Jacques Berndorfs bestes Buch als HÖRSPIEL
17.08.2006 (29.08.2006)
Pro:
gut gelesen, spannend
Kontra:
keine Track - Aufteilung
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Langzeithörspaß:
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 HoerbuchFan
Über sich:
Ich bin wie mein Spitzname: ein Hörbuch-Fan. Aber ich mag auch die althergebrachten Bücher und gute ...
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Der WDR macht es möglich: Berndorfs Eifelkrimi alias „Eifel-Feuer“ wurde als Hörspiel für den Rundfunk umgemodelt und später auf einer Doppel-CD in den Handel gebracht. Kostenpunkt ca. 15 Euro. Hörbücher unterliegen übrigens keiner Preisbindung wie Bücher es tun. --- Die Geschichte ---
Der freie Journalist Siggi Baumeister hat einen Termin mit einem hohen Tier der Bundeswehr und der NATO und bricht zum Eifeler Ferienhaus des General Ravenstein auf. Dort angekommen, packt ihn das blanke Entsetzen, denn Ravenstein wurde durch mehrere Maschinengewehrsalven ermordet. Die Leiche ist so zersiebt, daß sie sich nahezu halbieren läßt. Baumeister ruft die Polizei an, die sofort am Tatort erscheint, aber auch der BND, der CIA und die NATO tauchen auf, und Siggi Baumeister wird ein Recherchier-Verbot erteilt. Aber Baumeister wäre nicht Baumeister, wenn er sich davon einschüchtern ließe. Es spornt ihn sogar noch an, und auch Prügel von der CIA bringen ihn nicht ab.
Es bleibt nicht bei dem einen Toten, und bald stellt Baumeister fest, daß der Mörder ein durchgeknallter Untergrundmann des deutschen Geheimdienstes ist, dem Morden so leicht fällt wie Schnuhe schnüren. Tragisch wird es dann, als der Killer auffliegt und Baumeisters Freundin Dinah in seine Gewalt bringt und freien Abzug und ein Flugzeug fordert !
--- Kaufinformation --- Titel: Eifel-Feuer Autor: Jacques Berndorf Dramaturgie: Dr. Ursula Schregel Vorleser: Jochen Kolenda, Marianne Rogee, Walter Gontermann 2 CD‘s - 108 Minuten Herausgeber LIDO ISBN: 3 821 853 476 Preis: ca. 15 Euro
--- Der Schriftsteller --- ... heißt eigentlich Michael Preute und ist ein namhafter Journalist, der für den STERN und den SPIEGEL arbeitete. Mitte der 80er zog er in die Eifel, zuerst nach Hillesheim und später nach Dreis-Brück, um sich vermehrt Romanen zu widmen.
Mit „Eifel-Blues“ kam 1989 sein erster von mittlerweile 12 Eifelkrimis heraus, die ihn zum Millionenseller und vermutlich auch zum Millionär machten. „Eifel-Schnee“ wurde z.B. Verfilmt. Zwischendurch gönnt er sich aber auch mal einen Literatur-Ausflug außerhalb der Eifel, z.B. „Ein guter Mann“ oder „Die Raffkes“.
--- Die Vorleser --- Gesamt 21 Stimmen sind bei dem Hörspiel des WDR vertreten. Die Hauptakteure aber sind Jochen Kolenda (Siggi Baumeister), Marianne Rogee (Emma) und Walter Gontermann (Rodenstock).
Wer die anderen Vertonungen kennt, wird enttäuscht Dietmar Bär als Baumeister und Günter Lamprecht als Rodenstock vermissen. Zu vertraut sind die Stimmen, die so perfekt zu den Charakteren passen. Aber mit ein wenig Gewöhnung kann man sich auch für diese Vorleser begeistern, die im Grunde nicht schlechter, nur eben ungewohnt sind. Kolenda und Gontermann beherrschen das beim Hörspiel viel intensivere Sprechen von Dialogen ... es gibt ja dabei keine erzählerische Form. Die Stimmen sind akzentuiert und passen auch zu den Charakteren.
Eine gewöhnungsbedürftige Rolle hat Marianne Rogee, die die Niederländerin Emma spricht. Anders als Claudia Amm bei Hörbüchern, lebt sie auch das Holländische und verkörpert Emma mit einem fast schon grausamen Niederländisch-Dialekt. Originell, aber für das deutsche Ohr teils schlimmer Kauderwelsch. Zweifellos ist es genial, auch die holländische Herkunft von Emma im Dialekt zu berücksichtigen. --- Schwächen ---
Es gibt nur eine „praktische“ Schwäche, mit der man aber leben kann. Jede CD a rund 55 Minuten besteht jeweils aus einem einzigen Track, es gibt keine Chance, mal das Gerät auszuschalten, ohne wieder von vorne zu beginnen oder per Schnelllauftaste die Stelle zu suchen, an der man fortsetzen mag. --- Meinung ---
Das Buch selbst ist das unter den Eifelkrimis, das mir am allerbesten gefällt. Umso neugieriger war ich, wie es als Hörspiel umgesetzt ist. Und ich bin begeistert. Die Geschichte selbst brilliert durch Spannung und interessante Charaktere, und im Hörspiel ist das nicht viel anders, auch wenn ein Manuskript komplett umgeschrieben werden muß. Der Zuhörer lauscht und ist auch durch die entsprechenden Geräuschkulissen mitten in der Geschichte. Womit auch die Realisation in Tonformat hoch zu loben ist.
Es gibt keinerlei Momente, wo das Hörspiel langweilig ist. Anhaltendes Lauschen ist angesagt. Auch die Idee ist intelligent. Wo alle zunächst denken, es wird zum Riesen-Politthriller stellt sich heraus, daß ein „Schläfer“ des BND einfach durchgeknallt ist. Gelungen natürlich, daß sich zunächst CIA und NATO mit der Sache beschäftigen. Die verschiedenen Fährten, die Berndorf auslegt, sind gewitzt.
„Eifel-Feuer“ ist folglich eines der wirklich guten Hörspiele, die es auf dem deutschen Markt gibt. Ich kann es bestens empfehlen. Jürgen alias HoerbuchFan
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29.08.2006 19:30
super bericht. haste das hörbuch "der schwarm" schon gehört von frank schätzing. ist auch super gemacht :-) grüsse
27.08.2006 12:59
Interessant - lg
18.08.2006 17:50
guter Bericht!