Vorwort
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Sicher werden sich einige fragen „Wie kommt der nur auf diese Band?“ und das kann ich recht leicht beantworten.
Also der Song „Wir haben´s getan“ raus kam fand ich das Lied soweit ganz gut und deshalb hab ich mich etwas genauer nach der Band umgesehen.
Ok insgesamt finde ich einige Songs klasse aber ein grossteil ist doch nicht so ganz mein Ding.
Was mich aber sofort begeistert hat ist dass, neben all den deutschen Möchtegernmusikern, die eine erotische Ausstrahlung von Hausstaub aufweisen und die genauso gut singen können wie Otto Waalkes Filme mit Tiefgang macht, noch Jungs unterwegs sind, die nicht irgendwo zusammen gecastet wurden, ihre Instrumente beherrschen und sich durchgesetzt haben.
Instrumente, das sind übrigens die Teile, die die meisten 16 jährigen nur noch aus dem Museum kennen, da 90 Prozent der heutigen Musik (man da komme ich mir ja richtig alt vor) nur noch aus dem Computer stammt.
Dass sie Song selber schreiben, mit Texten die gar nicht mal schlecht sind ist ebenfall bemerkenswert.
Heute wird den Gummibällen auf der Bühne, der Schrott den sie von sich geben geschrieben und mittels dem rum Gehüpfe wird von dem Scheiß abgelenkt, natürlich auch von den nicht vorhandenen Stimmen, oder man bedient sich bei alten Kinderserien bzw. der Augsburger Puppenkiste um den Text für einen Pseudosong zu finden.
Wie dem auch sei, es geht hier jetzt um das Album „Echt“ der Gruppe „Echt“ und deshalb lege ich jetzt auch los.
Viel Spaß beim Lesen.
Bandgeschichte und Diskografie
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- Kai Fischer (Gitarre) und Florian Sump (Schlagzeug) gründen 1991 in Flensburg eine Schulband.
- Die Idee kam den beiden weil sie sich für Bands wie „Selig“ und „Pearl Jam“ begeisterten und diesen nacheifern wollten.
- 1993 kommen Kim Frank (Gesang) und Andreas Puffpaff (Bass) neu auf dieses Gymnasium und steigen sehr bald mit ein.
- Ein Bandname ist schnell gefunden und so nennen sie sich von nun an „Echt“.
- Um ein paar Erfahrungen zu sammeln und sich etwas weiter zu entwickeln wollten die vier Jungs gerne nach England gehen und ihr Betreuer schaffte es tatsächlich alle vier als Austauschschüler dort unterzukriegen.
- Dort Tourten sie durch die verschiedensten Schulen und fanden dort großen Anklang.
- Wieder zurück in Deutschland sucht man nach Verstärkung und findet diese in Gunnar Astrup (Keyboard).
- Die Jungs arbeiten weiter an eigenen Songs um das Programm der England Tour von den letzten Coverversionen zu befreien.
- Sie nehmen ein Demo CD auf mit einer Auflage von 1000 Stück.
- Nun geht es wieder nach England und wieder wird durch die Schulen getourt. Dabei verkaufen sie locker sämtliche Demo CDs.
- Durch diese Erfolge wird man in Deutschland auf die Jungs aufmerksam und man bekommt Kontakte zu Franz Plasa, der Produzent von „Selig“, „Stoppok“ und „Falco“.
- Dieser merkt welches potential in den fünf Jungs steckt und macht mit ihnen Probeaufnahmen die ihn vollends überzeugen.
- Sie bekommen einen Vertrag vom neu gegründeten Label „Laughing Horse“. Die Erfolgsgeschichte beginnt.
Ein paar Worte zu diesem Album
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Das erste was die Jungs aufnehmen ist der Titel „Alles wird sich ändern (wenn wir groß sind)“.
Dieser Titel wird anfang 1998 als Single veröffentlicht.
Man könnte sagen über Nacht sind fünf neue Stars geboren.
Die Single schlägt ein wie eine Bombe und mischt die Musikwelt, zumindest innerhalb Deutschland, auf.
Die Band hat alles was sie zu den idealen Stars dieser Zeit macht, einen Ohrwurm und sie sind Jung also gerade mal 17 was natürlich die wichtige Zielgruppe anspricht vor allem die vielen kreische Mädels.
