowechsel und Änderungen in der Art des Gesangs. Allerdings geht "Dreams of Escape" noch etwas weiter und reißt einem praktisch wieder raus, wenn man sich gerade an die ruhigen Zwischenteile gewöhnt hat. Auch sehr gut gelungen sind hier die ruhigen Gitarrenparts. Insgesamt eines der Highlights der CD.
9. Without a Name
Dieses Lied beginnt recht flott und man bekommt hier wieder die tollen Stakkato Drums vom Anfang zu hören. Das Tempo ist wirklich überragend. Leider bleibt die das Riff hier ein wenig auf der Strecke. Das Lied ist an sich das Gegenstück zu "Dreams of Escape". Hier geht man in den Strophen ab wie Sau und der Refrain ist sehr ruhig gehalten. Vielleicht etwas unglücklich die beiden Lieder nebeneinander zu legen, da man im Endeffekt doch zwei in ihrer Art gleiche Lieder hat, was nicht so gut für die Abwechslung ist. Aber halten wir uns nicht an Kleinigkeiten auf. Fakt ist, dass auch dieses Lied sehr gut abgehen kann, besonders am Ende wo alle total wild spielen.
10. Unborn
Holla, jetzt wird's ja fast romantisch. Das 10. Lied ist eine Ballade, mit sanften, schleppenden Riffs. Im Vordergrund steht hier der Gesang, denn für dieses Lied hat man sich Verstärkung geholt. Maria K. Holler und Irene Gütte singen zusammen mit Alex dieses Lied. Eine gute Idee in dieses Lied ein paar Frauenstimmen einzubauen. In den Strophen kommt der Gesang zwischen Alex und den Mädels sehr gut rüber, zumal die beiden eine sehr schöne Stimme haben. Im Refrain allerdings, wo das Riff wieder einsetzt und man anfängt noch emotionaler zu singen, hört sich das komisch an. Finde ich jedenfalls. Da passen die Stimmen nicht mehr so ganz und es artet fast in Wehklagen aus, wodurch das Lied etwas schnulzig wird. Nicht ganz so toll im Endeffekt, aber es ist sehr Abwechslungsreich, was sich auf die ganze CD abfärbt.
11. Die Birgerinitiative (Bonustrack)
Offiziell ist das Album nach dem 10. Lied vorbei. Aber Sylent Green wäre nicht Sylent Green, wenn sich nicht einen Bonustrack auf die CD bringen würden. Haben sie ja bisher immer gemacht und meistens waren die ganz witzig. So auch dieser hier. Hier wird zum ersten mal Deutsch gesungen. Es geht um einen Typen, der mit allem unzufrieden ist und mit seinem Auto alles platt macht, so z.B. eine Katze. Das alles wird in witziger Weise rübergebracht. Besonders der Refrain ("Ich bin flink wie ein Wiesel, in meinem Polo Turbodiesel") lädt zum mitsingen ein. Musikalisch ist auch einiges anders. Hier gibt's es viele virtuelle Elektroklänge, vermischt mit einem tollen Rammstein-Like-Riff. Auch dieses Lied ist Live sehr geil und ich durfte dabei auch schon mal "Nehmt euch in acht" ins Mikro grölen. J Ein toller Abschluss des Albums.
Cover & Artwork
Das Cover ist ziemlich bunt geworden. Den größten Teil des Cover ziert der Kopf einer Mumie in einem braun-rot Ton. Ein bisschen Turkis ist am Rand auch noch zu sehen. Oben links steht recht groß "Sylent Green" und im Mund der Mumie in roten Buchstaben "Dreams of Escape". Klappt man die CD auf, sieht man die Rückseite des Booklets. Dort stehen Danksagungen, etc. Im Booklet findet man Schwarz-Weiß Bilder der Bandmitglieder in der Reihenfolge: Alexander Unruh, Mathias Holler, Rouven Kramer, Dennis Nobbe, Birger Haarbrandt und Ingo Wagner. Das Cover ist recht schön geworden, zumal es wohl selbst gezeichnet ist. Außerdem sieht so ein Booklet schon mal professioneller aus (früher gab es nur ein Blatt als Cover). Die Fotos sind auch schön geworden, allerdings fehlen mir hier noch die Songtexte, die ich mir ganz gerne mal angucke, während ein das Lied läuft.
