ELIAS - ein Muss für Klassik-Liebhaber
17.09.2007
Pro:
Hervorragende Interpreten
Kontra:
Keine gefunden
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 hajo050863
Über sich:
Mitglied seit:06.08.2007
Erfahrungsberichte:20
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 26 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Als Klassik-Liebhaber darf in meiner Sammlung das Oratorium "ELIAS" von Felix Mendelssohn Bartholdy natürlich nicht fehlen. Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 - 1847) ursprünglich jüdischen Glaubens schrieb das Oratorium "Elias", dessen triumphale Uraufführung in Birmingham im August 1846 stattfand. Immerhin - und hier fangen wohl alle Klassik-Fans an zu träumen - sorgten (unter Leitung von Ignaz Moscheles) 396 Mitwirkende in dramatischen, in fast opernhafter Schärfe gegeneinandergestellten Szenen für die Wiedergabe eines (scheinbar) grausamen historischen alttestamentarischen Ereignisses, das durch Mendelssohns's Verzicht auf erzählende Rezitative und betrachtende Choräle wenig mit der sonstigen Erbaulichkeit eines Oratoriums gemein hatte.
Interessant ist bereits der Beginn - kein Vorspiel sondern direkter Anfang des Werkes mit der Einleitung des Elias (Theo Adam). Erst danach folgt die Overtüre (Gewandhausorchester Leipzig unter W. Sawallisch). Sicherlich mit zu den schönsten Passagen der klassischen Musik zählt das Doppelquartett im ersten Akt "Denn er hat seinen Engeln befohlen". Die Zartheit und doch Eindringlichkeit wird in der Aufnahme durch die vier Stimmen (zwei Soprano, zwei Contralto) wohl einmalig interpretiert. Sehr schön, dass die Komponisten-Vorgabe (Allegro non troppo) durch Sawallisch in hervorragender Weise umgesetzt wurde.
Hier einige Erklärungen zum Werk im Allgemeinen: Mendelssohn folgte dem Vorschlag des befreundeten Pfarrers und theologischen Ratgebers Schubring, die Gestalt Elias in den Mittelpunkt zu stellen. Das ist der strafende Prophet des Alten Testamentes, der zwischen 874 und 852 vor Christus als unbarmherziger Hüter des Glaubens waltete und Jahwe als den alleinigen Gott Israels ansah. Weil das Land in die Hände der Baal-Priester zu geraten droht und selbst Ahab, der König der Israeliten, den heidnischen Vegetationsgott Baal anbetet, betrachtet es der eifernde Elias als seine Pflicht, für Jahwe einzutreten und seine Gegner töten zu lassen.
Ohne orchestrale Vorbereitung durch eine Ouvertüre lässt Mendelssohn den Elias vor seinen König treten. Er prophezeit eine dreijährige Dürre, die erst dann von der Ouvertüre mit farbloser Monotonie (im Moderato) ausgemalt wird. Der Aufruf des frommen Obadjah (Peter Schreier) zur Reue und die Klagen des fluchbeladenen Volkes (Rundfunkchor Leipzig) münden in musikalische Bilder des strafenden Gottes. Eine Episode erzählt, wie Gott den Propheten aus dem von Hundersnot gepeinigten Landstrich an den Bach Crith führt und er durch Raben mit Brot versorgt wird. Nach drei Jahren Dürre erscheint er wieder vor dem abtrünnigen König Ahab (H.-J. Rotzsch). Das Volk soll durch ein Gottesurteil auf dem Berge karmel erfahren, welches der richtige Gott sei. Die Baal-Priester und Elias haben Scheite und Stäucher aufgeschichtet: Wer beim Aufruf ihres jeweiligen Gottes den zündenden Funken auf den Altar schleudert, soll als alleiniger Gott verehrt werden. Das fanatische Flehen der Priester bleibt ohne Folgen, erst Elias' Gebet zaubert die Flamme herab. Die Menge tötet die irregeleiteten Baalpriester, als nach dre Beschwörung des Regens dieser tatsächlich rauschend herabstürzt und dem Land die Fruchtbarkeit zurückbringt. Der zweite Teil des Oratoriums zeigt bittere Niederlagen des Propheten. Die Königin hetzt das Volk zum Mord am unbequemen Mahner Elias auf, der in der Wöste von Engelschören auf den Berg Horeb geleitet wird und in der Begegnung mit dem unsichtbaren Gott den Höhepunkt seines Prophetenlebens erfährt. Er zieht erneut zum Kampf gegen die Götterverehrer aus und fährt am Ende seines Lebens in einem feurigen Wagen gen Himmel. Der Schluss kündigt dann die Ankunft des Messias an, der sein Wirken fortführen wird.
****************** Die Doppel-CD wird von PHILIPS Classics vertrieben unter der Nummer 438 598-2
Leider nur eine ADD-Qualität - trotzdem sehr gut - da die Aufnahme bereits aus dem Jahre 1968 stammt. ******************
Mitwirkende: Rundf und Gewandhausorchester Leipzig (Choreinstudierung: Horst Neumann) unter der Leitung von Wolfgang Sawallisch
Solosänger: Elly Ameling, Renate Krhmer, Annelies Burmeister, Giesela Schröter, Peter Schreier, H.-J. Rotzsch, Theo Adam, H.-C. Polster, Christel Klug, Roswitha Trexler, Ingrid Wandelt.
Dauer: CD 1: 1.05'47" - CD 2: 1.05'28" Ein Hörvergnügen, welches sich anzuhören sich auch mehrfach lohnt!
Vielen Dank für das Lesen und für eine Bewertung! Viel Spaß und Entspannung beim Hören dieser CD's Hajo050863 PS: Ganz vergessen: Die Aufnahme ist in deutscher Sprache.
Fazit: man hört sie immer wieder gerne
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Mendelssohn-Bartholdy Elias Op. 70 - Theo Adam
Ausgabedatum: 1993-08-17, Audio CD, Philips (Universal)
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