Das Video dazu lief auf „VIVA“ rauf und runter.
Die Zeit war ideal ein Album auf den Markt zu werfen und das taten die Jungs dann auch.
„Echt“ hieß dieses Album und wurde Ende 1998 veröffentlicht
Das Album feierte sogar noch größere Erfolge wie die erste Single.
Die Band war von nun an überall zu sehen.
Kaum eine Fernsehshow wo man sie nicht sah, kaum eine Radiosendung wo nicht ein Song von ihnen gesielt wurde.
Es folgten weitere Singles die alle sehr erfolgreich waren.
Insgesamt liegt ein wirklich sehr gut produziertes Album vor.
Die Musik ist wohl am ehesten in der Poprichtung anzusiedeln jedoch mit stark Gitarren lastigen Aspekten.
Die Songs sind recht ordentlich geschrieben und auch stark interpretiert, vor allem Live besitzen die Jungs sehr gute Qualitäten.
Man merkt auf jeden Fall dass die Band mit Begeisterung und herz bei der Sache sind und handgemachte Musik ist doch einfach etwas feines.
Kleine Schwächen an den Instrumenten sind ab und an auszumachen und die Stimme ist natürlich Geschmackssache aber man muss bedenken dass die Bandmitglieder zu diesem Zeitpunkt erst 17 Jahre alt sind.
Meine Lieblingstitel des Albums sind: „Wo bist Du jetzt“, „ Wir haben´s getan“ und Alles wird sich ändern“.
So und nun etwas zu den Songs
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1 >>Alles wird sich ändern<< 3:42 Minuten Spielzeit
Eröffnet wird das Album von einem meiner Lieblingstitel des Longplayers.
Mit diesem Titel würden die Jungs über Nacht zu gefeierten Stars und diese erste Singleauskopplung verkaufte sich wie warme Semmeln.
Die Gitarre eröffnet diesen Titel mit unverzerrtem Sound.
Das Schlagzeug sorgt für sehr rockiges Feeling und der Bass sorgt für Volumen und eine angenehme Grundstimmung.
Die Stimme klingt ganz ordentlich auch wenn man nicht wirklich von sängerisch guten Qualitäten sprechen kann.
Der Song erinnert stark an „Selig“ was jedoch bei den meisten Songs der Band der Fall ist.
Insgesamt ein interessanter Track, der stark vom sehr aktiven und treibenden Schlagzeug aber auch von dem Kontrast den die restlichen und leicht schleppenden Instrumente dazu bilden, lebt.
2 >>Auf der sonnigen Seite<< 3:33 Minuten Spielzeit
Leicht spanische Klänge eröffnen diesen Titel dann steigt die Gitarre ein um jedoch sofort wieder zu verstummen um den Gesang sein Solo hinlegen zu lassen.
Nach diesem Part steigen alle Instrumente ein und bieten einen wieder recht treibenden Titel an.
Ein eigentlich recht fröhlicher Titel der sich total locker flockig anhört.
Nicht wirklich etwas Eingängiges oder gar ein Titel den man als Ohrwurm bezeichnen kann doch insgesamt eine ordentliche Arbeit.
Ich finde dass er eigentlich recht gute Strukturen aufweist obwohl er auf den ersten Blick eher etwas wirr klingt.
Der Bass spielt bei dem Titel übrigens wieder eine sehr wichtige und vor allem auch starke Rolle.
3 >>Fort von mir<< 4:36 Minuten Spielzeit
Die Gitarre eröffnet diesen Titel aber das ganze klingt total billig und stümperhaft.
Dann steigt der Gesang ein und auch hier muss ich sagen dass sich der Song zu diesem Zeitpunkt eher schwach anhört denn wenn schon die Gitarre sich so billig anhört dann sollte wenigstens die Stimme nach etwas klingen, das ist aber absolut nicht der Fall.
Dafür kommt nach dieser schwachen Strophe ein Refrain der für mich einer der besten des Albums ist.
Satt und kraftvoll klingt dieser Part, jedoch wechselt das ganze dann wieder in die Strophe zurück die nun zwar unterstützt wird von den anderen Instrumenten aber immer noch leer und öde klingt.
Ein echtes Kontrastprogramm mit der Strophe als echten Tiefpunkt und dem Refrain als absoluten Höhepunkt.