Kritik
Was soll ich sagen? Meine schlechten Erwartungen waren total unberechtigt. Ich war wirklich positiv überrascht, dass die Band eine CD in dieser Qualität herausbringt. Der Produzent hat ganze Arbeit geleistet. Auch die Band, denn wie sie sich verbessert hat, hört man in jedem Lied. Die Riffs grooven wie verrückt, die Drums sind auch verdammt geil, der Gesang ist in allen Tonlagen sehr gut, nur der Bass bleibt ein wenig auf der Strecke, die anderen Instrumente, besonders die Gitarren ihn übertönen. Das Keyboard verpasst dem Album ein paar interessante Stellen, was sehr abwechslungsreich ist und dem Hörer wird so nicht langweilig. Da stört es auch nicht, dass das Intro anfangs recht komisch klingt (übrigens sind die verzerrten Stimmen von Alex und den Mädels, die gerade den Refrain von "Unborn" singen). Fakt ist, dass das Album 10 Lieder enthält, die Beweis dafür sind, dass die Band wirklich was drauf hat und reinhören sollte man auf jeden Fall einmal. Die Soundqualität hat sich um einiges gesteigert, allerdings sollte man nicht soviel erwarten, wie bei großen Bands. Der Sound klingt hier noch ziemlich roh, was aber einige harte Riffs hervorbringt. Auch das ist positiv. Der einzige Kritikpunkt ist der Preis, denn während ich für das erste Album damals 2 D-Mark bezahlt habe, kostet "Dreams of Escape" 10 Euro auf der Homepage. ;-)
Kaufmöglichkeiten
Da die Band ja unbekannt ist, steht die CD folglich auch nicht in den CD Regalen. Wie schon gesagt, kann man das Album auf www.sylent-green.de im Shop kaufen. Dort kostet es 10 Euro plus Versandkosten, was ich für angemessen halten, denn man bekommt auch was für sein Geld. Wer sparen will, muss sich ein Konzert von denen ansehen, denn da senkt die Band während des Konzerts ganz gerne mal den Preis um 2 bis 3 Euro.
Zielgruppe
Nu Metal Fans werden bei dieser CD voll auf ihre Kosten kommen. Wer Bands wie System of a Down usw. mag, der sollte es wirklich mal riskieren in die CD reinzuhören. Allerdings sollte man auch den rohen, harten Sound mögen. Doch es gibt auch weichere Riffs und ruhigere Lieder auf der CD, sodass die Zielgruppe recht breit gefächert ist.
Fazit
Insgesamt gesehen haben wir hier ein sehr gutes Album einer talentierten Nachwuchs Band. Ich vergebe für dieses Album 5 von 5 Sterne und eine Empfehlung. Mögliche Abzüge wären nur Kleinigkeiten, wie z.B. ein wenig Langatmigkeit in einigen Liedern, die fehlenden Songtexte im Booklet und vielleicht auch für die Klangqualität. Aber das ist alles Irrelevant für die Bewertung im Endeffekt, denn positiven Dinge überwiegen zu stark.
Meine Trackrangliste
1. Cover me (5/5 Punkte) 2. Menda City (5/5 Punkte) 3. Die Birgerinitiative (5/5 Punkte) 4. Dreams of Escape (5/5 Punkte) 5. One Day (5/5 Punkte) 6. Disease (5/5 Punkte) 7. Something like Home (4,5/5 Punkte) 8. Without a Name (4/5 Punkte) 9. Fading slowly (4/5 Punkte) 10. Unborn (3/5 Punkte)
Das Intro fließt nicht in die Bewertung mit ein.
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