4 >>Nicht so furchtbar schlau<< 3:50 Minuten Spielzeit
Ein Midtempo Titel ist nun am Start.
Die Strophe ist klar Gesangs dominiert und wird zuerst nur mit Bass und Schlagzeug begleitet.
Doch im Gegensatz zum Vorgängertitel hat dieser Teil doch ordentlich kraft was am sehr stark gespielten Bass liegt.
Ein Titel bei dem man zwar nicht direkt ausflippt, den man jedoch mitschnippend erlebt da er doch recht beschwingt rüberkommt.
Die Gitarre mit ihrem teilweise extremen Flanger Einsatz passt sich den starken Rhythmus Instrumenten sehr gut an.
5 >>Göttchen<< 3:34 Minuten Spielzeit
Ein treibender Song ist nun zu hören.
Zu anfang hauen alle Instrumente ordentlich rein doch dann kommt ein Break für die Instrumente außer dem Schlagzeug und dem Bass.
Diese beiden sorgen wieder für sehr kraftvollen Sound jedoch ist die Melodie eher schwach in der Strophe.
Der Gesang klingt so gequält und nichts sagend dass mir dieser Part gar nicht gefällt.
Im Refrain geht es dann schon kräftig zur Sache vor allem weil die Gitarre hier gut zur Geltung kommt aber auch hier kann mich der Gesang und vor allem die Melodie nicht überzeugen.
Ein Song den man von der Art wohl am ehesten als Partysong bezeichnen kann, da er zum abtanzen animiert.
6 >>Lehn Dich<< 4:34 Minuten Spielzeit
Eingezählt beginnt dieser Titel und übergibt an die Gitarre die einen sehr ruhigen Stil aufgelegt hat.
In diesem ruhigen Stil steigen auch die anderen mit ein.
Der Gesang klingt hier mal gar nicht schlecht.
Das Schlagzeug ist natürlich wie so oft im Vordergrund die restlichen Instrumente greifen eher sporadisch ins Geschehen mit ein.
Ein leicht verträumter Titel der viel zu schnell wieder vorbei ist.
Was etwas nervt ist der lange Teil der, der Gitarre dient als Plattform für ein Solo.
Erstens ist das Solo viel zu leise und zweitens quietscht das ganze eigentlich nur nervend was das zu Leise wieder entschuldigt.
7 >>Wir haben´s getan<< 3:55 Minuten Spielzeit
Nun ist mein absoluter Lieblingstitel des Albums dran.
Eine weitere Singleauskopplung ist dieser Titel im Übrigen auch.
Die Gitarre eröffnet das ganze eigentlich eher ruhig, als die restlichen Instrumente einsteigen wird es etwas fordernder wenn auch nur das Schlagzeug richtig treibend wirkt.
Die Melodie ist einfach ein Ohrwurm zusammen mit dem Text lässt es doch etwas in der Vergangenheit schwelgen.
Stark gespielt vor allem im Refrain zeigen die Jungs dass sie etwas drauf haben.
Insgesamt erinnert mich der Titel, vom Bass und Schlagzeug her, stark an die Band „Stone the Crow“.
Diesen Titel würde ich jetzt einfach mal als Anspieltipp nennen.
8 >>Ich leg mich hin<< 3:41 Minuten Spielzeit
Wieder mal eröffnet die Gitarre einen Titel jedoch mit sehr starkem Flanger Einsatz.
Auch mal wieder sind Bass, Schlagzeug und Gesang das einzige was man wirklich wahrnimmt in diesem Titel.
Ein langsamer Song mit keinem Höhepunkt und einschläferndem Sound.
Die Instrumente klingen hier eigentlich alle recht stark aber dem Song fehlt es einfach an dem gewissen etwas, deshalb muss ich sagen dass hier eigentlich eher ein schwacher Titel vorliegt den ich nicht sonderlich gerne höre.
9 >>Mädchen mögen Sieger<< 3:25 Minuten Spielzeit
Ein Song der stark punkige Einflüsse aufweist ist nun zu hören.
Das ganz klar dominante Instrument ist bei diesem Titel die Gitarre.
Der Song ist schnell und mal endlich wieder richtig satt.
Teilweise klingt das Lied zwar etwas unsauber gespielt aber das passt zu dem Punk Feeling.
Wieder ein richtiger Abtanztitel den man ruhig öfter anhören kann.
Sicher nichts anspruchsvolles aber eben ein Gute Laune Song, und vor allem ein Titel der Textlich zutrifft wie man an den Fans der Band sieht denn Mädchen mögen Sieger (egal wie die Milchbubis auch aussehen *ggg*).
10 >>Mein kleines Universum<< 5:29 Minuten Spielzeit
Auch dieser Titel ist jetzt wieder eher nach meinem Geschmack.
Die Instrumente sind intensiver im Einsatz und sorgen für einfach mehr Power und in dem Fall klingt die Stimme auch besser denn wenn sie zu alleine dasteht kann man sie eigentlich vergessen.
Von der Melodie her nicht gerade ein Toptitel aber die Spielweise holt hier doch einiges raus.
Wieder einmal muss ich den sehr guten Bass erwähnen.
Neben dem Schlagzeuger halte ich den Bassisten sowieso als den Fähigsten Musiker der Band.
Gitarre, Keyboard und Gesang sind doch eher nur mittelmäßig.
11 >>Wo bist Du jetzt?<< 4:48 Minuten Spielzeit
Zum Abschluss des Albums ist noch mal einer meiner Lieblingstitel zu hören.
Auch dieser Song wurde Ausgekoppelt und hatte recht großen Erfolg.
Ruhig und sphärisch beginnt dieser sehr Titel.
Ein wirklicher klasse Titel oder besser ein klasse Ballade die ihren Charme durch die eingemischten Effekte bekommt wie zum Beispiel das prasseln eines Feuers.
Ein sehr verträumter Song den ich für einen der besten Titel des Jungs halte.
Bass und Schlagzeug sind hier wieder sehr stark aber auch der Gesang weiß hier zu gefallen.
Leichte Perkussion und eine Keyboardsound, der dominant ist und den Sound von Streichern imitiert, ist auch noch zu erwähnen.
Ein insgesamt sehr guter Abschluss.
Fazit
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Ein Album das als Erstling von diesen jungen Jungs eigentlich überzeugen kann.
Was mich ab und an stört ist die teilweise schwache Spielweise auch wenn ich mir sicher bin dass es absichtlich so gehandhabt wurde.
Auch die Songs sind teilweise zu unspektakulär und leider klingt alles ein wenig gleich.
Dennoch muss man sagen dass man hier handgemachte Musik geliefert bekommt von Jungs die sicher nicht Top aber dennoch ordentlich mit ihren Instrumenten umgehen können.
Hier sind besonders der Bass und das Schlagzeug zu nennen die ich als die Topleute in der Band sehe.
Empfehlenswert ist das Album für „Echt“ Fans auf jeden Fall.
Rock oder gar Metallfans sind hier sicher nicht die Zielgruppe.
Popfans werden hier recht gut bedient und wer zum Beispiel „Selig“ mag wird hier recht gut bedient wenn auch nicht in der gewohnten Qualität.
Gehe ich jetzt noch nach dem Motto vor wie es die Plattenfirmen im Moment machen dann sag ich „Mädels schaut Euch die Jungs an, legt Euch die CD zu und schwärmt richtig von ihnen, aber immer dran denken, nie in Ohnmacht fallen wenn die Jungs es nicht sehen oder niemand vom Roten Kreuz in der Nähe ist“.
*ggg*
Der Preis des Albums liegt zwischen 9 und 11 Euro.
Also 9 Euro würde ich ja noch hinlegen aber nicht mehr da einfach zu viele ausfälle auf der Scheibe sind.
Der Langzeithörspaß ist eher mittelmäßig.
Ich persönlich würde ja eher dazu raten sich nach dem Album auf einem Flohmarkt umzusehen wer das jedoch nicht möchte sollte auf jeden Fall mal reinhören und sich das Album nicht blind zulegen.
Danke für´s Lesen
30.05.2003 02:40
Nee, das muß ECHT nich sein...
25.05.2002 18:26
Fantastisch! Ein wundervoller Bericht!
22.05.2002 16:32
Ich war damals eine der ersten, die die CD hatten und war mehr oder weniger enttäuscht. Das Niveau der Band ist meiner Meinung nach zumindest auf dieser CD noch nicht besonders hoch, weshalb manche Songs wirklich einfach nicht hörenswert sind. Auf der neuen CD ist das allerdings schon deutlich besser...man lernt dazu ;-) liebe grüße, maren